Mütter Bertl

Vorname
Bertl
Nachname
Mütter
Nickname
Herbert Mütter
erfasst als
BandmanagerIn
InterpretIn
KomponistIn
MusikerIn
AusbildnerIn
Genre
Jazz/Improvisierte Musik
Neue Musik
Subgenre
Contemporary
Experimental/Intermedia
Instrument(e)
Stimme
Posaune
Euphonium
Geburtsjahr
1965
Geburtsort
Steyr
Geburtsland
Österreich

Fotograf: Christof Zachl ©

Die Kompositionen von Bertl Mütter, die an der Schnittstelle zwischen zeitgenössischer E-Musik und neuer improvisierter Musik anzusiedeln sind, gepaart mit einer expressiven Bühnenpräsenz, haben diesen Musiker/Komponisten zu einem unverwechselbaren Vertreter einer jungen österreichischen Musikszene gemacht, die sich vor allem durch ihr Interesse an musikalischen Grenzüberschreitungen und Kooperationen mit Künstlern anderer Disziplinen auszeichnet.

 

Seine Musik beschreibt Bertl Mütter wie folgt: "All meinen künstlerischen Projekten ist gemein, daß diese nicht allein absolutmusikalischen Ansprüchen und Zielen genügen; weniger und viel mehr als das. Es geht um ein Zusammenwirken der verschiedenen Disziplinen künstlerischer Äußerungen und dabei um das Erlebbarmachen von Zuständen über gewohnte Handlungsabläufe hinaus: großformale Bögen mit verdeckten Bezügen und Brücken in den Kleinstrukturen."


Ausbildung
Universität für Musik und darstellende Kunst Graz Graz Studium Posaune
Universität für Musik und darstellende Kunst Graz Graz Studium Stimme
1990 Universität für Musik und darstellende Kunst Graz Graz Diplom
2010 - 2013 Universität für Musik und darstellende Kunst Graz Graz künstlerisches Doktoratsstudium Kühr Gerd

Tätigkeiten
1987 Gründung und seitdem Mitglied im improvisierenden Vokalquartett "Timbre" mit Lauren Newton, Elisabeth Tuchmann, Oskar Mörth
1997 seitdem Mitglied bei den Striped Roses
2001 CD-Aufnahme mit den Gästen Joelle Leandre (Bass, Gesang), Fritz Hauser (Schlagzeug), Urs Leimgruber (Saxophon)
2001 Musik zur, zwischen und gegen die Rezitation von Otto Brusatti (Uraufführung: 08.12.2001)
Advanced Cabaret: Doppelconferencen mit dem Autor Franzobel
Franui Franui+Mütter: kommentierende Bearbeitung (Schubert, Mahler) und Mitwirkung beim (Trauermarsch-)Programm "Frische Ware" der Osttiroler Musicbanda (Uraufführung: 02.06.1999)
Haslinger-Mutter-Puntigam
Mutter.Essl.Roidinger: mit Karlheinz Essl (Computer) und Adelhard Roidinger (E-Bass, Elektronik)
Duo mit dem Geiger Thomas Fheodoroff, Auftragswerke von u.a. Bert Breit, Christoph Cech, Christian Mühlbacher
Duo mit der Vokalistin Agnes Heginger
freischaffender Komponist und Projektleiter, pädagogische Tatigkeit (Workshops), Theaterarbeit
langjährige Arbeit mit der Saxophonistin Co Streiff
Literatur-Musik-Performances mit dem Autor Josef Haslinger und Werner Puntigam, u.a.: "Die Entdeckung Amerikas"
Cech-Mütter Lobgesänge
Nouvelle Cuisine Bigband Mitglied
multimediale Projekte mit Werner Raditschnig: "19 Days - Multiple Summer", "Totengesänge", "Merlin", "Der Eisenhammer" u.a.
Quartett mit Florian Bramböck (Saxophon), Christoph Cech (Klavier) und Johann Steiner (Bassklarinette)
Rezitator und Vokalist/Posaunist beim lyrisch-delirischen Wortkonzert "Kadash Am Berg" (Text: Roland Heer)
Zusammentreffen mit Ernst Jandl, Abdullah Ibrahim/Dollar Brand
2014

Aufträge (Auswahl)
Culturcentrum Wolkenstein
Stadt Graz
open music Graz
Forum Feldkirch - Musik des 20. Jahrhunderts
Lambeart
Diözese Graz-Seckau
Kunsthalle Krems / Kunstmeile Krems BetriebsgesmbH
Wiener Konzerthausgesellschaft
Musik Kultur St. Johann (MUKU)
Toihaus -Theater am Mirabellplatz
Internationale Paul Hofhaymer Gesellschaft Salzburg
Tiroler Festspiele Erl
Musikwoche Toblach in memoriam Gustav Mahler  
oenm . oesterreichisches ensemble für neue musik
stART / Festival aktueller Musik
Kunsthalle Steyr
Sammlung Essl
Nouvelle Cuisine Bigband
Steyrer Initiative gegen Atomgefahren
Notruf für vergewaltigte Frauen, Graz
Afro-Asiatisches Institut, Graz
Büro für Kulturvermittlung, Wien (Lehrlingskulturfestivals)
S. Fischer Verlag, Frankfurt am Main

Aufführungen (Auswahl)
open music Graz
Kunsthalle Krems / Kunstmeile Krems BetriebsgesmbH Krems
Hörgänge - Musik in Österreich Wiener Konzerthaus
Musik Kultur St. Johann (MUKU)
Brucknerhaus Linz Linz
Tiroler Festspiele Erl Erl
Musikforum Viktring-Klagenfurt Klagenfurt
Kunsthalle Steyr Steyr
Festival der Regionen Wels
stART / Festival aktueller Musik Salzburg
Musikwoche Toblach in memoriam Gustav Mahler
Leipzig BACH 2000, Thomaskirche
CineForum do Funchal Madeira
Gmunden Kulturvermerke
Lehrlingskulturfestivals in Linz, Kapfenberg, Murau
Gurk Musikalischer Spätsommer Gurk
Madrid Paralelo
Radio France Paris
Feldkirch SchubertAde
steirische Landesausstellung, Pollau
Jazzfestivals (Auswahl): Saalfelden, Kopenhagen (EBU), Leipzig, Greifswald, Yokohama
Styriarte Landpartie, Oberwolz und St. Lambrecht
Sammlung Essl Klosterneuburg

Auszeichnungen
1989 Stadt Graz Musikförderungspreis
1992 Bundeskanzleramt Österreich Kunst und Kultur Förderungsbeitrag
1994 Werkstadt Graz Österreichbild-Preisträger
2002 Republik Österreich Staatsstipendium für Komposition
2003 Amt der Oberösterreichischen Landesregierung Anton-Bruckner-Stipendium
2003 KomponistInnenforum Mittersill composer in residence
2005 Republik Österreich Arbeitsstipendium
2010 Universität für Musik und darstellende Kunst Graz - 2013 Stipendiat

Stilbeschreibung

Was ist ein komponierender Improvisator, improvisierender Komponist, realtime-composer? Gebundene Improvisation? Einem Thema nachgehen, es umkreisen, bis ins Tierische. Nicht den Schreibtisch, die Instrumente befragen, in sie hineinhorchen. Sammeln und ernten; die gewachsene Architektur betrachten, die inneren Proportionen aber ganz dem Augenblick des Erstehens überlassen. Es ist ein Wesen des Kreises, daß beim Punkt 180° die Position 0° zu 100% falsch ist. Oder ist beides gleichzeitig möglich? Um ein Zentrum zu kreisen, das zu erreichen uns möglicherweise verbrennen würde, in der richtigen Distanz aber das Leben erhält. Meine Mittel sind Posaune, Stimme, manchmal Live-Elektronik und viele kleine Instrumente. Aber das bedeutet nichts Inhaltliches. Jedenfalls will ich mich auf jene Kreisbahn begeben.
Als Solist beziehe ich mich gerne auf die Tradition im Spannungsfeld zwischen Komposition und Improvisation. Die einzige Tradition, bei der ich überhaupt die Chance habe, sie annähernd authentisch zu verstehen, ist die, in die ich hineingeboren wurde. Ich lasse mich jedoch gerne von außen beeinflussen und baue in diesem Sinn fremde Elemente in meine Kunst ein. Meine Vorfahren waren aber weder Baumwollpflücker in den Südstaaten noch sibirische Schamanen; ich kann daher nur Betrachter solcher Traditionen sein. Mein Hauptinstrument, die Posaune, besitzt ein kaum ernstzunehmendes klassisch-romantisches Repertoire, ein Vorteil, denn ausbildungsbedingtes Erschaudern vor ihr gewidmeten Meisterwerken kenne ich nicht. So kann ich mich beschäftigende Werke - improvisatorisch und mit eigenem Material angereichert - in der Konzertperformance recht unvorbelastet an mir vorbeiziehen lassen. Wer allein in der Badewanne singt, hört innerlich das ganze Orchester, kein Instrument geht ihm ab; meine Badewanne steht auf der Bühne, ein sehr intimer Vorgang.

 

(Bertl Mütter, "Wandern", 1993 und "Badewannenmusik", 1996)


Pressestimmen

Alltägliche Ver-Laut-Barungen wie Schnaufen, Schnarchen, Stöhnen oder das Lachen ... werden zu abenteuerlichen Klangexpeditionen, zu Soundresearches. Da wird zart diskutiert und hart geflirtet. 

Jazzthetik

 

Wie Wind an Felsnadeln orgelt das Blech. Mütter produziert Laute weit hinten in der Kehle, er wiehert, er forciert Frikative und Vibranten: Steinschlag; flatternde Posaunenklänge zerreißen die Luft. 

Aargauer Nachrichten

 

... Wen also besser einladen für eine musikalische Performance als Bertl Mütter? Alles kann bei ihm zur Musik werden, auch Nymphen, Zyklone und Fossilien: Posaune, Euphonium und Muschelhorn spielend, allerlei Perkussionsgegenstände bearbeitend, singend, sprechend, sich selber mit Regengeräuschen begleitend: Mütter versteht es, in der Minoritenkirche Stein aus so genannten Alltäglichkeiten "written images" (CD ARBE 8) zu kreieren: visuelle Musiken unter besten akustischen Voraussetzungen. 

Salzburger Nachrichten (Wolfgang Gratzer)


Links mütterlog, Musikforum Viktring, Sammlung Essl, ORF/Ö1

Empfohlene Zitierweise
mica (Aktualisierungsdatum: 23. 2. 2020): Biografie Bertl Mütter. In: Musikdatenbank von mica – music austria. Online abrufbar unter: https://db.musicaustria.at/node/60706 (Abrufdatum: 21. 9. 2020).