Bär Johannes

Vorname
Johannes
Nachname
Bär
erfasst als
InterpretIn
MusikerIn
KomponistIn
ArrangeurIn
Genre
Jazz/Improvisierte Musik
Pop/Rock/Elektronik
Volksmusik/Volkstümliche Musik
Global
Instrument(e)
Trompete
Posaune
Tuba
Euphonium
Bassflügelhorn
Stimme
Geburtsjahr
1983
Geburtsland
Österreich

Johannes Bär © Gerhard Richter

"Es war Andelsbuch, im idyllischen Bregenzerwald, wo ich aufwuchs. Ich wurde als Jüngster in die Familie Bär geboren und somit war Musik allgegenwärtig. Mein Vater, meine vier älteren Geschwister und ich spielten als "Familienmusik Bär'". Weil ich natürlich schon sehr früh mitspielen wollte und alle schon Mitleid mit den Instrumenten entwickelten, die ich zwischen die Finger bekam, bastelte mir mein Vater aus einem Trichter, einem Stück Gartenschlauch und einem Mundstück mein erstes Instrument. Was aber nach kurzer Zeit von einem "echten" Flügelhorn abgelöst wurde. Aber vielleicht erklärt das meine Neugier an der Vielfalt der zu bespielbaren Blasinstrumente.

Meinem Vater Rudolf war es ein Herzensanliegen "khörige" Volksmusik lebendig zu halten und weiter zu vermitteln. Bei den jährlichen Volksmusikseminaren, die von unserer Familie ausgingen, entstanden neben Freundschaften auch musikalische Projekte, wie der "holstuonarmusigbigbandclub" mit Andreas Broger, Philipp Lingg, meinem Cousin Bartholomäus Natter und meinem Bruder Stefan.

Doch mein Weg zur Musik, der seinen Ursprung mit Sicherheit in der Volksmusik hatte, gestaltete sich bald vielfältiger.  Mit 19 Jahren z.B. durch die Konzerte mit dem Ensemble "Pro Brass", bei dem ich 10 Jahre lang Mitglied war. Auch anderen Formationen, wie "Blechbaragge", "Silberdisteln", "Stella Brass", "Hotö Mama", "FSOP", "Sound INN Brass", "Jazzorchester Vorarlberg" oder dem "Collectiv of Improvising Artists" verdanke ich sehr viel und habe vor, bei und nach den Konzerten immer viel dazugelernt!

David Helbock (und seine Gelassenheit) lernte ich während des Studiums am Konservatorium in Feldkirch kennen. Gemeinsam mit ihm und  meinem alten Weggefährten Andreas Broger gründeten wir 2008 das Jazztrio "David Helbock's Random Control". Die Früchte dieser Formation sind drei Studioalben und Spielereien um den Globus.

Nach einem Konzert 2009 mit dem "holstuonarmusigbigbandclub" traf ich zum ersten Mal auf den Jazzkomponist, Bandleader, Multiinstrumentalist und bunten Vogel, Matthias Schriefl. Seit dem verbinden uns Freundschaft, Musik und viele verschiedene Projekte.

Eine wertvolle Erfahrung auf der Bühne waren die Engagements als musizierender Schauspieler. Um das Jahr 2015 stand ich regelmäßig auf den Brettern die die Welt bedeuten!

2017 war ich Teil des  "Jazzpreis Vorarlberg". Denn alle nominierten Musiker hatten sich dazu entschlossen, nicht gegeneinander sondern miteinander für diesen Preis anzutreten. Wir formten die Band "Birds of a Feather" und komponierten und spielten gemeinsam dafür.

Weitere Konzerte spielte ich mit der Bayrischen Staatsoper, der Camerata Salzburg, der Bläserphilharmonie Salzburg, dem Landesorchester Vorarlberg, der Unterbiberger Hofmusik, Peter Madson, Allen Vizzutti, Steven Mead, Andi Schreiber, Peter Herbert ...

Über diese viele Jahre als freischaffender Musiker durfte ich bei Proben, Aufnahmen, Konzerten und Festen so viele großartige MusikerInnen und KünsterInnen kennenlernen. Von jedem/r einzelnen habe ich viel gelernt, musikalisch wie auch menschlich. Dafür bin ich unendlich dankbar."
Johannes Bär: Was ich so gemacht hab, abgerufen am 23.08.2022 [https://www.come-on-baer.com/being-b%C3%A4r]

Stilbeschreibung

"Die musikalischen Wurzeln von Johannes Bär liegen in der Volksmusik, denn diese sei allgegenwärtig, auch wenn er Jazz oder moderne Musik spiele, erklärt Johannes Bär seine Musik. "Ich bin da hinein geboren und spiele immer noch sehr gerne Volksmusik. Darin kann man viele Parallelen zu anderen Musikstilen finden. Beispielsweise auch das rhythmische Element des Nachschlagspielens, das ist natürlich eine Polyrhythmusfunktion. Es ist interessant, die Parallelen zu suchen, die man in jeglicher Musikrichtung auch findet." Die Lust zum Komponieren habe sich aus einer Neugier heraus entwickelt, erinnert sich Johannes Bär. "In der visuellen Wahrnehmung und der Umsetzung bin ich nicht sonderlich talentiert. Deshalb habe immer schon sehr gerne ohne Noten gespielt. Beim Üben habe ich immer spontan Melodien und Rhythmen erfunden. Irgendwann habe ich angefangen auf dem Klavier Akkordverbindungen zu spielen und gute Ideen zu notieren." Als unglaublich schöne und befreiende Art zu musizieren, erlebt Johannes Bär das Improvisieren."
Johannes Bär (2017); zitiert nach: Musikdokumentationsstelle Vorarlberg: Kompositionsstil, abgerufen am 24.08.2022 [https://mudok.at/?avada_portfolio=johannes-baer]

Auszeichnungen

1995–2002 prima la musica: zahlreiche Erste Preise im Solo- und Ensemble-Spiel
2011 Bundesministerium für Europa, Integration und Äußeres der Republik Österreich: Stipendium "The New Austrian Sound of Music 2012–2013" (mit Holstuonarmusigbigbandclub)
2012 Preis der deutschen Schallplattenkritik e.V. (Deutschland): für das Album "Six, Alps & Jazz" (mit Six, Alps & Jazz)
2012 Amadeus Austrian Music Awards - IFPI Austria - Verband der Österreichischen Musikwirtschaft: Gewinner i. d. Kategorie "Song des Jahres" (Titel: Vo Mello bis ge Schoppornou; mit Holstuonarmusigbigbandclub)
2017 Vorarlberger Kulturpreis - Amt der Vorarlberger Landesregierung: Gewinner i. d. Kategorie "Jazz" (mit Birds of Feather)

Ausbildung

1992–1996 Musikschule der Stadt Dornbirn: Trompete (Josef Eberle)
1996–2004 Vorarlberger Landeskonservatorium, Feldkirch: IGP Trompete (Lothar Hilbrand) - Abschluss mit Auszeichnung
2004–2010 Universität Mozarteum Salzburg: IGP Trompete (Hans Gansch) - MA mit Auszeichnung

Tätigkeiten

2008–2011 Musikschule Hard: Lehrer (Trompete)
2009–heute enge Zusammenarbeit mit Matthias Schriefl (Jazzkomponist, Bandleader, Multiinstrumentalist)
2010–heute freischaffender Musiker
2020 Dokumentarfilm "Auf Tour Z'Fuaß" - Konzept+Dialog.Medienproduktion: gemeinsam mit Matthias Schriefl (Regisseur: Walter Steffen)

Workshop-Leiter bei diversen Seminaren u. a. bei Johnsbacher Musikantenwoche, Tonspuren am Asitz
Zusammenarbeit mit bekannten Musiker*innen/Ensembles u. a. mit: Bayrische Staatsoper, Camerata Salzburg, Bläserphilharmonie Mozarteum Salzburg, Landesorchester Vorarlberg, Unterbiberger Hofmusik, Peter Madsen, Allen Vizzutti, Steven Mead, Andreas Schreiber, Peter Herbert

Mitglied in den Ensembles/Bands/Orchestern
1988–heute Familienmusik Bär: Trompeter
2002–2012 Pro Brass: Trompeter
2003–2017 Holstuonarmusigbigbandclub: Gesang, Blechbläser, Tamburin, Arrangeur (gemeinsam mit Andreas Broger (voc, sax, cl, fl, bcl, flh, acc), Bartholomäus Natter (voc, flh, tp, Mellophon, Beatboxing), Ossi Weber (voc, git), Stefan Bär (voc, tb, th, pos), Stefan Hörtnagl (steir. acc, sax, voc), Philipp Lingg (voc, git, acc))
2008–heute David Helbock's Random Control: Blechbläser (gemeinsam mit  David Helbock (pf, elec, perc), Andreas Broger (sax, cl, basscl, fl, perc))
2009–heute Six, Alps & Jazz: Blechbläser (gemeinsam mit Matthias Schriefl (tp, flh, euph, h, tb, voc), Alex Morsey (db, tb, voc), Gregor Bürger (fg, tsax, cl, bcl, barsax, voc), Peter Heidl (fl, afl, picc, tsax, cl, voc), Florian Trübsbach (asax, fl, cl, acl, ob, picc, voc))
2018–heute Duo Schriefl/Bär: Tuba, Pikkolotrompete, Trompete, Tenorhorn, Alphorn, Beatbox, Perkussion, Gesang (gemeinsam mit Matthias Schriefl (tp, flh, tb, picctp, acc, th, voc))
2019–heute Moving Krippenspielers: Tuba, Klarinette, Posaune, Euphonium, Trompete, Flügelhorn, Pikkolotrompete, Alphorn, Beatbox, Gesang (gemeinsam mit Matthias Schriefl (tp, flh, barsax, asax, acc, pos, picctp, voc), Simon Rummel (va, kybd, pf, melod, euph, fl, voc), Alex Morsey (db, e-b, voc), Philipp Zdebel (schlzg, voc), Claudia Schwab (vl, flh, acc, fl, voc), Michl Engl (tb, th, voc), Kalle Mathiesen (schlzg, e-b, voc))
2021–heute Geläut: Tuba, Posaune, Trompete, Alphorn, Percussion, Beatbox (gemeinsam mit Mathilde Vendramin (vc, voc), Sarah Buechi (voc), Matthias Schriefl (tp, flh, acc, tb))

Blechbarrage: Tuba (gemeinsam mit Andreas Broger (sax, cl), Alfred Vogel (perc))

weiters (ehemaliges) Mitglied u. a. von: Silberdisteln, Sound INN Brass, Hotö Mama, Stella Brass, CIA (Peter Madsen), FSOP, Jazzorchester Vorarlberg, Collectiv of Improvising Artists

Aufträge (Auswahl)

zahlreiche Aufträge von Festivals (z.B. Montforter Zwischentöne, Texte & Töne), im Kulturbereich tätigen Organisationen (u.a. Kulturabteilung des Landes Vorarlberg, Werkraum Bregenzerwald, Kontur Bregenz, Musikverein Müselbach) sowie von Ensemblen/Orchestern (u.a. Musikkapelle Kuchl, Teenie-Band Tisis/Tosters, Mozarteumorchester Salzburg, Stella Brass, Blaskapelle MaChlast, Silberdisteln, Holstuonarmusigbigbandclub, Familienmusik Bär, Blechbaragge, Kirchenchor Wolfurt)

Pressestimmen

02. August 2022
"Am vergangenen Wochenende fand an zwei Tagen in der Münchner Isarphilharmonie HP 8 das erste Alpenrausch Festival statt [...]. Ein kleiner Höhepunkt des Festivals war eine musikalische Wanderung mit Matthias Schriefl und Johannes Bär, die im Anschluss dazu ihren Dokumentarfilm "Auf Tour Z'Fuaß" vorstellten. Zusammen mit den beiden Musikern ging der Ausflug von der Isarphilharmonie über die Schinderbrücke zum Flaucher und wieder zurück. Im Gepäck ein Sammelsurium an Instrumenten von Alphörnern bis hin zu Trompeten, Akkordeon und Tuba. Auf dem Weg gab es ein Alphornkonzert mit Jodelworkshop, am Flaucher bei den "Nackerten" wurde u.a. der 60ziger Jahre Hit "Für Gaby tu' ich alles" zum Besten gegeben, samt Tipps zum Trinken und Pieseln auf Wanderungen, immer wieder begleitet von musikalischen Einlagen. Nach gut  einer Stunde ging es dann wieder zurück zur Isarphilharmonie. Das Ganze alles in allem eine Riesengaudi."
Jazzzeitung.de: Alpenrausch Festival: Z'Fuaß am Flaucher mit dem Duo Schriefl-Bär (Thomas J. Krebs, 2022), abgerufen am 24.08.2022 [https://www.jazzzeitung.de/cms/2022/08/alpenrausch-festival-zfuass-am-flaucher-mit-dem-duo-schriefl-baer/]

02. August 2021
"Nicht viel möglich war für Musiker*innen im Corona-Sommer 2020, viele Konzerte wurden abgesagt. Die beiden Vollblutmusiker Johannes Bär und Matthias Schriefl wollten die Zeit aber nicht untätig verstreichen lassen und fassten einen ungewöhnlichen Plan: In acht Tagen wollten sie von Bärs Geburtsort Andelsbuch über die Berge bis in Schriefls Geburtsort Maria Rain wandern. Rund 200 Kilometer wurden dabei zurückgelegt, mehrere Tausend Höhenmeter wurden überwunden und jeden Abend wurde im Etappenziel, sei es ein Ort wie Sibratsgfäll, Balderschwang oder Immenstadt oder eine Alp, ein Konzert gegeben. Mit dabei hatten sie dazu drei Alphörner, zwei Trompeten, eine Bass-Tuba, ein Flügelhorn und einiges mehr. Im oberbayrischen Regisseur Walter Steffen und Co-Regisseur und Kameramann Michael Baumberger wurden Komplizen gefunden, die die Tour mit der Kamera begleiteten und filmisch dokumentierten, und ein Jahr nach der Wander-Musik-Tour konnte der fertige Dokumentarfilm präsentiert werden."
kultur – Zeitschrift für Kultur und Gesellschaft: Wandernd und musizierend vom Bregenzerwald ins Allgäu: Der Dokumentarfilm "Auf Tour z'Fuaß" mit Johannes Bär und Matthias Schriefl (Walter Gasperi, 2021), abgerufen am 24.08.2022 [https://www.kulturzeitschrift.at/kritiken/film-kino/wandernd-und-musizierend-vom-bregenzerwald-ins-allgaeu-der-dokumentarfilm-auf-tour-zfuass-mit-johannes-baer-und-matthias-schriefl]

06. Mai 2016
"Der Sound des HMBC lässt sich am ehesten als bunter und wilder Stilmix aus so ziemlich allem, was musikalisch nur in irgendeiner Art verwertbar ist, beschreiben. In den Nummern klingen ebenso Elemente aus der Volksmusik durch wie auch solche aus dem Jazz, Blues, Pop, Reggae, Rock, Soul und Funk. Nicht selten werden auch Klassiker der Musikgeschichte zitiert und angespielt. Der musikalischen Vielfalt schieben die sechs Herren bewusst in keinem Moment einen Riegel vor [...]. Der HMBC lässt alles geschehen, und das auf eine mitreißende und fesselnde Art, die vom ersten Ton an zu begeistern vermag. In den Stücken wird ausgelassen abgefeiert, abgetanzt, sich in schönster Weise der Melancholie hingegeben, in lässiger Manier gegroovt, elegant geswingt, gebeatboxt und, und, und. Das Spektrum des Ausdrucks dieser Truppe scheint schlicht grenzenlos. Hinzu kommt, dass es sich bei den sechs Musikern auch um begnadete Entertainer handelt, die ein jedes Konzert zu einer mehr als unterhaltsamen Geschichte werden lassen. Die witzige, aber niemals an der Oberfläche hängen bleibenden Sprüche und Texte, die augenzwinkernden Ansagen, sie alle bereiten einfach großes Vergnügen und verleihen dem Ganzen den notwendigen Esprit."
mica-Musikmagazin: HOLSTUONARMUSIGBIGBANDCLUB – "Crazy Live" (Michael Ternai, 2016)

17. April 2013
"Das Schöne an der Band Random Control ist, dass man wirklich nie weiß, was man von ihr letzten Endes tatsächlich präsentiert bekommt. Die Musik des Vorarlberger Trios ist nämlich genau dieser Art, die ihren Ausdruck in einer immensen klanglichen Vielfalt und viel Abwechslungsreichtum  findet. Stilistisch sich ohnehin keiner der gängigen Definitionen unterwerfend, versuchen David Helbock und seine beiden Bandkollegen Johannes Bär und Andreas Broger eine Brücke von der Komposition hin zur Improvisation zu schlagen und die vermeintlichen musikalischen Gegensätze, für die diese beiden Ansätze stehen, kunstvoll und undogmatischer Form miteinander zu verweben. Über die außergewöhnlichen Qualitäten dieser drei Herren muss man im Grunde genommen nicht mehr allzu viele Worte verlieren. Besonders David Helbock konnte sich in den letzten Jahren als einer der wohl hoffnungsvollsten Newcomer des Landes einen Namen machen [...]. Wiewohl man in diesem Fall wirklich nicht von einer One-man-Show sprechen kann. Denn in den beiden ebenfalls aus Vorarlberg kommenden Musikern Johannes Bär (Trompete, Flügelhorn, Posaune, Tuba, Flöte, Beatbox, Electronics, Perkussion) und Andi Broger (Saxophone, Klarinetten, Electronics, Perkussion) hat der Pianist zwei außergewöhnliche und kongeniale Partner gefunden, die durch ihr immens abwechslungsreiches Zutun die Musik des Trios vollends allen mögliche stilistischen Zuschreibungen entheben [...]. Random Control ist der Versuch eine gangbare Linie zwischen Komposition und Improvisation, herauszuarbeiten, ein Zugang, der viel Raum für Überraschendes und Spontanes bietet. David Helbock, Johannes Bär und Andreas Broger zelebrieren die Freiheit der musikalischen Interaktion, mal in den eher ruhigen, mal in den höchst dynamischen und verspielten Formen. Genau das Richtige also für alle Liebhaber der modernen Jazzklänge."
mica-Musikmagazin: Random Control (Michael Ternai, 2013)

27. April 2012
"Gäbe es eine Auszeichnung für das schrägste Konzert des Jahres, dann wäre zweifellos der Auftritt von Matthias Schriefl und Johannes Bär [...] höchst preisverdächtig. Was die beiden Multiinstrumentalisten abliefern, passt in keine der gängigen Schubladen. Es ist ein Grenzgang zwischen Volksmusik und Jazz, angereichert mit allen möglichen weiteren Stilelementen [...]. Matthias Schriefl, der aus Maria Rain stammt, und der Vorarlberger Johannes Bär, der im vergangenen Jahr mit dem Holstuonarmusigbigbandclub (HMBC) bekannt geworden ist, verknüpfen alpenländische Volksmusik mit heißer Musik, die sich aus dem Geist der Jazz speist. Ihre – meist selbstkomponierten – Stücke beginnen gerne als unbeschwert-heitere Duette in Dur, die jedem Heimatabend zur Ehre gereichen könnten. Urplötzlich kippen die Stücke, erhalten treibende Beats, bizarre Melodien (die oft aus dem Bebop und anderen Jazzstilen kommen) und einen ganz anderen Klang. Bisweilen werden Passagen geloopt (aufgenommen und gleich wieder abgespielt). Die heile Welt gerät aus den Fugen. Bär und Schriefl zerlegen sie mit der puren Lust an Parodie, Ironie, Klamauk. In solchen Momenten erscheinen sie wie zwei übermütige Kinder, die auf dem Spielplatz mal so richtig Gas geben. Das klingt schräg, und ist schräg. Aber zugleich ist alles hochvirtuos gespielt und sehr ernst gemeint. Die beiden sind bestens ausgebildete Instrumentalisten, die in alles reinblasen, was ein metallenes Mundstück hat [...]. Der baumlange Johannes Bär betätigt sich bisweilen auch als Human Beatbox. Und beide können beim Spielen mit Summen eine zweite Melodie erzeugen. Kritisieren kann man höchstens, dass Schriefl und Bär bisweilen zu verrückt agieren – und damit ihre Musik und die Virtuosität in den Hintergrund drängen."
Allgäuer Zeitung: Matthias Schriefl und Johannes Bär kombinieren Volksmusik mit Jazz und verblüffen mit Witz und Virtuosität (Das Allgäu online, 2012), abgerufen am 24.08.2022 [https://www.all-in.de/oy-mittelberg/c-kultur/matthias-schriefl-und-johannes-baer-kombinieren-volksmusik-mit-jazz-und-verblueffen-mit-witz-und-virtuositaet_a1130739]

Diskografie (Auswahl)

2022 Liebe Grüsse vom Neusiedlersee .​.​. - Blechbaragge (Digital; Boomslang Records)
2022 GELÄUT - Geläut (Resonando)
2018 ÜÜÜ - Norbert Mayer, Alfred Vogel feat. Joe Bär (Digital; Boomslang Records)
2017 Excuse me, how do I get to Schoppernau? - Blechbaragge (Digital; Boomslang Records)
2019 Matthias Schriefls Moving Krippenspielers Vol. 1 (Resonando)
2018 Tour d'Horizon - David Helbock's Random Control (ACT Music)
2017 Wir blasen euch den Marsch! - Blechbaragge (Boomslang Records)
2016 Crazy Life - holstuonarmusigbigbandclub (Greenbee Records)
2016 Geiles Himmelblau - VoXXclub (Rosenklang)
2014 Think of Two - David Helbock's Random Control (Traumton Records)
2014 Hearad - holstuonarmusigbigbandclub (Greenbee Records)
2014 Wild West Coast of Austria - holstuonarmusigbigbandclub (EP; Rough Trade)
2013 Alpin - VoXXclub (We Love Music)
2012 Six, Alps & Jazz - Six, Alps & Jazz (ACT Music)
2012 Grüsele live - holstuonarmusigbigbandclub (Rough Trade)
2011 What happened to the Edelweiß I gave you last night? - holstuonarmusigbigbandclub (EP; Rough Trade)
2011 Lieble - holstuonarmusigbigbandclub (Greenbee Records)
2011 Wer ist der Täter?: Das Live-Hörspiel - ProBrass (Atemmusik Records)
2010 Vo Mello bis ge Schoppornou - holstuonarmusigbigbandclub (EP; Edition Bahnhof)
2010 Thousand Miles Journey - Collective of Improvising Artists (Boomslang Records)
2010 David Helbock's Random Control - David Helbock's Random Control (Traumton Records)
2008 Free Sin - holstuonarmusigbigbandclub (Edition Bahnhof)
2008 Gemischte Marmelade - ProBrass (Atemmusik Records)
2007 Oagabluat - Silberdisteln (Zappel Music)
2007 Querschlager - holstuonarmusigbigbandclub (Edition Bahnhof)

Als Interpret
2021 Romantic Freedom: Blue in Green (ACT Music) // Track 1: Blue in Green
2021 Jodulas Jodelwelt - Hedwig Roth (Hedwig Roth) // Track 13: Batzers Bärmix
2018 Sehnsucht nach Hawaii - Klaus Trabitsch (Not on Label)
2018 Magic Moments 11 (In the Spirit of Jazz) (ACT Music) // Track 1: African Marketplace
2012 Elvira (Mundartlieder aus Vorarlberg) (Zappel Music) // Track 1: Mach Urlaub

Film-Aufnahmen
2021 Auf Tour Z'Fuaß (Konzept+Dialog.Medienproduktion, Regisseur: Walter Steffen)

Literatur

mica-Archiv: David Helbock's Random Control
mica-Archiv: Holstuonarmusigbigbandclub

2011 mica: New Austrian Sound of Music: Ensembles, Bands und MusikerInnen stehen fest. In: mica-Musikmagazin.
2012 Ternai, Michael: ton∙spuren präsentieren den Holstuonarmusigbigbandclub. In: mica-Musikmagazin.
2012 Ternai, Michael: Holstuonarmusigbigbandclub – Grüsele Live. In: mica-Musikmagazin.
2013 mica: wellenklaenge 2013. In: mica-Musikmagazin.
2014 Ternai, Michael: Der HMBC unterwegs. In: mica-Musikmagazin.
2014 Weidinger, David: Porträt: Holstuonarmusigbigbandclub. In: mica-Musikmgazin.
2014 Mußler, Peter: HMBC – „Hearad“. In: mica-Musikmgazin.
2016 Ternai, Michael: HOLSTUONARMUSIGBIGBANDCLUB – "Crazy Live". In: mica-Musikmagazin.
2016 mica: WO GRENZEN ABGEBAUT WERDEN – Südtirol Jazzfestival ALTO ADIGE. In: mica-Musikmagazin.
2017 mica: JAZZ & THE CITY 2017. In: mica-Musikmagazin.

Quellen/Links

Webseite: Johannes Bär
Wikipedia: Johannes Bär
Musikdokumentationsstelle Vorarlberg: Johannes Bär
YouTube: Johannes Bär
Webseite: Auf Tour Z'Fuaß
Webseite: Holstuonarmusigbigbandclub
Wikipedia: Holstuonarmusigbigbandclub
YouTube: Holstuonarmusigbigbandclub

Empfohlene Zitierweise
mica (Aktualisierungsdatum: 11. 11. 2022): Biografie Johannes Bär. In: Musikdatenbank von mica – music austria. Online abrufbar unter: https://db.musicaustria.at/node/205583 (Abrufdatum: 1. 12. 2022).