Kreuz Maximilian

Vorname
Maximilian
Nachname
Kreuz
erfasst als
KomponistIn
Genre
Neue Musik
Geburtsort
Wien
Geburtsland
Österreich

Foto: NÖ-Volkskultur/Lackinger ©

 

Lebt seit 1981 als freischaffender Komponist in Purkersdorf bei Wien


Ausbildung
1984 mdw - Universität für Musik und darstellende Kunst Wien Wien Diplom Komposition, anschließend Meisterstudien Cerha Friedrich
mdw - Universität für Musik und darstellende Kunst Wien Wien Tonsatz, Komposition Burt Francis
mdw - Universität für Musik und darstellende Kunst Wien Wien Tonsatz, Komposition Kubizek Augustin

Aufführungen (Auswahl)
1991 Bolschoi Orchester Adagio
1991 UNESCO - United Nations Educational, Scientific an Cultural Organisation Paris Antagonismen - Sechs Variationen für Klavierquintett
1995 Wiener Festwochen Wien Symphonische Kontraste
1998 Wiener KammerOrchester Musikverein Wien Mouvement symphonique No.1
2000 Ensemble Creatives Centrum im Rahmen des Symposiums "Schönberg in Berlin" Orchestrale Paraphrasen II - Zwölftonspiele
2003 Wien Modern Alte Schmiede Wien
2004 Alea Ensemble Streichquartett Nr.3 - J.M.Hauer-Quartett
2006 Universität für Musik und darstellende Kunst Graz Rita Melem: Klavierwerke
2007 Wien Schuberthaus: Duo Prag-Brünn
2007 Bratislava Österreichischen Botschaft Trio viennois - für Klaviertrio
zahlreiche Aufführungen in Österreich und international (New York, Toronto, Paris, Moskau, St. Petersburg, Seoul, Taipeh, Schweiz, Ungarn, Polen, Kuba, Deutschland u.a.)

Auszeichnungen
1972 Amt der Kärntner Landesregierung Kulturpreis des Landes Kärnten
1985 Amt der Niederösterreichischen Landesregierung Förderungspreis
1986 Stadt Wien Förderungspreis
1992 Bundeskanzleramt Österreich Kunst und Kultur Förderungspreis
1992 Theodor Körner Fonds Förderungspreis
2000 Republik Österreich Staatsstipendium
2007 Amt der Niederösterreichischen Landesregierung Anerkennungspreis
2009 Amt der Niederösterreichischen Landesregierung Würdigungspreis

Stilbeschreibung

Die Stilfrage: frühzeitig habe ich diese für mich entschieden – auf unkonventionelle Art. Ich will bestimmte Klänge hören, Musik, die es so nicht gibt; daher muss man diese schreiben und verwirklichen. In der freitonalen Musik, welche seit Jahrzehnten ein eher verwaistes Dasein fristete, bin ich fündig geworden. Freie Tonalität erweitert die klassisch-romantische Funktionstonalität primär in der Harmonik: theoretisch sind die 12 Töne der chromatischen Tonleiter in permanenter Verwendung, bei unterschiedlicher und wechselnder Gewichtung. Neue Funktionen entstehen und lassen sich in diffiziler Intensität anwenden. Ich bediene mich hierbei auch gerne einfacher tradierter Formen (z.B. Ländler, Walzer), welche sich dann zu großer Musik transformieren lassen. Ein Wechselspiel aus harmonischer Kraft und kontemplativer Demut ist das Resultat dieser kompositorischen Anwendung. Große Musik als empfundenes Stilmittel, auch als Sujet, hat einen starken Nachholbedarf und ist für mich die Gegenwart, für manch andere noch die Musik der Zukunft.
Musik - in ihrer Irrationalität - kann eine ihr immanente Ratio entwickeln. Was das Wort in interessanten Diskussionen geisteswissenschaftlicher Natur nicht zu klären vermag, gelingt den Tönen oft in überzeugender Weise. Wer es vermag mittels Musik Türen ins Unterbewusstsein zu öffnen, betritt ungeahnte Dimensionen. In Form der Freien Tonalität liegt hier ein suchender Weg - spannend auf jeden Fall.

 

Maximilian Kreuz, 2011

 

Wie kann man Tradition aufgreifen und fortführen, ohne dabei zwangsläufig einen musikgeschichtlichen Rückschritt zu machen? Diese nur scheinbare Unvereinbarkeit und ihre geglückte Überwindung sind für das Werk von Maximilian Kreuz geradezu paradigmatisch. Der Komponist verwendet in fast allen seinen Stücken den Ländler, "veredelt" ihn allerdings oft zum groß angelegten Wiener Walzer - beides musikalische Formen, die als Chiffren österreichischer Vergangenheit fungieren und so eine Art "kollektives Wertgefühl" erfahrbar machen sollen. Für Kreuz ist die "reine" musikalische Syntax ein Abbild des Kosmos und seiner Ordnungsgesetze, während der musikalische Ausdrucksparameter als Symbol menschlicher Leidenschaften steht. 

 

Alexander Drcar; zitiert aus dem Folder "Maximilian Kreuz" erschienen bei Josef Weinberger Musikverlage, 1990

 


Pressestimmen

1990

Das [...] "Nachtstück" für Streichorchester macht nicht nur Kreuz' Faible für nachdenklich stimmende dunkle Farben deutlich, sondern zeigt auch, wie mühelos er verschiedene Formen und Techniken seinem persönlichen Ausdruck unterzuordnen versteht. Immerkommende dominante Atmosphäre, beklemmende hinführende Introduzione, auf Elemente der Dodekaphonie zurückgegriffen, wird die damit erreichte Spannung durch einen Choral gleichsam erhöht und erscheint das quasi Austriakische dann in Art eines selbstredend ironisch gebrochenen Ländlers.
Wie überhaupt die kritische Hinterfragung des nur scheinbar bloß unkomplizierten Frohsinn suggerierenden 3/4-Taktes zum bevorzugten Schaffensgebiet von Maximilian Kreuz zählt. 

NÖ. Kulturberichte - Monatsschrift für Kultur und Wissenschaft (W. Dobner) 

 

2. Dezember 1989

Seit nunmehr gut zehn Jahren beschäftigt sich Kreuz mit seiner sehr persönlichen Variante musikalischer Entwicklungstechnik, deren Wurzeln über Berg und Mahler bis zu Schubert zurückreichen. Dabei steht die Gestaltung und das fortwährende Verdichten, Lösen und Umwandeln von Klangstrukturen im Mittelpunkt seines ästhetischen Denkens. 

Wiener Zeitung


Links INÖK: Maximilian Kreuz, Steirischer Tonkünstlerbund: Maximilian Kreuz, Creatives::Centrum::Wien

Empfohlene Zitierweise
mica (Aktualisierungsdatum: 23. 2. 2020): Biografie Maximilian Kreuz. In: Musikdatenbank von mica – music austria. Online abrufbar unter: https://db.musicaustria.at/node/58232 (Abrufdatum: 30. 9. 2020).