Cerha Friedrich

Vorname
Friedrich
Nachname
Cerha
erfasst als
DirigentIn
InterpretIn
KomponistIn
AusbildnerIn
MusikerIn
Genre
Neue Musik
Subgenre
Modern/Avantgarde
Tradition/Moderne
Klassische Moderne
Instrument(e)
Violine
Geburtsjahr
1926
Geburtsort
Wien
Geburtsland
Österreich

Foto © Manu Theobald

"Kaum jemand hat das musikalische Leben Österreichs der letzten Jahrzehnte so intensiv mitgestaltet wie Friedrich Cerha. Am bekanntesten mag er wohl als Komponist sein, als welcher er sich neugierig mit den unterschiedlichsten Stilrichtungen auseinandersetzt, neuartige Kompositionsweisen prägte und der von sich selbst behauptet, keinen Stil zu haben.
Doch auch als Leiter diverser Ensembles, Dirigent und durch seinen unermüdlichen Einsatz für (Neue) Musik und deren Vermittlung ist er weithin bekannt; nicht zuletzt als Leiter der IGNM, Kompositionslehrer und für die Herstellung des III. Aktes der von Alban Berg fragmentarisch hinterlassenen "Lulu"."
mica-Musikmagazin: Porträt Friedrich Cerha (Doris Weberberger, 2013) [https://www.musicaustria.at/portraet-friedrich-cerha/]

Stilbeschreibung

Nach Kriegsende hat sich Cerha zunächst mit dem im Konzertleben und Unterrichtsbetrieb vorherrschenden Neoklassizismus auseinandergesetzt (das 1947/1948 geschriebene, 1954 überarbeitete 'Divertimento' ist eine Hommage an Strawinsky). Später wurden die Werke Anton Weberns und ab 1956 die seriellen Techniken der Avantgarde zu Ausgangspunkten für weitere selbständige kompositorische Entwicklungen ("Relazioni fragili", "Espressioni fondamentali", "Intersecazioni").

Mit "Mouvements", "Fasce" und seinem "Spiegel-Zyklus" (1960/1961) hat er sich eine von traditionellen Formulierungen gänzlich freie Klangsprache geschaffen. Sie unterscheidet sich von scheinbar Ähnlichem in gleichzeitig und unabhängig davon entstandenen Werken von Ligeti oder Penderecki vor allem dadurch, daß faßbare Entwicklungsvorgänge eine entscheidende Rolle spielen und im Verein mit nicht-linearen Prozessen großformale Zusammenhänge stiften, die das Gesamtwerk zu einem kohärenten System, zu einer Art Kosmos werden lassen. Im bisher nicht realisierten "Welttheater"-Konzept zu den "Spiegeln" entsprechen quasi aus raum-zeitlicher Distanz betrachtete Verhaltenweisen der Masse "Mensch" den musikalischen Vorgängen in Massenstrukturen.

Im Bühnenstück "Netzwerk", auf der Basis der bewußt heterogenes Material einbegreifenden "Exercises" (1962-1967) entstanden, wechseln die Perspektiven zwischen Massenreaktionen und wie unter dem Mikroskop herangezogenen Individualbereichen. Stilistisch und strukturell regressive Elemente brechen in eine puristische Klangwelt ein und schaffen komplexe Verhältnisse von Störung und Ordnung in einem Organismus, der dem Bild einer "Welt als vernetztes System" entspricht.
Nach einer Reihe von Instrumentalwerken, die im Interesse einer Erweiterung des ihm verfügbaren Materials direkten Bezug auf historische Idiome nehmen ("Curriculum", "Sinfonie"), sind in der Oper "Baal" (1974-1980) alle bisher erreichten Strukturformen nahtlos ineinander verwoben. Der einzelne tritt nun provokant ins Zentrum des Interesses, aber die Palette reicht von spiegelähnlichen Klangfeldern, die für Urgrundhaftes stehen, bis zu eindeutig artikulierten melodisch-harmonischen Gestalten, in denen sich das differenzierte Beteiligtsein des Individuums äußert. In der Oper "Der Rattenfänger" werden zusätzlich vor allem polyrhythmische Bildungen mit leitmotivischer Bedeutung für Aufruhr und Unruhe integriert. Eine Wiederaufnahme von Auseinandersetzungen mit verschiedenen Formen von Folklore, schon im Frühwerk feststellbar, bezieht sich in kleineren Arbeiten wie den "Keintaten" (nach Ernst Kein) und Chansons (u.a. nach Texten der Wiener Gruppe) auf eine Stilisierung und Verfremdung des Wiener Idioms. In den zum Teil mikrotonalen Streichquartetten verstärken hingegen Einflüsse aus außereuropäischer Musik die Tendenzen zu polyrhythmischen und -metrischen Bildungen. Die letzten Werke ("Langegger Nachtmusik III", "Drittes Streichquartett") bestätigen erneut, daß es Cerhas - schon 1962 einsetzendes - Interesse bleibt, eine Vielfalt von heute Erfahrbarem in komplexen musikalischen Organismen zu bewältigen.
Gertraud Cerha (1996)

Auszeichnungen

1953 Stadt Wien: Förderungspreis
1955 Stadt Innsbruck: Kulturwochenpreis
1957 Bundeskanzleramt Österreich Kunst und Kultur: Rom-Stipendium
1964 Theodor Körner Fonds: Förderungspreis
1965 Wiener Kunstfonds der Zentralsparkasse Wien: Förderungspreis
1970–1971 DAAD – Deutscher Akademischer Austausch Dienst: Stipendiat des Künstlerprogramms in West-Berlin
1971 Bundeskanzleramt Österreich Kunst und Kultur: Förderungspreis
1974 Stadt Wien: Würdigungspreis
1985 Amt der Niederösterreichischen Landesregierung: Würdigungspreis
1986 Stadt Wien: Ehrenmedaille in Gold
1986 Amt der Steirischen Landesregierung: Goldenes Ehrenzeichen
1986 Republik Österreich: Großer Österreichischer Staatspreis
1986 Stadt Wien: Ehrenmedaille in Gold
1986 ÖNB – Österreichische Nationalbibliothek: Ausstellung "Jugend eines Komponisten in Wien"
1988 Wiener Konzerthausgesellschaft: Ehrenmitglied
1992 ICONS-Wettbewerb Turin (Italien): Erster Preis 1. Streichquartett "Maqam"
1995 ISCM/IGNM/SICM – Internationale Gesellschaft für Neue Musik: Ehrenmitgliedschaft
2005 Bundeskanzleramt Österreich Kunst und Kultur: Österreichisches Ehrenzeichen für Wissenschaft und Kunst
2006 Biennale di Venezia (Italien): Goldener Löwe für das Lebenswerk, "Leone doro alla carriera"
2007 Musiktage Mondsee: Composer in Residence
2008 Stadt Wien: Goldenes Ehrenzeichen für Verdienste um das Land Wien
2010 Stadt Salzburg: Verleihung des Musikpreises
2010 Amt der Niederösterreichischen Landesregierung: NÖN-Leopold (Kategorie: Kultur)
2010 Amt der Niederösterreichischen Landesregierung: Silbernes Komturkreuz des Ehrenzeichens für Verdienste um das Bundesland Niederösterreich
2011 Amt der Salzburger Landesregierung: Internationaler Kompositionspreis
2012 Ernst von Siemens Musikstiftung: Musikpreis
2017 Universität Siegen (Deutschland): Ehrendoktorwürde
2019 mdw – Universität für Musik und darstellende Kunst Wien: Ehrenmitgliedschaft

Republik Frankreich: Officier des Arts et Lettres

Ausbildung

1933 mit 7 Jahren erster Unterricht Violine (Anton Pejhovsky)
1935 mit 9 Jahren erste Kompositionen
1937–1939 Musikschule der Stadt Wien: Harmonielehre und Kontrapunkt
1946–1950 Universität Wien: Germanistik, Musikwissenschaft, Philosophie - Promotion
1946–1950 mdw – Universität für Musik und darstellende Kunst Wien: Komposition (Alfred Uhl), Musikerziehung
1946–1953 mdw – Universität für Musik und darstellende Kunst Wien: Violine (Gottfried Feist,Vasa Prihoda) - Reifeprüfung
1953 Kompositionsseminar (Josef Matthias Hauer)
1956–1958 Internationale Ferienkurse für Neue Musik Darmstadt: Teilnahme (Rudolf Kolisch, Eduard Steuermann)

Tätigkeiten

1946–heute umfangreiche Tätigkeit als Konzertgeiger
1950 Wien: Konzertgeiger und Musikerzieher in diversen Wiener Mittelschulen
1953 Internationale Gesellschaft für Neue Musik – IGNM Österreich, Wien: intensive Zusammenarbeit (Josef Polnauer)
1959–1988 mdw – Universität für Musik und darstellende Kunst Wien: Lehrbeauftragter
1960–1965 Aufbau und Leitung von Schulorchestern
1960–1997 Dirigent mit renommierten Ensembles/Orchestern Neuer Musik bei international führenden Institutionen/Festivals, u.a. Salzburger Festspiele, Wiener Festwochen, Berliner Festwochen (Deutschland), Biennale di Venezia (Italien), Warschauer Herbst (Polen), Festival d'Automne à Paris (Frankreich), Musica Viva München (Deutschland), Nutida Musik Stockholm (Schweden), Neues Werk Hamburg (Deutschland), Musik der Zeit Köln (Deutschland)
1962–1978 Komposition des 3. Aktes der Oper "Lulu" von Alban Berg
1964–1970 mdw – Universität für Musik und darstellende Kunst Wien: Leitung des Sonderlehrgangs für elektronische Musik
1968–1975 Internationale Gesellschaft für Neue Musik - IGNM Österreich, Wien: Präsident
1969 mdw – Universität für Musik und darstellende Kunst Wien: Ernennung zum ao. Professor
1976–1988 mdw – Universität für Musik und darstellende Kunst Wien: ordentliche Professur (Komposition, Notation und Interpretation neuer Musik)
1978–1983 Zyklus "Wege in unsere Zeit" mit dem Ensemble die reihe - Wiener Konzerthausgesellschaft: Gründer und Leiter (zusammen mit Hans Landesmann)
1981 Freiburg/Breisgau (Deutschland): Interpretationsseminar "Pierrot lunaire" bei den Meisterkursen
1988 Wien Modern: Kurator der 1. Ausgabe des Festivals
1988 nach der Emeritierung verstärkte Tätigkeit als Komponist und Dirigent
1988 Wiener Konzerthausgesellschaft Wien Ehrenmitglied
1992–heute Europäische Akademie der Wissenschaften und Künste, Salzburg: Mitglied
1993–1999 Klangforum Wien: Interpretationsarbeit
1995–heute Internationale Gesellschaft für Neue Musik - IGNM Österreich, Wien: Ehrenmitglied
1996 zahlreiche Festkonzerte zum 70. Geburtstag im In- und Ausland
1996–1999 Klangforum Wien: Präsident
2010–heute Archiv der Zeitgenossen - Donau Universität Krems: Kooperation und Vorlass

Österreichischer Kunstsenat, Wien: Mitglied
ÖKB – Österreichischer Komponistenbund, Wien: Mitglied
Interessensgemeinschaft Niederösterreichischer Komponisten – INÖK, Wien: Mitglied

Mitglied im Ensemble/Orchester
1958–1983 die reihe, Wien: Gründer (gemeinsam mit Kurt Schwertsik), künstlerische Leitung
1960–heute Camerata Frescobaldiana (Ensemble für italienische Musik des 17. Jahrhunderts): Gründer und musikalischer Leiter (Konzerte auf alten Instrumenten)

Aufträge (Auwahl)

zahlreiche Aufträge von Festivals (z.B. Berliner FestspieleFestival de Música de CanariasWiener Festwochen, Festival international d'art contemporain de Royan), im Kulturbereich tätigen Organisationen (u.a. Bundeskanzleramt Österreich Kunst und Kultur, BR – Bayerischer Rundfunk, ORF, BBC – British Broadcasting Corporation, Le concours international de quatuor à cordes, Concours international Marguerite Long – Jaques Thibaud, Festspielhaus St. Pölten, Funkhaus Berlin Nalepastrasse, Musikverein Wien, Internationale Bachakademie Stuttgart, Wiener Konzerthausgesellschaft, Internationale Musikforschungsgesellschaft (IMFG), Niederösterreichische Kulturszene, Internationale Stiftung Mozarteum Salzburg, Klangspuren – Verein zur Förderung von Neuer Musik Schwaz, Klangforum Wien, Konzerthaus Berlin, Koussevitzky Music Foundation, Megaron – The Athens Concert Hall, Musica Viva München, Jeunesse - Musikalische Jugend Österreich, Musiktage Mondsee, NDR – Norddeutscher Rundfunk, Österreichische Akademie der Wissenschaften, Philharmonie Köln, Radio Bremen, SR – Saarländischer Rundfunk, Schömerhaus Klosterneuburg, Steirischer Herbst, Steirischer Sängerbund, SWR – Südwestrundfunk, Tanzatelier Sebastian Prantl, Théâtre Royal de la Monnaie Brüssel, WDR – Westdeutscher Rundfunk, Wiener Staatsoper) sowie von Ensemblen/Orchestern (u.a. die reihe, Wiener Philharmoniker, Bamberger Symphoniker, Mozarteumorchester Salzburg)

Aufführungen (Auswahl)

1963 Wiener Festwochen: "Erstes Portrait" bei einem großen Festival
1979 Orchestre de l'Opéra National de Paris, Pierre Boulez (dir), Paris (Frankreich): Lulu (UA)
1981 die reihe - Wiener Festwochen, Theater an der Wien: Netzwerk (UA)
1981 Wiener Philharmoniker, Salzburger Festspiele: Baal - Bühnenwerk in 2 Teilen (UA)
1987 Grazer Philharmoniker - Steirischer Herbst, Vereinigte Bühnen Graz: Der Rattenfänger - Bühnenwerk in 2 Teilen nach Carl Zuckmayer (UA)
1992 Arditti Quartett, Wiener Konzerthaus: 3. Streichquartett (UA)
1993 die reihe, St. Pölten: Für K - für Ensemble (UA)
1996 Wiener Saxophon-Quartett, Wiener Konzerthaus: Saxophonquartett (UA)
1997 Klangforum Wien, Akademie der Wissenschaften Wien: Jahrlang ins Ungewisse hinab (UA)
1998
Ernst Kovacic (vl), Wiener Konzerthaus: Sechs Stücke für Violine solo (UA)
2002 Wiener Staatsoper: Der Riese vom Steinfeld - Bühnenwerk in 2 Teilen (UA)
2002
Deutsches Symphonie-Orchester Berlin, Konzerthaus Berlin (Deutschland): Hymnus (UA)
2004 ORF Radio Symphonieorchester Wien, Slowakischer Philharmonischer Chor, Billy de Bertrand (dir), Wiener Konzerthaus: Requiem - für Soli, Chor und großes Orchester (UA)
2006 Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks, Arturo Tamayo (dir) - Musica Viva München, Residenz München – Herkulessaal (Deutschland): Momente (UA)
2006 
Klangforum Wien Streichquartett, Walter Vogelmayr - Bregenzer Festspiele, Festspielhaus Bregenz: Musik für Posaune und Streichquartett (UA)
2007 Musiktage MondseeSechs Inventionen für Violine und Violoncello (UA)
2007 Klangforum Wien, Stefan Asbury (dir) - Biennale di Venezia (Italien): Les Adieux (Elegie) - für Ensemble (UA)
2007 
ORF Radio Symphonieorchester Wien - Musikprotokoll im Steirischen Herbst, Graz: Aderngeflecht - für Bariton und Orchester (UA)
2008
Wiener Klaviertrio, Wiener Konzerthaus: Fünf Sätze - für Violine, Violoncello und Klavier (UA)
2008
Wiener Philharmoniker, Heinz Karl Gruber (dir), Wiener Konzerthaus: Wiener Kaleidoskop (UA)
2009 
die reihe, Heinz Karl Gruber (dir), Festspielhaus St. Pölten: Serenade für Ensemble (UA)
2009 WDR Sinfonieorchester, Peter Rundel (dir), Philharmonie Köln (Deutschland): Instants - für Orchester (UA)
2010 Klangforum Wien - Wittener Tage für Neue Kammermusik (Deutschland): Bruchstück, geträumt - für Ensemble (UA)
2010 BBC Philharmonic Orchestra, Bridgewater Hall Manchester (Großbritannien): Like a Tragicomedy (UA)
2011
Gewandhausorchester Leipzig, Riccardo Chailly (dir), Leipzig (Deutschland): Paraphrase über den Anfang der 9. Symphonie von Beethoven (UA)
2012 Martin Haselböck (org) - Wien Modern: Neun Präludien (UA), Neun Inventionen (UA)
2012 Neue Vocalsolisten Stuttgart - Eclat Festival, Stuttgart (Deutschland): Zwei Szenen - für sieben Stimmen (UA)
2012 Niederösterreichisches Tonkünstler-Orchester, Andrés Orozco-Estrada (dir), Grafenegg: Elf Skizzen - für Orchester (UA)
2013 The Percussive Planet, Martin Grubinger (dr) - Salzburger Festspiele, Felsenreitschule Salzburg: Étoile - für 6 Schlagzeuger (UA)
2013 Ernst Kovacic (vl), Annette Bik (vl), Wiener Konzerthaus: Zwölf Duette für zwei Violinen (UA)
2014 
SWR Symphonieorchester, Emilio Pomàrico (dir) - Donaueschinger Musiktage: Nacht (UA)
2014 WDR Sinfonieorchester - Musik der Zeit Köln, Philharmonie Köln: Drei Orchesterstücke (UA)
2014 Capella Con Durezza, Renald Deppe (dir) - Donaueschinger Musiktage (Deutschland): 11 Musikalische Grafiken/Lesungen (UA)
2014 Volksoper Wien: Onkel Präsident - Musikalische Farce in einem Akt
2015 Ensemble Modern - anlässlich des "Friedrich Cerha Day", Wigmore Hall London (Großbritannien): Piccola comèdia (UA), Drei Stücke für Violoncello und Klavier (UA), Gedankensplitter (UA)
2015 Musikverein Wien: Fünf Lieder für Sopran und Klavier (UA)
2016 ORF Radio Symphonieorchester Wien, Cornelius Meister (dir) - Musikverein Wien: Drei Sätze für Orchester (UA)
2016 Bamberger Symphoniker, Jonathan Nott (dir), Konzerthalle Bamberg (Deutschland): Bagatelle für Orchester (UA)
2016 ORF Radio Symphonieorchester Wien - Salzburger Festspiele, Felsenreitschule Salzburg: Eine blassblaue Vision - für großes Orchester (UA)
2018
Ernst Kovacic (vl) - Capella Leopoldina Breslau, Breslau (Polen): Livre pour Cordes (UA)
2018 ORF Radio Symphonieorchester Wien - Wien Modern: Drei Situationen für Streichorchester (UA)
2019 Arnold Schönberg Center Wien: Porträtkonzert
2019 Arcus Ensemble, Musikverein Wien: Hommage à Friedrich Cerha

Pressestimmen

2014
"[...] Österreichische Erstaufführung von Friedrich Cerhas Oper "Onkel Präsident" an der Wiener Volksoper: Ein tolles Libretto (Peter Wolf), charaktervolle Musik und eine pointierte Regie ernten Applaus [...]"
Der Standard (Ljubiša Tošić)

2011
"[...] Eröffnet wurde das Festival mit einem gigantischen Werk von Friedrich Cerha, den Spiegeln I-VII. Das ORF Radiosymphonieorchester Wien glänzte unter der Leitung von Cornelius Meister. Die Orchestrierung der Spiegel schwappte über die ZuhörerInnen im Großen Saal des Wiener Konzerthauses und zog sie in den Bann ihrer dynamischen Vielfalt und Wucht. Keine Sekunde blieb ohne Spannung. Der 85-jährige Komponist selbst saß an der Elektronik. [...]"
Terz (Barbara Preis, 2011), abgerufen am 23.05.2020 [http://terz.cc/magazin.php?z=1&id=103]

17. Februar 2006
"Cerha ist der bedeutendste lebende österreichische Komponist, seine Verdienste sind in vielerlei Hinsicht enorm."
Frankfurter Allgemeine Zeitung (Gerard R. Koch) 

2006
"Seine Werke experimentieren neugierig mit allen Techniken der Moderne, verlieren aber dabei nie den Aspekt der Ansprache, des direkten Angehens aus den Augen."
Süddeutsche Zeitung (Reinhard Schulz)

2006
"Unermüdlich hat sich Friedrich Cerha dafür eingesetzt, Neue Musik nicht im Ghetto des Konzertlebens verkommen zu lassen. Er hat Publikum und Akzeptanz geschaffen, weil er wohl auch selbst immer vorgeführt hat, wie sich, ohne klare Prinzipien einer "Moderne" aufzugeben, dennoch (publikums)-wirksam komponieren lässt. Dafür haben die Musikfreunde zu danken."
Salzburger Nachrichten (Karl Harb)

2006
"Cerhas Werkkatalog mit 130 Titeln ist keineswegs auf ein musiktheoretisches Schlagwort zu reduzieren, Dogmatismus scheint ihm fremd."
Die Welt (Ulrich Weinzierl)

2006
"Immer wieder ist Cerha für Überraschungen gut. Zuletzt noch vor zwei Jahren, als im voll besetzten Großen Saal des Wiener Konzerthauses sein die Tradition emphatisch zitierendes "Requiem" für Soli, Chor und Orchester zur Aufführung kommt."
Neue Musikzeitung (Georg Beck)

Diskografie (Auswahl)

2019 Eine Art Chansons (Kairos)
2016 Nacht. Drei Orchesterstücke (Kairos)
2011 Neun Bagatellen et.al. (Kairos)
2011 Und du ... et al. (Kairos)
2010 Spiegel-Momentum-Momente (Kairos)
2012 Percussion Concerto et al (Kairos)
2006 "Friedrich Cerha - So möchte ich auch fliegen können": Dokumentarfilm Gespräch mit Regisseur Robert Neumüller (DVD)

Literatur

mica-Archiv: Friedrich Cerha
mica-Archiv: die reihe
2001 Knessl, Lothar. Friedrich Cerha Schriften - Ein Netzwerk. Österreichische Musikzeit-Edition: Band 28. Wien: Verlag Lafite.
2009 mica: 50 Jahre Ensemble die reihe - Podiumsdiskussion bei den "Wiener Vorlesungen". In: mica-Musikmagazin.
2009 mica: Vortrag Gertraud Cerha und Podiumsdiskussion “die reihe” im Rahmen der Wiener Vorlesungen - Eine Nachlese. In: mica-Musikmagazin.
2009 Rögl, Heinz: Konzerthaus: “50 Jahre Ensemble die reihe” unter der Leitung Friedrich Cerhas. In: mica-Musikmagazin.
2011 Rögl, Heinz: Eröffnungskonzert WIEN MODERN im Großen Konzerthaussaal: Friedrich Cerhas „Spiegel I-VII“ mit dem ORF-RSO Wien (Nachbericht). In: mica-Musikmagazin.
2012 Weberberger, Doris: Friedrich Cerha - Konzert für Schlagzeug und Orchester und "Impulse". In: mica-Musikmagazin.
2013 Heindl, Christian: Literarisch inspiriertes Solistenkonzert - Instrumentalmusik / Orchesterwerke der mittleren und älteren Komponistengenerationen 2000–2012. In: mica-Musikmagazin.

Quellen/Links

Website: Friedrich Cerha
ÖKB: Friedrich Cerha
INÖK: Friedrich Cerha
Wikipedia: Friedrich Cerha
Universal Edition: Friedrich Cerha
Archiv der Zeitgenossen: Friedrich Cerha
Karsten Witt Musikmanagement: Friedrich Cerha
VAN – Webmagazin für klassische Musik:  Friedrich und Gertraud Cerha im Interview (20.02.2019)

Empfohlene Zitierweise
mica (Aktualisierungsdatum: 15. 10. 2020): Biografie Friedrich Cerha. In: Musikdatenbank von mica – music austria. Online abrufbar unter: https://db.musicaustria.at/node/51908 (Abrufdatum: 29. 10. 2020).

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