Fotografin: Regine Hendrich ©

Aichinger Oskar

Werke

# Titel EntstehungsjahrSortiericon Dauer Besetzung Gattung
1 Der entwendete Taler - Kammeroper 2009 47m
2 Lieder für EKG 2009 12m
3 "... wie vor dem Schnee" 2008 25m
4 Palimpsest - Musik für ein Tanzstück 2007 31m
5 Hans im Glück - Musik zu einem Tanzstück für Kinder 2007 40m
6 Heimsehnen - Fortsehnen 2007 35m
7 Imaginary Jazzscape 2006 5m
8 Am Fluss 2006 1m 20s
9 14 Intonationen 2006
10 Suedama JIXX 2006 14m
11 Die Geruchschmale 2005 12m
12 May Kasahara, Haruki Murakami gewidmet 2005 9m
13 Eins, zwei, drei 2004 5m
14 Im Anfang war der Rhythmus, Alle Zeit der Welt, piccolo perpetuum 2004 8m
15 Moment Muatterl 2004 11m
16 Impromptu 2004 9m
17 Wien modern 2004 10m
18 Altwien 2004 10m
19 3/4 verstrahlt oder: Ansichten eines Trillers 2004 7m
20 A Maze 2003 12m
21 Wienlieder - nach Gedichten von H.C. Artmann 2003 10m
22 Windspiel 2003 10m
23 Synapsis 2002 48m
24 Dokandili 2001 20m
25 Cut Copy Undo 2001 23m
26 To Touch A Distant Soul - ein Zyklus von 7 Stücken 2000 1h
27 Krebs hauert Umkehr 1999 10m
28 8 Stücke für das Oskar Aichinger Trio 1999
29 ... thy hour O Soul ... 1999 20m
30 Unweit Atlantis 1998 15m
31 Inwendig Patagonien 1997 7m
32 Unstolen? 1997 8m
33 Serenata Irritata 1997 8m
34 ...daß ich mich täusch'... 1997 10m
35 Sieben Stücke für das Oskar Aichinger Oktett 1996 ~ 1h 10m
36 Fünf aphorische Stücke für Bläserquintett 1996 8m
37 Eins .......bis.......Einundzwanzig 1996 1h 4m
38 Gute, Böse, das Jenseits und der Wald 1995 20m
39 Entre Nous 1995 13m
40 Ouverture ouvert 1995 8m
41 Chromosom Ans 1994 6m
42 Lumumbach 1994 8m
43 Les Wal 1994 3m
44 L'apres midi favoritien 1994 2m
45 Tok-tok 1994 1m
46 Windungen 1993 5m
47 Capriccio per due 1993 7m
48 Ardis Hall 1992 12m
49 Infected by the Groove - für gemischten Chor 1992
50 Introduktion, Choral und Fuge 1992 7m
51 Passa il tempo, Cagliostro 1992 14m
52 Springinkerl 1991 9m
53 Hei-Mahd 1991 2m
54 Plankton, zeitweise verdichtet 1991 4m
55 Chromogreinie 1991 5m
56 Sonatine Frei 1990 ~ 17m

Allgemeine Information

Geburtsdatum:  13. Mai 1956
Geburtsort:  Vöcklabruck
Geburtsbundesland: 
Geburtsland: 
Nationalität: 

 

1974 Matura. Anschließend bis 1976 Studium an der Montanuniversität Leoben. Abbruch. Musikstudium am Salzburger Mozarteum. 1984-1986 Ballettkorrepetitor an der Wiener Staatsoper. Danach als Musikerzieher tätig.

 

1990 musikalischer Neubeginn unter veränderten stilistischen Vorzeichen: Duo "Steinaich-Irrding" mit Hans Steiner, etwas später ein weiteres Duo mit Walter Malli. Seit 1996 auch Solokonzerte. Im selben Jahr Gründung des "Oskar Aichinger Oktetts". In den folgenden Jahren Kooperationen und Auftritte mit Eugene Chadbourne, John Edwards, Franz Koglmann, Sunny Murray, Michael Moore, Paul Skrepek, Achim Tang, Stefan Nemeth, Wolfgang Reisinger u.v.a. Konzerte im In- und Ausland (Deutschland, Polen, Tschechien, Italien, England, Belgien, Schweiz, USA u.a.). Zahlreiche Kompositionen für verschiedene Ensembles, mehrere CD's und Rundfunkaufnahmen.

Ausbildung

ZeitraumAusbildungInstrumentAusbildnerInOrganisationOrt

erster Klavierunterricht mit 8 Jahren, später auch Violine

1974 - 1976

Studium

1976 - 1983

Studium Musikpädagogik

1976 - 1983

Studium

1976 - 1983

Studium Dirigieren

1976 - 1983

Studium Geschichte

1983

Abschluss des Studiums (Magister)

Tätigkeiten

ZeitraumTätigkeitOrganisationOrt
1979 - 1983

Leiter diverser Ensembles und Chöre, erste Kontakte mit Jazz und Tanzmusik

1983 - 1984

Probejahr als AHS-Lehrer

1984 - 1986

Ballettkorrepetitor

1986 - 1990

Lehrtätigkeit

1990 - 1995

gemeinsam mit Hans Steiner

1990

Reduktion der Lehrverpflichtung, musikalischer Neubeginn

1990

Teilnahme an Workshops mit Jimmy Giuffre und Anthony Braxton

1991

seitdem im Duo mit Walter Malli

1991 - 1996

Klavier und musikalische Leitung des Ensembles "Maxixe" (gegründet von Burkhard Stangl)

1993

Mitwirkung im Film "Malli - Artist in Residence"

1993 - 2002

Mitwirkung am pädagogischen Projekt

1994

1000 Rosen, Schlager für Hinterbliebene: Pianist

1994

seitdem Mitglied im "Nagl-Malli-Quartett" (mit Max Nagl, Walter Malli und Sunny Murray)

1995

"Ton.Art plays Austrian Hollywood Composers": Komponist und Dirigent

1995

Mitwirkung im "Max Nagl Quintett"

1996

Gründung des "Oskar Aichinger Oktetts" und seitdem Leitung

1996

seitdem wiederholte Musikbegleitung zu Stummfilmen (Der Schatz, Das Kabinett des Dr. Caligari u.a.)

1996

erstes Solokonzert

1997

Mitwirkung bei "Der Zerrissene" (Klavier)

1997

seitdem Mitwirkung am Klavier bei den "Catatonic Contrasts" von Walter Malli

1998 - 1999

"The Metamagic of Fritz Spielmann": Komponist und Dirigent

1999

Gründung und seitdem Kooperation im "Oskar Aichinger Trio" mit Achim Tang und Paul Skrepek

1999 - 2000

Gastauftritte (Geige)

2000

Gründung und seitdem Kooperation im "Oskar Aichinger Sextett" mit Lorenz Raab, Max Nagl, Martin Siewert, Achim Tang und Paul Skrepek

2001

seitdem Mitglied bei Thomas Kaufmanns "Coincidence" (Klavier)

2001

Duo mit Katarina Klement

2001

seitdem Mitglied bei Hannes Enzlbergers "Songs to anything that moves" (Klavier)

2002

seitdem Mitglied bei Martin Siewerts "Dying will be easy" (Klavier)

2002

seitdem Kooperation mit Stefan Nemeth, Achim Tang und Paul Skrepek im Ensemble "Synapsis"

2002

seitdem "Abends spucke ich meine Lunge aus", gemeinsam mit Vinzenz Wizlsperger

2002

seitdem im Trio mit Franz Koglmann und Wolfgang Reisinger

2003

seitdem Mitglied bei "Schwarze Lieder", gemeinsam mit Walter Raffeiner und Max Nagl

2004

seitdem "ms franz", gemeinsam mit Martin Zrost, Richard Klammer, Christof Dienz, Petra Ackermann, Vincenz Witzelsberger und Paul Skrepek

2004

seitdem im Duo mit Franz Koglmann (Songs von Burt Bacharach)

2004

seitdem "Kosmos Lutos_awski" (Klavier solo)

2006

Trio "Blood" mit Michael Moore und John Edwards (Musik von Carla und Paul Bley, Annette Peacock, Jimmy Giuffre)

2007

Ödön von Horvath - Projekt "Heimsehnen-Fortsehnen" (mit Thomas Berghammer, Karl Sayer, Paul Skrepek)

2007

Hannes Enzlbergers "My dear Ferenc" (Klavier)

2009

Ensemble EKG (Susanna Heilmayr, Burkhard Stangl, Achim Tang, O.A.), Premiere beim Jazzfest Wien

2009

Weanjazz (Tibor Kövesdi, Hannes Löschel, Christian Mühlbacher, Max Nagl, Lorenz Raab, Angela Maria Reisinger, Peter Rom, O.A.), Premiere bei "Weanhean"

Aufführungen bei diversen Festivals, u.a. Ulrichsberger Kaleidophon, Konfrontationen Nickelsdorf, Konstanzer Jazzherbst, Hörgänge, Festival of Central European Culture, Jazz Festival Saalfelden, Moving Patterns New York, Jazzfest Wien etc.

Karenzierung vom Schuldienst, freiberufliche Tätigkeit

Konzerttätigkeit im In- und Ausland

zahlreiche CD-Produktionen

Aufträge (Auswahl)

ZeitraumAuftragWerkAuftraggebende OrganisationAuftraggebende Person
1991
1995
1999
1999
2004
2006

für das Mozartjahr 2006

weitere Aufträge u.a. für das Tanztheater (Maja Slattery und Compagnie Smafu) und das attensam quartett

Auszeichnungen

Time PeriodAuszeichnungWerkAuszeichnende Organisation
2008

Pasticciopreis für die CD "Cosmos Lutosławski"

Stilbeschreibung

Man stelle sich einen Haufen aus Ziegeln, Zement, Glas, Fensterrahmen, Türen, Heizungsrohren usw. vor. Ich sage nicht, daß aus alldem unbedingt ein Haus gebaut werden muß, um eine schlüssige Gestalt zu formen. Es genügt, den ganzen Haufen ins Museum zu schaffen, schon hat sich seine Bedeutung radikal geändert, er ist "Form" geworden. Nichts Anderes hat Cage mit der Stille gemacht, er hat sie einfach in den Konzertsaal gestellt. Der traditionelle Hörer erwartet natürlich immer nur Häuser. Die dürfen zwar durchaus unkonventionell sein, aber Häuser müssen sie bleiben. Wir aber müssen dem Hörer zeigen, dass man aus dem Haufen auch andere Dinge bauen kann, die er in der Lage ist, aufgrund der Erinnerung an Ziegel, Glas, Heizungsrohre usw. auf seine Art zu verstehen. Und wir müssen es verstehen, zu berühren, ohne simpel zu verführen und zu manipulieren. Das ist in Zeiten einer monströsen Popular(un)kultur ein heikles Unterfangen, aber unbedingt notwendig, damit sich die Kunst nicht endgültig selbst aus dem Verkehr, sprich dem gesellschaftlichen Diskurs, zieht. Ich gehe einmal davon aus, dass das Berührende im "Jazz" die Improvisation, also die (Ent-) Äußerung des Subjekts ist (zumindest ist es mir als Rezipient immer so ergangen). Diese sollte durch die Komposition möglichst wenig gestört werden, sodaß komponierte Elemente und formale Struktur sozusagen nur als Zündkerzen in jenem explosiven Gemisch aus Subjekten fungieren, das letzlich den Motor für die Musik in Bewegung setzt. Das Improvisieren über Standards bedeutet letzlich nichts anderes, ist aber für mich aus historischen, persönlichen (Ich bin kein New Yorker) und formalen Gründen obsolet. Ich träume von einer Musik, die ganz der Kunst und ihrem komplexen Mysterium verpflichtet, aber dennoch begreifbar ist, einfach und zugleich raffiniert, vergleichbar einem guten Witz.

 

Oskar Aichinger, 1994

Pressestimmen

15. Dezember 2000

Oskar Aichingers Musik ist der überaus gelungene Versuch, Widersprüche zu denken. Die Abläufe lassen sich nicht einfach mehr in bequeme Kategorien von Komposition und Improvisation ablegen.

http://www.openmusic.at

 

2000

Oskar Aichingers Geheimnis der Kunst
"Als Musiker wird man oft gefragt, welche Musik man denn nun mache. Gemeint ist damit wohl meist eine stilistische Definition, eine Eingrenzung, vielleicht eine Art Namedropping, also irgendwie die Reduktion eines komplexen Sachverhalts auf ein imaginäres Skelett. Ich empfinde das als eine Unmöglichkeit, denn Musik ist immer Fleisch und Knochen, Geist und Seele, individuelle und kollektive Geschichte." Also meint Oskar Aichinger, Komponist und Pianist, der sich gerade in den vergangenen zehn Jahren - so etwa der Falter - "ohne je viel Aufhebens zu machen" auch als "eine der zentralen Figuren der musikalischen 'Off-Szene' des Landes" etabliert hat. [...] Das Resultat, also irgendwie die Zusammenfassung der Errungenschaften der Musikgeschichte des vergangenen Jahrhunderts in Amerika und Europa, besticht dann auch, wie etwa im Falle der Trio-Einspielung "Elements of Poetry" [...] durch eine kaleidoskophafte stilistische Vielfalt, in der die oszilierende Seele des Bebop ebenso seinen Platz findet wie der sublime Geist romantischen Liedguts, der subtile Drive des Swing und die schillernd changierenden Klangfarben der zeitgenössischen Avantgarde.

jazz zeit (Wolfgang Lamprecht)

 

2000

Musik, die sich idiomatisch aus Quellen der europäischen (Vor-)Moderne speist, die freilich in ihrer Nonchalance und Improvisationslust ohne den Einfluß des Jazz nicht denkbar wäre.

Concerto

 

2000

Eine gute CD mit einer Menge origineller, inspirierter Musik. Zu empfehlen.

Cadence

 

2000

Aichingers pieces compose resonance and silence the way that stained glass windows compose light.

Cadence, New York

 

2. April 1997

"Gerüstet mit ein paar Blättern mit Materialvorgaben - Motive, Themen, Akkordverbindungen, formale Strukturen, spezifisch definierte Klänge, verbale Nützlichkeiten usw. - bin ich ans Klavier gegangen, in der Hoffnung, daß sich ein ganzes Album zusammenimprovisiert, wenn ich nur aufmerksam genug gegenüber dem bin, was ich im Verlauf seiner Einspielung erlebe", so Aichinger. Was nun herausgekommen ist, ist ein Schmelztiegel verschiedenster Stimmungen; traurig, wehmütig, ein wenig dramatisch, kühl und dennoch voller Leben und Poesie.

Wiener Zeitung (Christian Rösner)

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