Gerhard Schedl
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Fotografin: R. Publig/Doblinger © Mit freundlicher Genehmigung von Doblinger Musikverlag

Schedl Gerhard

Werke

# Titel EntstehungsjahrSortiericon Dauer Besetzung Gattung
1 short cuts - Concertino für Klarinette und Kammerensemble 2000 13m
2 Vierte Sinfonie - Belfast (Fragment) 2000
3 Julie & Jean - Ein Match in zwölf Runden nach Motiven von August Strindbergs 1999 1h 40m
4 Der Ficus spricht - Minidrama für A, B, einen Volkssänger, ein Blumenmädchen und einen Gummibaum nach einem Libretto von Franzobel 1998 20m
5 Concertino - für Violine und Klavier 1998 10m
6 Riesen, Zwerge, Menschenfresser - Jugendoper 1998
7 Slow - Musik für Violoncello mit Orchester 1997 17m
8 Drittes Streichquartett 1996 22m
9 a cinque - für Klarinette, Violine, Viola, Violoncello und Klavier 1996 - 1997 18m
10 Fünf Intermezzi aus "Glaube Liebe Hoffnung" 1995 20m
11 Konzert - für Violine und Orchester 1995 30m
12 ... fremd bin ich eingezogen ... - Ein Tanz- und Musiktheater für Tänzer, Sänger, Schauspieler, elektronische Bänder, Chor und Orchester 1995 1h 50m
13 Concerto da Camera II - nach Texten von Verena Blecher 1994 14m
14 Sonata da Camera - für Saxophon-Quartett 1994 14m
15 Divertimento - für 2 Violinen und Kontrabass 1992 10m
16 Der, welcher wandert diese Straße voll Beschwerden - Lamento für Klaviertrio (über Mozarts "Zauberflöte", 28. Auftritt) 1991 10m
17 Streichtrio 1991 15m
18 Concerto da Camera 1991 15m
19 Glaube Liebe Hoffnung - Oper nach der Textvorlage von Ödön von Horváth 1991 - 1992 1h 50m
20 Dritte Sinfonie - für Bariton und großes Orchester 1990 40m
21 Zwei Stücke aus der Schatztruhe - für Violoncello 1990 5m
22 Quasi una Fantasia - für Laute 1990 5m
23 Melodram. Eine instrumentale Einkreisung - für Bariton-Saxophon und 6 Schlagzeuger 1989 15m
24 I. Pierre et Luce - Lyrische Kammeroper 1989 22m
25 Figures in the Dark 1988
26 Konzert - für Viola und Orchester 1988 22m
27 Böse Sprüche - Farce für Kammerchor und 3 Bläser nach Texten aus "Trara Trara die Hochkultur" von Fritz Hermann 1988 8m
28 Zweite Sinfonie - Fleurs du Mal 1987 21m
29 Doppelkonzert - für Violine, Violoncello, 10 Streicher und Cembalo (über die Sinfonia 9 f-moll von Johann Sebastian Bach, BWV 795) 1987 13m
30 Streichquartett - Romantische Paraphrase über "Der Tod und das Mädchen" (Franz Schubert) 1986 10m
31 ... so zu Licht und Lust geboren ... - Poesie für Bariton und großes Orchester 1986 15m
32 III. S.C.H.A.S. - Skurriles Musiktheater nach H. C. Artmann 1986 35m
33 Schattenbilder - Vier Sätze für Violoncello und Klavier 1985 13m
34 Préludes - für Klavier 1984
35 Kontrapunkt IV 1984 5m
36 à tre - Variationen für Klarinette, Violine und Klavier 1984 12m
37 Te Deum - für Soli, Chor, Orgel und Orchester 1984 - 1985 40m
38 action-meditation - Aleatorische Improvisation für Orgel solo 1983 variable Dauer
39 Gesänge über "Deh vieni alla finestra" - für Violine, Violoncello und Klavier 1983 11m
40 Konzert - für Gitarre und Jazzensemble 1983 18m
41 Pater noster - in der phrygischen Tonart für 16 Stimmen (4 Chöre) a cappella 1983
42 Schall und Rauch oder Das Leben ist hart genug - Drei Parodien für einen Schauspieler und Kammerensemble 1983 8m
43 Rondeau - für Gitarre solo 1983 2m
44 Passacaglia - für Orgel 1982 16m
45 Nachtstück - für Bläserquintett 1982 9m
46 Erste Sinfonie 1982 25m
47 Magnificat - für gemischten Chor a cappella 1982 23m
48 II. Kontrabass - Kammeroper nach einer Erzählung von Siegfried Pietschmann 1982 43m
49 Sonate - für Flöte solo 1981 7m
50 Variationen - über einen Walzer 1981 2m
51 Tango - für Orchester 1981 10m
52 Zwölf Impressionen - nach einem Landschaftszyklus von Ulrich Doege für Klavier 1980 8m
53 Rhythmen - Tänze für Gitarre solo 1980 12m
54 Der Totentanz von anno 9 - nach dem Gemälde von Albin Egger-Lienz 1980 9m
55 Drei Miniaturen - für Orchester 1980 7m
56 Der Schweinehirt - Kinderoper nach dem gleichnamigen Märchen von Hans Christian Andersen 1980 45m
57 Zwei lyrische Stücke - für Klavier 1979 6m
58 Konzert - für Violine und 9 Streicher 1979 25m
59 Der Großinquisitor - Szenisches Oratorium für Baß-Bariton, Violoncello, Sprecher, Chor, Orgel und Orchester 1979 - 1980 1h 10m
60 Nächtliche Szenen - Skizzen für ein Streichquartett 1977 10m
61 Musik - für Klarinette, Tuba und Klavier 1977 12m
62 Capriccio - für Klavier und kleines Orchester 1977 13m
63 Fantasie über einen ostinaten Baß - für Gitarre solo 1976 8m
64 Concertino - für Viola und Klavier 1976 7m
65 Sonate - für Violoncello solo 1975 7m
66 Der Panther - Lied nach Rainer Maria Rilke für Gesang und Klavier

Allgemeine Information

Geburtsjahr:  1957
Geburtsdatum:  5. August 1957
Geburtsort:  Wien
Geburtsbundesland: 
Geburtsland: 
Todesjahr:  2000
Todestag:  30. November 2000
Sterbeort:  Eppstein im Taunus
Nationalität: 

Gerhard Schedl - 1957 in Wien geboren - spielte in seiner Jugend zuerst in Bands, ehe er sich der Komposition zuwandte. In manchen Vokal- und Orchesterwerken finden sich nicht zuletzt aus diesem Grund ungewöhnliche Besetzungen, häufig auch unter Einbeziehung von im Jazz beheimateten Elementen. 1981 betrat er mit der Uraufführung gleich dreier Werke - darunter die von der Stadt Dresden mit einem Preis honorierte Kinderoper "Der Schweinehirt" - fulminant das Parkett der internationalen Bühnen. In das Jahr 1981 fällt auch seine Übersiedlung nach Deutschland, wo er am renommierten Hoch'schen Konservatorium in Frankfurt am Main mit einer Dozentur betraut wurde. Opern und Orchesterwerke nehmen im kompositorischen Schaffen Gerhard Schedls eine zentrale Stellung ein, was sich in den neunziger Jahren in einer engen Zusammenarbeit mit dem Salzburger Landesthater manifestiert, für das er vier Auftragswerke erstellt. Erfolg und sein Renomee als einer der bedeutendsten österreichischen Komponisten für Musiktheaterwerke - seine Werke erleben Neuinszenierungen und zeichnen sich durch Repertoiretauglichkeit aus - verhinderen nicht, dass Schedl unter Depressionen zu leiden beginnt, die ihn im Herbst 2000 im Alter von nur 43 Jahren in den Selbstmord treiben.

Tätigkeiten

ZeitraumTätigkeitOrganisationOrt
1975

erstes Auftreten als Komponist

1978 - 1980

Lehrtätigkeit

1981 - 2000

Dozentur für Musiktheorie

1982 - 1985

Lehrauftrag

1987 - 2000

Frankfurter Kurse für Neue Musik: Leitung der Kurse zusammen mit Claus Kühnl

Gastvorlesungen an den Musikhochschulen in Hannover und Salzburg, beim Musikprotokoll im Steirischen Herbst und La Monnaie Brüssel

Auszeichnungen

Time PeriodAuszeichnungWerkAuszeichnende Organisation
1979

Arbeitsstipendium

1979

Förderungspreis

1980

Stadt Dresden: Dritter Preis des Carl-Maria-von-Weber-Wettbewerbes

1980

dritter Preis des Hausmusik-Kompositionswettbewerbes

1981

Staatsstipendium für Komposition

1981

Würdigungspreis

1982

Stadt Dresden: Zweiter Preis des Carl- Maria-von-Weber-Wettbewerbes

1982

Förderungspreis

1984

Förderungspreis

1984

Sonderpreis

1990

Composer in residence

Stilbeschreibung

Mein ästhetisches Konzept muß sich an jedem neuen Sujet, an jeder neuen formalen Idee reiben und daher wandelbar sein. Ich bekenne mich zur Lust am expressiven Klang, zur gesteigerten Dramatik, aber auch zur durchdachten Konstruktion, zum Experiment mit Zahlen, Intervallen, Symbolen, Techniken und zum plakativen Reiz emotionaler Darstellungsformen. Das zarte Rauschen in der Stille, das ungebändigte Aufschreien, der resignative Abgesang, die großen wilden pathetischen Gesten, die Schönheit des durchdachten Details ... all das ist mir nicht fremd: es treibt mich an und zwingt mich, am weiten Material zeitgenössischer Ausdrucksmittel mich immer wieder neu zu versuchen. "Ins Herz will ich treffen", und so liebe ich das Gefühl, in einer langen Tradition der abendländischen Musik zu stehen und den Weg weiterzugehen.

 

Gerhard Schedl in: Doblinger-Information, 1989

Pressestimmen

2006

Gerhard Schedl war Musikdramatiker. Nicht deshalb weil Opern in seienm Schaffen eine prominente Rolle einnehmen - das allein würde nämlich nicht reichen. Sondern vielmehr deshalb, weil seine Musik menschliche Erlebnisse und Gefühle in exemplarischer Weise zu überhöhen und verstärken vermag. Wo Schedls Töne erklingen, ereignet sich Theater: In einem Amalgam aus Mitteilungsverlangen, aufrüttelnder Dringlichkeit udn Unmittelbarkeit der Aussage werden uns rare Glücksmomente und noch mehr Defizite menschlichen Daseins und Zusammenlebens vor Augen und Ohren geführt - gespeist von einer Musik, deren Ausdrucksgewalt sich ebenso wenig einengen lässt, wie sie sich an stilistische Grenzen hält. 

Klangpunkte - Ausgabe 23 (Walter Weidringer) 

 

22. November 1993

Der Komponist, dem der Ausdruck vor der Lust an der reinen Komposition wichtiger ist, blieb seinen Grundsätzen treu. Und das macht seine Arbeit auch so sympathisch klar. Denn Schedls Musik transportiert wirklich Stimmungen und Gefühle, die die Charaktere der Hauptdarsteller kennzeichnen und die Handlung bestimmen.

Oberösterreichische Nachrichten

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