Kubizek Wolfgang Rudolf

Vorname
Wolfgang Rudolf
Nachname
Kubizek
erfasst als
KomponistIn
MusikerIn
InterpretIn
Genre
Neue Musik
Instrument(e)
Violine
Geburtsort
Wels
Geburtsland
Österreich
Sterbeort
Wien

Mit freundlicher Genehmigung von W. R. Kubizek (Privatfoto ©)

Ausbildung
1969 - 1980 Anton Bruckner Privatuniversität Linz (früher: Brucknerkonservatorium) Linz Unterricht bei Walter Pötzlberger Violine
1975 - 1976 Musikgymnasium Linz Linz
1976 - 1980 Musikgymnasium Wien Wien  
1976 - 1980 mdw - Universität für Musik und darstellende Kunst Wien Wien Unterricht bei Roswitha Randacher, Klaus Maetzl Violine
1976 - 1980 mdw - Universität für Musik und darstellende Kunst Wien Wien Violine Sivó Josef
1980 - 1981 mdw - Universität für Musik und darstellende Kunst Wien Wien Tonsatz Kubizek Augustin
Sommerkurse Violine Schulz Gerhard

Tätigkeiten
1978 - 1980 Serapions Ensemble Wien Mitglied
1985 ISCM/IGNM/SICM - Internationale Gesellschaft für Neue Musik Amsterdam Österreichvertreter bei den Weltmusiktagen mit der Komposition "Oktett für Jazzensemble"
1992 Festival St. Gallen St. Gallen Composer in residence
1996 - 2008 Janus Ensemble Wien Gründungsmitglied
1999 - 2008 Mitarbeiter der Burgenländischen Volkshochschulen
Bandmitglied als E-Geiger und Komponist bei "Ostpol" (mit C. Cech - key, J. Sokol - git, W. Heinrich - bass, M. Piecky - dr), bei "Stringntrio" (mit E. Pfeifer - git, R. Görnet - bass), bei "Paganinis Kinder" (mit P. Wagner - voc, J. Sokol - git, C. Cech - key, C. Mühlbacher - dr)
Komponisten und Interpreten im Burgenland - KIBu Oberschützen Mitinitiator
Zusammenarbeit u.a. mit: Wilhelm Zobl, Otto M. Zykan, Michael Sturminger, Peter Wagner, Vladimir Vertlib

Aufträge (Auswahl)
1984 Vienna Art Orchestra Oktett für Jazzensemble
2005 Österreichische Lagergemeinschaft Mauthausen, Mauthausen Komitee Österreich ... und alle Toten starben friedlich ... - Oratorium in fünf Teilen

Aufführungen (Auswahl)
1991 Kulturzentrum Oberschützen Uraufführung (14.12.1991) Vier Stationen - für Orchester
1991 Artis-Quartett Musikverein - Brahms-Saal Südlich/ein Haus/offen - Suite für Streichquartett
1992 Österreichische Kammerphilharmonie St. Gallen Requiem für zehn Solostreicher
1996 Wiener Konzerthaus - Mozart-Saal Uraufführung (15.03.1996) Monolog mit einem Schatten - Eine Windoper
1996 Österreichische Kammersymphoniker Schloss Esterházy Leonardos Köpfe/oder/wie Naturell sich in Gesichtern niederschreibt/oder/der Zwiespalt zwischen Sein und Make-up - Zeitlose Patterns für Blockflöte und Streicher
1996 Musikverein - Großer Saal Uraufführung (30.04.1996) Die Engel von Los Angeles - Ein Dialog, sprachlosfür Orchester
1998 Wiener KammerOrchester Brucknerhaus Linz raise the blinds - light music for strings
2007 Mauthausen: ehemaliges KZ Mauthausen, Appellplatz (05.05.2007) ... und alle Toten starben friedlich ... - Oratorium in fünf Teilen

Auszeichnungen
1975 Jugend musiziert Erster Preis beim Wettbewerb (Komposition)
1981 Amt der Oberösterreichischen Landesregierung Talentförderungsprämie
1982 Bundeskanzleramt Österreich Kunst und Kultur Staatsstipendium
1983 Magistrat der Stadt Wien - MA 7 Kulturamt Arbeitsstipendium
1984 Workshop für junge Komponisten Jazz/Rock: Preis
1986 Bundeskanzleramt Österreich Kunst und Kultur Staatsstipendium
1987 Burgenlandstiftung - Theodor Kery Förderungspreis
1990 Bundeskanzleramt Österreich Kunst und Kultur Staatsstipendium
1993 Amt der Burgenländischen Landesregierung Kulturpreis des Landes
1999 Verband Österreichischer Volkshochschulen: Ludo Hartmann-Preis das ganz normale - Rassismus und Vorurteile

Stilbeschreibung

Musik ist für mich keine Sache für den Supermarkt. Meine Musik benötigt Zeit und Offenheit, offene Ohren und offene Herzen. Meine Mittel wollen keine Grenzen akzeptieren, mein Leben, meine Erfahrungen müssen in ihrer Gesamtheit in die Musik Eingang finden dürfen, ich will keinem nach dem Mund reden. Die Physiognomie meiner Musik ist nicht dazu angetan, bloß zu gefallen, sie soll betroffen machen, erschüttern, produktive Aggression gegen anachronistische Strukturen wecken, aber auch Glücksgefühle hervorrufen, sie soll die Phantasie des Rezipienten katapultieren, ihm den Ausbruch aus dem täglichen Einerlei ermöglichen, ihn zu kritischem Verhalten gegenüber seiner akustischen Umwelt(-verschmutzung) veranlassen, ihm natürlich auch zur Lust gereichen. Was meine stilistischen Interessen anlangt, zähle ich Béla Bartók ("Musik für Saiteninstrumente, Schlagzeug und Celesta"), Olivier Messiaen ("Turangalîla"), John MacLaughlin ("Vision Is a Naked Sword") und Peter Gabriel ("So") gleichermaßen zu meinen Lehrern.

 

Wolfgang R. Kubizek, 1990


Pressestimmen

2. Mai 1996

Ein konzise verschiedene Atmosphären ansteuerndes Opus, das zu Reflexionen über die politische Gegenwart einlädt und dabei ... auch noch mit musikantischer Inspiration aufwartet [über "Die Engel von Los Angeles"] 

Die Presse 

 

18. März 1996

In Erinnerung wird wohl die Musik von Wolfgang R. Kubizek bleiben - in ihrer stiloffenen Art vermittelt sie allerlei Ausdrucksvaleurs und wird zum suggestiven Text-Partner und - Kontrast. Da gehen feine Klangflächen, stilisierte Songs und rhythmisch prägnante Passagen dezent ineinander über. [Anm: über "Monolog mit einem Schatten - Eine Windoper"] 

Der Standard (Ljubisa Tosic) 

 

27. September 1993

In der Reihe Komponistenportraits, die sich sorgfältige Dokumentation der vielfältigen österreichischen Musiklandschaft zum Ziel setzt, war [...] der erfolgreiche und kompromißlose Außenseiter Wolfgang R. Kubizek zu Gast. Sich um naserümpfende Avantgarde-Habitues nicht weiter scherend, schreibt dieser mit erstaunlicher Produktivität Stück auf Stück, das immer seine Interpreten findet [...] Der Erfahrungshorizont: Ländliche Stille, In-sich-Hineinhorchen, handwerklicher Werkbegriff gehen ihm vor urbane Hektik und aufgesetzte Modernität 

Salzburger Nachrichten (Heinz Rögl) 

 

21. Jänner 1989

Was der Österreicher Wolfgang R. Kubizek damit macht, hat internationales Format. Käme derlei aus New York - schon wären sie da, die Habitues der Avantgarde 

Frankfurter Rundschau (Thomas Rothschild)


Diskographie:

  • 2007: Wolfgang R. Kubizek - … und alle Toten starben friedlich … Oratorium in fünf Teilen für Soli, Chor und Orchester, Text: Vladimir Vertlib (Edition Mauthausen, 2 CDs)
  • 1996: Goldberg-Ensemble: Karl Maria / Wolfgang R. Kubizek (edition lex liszt)
  • 1990: Wolfgang R. Kubizek - Rush... oder wer schenkt mir ein Orchester? (Extraplatte)
  • 1988: Wolfgang R. Kubizek - Deine Farben (electric violin solo) (Extraplatte)

Links mica-Archiv: Wolfgang R. Kubizek, Ö1: Wolfgang R. Kubizeks letzte Komposition (2009), Mauthausen-Oratorium

Empfohlene Zitierweise
mica (Aktualisierungsdatum: 23. 2. 2020): Biografie Wolfgang Rudolf Kubizek. In: Musikdatenbank von mica – music austria. Online abrufbar unter: https://db.musicaustria.at/node/69982 (Abrufdatum: 29. 10. 2020).