© Richard Heller

Heller Richard

Werke

# Titel EntstehungsjahrSortiericon Dauer Besetzung Gattung
1 Actus für Akkordeon solo 2015 19m
2 Sonate für Posaune und Klavier 2014 - 2017
3 4 Lieder nach Texten aus der "Kriegsfibel" von Bertolt Brecht - für Bariton und Klavier 2014 - 2017 6m
4 Canticum - für Bassflöte solo 2013 - 2014 ~ 10m
5 Vokalise für Sopran und Orgel 2012 17m
6 Pas de Trois d'Anches 2011 - 2012 14m 30s
7 Gedeckte Farben - Konzert für Violoncello und kleines Orchester 2008 - 2009 36m 30s
8 Pas de Deux - für Violine und Violoncello 2008
9 2 Impromptus für Gitarre solo 2008 - 2010 5m
10 Spotlight for Grandpa Arnold 2007 1m
11 BAsE ADe - Notturno in memoriam Wolfgang Amadé Mozart und seine Augsburger Verwandtschaft - für Vibraphon und Klavier 2007 - 2008 8m 30s
12 Albumblatt für Klavier solo - für das Münchner Klavierbuch 2006 - 2007 3m
13 5 Skizzen für Akkordeon-Ensemble 2002 - 2003 18m 30s
14 Diptychon für Violoncello und Klavier 2000 16m
15 7 Arabesken für 2 Flöten und Klavier 2000 - 2001 17m
16 Walzer(?) für Klavier solo 1998 7m 30s
17 Flash - für Blasorchester 1998 - 1999 8m 30s
18 Bagatelle für Blechbläserquintett Nr. 1 1997 6m 30s
19 Kaleidoskop 1996 ~ 9m 30s
20 Essay für zwei Klaviere 1995 - 1996 11m 30s
21 Diskurs - für Blasorchester 1994 - 1995 ~ 12m
22 Konzert für Violine und Orchester 1992 ~ 15m
23 Ballade für Klavier vierhändig 1989 - 1990 ~ 17m
24 Scène concertante 1989 - 1990 ~ 11m
25 Drei Miniaturen - Version für Alt- (Quer-) Flöte und Klavier 1988 4m 33s
26 Drei Miniaturen - Version für Klarinette und Klavier 1988 4m 33s
27 Novelette - für Klaviertrio 1987 10m 30s
28 Toccata für Blasorchester 1986 ~ 4m 30s
29 Solo for HS 1986 ~ 8m
30 Konzert für Baßklarinette und Orchester 1986
31 Sinfonietta für Blasorchester 1986 - 1988 23m 30s
32 Konzert für Marimbaphon und kleines Orchester 1986 30m
33 Dialog 1985 ~ 19m
34 Jeu concertant - für Gitarrenquartett 1985 ~ 18m
35 Konzert für zwei Klaviere und Orchester 1985 - 1988 29m 30s
36 Concerto per fiati - für Blasorchester 1984 14m
37 Cellophonie 1984 - 1985 ~ 12m 30s
38 Wiener Kammermusik Nr. 2 - (Septett) 1983 - 1984 ~ 10m
39 Fünf Volksliedbearbeitungen für Gitarrenquartett 1982 - 1984 ~ 17m
40 Streichquartett 1982 1982 19m
41 Drei Miniaturen - für Violine und Klavier 1981 - 1982 ~ 4m 30s
42 Trois Moments musicaux - für Gitarrenquartett 1981 - 1983 ~ 7m
43 Five Pieces 1981 - 1982 ~ 7m 30s
44 Wiener Kammermusik Nr. 1 - (Decett) 1980 - 1981 ~ 13m 30s
45 Orgiano - Duo für Orgel und Klavier 1980 ~ 14m
46 Nonet viennois 1979 - 1980 ~ 14m
47 Schauspielmusik zu "Der Großinquisitor" - von Renate Heitzmann nach Dostojewskis "Die Brüder Karamasoff" 1979 - 1983
48 Konzertsuite "Der Großinquisitor" 1979 - 1983 ~ 15m
49 Organology - für Orgel solo 1978 ~ 7m
50 Lieder der Sehnsucht - Drei Lieder für Tenor und Klavier 1978 - 1981 ~ 8m
51 Lied ohne Worte - für Klavier solo 1978 ~ 9m
52 Concertino für Orchester - Hommage à Béla Bartók 1978 - 1979 ~ 13m
53 Rondo für zwei Klaviere 1978 8m
54 Poème - für Violine und Klavier 1977 - 1978 ~ 10m 30s
55 Statement - für Streichtrio 1977 ~ 5m
56 Konzentrationen - für drei Schlagzeuger 1977 ~ 10m 30s
57 Nocturne 1977 5m 30s
58 Drei Lieder nach Texten unbekannter Autoren - für Sopran und Klavier 1976 - 1977 5m 30s
59 Quartett für zwei Trompeten, Flügelhorn und Posaune 1976 11m 30s
60 Klavierstück 1976 1976 ~ 9m
61 Kontakte - für zwei Klarinetten 1975 4m 30s
62 Assoziationsmusik - für zwei Klarinetten und Baßklarinette 1975 ~ 8m
63 Elegie - für gemischten Chor a cappella 1975 ~ 6m 30s
64 Bagatellen für Blechbläserquintett Nr. 2-4
65 3 weitere "kurze Klavierstücke"

Allgemeine Information

Geburtsjahr:  1954
Geburtsdatum:  19. April 1954
Geburtsort:  Wien
Geburtsland: 
Nationalität: 

 

1954 in Wien geboren. Lebt und arbeitet in Augsburg als Dozent und freischaffender Komponist.

 

Seine Werke wurden in vielen Ländern Europas, sowie in Amerika, Afrika und Asien aufgeführt bzw. für Rundfunk und Tonträger aufgenommen [Interpreten u.a.: Wiener Staatsopernchor, Gewandhausquartett Leipzig, Rundfunk-Symphonieorchester Ljubljana (Slowenien), Philharmonisches Orchester Augsburg, Tonkünstlerorchester Niederösterreich, Prager Streichquartett, Rostocker Nonett, Wiener Kammermusiker, Garde Republicaine (Paris), Klavierduo Köhn-Matthies etc.]; er erhielt zahlreiche Kompositionsaufträge (v.a. von Solisten und Ensembles, aber auch musikalischen Organisationen).
Sein Werkverzeichnis umfasst Werke für Orchester (mit und ohne Solisten), Vokalmusik und Kammermusik in Standardbesetzungen ebenso wie Werke für Symphonisches Blasorchester  oder ausgefallene Instrumentenkombinationen (z.B. 4 Gitarren, Duo Orgel – Klavier, Holzbläser mit Harfe, Violoncello-Oktett usw.), es ist verlegt unter anderem bei Edition Kunzelmann (Zürich), Bärenreiter-Verlag (Kassel,) Loosmann-Musikverlag (Ettenheim) und Vogt & Fritz (Schweinfurt).

 

Zahlreiche nationale und internationale Preise und Auszeichnungen würdigen sein Schaffen.

Ausbildung

ZeitraumAusbildungInstrumentAusbildnerInOrganisationOrt
1972 - 1975

Tonsatz

1972 - 1979

Chorleitung (ohne Abschluss)

1972 - 1979

Dirigieren (ohne Abschluss)

1972 - 1979

Korrepetition (ohne Abschluss)

1972 - 1979

Kulturelles Management (Ernst Haeussermann, Marcel Prawy)

1972 - 1979

Medienkomposition

1972 - 1979

Musikpublizistik (Rudolf Klein)

1972 - 1979

Instrumentalpädagogik (Wilhelm Hübner; kein Abschluss)

1975 - 1979

Komposition

1979

Diplomprüfung in Komposition mit Auszeichnung

Mathematik, formale Logik und Musikwissenschaft

Tätigkeiten

ZeitraumTätigkeitOrganisationOrt
1979

Leopold-Mozart-Konservatorium: seitdem Dozent für Musiktheorie und Komposition

1993

Tonkünstlerverband Augsburg - Schwaben e.V.: seitdem Vorsitzender und in dieser Funktion Organisation einer regelmässigen Konzertreihe mit zeitgenössischer Musik

1993 - 2014

ständiger Juror für den Kunstförderpreis der Stadt Augsburg

1997

seitdem ordentliche Mitgliedschaft

1999

Hochschule für Musik Nürnberg-Augsburg: seitdem Dozent für Musiktheorie und Gehörbildung

2007 - 2014

1. stellvertretender Vorsitzender des Tonkünstlerverbands Bayern

nach dem Studium kurzzeitig freier Mitarbeiter in der Redaktion der Hauptabteilung Musik

Juror bei zahlreichen Kompositionswettbewerben, u.a. Kompositionswettbewerb der Bodenseekonferenz (2003), Internationaler Yasuo-Kuwahara-Wettbewerb für Mandoline solo (2008)

Leiter des Arbeitskreises Interpreten

Vorstandsmitglied

18 Jahre lang tätig als Fachgruppensprecher der Fachgruppe Musiktheorie und damit verbunden intensive Mitarbeit bei der Konzipierung der Studiengänge im Zuge der Gründung der Hochschule für Musik Nürnberg-Augsburg und bei der Eingliederung des Augsburger Teils in die Universität Augsburg

Mitglied in: Deutscher Komponistenverband, Österreichischer Komponistenbund, Gesellschaft für Neue Musik (Sektion Deutschland der Intern. Gesellschaft für Neue Musik), IGNM-Österreich, Österreichische Gesellschaft für Zeitgenössische Musik, Deutscher Tonkünstlerverband, Künstlergilde, WASBE-Deutschland (World Association for Symphonic Bands and Ensembles); ursprünglich Mitglied der österreichischen Verwertungsgesellschaft AKM, Übertritt zur GEMA 1991

Aufführungen (Auswahl)

ZeitraumAufführungWerkOrganisationOrt
1981

4. Bayerisches Tonkünstlerfest

1985
1989

Uster: Festliche Musiktage

1993

Musikwochen

1994

Le Havre: Coups de Vents

1997

World Association for Symphonic Bands and Ensembles: 8. WASBE-Weltkonferenz

1999

MidEurope

2000
2000

World Cello Congress

2002

Musikfest Salzburg

2003

Musica Danubiana

2004
2006

Weltmusikfest

2007

Augsburger Tonkünstlerverband: "Diptychon - für Violoncello und Klavier"

Aufträge (Auswahl)

ZeitraumAuftragWerkAuftraggebende OrganisationAuftraggebende Person

Auftrag der CellistInnen

Aufträge von Ensembles und SolistInnen: Wiener Kammermusiker, Duo Capek-Gailit, Duo Baranyi-Pfajfer, Trio Vindobona, Hense-Quartett München u.a.

Bund Deutscher Blasmusikverbände

Deutscher Akkordeon-Lehrerverband

Auszeichnungen

Time PeriodAuszeichnungWerkAuszeichnende Organisation
1977

Förderungspreis

1978

Förderungspreis

1978

Förderungspreis

1979

Arbeitsstipendium (für kompositorische Tätigkeit)

1980

Stadt Augsburg: Kunstförderpreis

1980

Förderungspreis

1980

Förderungspreis

1984

3. Concurso Internacional de Composición Ciudad Ibagué, Kolumbien: Zweiter Platz in der Sparte "Gemischte Kammerchöre"

1984

Förderungspreis

1985

Carl-Maria-von-Weber-Wettbewerb Dresden: Ehrendiplom

1989

Internationaler Kompositionswettbewerb "Eisteddfod", Südafrika: Erster Preis

1990

Förderungspreis

1995

Blasmusikverband Baden-Württemberg: Fünfter Preis beim Kompositionswettbewerb

2000

World Cello Congress III, Baltimore (USA): einziger Preis im Kompositionswettbewerb

2010

Sonderpreis der Stadt Pazardhik beim Prof.-Iwan-Spassov-Wettbewerb, Plovdiv (Bulgarien)

2015

3. Preis beim Wettbewerb der Paul-Lowin-Stiftung (Australien), mit dem Österreichischen Komponistenbund

2017

Auszeichnung beim 16. Carl von Ossietzky-Kompositionspreis (Oldenburg)

2018

Johann-Wenzel-Stamitz-Preis der "KünstlerGilde" (Esslingen) für das Lebenswerk

Stilbeschreibung

In meiner Musik gibt es (wieder) einen Puls, weil ich der Meinung bin, daß Rhythmus nur dann interessant ist, wenn er wahrnehmbar ist, ihm also ein Bezugsraster, eben ein hör- bzw. fühlbarer Puls (der selbstverständlich irregulär und veränderlich sein kann) unterlegt ist. Mein ganz spezielles Augenmerk gilt immer der harmonischen Gestaltung. Zufälligkeiten im Zusammenklang akzeptiere ich nicht. Ich bejahe gleichermaßen eine Gestaltung nach dem Grundsatz von Spannungsauf- und -abbau als auch in der Form einer Projektion der Beschaffenheit des Einzeltons auf den gesamtmusikalischen Ablauf. Das bedeutet einerseits, daß ich Klänge durchaus danach einsetze, ob sie auflösungs- bzw. weiterführungsbedürftig sind oder nicht, und andererseits, daß ich die Gesetze meiner musikalischen Abläufe unter anderem auch aus der Obertonreihe ableite. Das bringt z.B. mit sich, daß es kaum Symmetrie gibt, sondern hauptsächlich perspektivische Verjüngung, entsprechend etwa der Tatsache, daß die Oktav in der Obertonreihe nicht in zwei gleiche Teile geteilt wird, sondern in Quint und Quart; und die daraus resultierenden zentrumschaffenden Eigenschaften etwa gerade dieser Intervalle verleugne ich nicht nur nicht, sondern benütze sie zur Schaffung eines nachvollziehbaren Spannungsverlaufs. Die seit Schönberg postulierte Gleichberechtigung der Töne (im Gegensatz zur "Hierarchie" der Tonalität) ist somit im Gesamtablauf gültig (jeder Ton kann temporär Gravitationszentrum sein), jedoch nicht zu einem beliebigen Zeitpunkt. Selbstverständlich ist es unausweichlich, daß sich durch derartige Gestaltung teilweise Übereinstimmungen mit früheren Arten von Tonalität ergeben (die ja immer auf derselben Basis, nämlich der Obertonreihe fußt), doch in dieser Hinsicht habe ich keine Berührungsängste: Für mich ist nicht wichtig, welches Material verwendet wird bzw. ob ein von mir verwendetes Material schon früher verwendet worden ist, sondern was aus diesem Material gestaltet wird. Formal greife ich auf Archetypen menschlicher Kommunikation zurück. Ich gestalte meine Werke gerne so, als würde eine Gruppe von Menschen (dargestellt durch die Musiker) ein Gespräch führen. Da zu diesen Archetypen einerseits der Wunsch nach Wiederholung und Wiedererkennen, Rekapitulation und Zusammenfassung gehört (Rondo, Liedform) und andererseits neben der (kontrastlosen) Fortspinnung eines einzigen Gedankens (Fortspinnungstechnik) das Bedürfnis nach Auskostung oder auch Überwindung eines Kontrasts (Sonatenhauptsatzform), kann man (wenn man will) in meinen "gesprächsartigen" Formen meistens Anklänge an diese "klassischen" Formen finden bzw. deren Kombination oder Durchdringung konstatieren.

 

Da ich, bevor ich mich ganz der Musik verschrieben habe, einige Semester Mathematik und abstrakte Logik studiert habe, habe ich gelernt, zwischen Rechnen und eigentlicher Mathematik sehr genau zu unterscheiden. Diese höhere Mathematik ist von geradezu ästhetischer Eleganz und weit entfernt von der Plumpheit konkreten Rechnens. Dafür ist die eigentliche Mathematik in frappierendem Einklang mit Gegebenheiten der Natur (die etwa ein so schwieriges Verhältnis wie z.B. den Goldenen Schnitt einfacheren Verhältnissen und Symmetrien deutlich vorzieht). Da ich mir eine gewisse "mathematische Denkweise" bewahrt habe, kommt in meiner Musik pures "Rechnen" (z.B. in Form serieller Gestaltung) äußerst selten vor. Ich suche Logik auf einer höheren Ebene. Ein wesentlicher musikalischer Einfluß ist für mich der Jazz. Abgesehen von der zitathaften Verwendung gewisser Floskeln hat der Jazz in meinen Werken Auswirkungen auf Melodiebildung, Harmonik, Rhythmik und die Verwendung von Ostinati (Patterns, Riffs). Selbstverständlich ist meine Musik weder Jazz noch wirklich Jazz-verwandt, denn ihr fehlt die Improvisation, die dafür konstitutiv wäre, doch ohne die Erfahrung des Jazz wäre meine Musik nicht denkbar. Dabei entspringt die Verwendung von Elementen des Jazz meinerseits keinem absichtlichen Kalkül, sondern ergibt sich.

Pressestimmen

2004

Sein großer Anspruch, Musik als Kommunikation umzusetzen, bezieht sich sowohl auf das Wirken zwischen den Musikern als auch auf das Publikum. Er zitiert etwa neben alten Formen wie der dreiteiligen Liedform als Urform der Kontrastbildung oder die klassische Sonatenhauptsatzform als einen Archetyp menschlicher Gespräche. "Es gibt große Linien, Umwege, Abgrenzungen und Distanzen und in einer guten Reprise ist jeder ein anderer, jeder beeinflusst den anderen", und er gibt seinen Werken Titel, die menschliche Kommunikation und Erzählungen, Gespräche andeuten: Ballade, Dialog, Poème, Statement, Diskurs, Essay. Dabei lehnt er bewusst Programmmusik für seine Werke ab und zeigt sich, wie in seinem Concertino für Orchester, dem Concerto per fiati, dem Konzert für Violine und Orchester, seinem Konzert für Marimba und kleines Orchester oder auch in seiner Sinfonietta (für Blasorchester) als ein Verfechter der absoluten Musik.

Neue Musikzeitung (Thomas Weitzenfelder)

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SendeaufnahmeinterpretIn von (Werk)