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Pichler Günter

First Name
Günter
Family Name
Pichler
erfasst als
Interpret:in
Konzertmeister:in
Dirigent:in
Ausbildner:in
Genre
Klassik
Neue Musik
Instrument(e)
Violine
Geburtsjahr
1940
Geburtsort
Kufstein
Geburtsland
Österreich
Todesjahr
2026

"Als ich mit 15 Jahren aus der kleinen Stadt Kufstein in den Tiroler Bergen nach Wien ging um Musik zu studieren, hatte ich einiges nachzuholen. Ich ging jeden Abend ins Konzert oder in die Oper und abonnierte auch Quartett- Zyklen. Und zwar sowohl die Zyklen der beiden Wiener Quartette (Konzerthaus Quartett und Musikvereins Quartett) als auch den Zyklus der internationalen Quartette. So gut mir die Wiener Quartette auch gefielen, nach einiger Zeit bemerkte ich doch, dass Quartette wie das Amadeus, Julliard, Quarttetto Italiano, LaSalle, Ungarisches Streichquartett, Smetana und Janacek Quartett usw. auf einem höheren Niveau spielten als die Wiener. Das war auch verständlich, wenn man in Betracht zog, dass es in Wien zu keiner Zeit - mit einer einzigen Ausnahme - ein Quartett gab, das sich ausschließlich dem Quartettspiel widmete. Die Streichquartett-Literatur faszinierte mich und ich beschloss später ein Quartett zu gründen, das sich nur dem Quartettspiel widmen sollte. Aus der Stadt Wien, die man als die Wiege des Streichquartetts bezeichnen kann, sollte endlich ein Quartett höchster Qualität kommen, das internationalen Rang beanspruchen konnte. 
Nach meiner Konzertmeistertätigkeit in den beiden großen Wiener Orchestern (Wiener Symphoniker, Wiener Philharmoniker) widmete ich mich hauptsächlich der Solo- und Kammermusik-Literatur. Ich hatte über 10 Jahre lang ein Duo mit dem Pianisten Heinz Medjimorec, (der später Pianist des Haydn Trios wurde und einer der angesehensten Klavierleher an der Wiener Musikuniversität) spielte eine breite Palette von Solokonzerten (unter anderem unter Michael Gielen mit den Wiener Symphonikern) und war auch Konzertmeister eines Kammerorchesters, das sich „Die Wiener Solisten“ nannte. Mit diesem Orchester bereisten wir die Welt und machten Dutzende von Schallplattenaufnahmen. Ich habe dabei nicht nur Erfahrungen als Musiker gesammelt sondern lernte auch führende Persönlichkeiten aus dem Management- und Schallplattenbereich (Deutsche Grammophon) kennen. Das hat mir dann später beim Aufbau der Karriere des Alban Berg Quartetts sehr geholfen.
Als ich 30 war, ging der große Traum in Erfüllung und ich konnte endlich ein Quartett gründen. Nach einjähriger intensiver Vorbereitungszeit, in der wir durch die Begegnung mit Walter Levin vom Lasalle Quartett wertvollste Anregungen bekamen, debütierten wir im Wiener Konzerthaus. Die Überschrift unserer ersten Kritik in der Wiener Presse lautete : “Wunder namens Alban Berg Quartett“. Damit begann eine märchenhafte Karriere. In den nahezu 40 Jahren von 1969-2008 war das ABQ das berufliche Zentrum und zusammen mit dem Unterrichten die künstlerische Erfüllung meines Lebens.

Später begann ich eine zusätzliche Karriere als Dirigent die mir sher viel Freude und Befriedigung gab."
Günter Pichler: Über mich, abgerufen am 2.6.2026 [http://www.guenterpichler.com/Ueber-mich/index.php/]

Tätigkeiten

1963–2009 Universität für Musik und darstellende Kunst Wien: Professur (Violine)
1993–2012 Hochschule für Musik und Tanz Köln (Deutschland): Professur (Violine)
2008–2026(?) Instituto International de Musica de Camara - Escuela Superior de Musica Reina Sofia de Madrid (Spanien): Leitung der Streicherabteilung

Schüler:innen (Auswahl)
Christian BirnbaumRégis BringolfMaria EhmerThomas FheodoroffAnne Harvey-Nagl, Barna Kobori, Bojidara Kouzmanova-VladarJoanna LewisGottfried MartinÉdua Zádory

Mitglied in Ensemble/Band/Orchester
1958–1960 Wiener Symphoniker: Violinist, Konzertmeister
1959–1971 Wiener Solisten: Violinist, Konzertmeister
1961–1963 Wiener Philharmoniker: Violinist, Konzertmeister
1970–2008 Alban Berg Quartett: Gründer, 1. Violinist

Quellen/Link

Webseite: Günter Pichler

Empfohlene Zitierweise
mica (Aktualisierungsdatum: 2. 6. 2026): Biografie Günter Pichler. In: Musikdatenbank von mica – music austria. Online abrufbar unter: https://db.musicaustria.at/node/78466 (Abrufdatum: 3. 6. 2026).