Friedrich Siegfried

Vorname
Siegfried
Nachname
Friedrich
erfasst als
KomponistIn
InterpretIn
Genre
Neue Musik
Subgenre
Modern/Avantgarde
Elektronische Musik
Instrument(e)
Klavier
Geburtsjahr
1971
Geburtsort
Chur
Geburtsland
Schweiz

© Siegfried Friedrich

"Siegfried Friedrich studierte  Komposition bei Iván Eröd und Erich Urbanner an der Musikhochschule Wien. Zusätzlich besuchte er ebenda den Lehrgang für Computermusik und elektronische Medien. Nach dem Abschluss 1997 (Mag. art.) postgraduale Studien der Filmmusik (bei Klaus Peter Sattler). Ab 2000 als Komponist für die Zang-Studios in Mannheim tätig; danach Doktoratsstudium der Musikwissenschaft in Wien bei Hartmut Krones; 2011 Promotion (Dr. phil.). Kompositorische Tätigkeit auf dem Gebiet der konzertanten Musik, Filmmusik sowie Klanginstallationen und Musik für neue Medien. [...]

Friedrich erhielt verschiedene Stipendien und Preise (u.a. Deutscher Dokumentarfilmmusikpreis 2016 für "Dreams Rewired"; Hauptpreis des E. v. Karajan Kulturfonds 2005; Stipendiat der Cité internationale des Arts in Paris, 2011)."
Siegfried Friedrich: About, abgerufen am 24.03.2021 [http://siegfriedfriedrich.com/about/]

Stilbeschreibung

"In Friedrichs Musik verschmelzen vielfältige musikalische Einflüsse – sowohl traditionelle kompositorische Stilistiken und Formen als auch innovative elektronische Gestaltungsmittel – zu einer eigenständigen, vielschichtigen Klangsprache. Charakteristisch für sein kompositorisches Schaffen ist die Verbindung von prägnanten und eingängigen musikalischen Einfällen mit anspruchsvollen formalen Gestaltungsmitteln und stringenten dramaturgischen Entwicklungsbögen."
Siegfried Friedrich: About, abgerufen am 24.03.2021 [http://siegfriedfriedrich.com/about/]

Sein mehrdimensionales Verständnis seines Metiers reicht von einem enzyklopädischen Wissen über historische Traditionen bis hin zu Fachwissen über zeitgenössische Techniken und die Produktion elektronischer Musik. Friedrich ist sowohl für die Reinheit seiner akustischen Töne als auch für die Feinheiten der digitalen Manipulation bekannt - und damit ein wahrer musikalischer Polyglot.
Verena Platzer (2021, eigene Übersetzung); nach: Siegfried Friedrich: About, abgerufen am 24.03.2021 [http://siegfriedfriedrich.com/about/]

Auszeichnungen

1993 Dr. Martha Sobotka-Charlotte Janeczek-Stiftung - mdw – Universität für Musik und darstellende Kunst Wien: Stipendiat
1994 Stadt Wien: Preis
1994 Alban Berg Stiftung, Wien: Stipendiat
1995 Kompositionswettbewerb für geistliche Musik der evangelischen Kirche Österreichs - Evangelische Diözese Wien: Erster Preis (Blindflug)
1996 Stadt Wien: Preis
1996 Global Fund for Science and Scholarship: Stipendiat
1997 Bundeskanzleramt Österreich Kunst und Kultur: Würdigungspreis
2005 Eliette von Karajan Kulturfonds (Schweiz): Hauptpreis
2011 Cité Internationale des Arts, Paris (Frankreich): Artist in Residence
2013 Wettbewerb für professionelles Kulturschaffen - Kanton Graubünden (Schweiz): literarischer Werkbeitrag der Stadt Chur
2016 Deutsche Versicherungskammer Kulturstiftung - DOK.fest München (Deutschland): Deutscher Dokumentarfilm-Musikpreis (Dreams Rewired)
2017 Österreichischer Filmpreis: Nominierung (Kategorie: Beste Filmmusik)

Ausbildung

1990–1997 mdw – Universität für Musik und darstellende Kunst Wien: Komposition und Tonsatz (Erich Urbanner, Iván Eröd) - Diplom mit Auszeichnung (Mag. art.)
1994–1997 mdw – Universität für Musik und darstellende Kunst Wien: Lehrgang für Computermusik und elektronische Medien (Tamas Ungvary)
1997–1999 mdw – Universität für Musik und darstellende Kunst Wien: Film- und Medienkomposition (Klaus-Peter Sattler)
2004–2011 mdw – Universität für Musik und darstellende Kunst Wien: Doktorat Philosophie (Hartmut Krones, Gernot Gruber) - Promotion mit Auszeichnung (Dr. phil.)

Tätigkeiten

2000–2004 Zang Studios, Mannheim (Deutschland): Komponist (u.a. für RTL Television, Weltausstellung/Exposition Mondiale Hannover, Astra-Premiere, Daimler, Siemens etc.)
2008–2009 im Rahmen der "Sofia Music Weeks" - Sofia Musikakademie (Bulgarien): Dozent am Seminar für Film- u. Medienmusik
2010–2015 Schulmusikprojekt "lauschergreifend 4 kids" - Austrian Composers Association: Projektleiter, Komponist
2019 Austrian Film Music Days - mdw – Universität für Musik und darstellende Kunst Wien: Vortrag (Thema: Best Practice II: Polystilistik und Personalstil)

freischaffender Komponist
Austrian Composers Association, Wien: Mitglied

Aufträge (Auswahl)

1992 Konzertstudio Chur (Schweiz): Suite für Klarinettentrio
1992 Klibühni Chur (Schweiz): Ballade
1993 Stadt Wien: Awaking
1995 Ensemble xx. jahrhundert: InnenRäume
1997 Max Reinhardt Seminar, Wien: Die Familie Schroffenstein
2000 Musik zur Main-Show des Deutschen Pavillons - Weltausstellung/Exposition Mondiale Hannover (Deutschland): 360°
2000 RTL Television (Deutschland): Autsch, du Fröhliche, Die Unbesiegbaren
2001 RTL Television (Deutschland): Der Millenium Mann
2002 Konzertreihe "ö" (Schweiz): Umrisse
2003 Konzertreihe "ö" (Schweiz): Enigmata
2003 Space Center Bremen (Deutschland): Destination Moon, Quantum Turbine
2011 Auftrag zu Dreams Rewired
2012 Neuvertonung des restaurierten Stummfilms - Arte  (Deutschland): The Silent Enemy
2016 Neuvertonung für die DVD-Ausgabe - Österreichisches Filmmuseum, Wien: The Salvation Hunters (UA)

Aufführungen (Auswahl)

1993 Wien Modern, Alte Schmiede Wien: Suite für Klarinettentrio (UA), Zwei Lieder (UA)
1994 Symphonieorchester der Universität für Musik und darstellende Kunst Wien, Peter Keuschnig (dir), Radiokulturhaus - Großer Sendesaal: Awaking (UA)
1995 Bernhard Landauer (ct), Voces Wien, M. Krampe (dir), Wien: Blindflug (UA)
1996 Ensemble xx. jahrhundert, Peter Burwik (dir), Radiokulturhaus - Großer Sendesaal: InnenRäume (UA)
1997 Prag (Tschechische Republik): Erithacus Rubecula (UA)
1998 Schloßtheater Schönbrunn: Der höhere Frieden (UA)
1999 zirkuläre Komposition, permanentes Ausstellungsobjekt, Technisches Museum Wien: Ruetzkraftwerk (UA)
1999 Berliner Festwochen, Berliner Studiotheater BAT (Deutschland): Rechtschreibung nach Brockhaus (UA)
2000 Weltausstellung/Exposition Mondiale Hannover (Deutschland): EU-Timeshuttle (UA)
2002 Ensemble "ö", Literaturhaus Basel (Schweiz): Umrisse (UA)
2003 Freilichtspiele Altleiningen (Deutschland): Hexenjagd (UA)
2004 Riccarda Caflisch (fl), Regula Maurer (vcl) - Konzertreihe "ö" - Würth-Saal Chur (Schweiz): Enigmata (UA)
2005 Stadttheater Chur (Schweiz): Hamlet (UA)
2009 Cäcilia Schuler (pf), Imprimerie Basel (Schweiz): Structures, Réminiscenses et Ghirlandes II (UA)
2010 velak-Ensemble, Künstlerhaus Wien: Übermalung 1 (Schacht von Babel) (UA)
2011 Stadttheater Chur (Schweiz): Hüte die Fährte (UA)
2013 Festival Rümlingen (Schweiz): Undécaphonie polymétrique (UA)
2015 Ensemble Reconsil Wien, Roland Freisitzer (dir), Porgy & Bess Wien: Konzertanter Ausschnitt aus: "The Silent Enemy" (UA)
2015 Max Brand Ensemble, Christoph Cech (dir) - Konzert SPEKTRUM - Interessensgemeinschaft Niederösterreichischer Komponisten – INÖK, Tage der Neuen Musik, Essl Museum: Nihil Spectre meets Ismo Gram (UA)

Pressestimmen

2017
"Während in Deutschland die großen Firmen das Geschäft mit Klassikern auf DVD inzwischen fast ganz eingestellt haben, kümmern sich inzwischen immer mehr kleinere Firmen um die Filmgeschichte. Zu den Pionieren gehört die "Edition Filmmuseum", die inzwischen fast 100 Titel veröffentlicht hat. Vor allen Dingen das Filmmuseum München und das Österreichische Filmmuseum präsentieren in dieser famosen Reihe ihre restaurierten Archivschätze. In der letzten Zeit ist wieder einmal ein kleines Paket mit Stummfilmklassikern erschienen: Hanns Heinz Ewers' "Der Student von Prag", Manfred Noas "Helena" und Josef von Sternbergs "The Salvation Hunters". [...] Das filmische und auch musikalische Highlight dieses Pakets ist freilich Josef von Sternbergs Debütfilm "The Salvation Hunters" von 1925. [...] Die erste Hälfte des Films ist vollkommen. Der Rhythmus durch und durch musikalisch. Auch ohne Musik würden diese ersten Akte perfekt "funktionieren": Aber natürlich ließ arte auch für diesen Film eine neue Kinomusik komponieren. Als Glücksfall erwies sich dabei der Wiener Komponist Siegfried Friedrich, der bereits für seine Musik zu "Dreams Rewired" mit dem Deutschen Dokumentarfilmmusikpreis 2016 ausgezeichnet wurde. Sehr intim hat er den Sternberg-Film impressionistisch mit leichten Jazzklängen orchestriert. Friedrich schreibt dazu: "'The Salvation Hunters' ist ein ebenso einzigartiger wie auch eigenartiger Film, der sich jeder Einordnung verweigert, weswegen die musikalische Vertonung eine faszinierende Aufgabe darstellte. Der intimen Fokussierung des Films auf wenige Protagonisten begegnete ich mit der Verwendung einer reduzierten Duo-Besetzung, bestehend aus Trompete und Klavier – zweier Instrumente, die beide einen enormen expressiven Radius von subtiler Intimität zu erdrückender Klanggewalt abdecken." So ist einer der besten modernen Stummfilm-Scores der letzten Jahre entstanden. [...] Ein Wiener Filmtraum made in Hollywood. Flirrend und musikalisch wie das Gesamtwerk des Kinogenies aus Kakanien."
nmz – neue musikzeitung: Von Doppelgängern und Heilsjägern (Viktor Rotthaler, 4/2017), abgerufen am 24.03.2021 [https://www.nmz.de/artikel/von-doppelgaengern-und-heilsjaegern]

11. April 2016
"[...] Für ihren Dokumentarfilm "Dreams Rewired" ("Mobilisierung der Träume") haben Manu Luksch, Martin Reinhart und Thomas Tode über 200 Filmausschnitte in einen rauschhaften Bilderstrom verwandelt. Träume und Visionen einer Vergangenheit, die teils Wirklichkeit geworden sind - und immer noch gültig sind. Tilda Swinton übernimmt den Erzähler-Part, den musikalischen "roten Faden" hat Siegfried Friedrich mit seinem Score zu "Dreams Rewired" geschaffen. [...] Siegfried Friedrich selbst schreibt über seine Musik zu "Dreams Rewired", sein Hauptthema setze sich aus zwei Motiven zusammen: "der Sehnsucht nach Utopien" und der "konstruktiven Umsetzung dieser Utopien". Für subtile musikalische Chiffren benutzt er Instrumente wie das Theremin, das ohne direkte körperliche Berührung gespielt wird. Einzelne Motive verweisen auf Musik und Komponisten der Zeit: auf Jazz oder Neobarock, Arnold Schönberg oder Paul Hindemith. Wichtig war dem Komponisten aber auch, die Beschaffenheit des alten Filmmaterials im Klang zu spiegeln. Stellenweise verwendete er digitale Verfahren, um alte Klangästhetik zu imitieren."
BR Klassik: Dokumentarfilm-Musikpreis für Siegfried Friedrich (Bettina Jecj, 2016), abgerufen am 24.03.2021 [https://www.br-klassik.de/themen/klassik-entdecken/filmmusik/siegfried-…]

April 2016
"2016 geht der Deutsche Dokumentarfilmmusikpreis an Siegfried Friedrich. Er erhält die mit 2.500 Euro dotierte Auszeichnung für seine Komposition zu DREAMS REWIRED, einem Film von Manu Luksch, Martin Reinhart und Thomas Tode. [...] "Die Komposition von Siegfried Friedrich verbindet die Stummfilmzeit mit der Moderne und transportiert sie in die Gegenwart. Die Filmmusik beeindruckt durch ihre stilistische Vielfalt, wird treibende Kraft und harmoniert mit der Narration", schreibt die Jury in ihrer Begründung."
Deutsche Versicherungskammer Kulturstiftung: Deutscher Dokumentarfilmmusikpreis und Kompositionsförderpreis - Preisverleihung im Rahmen des 31. DOK.fest München (2016), abgerufen am 24.03.2021 [https://www.versicherungskammer-kulturstiftung.de/awards/deutscher-doku…]

Diskografie (Auswahl)

Als Komponist
2017 From the documentary "Weapon of Choice": "Air" for Violoncello and Piano - Constantin Zelenin (vc), Siegfried Friedrich (pf) (digital)
2017 Dreams Rewired OST (digital)
2017 Birth of a Universe (Universe Song): From Bady Minck's Motion Picture "MappaMundi" (digital)
2016 Night of a 1000 Hours OST (digital)

Als Interpret
2017 From the documentary "Weapon of Choice": "Air" for Violoncello and Piano - Constantin Zelenin (vc), Siegfried Friedrich (pf) (digital)
2016 Night of a 1000 Hours OST (digital)

Literatur

2015 mica: TAGE DER NEUEN MUSIK 2015. In: mica-Musikmagazin.
2015 mica: STRANGE FREEDOM gewinnt den Wiener Filmmusik Preis 2015. In: mica-Musikmagazin.
2016 Philomena, Julia: "Die Janusköpfigkeit des technischen Fortschritts" – SIEGFRIED FRIEDRICH im mica-Interview. In: mica-Musikmagazin.
2017 mica: FILM COMPOSERS’ LOUNGE #9 & Verleihung Wiener Filmmusik Preis 2017. In: mica-Musikmagazin.

Publikationen des Musikers
2015 Friedrich, Siegfried: Zu Funktion und Wirkung gradueller Tonhoehenaenderungen in J. S. Bachs Das Wohltemperierte Klavier I und II sowie F. Schuberts Die schoene Muellerin. Wien, Köln, Weimar: Böhlau Verlag.

Quellen/Links

Webseite: Siegfried Friedrich
Austrian Composers Association: Siegfried Friedrich
Soundcloud: Siegfried Friedrich
Bandcamp: Siegfried Friedrich
IMDb: Siegfried Friedrich
Webseite: Dreams Rewired
Webseite: Weapon of Choice

Empfohlene Zitierweise
mica (Aktualisierungsdatum: 29. 3. 2021): Biografie Siegfried Friedrich. In: Musikdatenbank von mica – music austria. Online abrufbar unter: https://db.musicaustria.at/node/69012 (Abrufdatum: 21. 9. 2021).

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