Dallinger Fridolin

Vorname
Fridolin
Nachname
Dallinger
erfasst als
KomponistIn
InterpretIn
AusbildnerIn
Genre
Neue Musik
Instrument(e)
Klavier
Geburtsjahr
1933
Geburtsort
Eferding
Geburtsland
Österreich

Mit freundlicher Genehmigung von F. Dallinger ©

 

Geboren am 16. Februar 1933 in Eferding. Im musikalischen Elternhaus schon als Kind mit Hausmusik vertraut gemacht. Mit 13 Jahren Kompositionsschüler von Helmut Eder (Musikschule Eferding). Studien an der Musikschule Linz (Komposition bei Robert Schollum) und am Bruckner-Konservatorium Linz (Komposition bei Helmut Eder). Tätigkeit als Volksschullehrer in Eferding, Linz, St. Leonhard bei Freistadt und Prambachkirchen sowie Hauptschullehrer in Waizenkirchen. Ab 1956 Studien an der Wiener Musikakademie (Klavier bei Gershon Jarecki, Dirigieren bei Hans Swarowsky) und am Mozarteum Salzburg (Musikerziehung). Unterrichtstätigkeit an Gymnasien (Gmunden, Linz). Von 1975 bis 1993 Musiklehrer an der Pädagogischen Akademie der Diözese Linz.

 

Fridolin Dallinger, 2007


Ausbildung
Musikschulen Eferding und Linz, Eferding und Linz: Klavier, Violine
Landesmusikschule Eferding Eferding Komposition Eder Helmut
Musikschule der Stadt Linz Linz Komposition Schollum Robert
1956 - 1959 mdw - Universität für Musik und darstellende Kunst Wien Wien Unterricht bei Gershon Jarecki Klavier
1956 - 1959 mdw - Universität für Musik und darstellende Kunst Wien Wien Dirigieren Swarowsky Hans
1956 - 1963 Universität Mozarteum Salzburg Salzburg Musikerziehung
1959 mdw - Universität für Musik und darstellende Kunst Wien Wien Staatsprüfung Klavier
1963 Universität Mozarteum Salzburg Salzburg Lehrbefähigungszeugnis für Schulmusik
Anton Bruckner Privatuniversität Linz (früher: Brucknerkonservatorium) Linz Komposition Eder Helmut

Tätigkeiten
1953 - 1961 Volks- und Hauptschulen: Lehrer (mit Unterbrechung von 1956-1958)
1961 - 1975 Gymnasien, Gmunden und Linz: Unterricht (Musikerziehung, Klavier, Chorgesang)
1975 - 1993 Pädagogische Hochschule der Diözese Linz Linz Musikprofessor (Formlehre, Tonsatz, Instrumentenkunde, Didaktik, Klavier)

Aufträge (Auswahl)
1971 Bundeskanzleramt Österreich Kunst und Kultur Fanfare für das Österreichische Bundesjugendsingen - für 2 Trompeten, 2 Hörner, 2 Posaunen und Pauken
1972 ORF/Landesstudio Oberösterreich zur Eröffnung des Funkhauses in Linz Magnificentia creatoris - für gemischten Chor, Bläserquintett, Streichorchester und Schlagwerk
1976 Amt der Oberösterreichischen Landesregierung zum Bauernkriegsgedenkjahr Symphonie Nr. 1 - Bauernkriegssymphonie
1992 Amt der Oberösterreichischen Landesregierung gemeinsamer Auftrag mit Europäischen Wochen Passau Die Donau - Weltliches Oratorium für Sopran, Bariton, Chor, Orgel und Orchester

Aufführungen (Auswahl)
1968 Orchester des Landestheaters Linz Landestheater Linz Die sieben Todsünden (Gesellschaft für einen Abend) - Ballett für großes Orchester
1969 BR - Bayerischer Rundfunk Concerto per orchestra d'archi
1971 BR - Bayerischer Rundfunk Bayreuth Concerto per orchestra d'archi
1971 Theater an der Wien Fernsehproduktion Todsünden - Ballett. Neufassung
1976 Bruckner Orchester Linz Brucknerhaus Linz Symphonie Nr. 1 - Bauernkriegssymphonie
1981 Bruckner Orchester Linz Brucknerhaus Linz Symphonie Nr. 2 - für großes Orchester
1982 Musikverein - Brahms-Saal Sinfonietta - für Streichorchester
1983 Internationales Brucknerfest Linz Brucknerhaus Linz Bilder einer Einstellung - Kantate
1988 Orchester des Landestheaters Linz Landestheater Linz Die Goldenen Zwanziger - The Roaring Twenties. Musical
2001 Bruckner Orchester Linz Brucknerhaus Linz 3. Symphonie
2007 Bruckner Orchester Linz Brucknerhaus Linz 4. Symphonie - für großes Orchester und Bariton solo
2013 Brucknerhaus Linz Sinfonie Nr. 5 - für Chor und Orchester
2013 ÖKB - Österreichischer Komponistenbund Wien Festival "100 Jahre ÖKB" mit dem Bläserquintett der Wiener Philharmoniker Suite Nr. 2 - für Bläserquintett

Auszeichnungen
1954 Österreichische Jungendkulturwochen Innsbruck: Förderungspreis
1954 ORF - Österreichischer Rundfunk Förderpreis Organon - Melodram für zweistimmigen Frauenchor, Männerchor, Sprecher und Instrumente
1954 Stadt Linz Kunstförderungspreis Sechs Stücke nach lettischen Volksliedern - für Klarinette, Streichorchester und Schlagwerk
1955 Österreichische Jungendkulturwochen Innsbruck: Förderungspreis
1965 Bundeskanzleramt Österreich Kunst und Kultur Österreichischer Staatspreis für Musik Die sieben Todsünden (Gesellschaft für einen Abend) - Ballett für großes Orchester
1967 Theodor Körner Fonds Preis des Stiftungsfonds zur Förderung von Wissenschaft und Kunst
1968 Amt der Oberösterreichischen Landesregierung Kulturförderungspreis
1977 Stadt Eferding Ehrenring
1981 Amt der Oberösterreichischen Landesregierung Kulturpreis
1988 Titel Oberstudienrat
1993 Republik Österreich Goldenes Ehrenzeichen für Verdienste um die Republik Österreich
1997 Hans-Sachs-Chor Wels: Ehrenmitglied
1997 Heinrich-Gleißner-Preis
2003 Amt der Oberösterreichischen Landesregierung Anton-Bruckner-Preis
2003 ÖKB - Österreichischer Komponistenbund Goldene Ehrennadel
2003 Amt der Oberösterreichischen Landesregierung Goldenes Ehrenzeichen
2003 Hans-Sachs-Nadel in Gold mit Brillanten
2003 Stadt Wels Kulturmedaille in Gold
2008 Amt der Oberösterreichischen Landesregierung Kulturmedaille

Stilbeschreibung

 

Die frühen Werke Dallingers sind noch stark von der polyphonen Schreibweise seiner Vorbilder Johann Nepomuk David und Helmut Eder beeinflusst. Hierzu zählen vor allem viele Kammermusik- und Orchesterwerke mit zahlreichen Aufführungen, insbesondere das Concerto per orchestra d'achi (Bamberger Symphoniker, Münchner Kammerorchester, Wiener Symphoniker, Bruckner Orchester Linz, Radio Symphonieorchester Wien, Kammerorchester Martinu). Die Werke ab der zweiten Hälfte der 1960er Jahre zeigen den "richtigen" Dallinger mit der Suche nach neuen Ausdrucksmöglichkeiten und mit dem grundsätzlichen Beibehalten überlieferter Formen.
In Dallingers Zwölftonphase fällt das Ballett Die Sieben Todsünden (UA 1968 Linzer Landestheater, Alternativfassung 1971 Theater an der Wien mit Fernsehübertragung).
Spätestens mit der 1973 entstandenen Sinfonietta bekam eine stärkere Tonaliltätsbezogenheit die Oberhand. Die Kantate Bilder einer Einstellung nach einem Text von Herbert Vogg (UA Brucknerfest Linz 1984) bewegt sich im weiten Feld der freien Tonalität, bezieht aber auch Elemente des Jazz und der Zwölftonmusik ein. In den praxisbezogenen Kammermusikwerken kommt zuweilen das humoristische Element zum Vorschein, so etwa in der 1. Suite (UA Stuttgarter Bläserquintett). Die drei Symphonien - Nr. 1 von 1975, Nr. 2 von 1979/80, Nr. 3 von 1998/99 - geben sich stärker tonalitätsbezogen und wurden vom Bruckner Orchester Linz uraufgeführt, wobei sich mehrere weitere Aufführungen anschlossen.

 

 

Franz Zamazal: Fridolin Dallinger / Werke bei Doblinger, 2002


Pressestimmen

 

23. November 2001

 

Ein großes Werk in der Tradition der österreichischen Symphonik, das - bedingt auch durch die äußerst exakte und eindringliche Umsetzung durch Dennis Russel Davies - nicht nur mit dem Publikum kommunizieren will, sondern das - was der große Beifall bestätigen mag - es auch tatsächlich geschafft hat, Emotionen auszulösen. 

Oberösterreichische Nachrichten (Michael Wruss) 

 

21. Juni 1994

Viel Beifall für Fridolin Dallingers Kantate beim Brucknerfest
Bilder einer Einstellung
Tonal bewegt sich der Komponist im weiten Feld der freien Tonalität, bezieht Elemente des Jazz, der Unterhaltungsmusik, der Zwölftonmusik, ja Gregorianik ein - etwa bei unserem Bild vom "lieben Gott". Fridolin Dallinger versteht es, die Hörer unmittelbar anzusprechen, überrascht durch gekonnte, aber nie zu grelle Effekte in einem farbenfrohen Wechselspiel der Klangkombinationen. 

Neues Volksblatt (Christine Grubauer)

 

Mächtiges Klangdenkmal für die Donau
Stift Engelszell: Uraufführung eines "weltlichen Oratoriums" von Fussenegger/Dallinger
Gewandt vermag Fridolin Dallinger mit einer vorrangigen Problemstellung heutiger Komponisten umzugehen: Wie schreibe ich ebenso anspruchs- wie eindrucksvolle, zugleich gut anhörbare Musik, die aber nicht gestrig anmutet? Der Eferdinger versteht sich auf harmonische Gratwanderungen, ist kein Feind der Melodie und achtet in rhythmischen Belangen auf kontrastvolle Vielfalt. Einen oft wuchtigen Duktus und gewaltige Klangexpansionen empfindet man themengerecht und wirkungsvoll. 

Salzburger Nachrichten (Hermann Schönegger)

 

Brucknerhaus: Gelungene Dallinger-Uraufführung im Großen Abo
Wie Musik was zu erzählen hat
Ein großes Werk in der Tradition der österreichischen Symphonik, das - bedingt auch durch die äußerst exakte und eindringliche Umsetzung durch Dennis Russel Davies - nicht nur mit dem Publikum kommunizieren will, sondern das - was der große Beifall bestätigen mag - es auch tatsächlich geschafft hat, Emotionen auszulösen.
(zu: 3. Symphonie) 

 

21. September 1984

Dallingers "Erste"
Dallinger beherrscht die Eigenheiten der symphonischen Themenerfindung, ihre großräumige Durchführung und instrumentale Einkleidung hervorragend und weiß bis zum letzten Ton zu interessieren. 

Neue Kronenzeitung (Balduin Sulzer) 

 

13. Mai 1976

Moderne Musik - für wen?
Höhepunkt und Abschluß, Uraufführung und überzeugende Kraft vereinigten sich bei dem Bläser-Quintett des Linzers Fridolin Dallinger. Dieses Werk entstand im letzten Sommer, bedient sich klassischer Formen und heikler Rhythmen, aber in so ausgewogenem Maß, daß die Künstler sich mit sichtbarer Freude der Partitur angenommen haben und ihr auch auf den Gastspielreisen treu bleiben. Was man sich unter Bläserkammermusik heute gültig vorstellen kann, ist in diesem Quintett vereinigt. 

Oberösterreichische Nachrichten (Franz Zamazal) 

 

5. November 1970

Kritik, Groteske, Märchen
Im Landestheater Linz: Ballettabend mit Ur- und Erstaufführungen
Begonnen wurde der Abend mit dem Ballett Gesellschaft für einen Abend (Die sieben Todsünden) des Linzer Komponisten Fridolin Dallinger - einem Werk mit zeitkritischer Tendenz, in dem die Kaltherzigkeit und das Erfolgsstreben der Gesellschaft angeklagt werden. Die Musik, die auf einer zwölftonreihe basiert, hat Härte und Spannung, ist sehr farbig in der Instrumentation und erfüllt mit diesen Eigenschaften überzeugend die Funktion der Charakterisierung der einzelnen Sünden-Stationen. 

Kurier (Rudolf Weishappel) 

 

1. April 1968

Nur Dallinger gefiel wirklich
Als jüngster überragte Fridolin Dallinger die Wiener Invasion. Seine Sonate für Bratsche und Klavier ist sauber gearbeitet und wirkt musikantisch. Das Schwergewicht liegt dabei wieder auf dem langsamen Satz, was eine besondere Stärke Dallingers zu sein scheint. 

Linzer Volksblatt (Alfred Peschek) 

 

28. November 1966

Dallinger hat nach dodekaphonen Pflichtübungen die Tonalität wiederentdeckt. 

Salzburger Nachrichten  


Links mica-Porträt: Ein Eigensinniger im besten Wortsinn: Fridolin Dallinger (2014), Doblinger Musikverlag, nachrichten.at: Fridolin Dallinger schrieb sich seine "Fünfte" zum 80er, Wikipedia Fridolin Dallinger, Biographie Fridolin Dallinger

Empfohlene Zitierweise
mica (Aktualisierungsdatum: 28. 4. 2020): Biografie Fridolin Dallinger. In: mica music austria – Musikdatenbank. Online abrufbar unter: https://db.musicaustria.at/node/52304 (Abrufdatum: 5. 6. 2020).

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