Sengstschmid Johann

Vorname
Johann
Nachname
Sengstschmid
erfasst als
KomponistIn
AusbildnerIn
Genre
Neue Musik
Subgenre
Tradition/Moderne
Geburtsjahr
1936
Geburtsort
Steinakirchen am Forst
Geburtsland
Österreich

Johann Sengstschmid lehrte 1987 bis 1997 an der Grazer Musikhochschule und komponierte bisher über 50 Werke, überwiegend Kammer-, Vokal- und Kirchenmusik. Sein Schaffen basiert auf der Klangreihenlehre, einer von Sengstschmids Lehrer Othmar Steinbauer (1895 - 1962) entwickelten zwölftönigen Satzlehre, deren Harmonik von den getrübt-konsonanten bzw. mild-dissonanten Klängen Josef Matthias Hauers ausgeht und die Sengstschmid 1962 durch die Entdeckung des Prinzips der Parallelen Klangreihen weiterentwickelte.


Ausbildung
1946 - 1950 Stift Melk Gymnasiast und Sängerknabe
1950 - 1955 St. Pölten Bundeslehrerbildungsanstalt St. Pölten: Matura
1958 - 1960 mdw - Universität für Musik und darstellende Kunst Wien Wien Chordirigieren Schmid Reinhold
1958 - 1960 mdw - Universität für Musik und darstellende Kunst Wien Wien Kapellmeisterschule Swarowsky Hans
1958 - 1961 Sonderlehrgang Klangreihenkomposition Steinbauer Othmar
1958 - 1962 Privatunterricht: Klangreihenkomposition Steinbauer Othmar
1961 mdw - Universität für Musik und darstellende Kunst Wien Wien Satzlehre Uhl Alfred
1986 mdw - Universität für Musik und darstellende Kunst Wien Wien Magistrum Artium

Tätigkeiten
1955 - 1957 Dornbirn Volksschullehrer
1957 - 1958 Chillon College, Glion sur Montreux: Lehrer und Erzieher
1960 - 1961 Traisen Volksschule Traisen: Volksschullehrer
1961 - 1962 Wiener Sängerknaben Wien Volkschullehrer
1962 - 1965 St. Pölten Volksschule St.Pölten-Spratzern: Volkschullehrer
1965 - 1968 St. Pölten Bundesgymnasium St. Pölten: Musikerziehung
1968 - 1987 Gymnasium der Englischen Fräulein in Bamberg: Musiklehrer
1969 Vortrags- und Kurstätigkeit im In- und Ausland über die Thematik "Hauersche Zwölftonmusik" sowie "Klangreihenkomposition"
1971 Internationale Sonderseminare: Einführungsvortrag in die Klangreihenlehre
1971 Carinthischer Sommer Ossiach Vorträge
1982 - 1984 Universität Bamberg: Lehrauftrag
1986 mdw - Universität für Musik und darstellende Kunst Wien Wien Lehrauftrag für Gehörbildung
1987 - 1997 Universität für Musik und darstellende Kunst Graz Graz Planstelle für musikalische Grundschulung, Einführung in die praxisbezogene Musiktheorie, Gehörbildung und Rythmusschulung
1992 - 1993 Universität für Musik und darstellende Kunst Graz Graz Seminar für Zwölftonspiel und Klangreihenkomposition
1997 Ruhestand

Auszeichnungen
1961 Bundeskanzleramt Österreich Kunst und Kultur Abgangspreis
1964 Amt der Niederösterreichischen Landesregierung Förderungspreis für besondere Leistungen auf dem Gebiete der Musik
1969 Theodor Körner Fonds Förderungspreis
2005 Amt der Niederösterreichischen Landesregierung Goldenes Ehrenzeichen für Verdienste um das Bundesland Niederösterreich
2006 Magistrat der Stadt St. Pölten Ehrenzeichen der Landeshauptstadt St. Pölten

Stilbeschreibung

Leitschnur meines Schaffens ist der Grundsatz Mozarts, gute Musik müsse sowohl den Normalhörer aus dem Volk ansprechen als auch vor Experten bestehen können. Daher bekenne ich mich in meinen Klangreihenkompositionen zu einer ohrenfreundlichen Akkordwelt: Josef Matthias Hauers (1883-1959) getrübt-konsonante bzw. mild-dissonante Zwölftonharmonik baute mein Lehrer Othmar Steinbauer (1895-1962) zur Klangreihenlehre - einer zwölftönigen Satzlehre im Rang von Kontrapunkt und Harmonielehre - aus, und ich trug durch einige Entdeckungen - hier will ich etwa die 1962 gefundenen Prinzipien der Parallelen Klangreihen nennen - zu deren Weiterentwicklung bei.

Johann Sengstschmid, 1991


Links Klangreihenmusik - die harmonische Zwölftonmusik der 3. Wiener Zwölftonschule

Empfohlene Zitierweise
mica (Aktualisierungsdatum: 23. 3. 2020): Biografie Johann Sengstschmid. In: Musikdatenbank von mica – music austria. Online abrufbar unter: https://db.musicaustria.at/node/64694 (Abrufdatum: 26. 11. 2020).

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