Urbanner Erich

Vorname
Erich
Nachname
Urbanner
erfasst als
DirigentIn
InterpretIn
KomponistIn
AusbildnerIn
Genre
Neue Musik
Subgenre
Modern/Avantgarde
Tradition/Moderne
Instrument(e)
Klavier
Geburtsjahr
1936
Geburtsort
Innsbruck
Geburtsland
Österreich

Mit freundlicher Genehmigung von E. Urbanner ©

 

Erich Urbanner, geboren 1936, studierte von 1955 bis 1961 in Wien an der Musikhochschule Komposition bei Karl Schiske und Hanns Jelinek, Klavier bei Grete Hinterhofer und Dirigieren bei Hans Swarowsky. Bei den Darmstädter Ferienkursen belegte er Kompositionskurse bei Wolfgang Fortner, Karlheinz Stockhausen und Bruno Maderna.


Ausbildung
1955 - 1961 mdw - Universität für Musik und darstellende Kunst Wien Wien Klavier Hinterhofer Grete
1955 - 1961 mdw - Universität für Musik und darstellende Kunst Wien Wien Dirigieren Swarowsky Hans
1955 - 1961 mdw - Universität für Musik und darstellende Kunst Wien Wien Komposition Schiske Karl
1955 - 1961 mdw - Universität für Musik und darstellende Kunst Wien Wien Komposition Jelinek Hanns
1956 - 1961 Internationale Ferienkurse für Neue Musik Darmstadt Darmstadt Kompositionskurse Fortner Wolfgang
1956 - 1961 Internationale Ferienkurse für Neue Musik Darmstadt Darmstadt Kompositionskurse Stockhausen Karlheinz
1956 - 1961 Internationale Ferienkurse für Neue Musik Darmstadt Darmstadt Kompositionskurse Maderna Bruno

Tätigkeiten
1961 - 1969 mdw - Universität für Musik und darstellende Kunst Wien Wien Lehrer für Partiturspiel
1968 seitdem Dirigiertätigkeit und Komposition zahlreicher Werke
1969 - 1974 mdw - Universität für Musik und darstellende Kunst Wien Wien Leiter des Zwölftonseminars
1969 - 2004 mdw - Universität für Musik und darstellende Kunst Wien Wien ordentliche Professur (Komposition, Tonsatz)
1986 - 1989 mdw - Universität für Musik und darstellende Kunst Wien Wien Leiter des Instituts für Elektroakustik und experimentelle Musik

Aufträge (Auswahl)
1981 Amt der Tiroler Landesregierung Konzert für Violoncello und Orchester
1982 Amt der Tiroler Landesregierung Requiem - für 4 Soli, gemischten Chor und Orchester
1984 Salzburger Festspiele Doppelkonzert - für Flöte, Klarinette und Orchester
1987 Tiroler Landestheater und Orchester GmbH Innsbruck Ninive oder Das Leben geht weiter - Oper in 2 Teilen (7 Bildern) nach dem "Buch Jona"
1990 Musikverein Wien - Gesellschaft der Musikfreunde in Wien ... in Bewegung ... - Trio in zwei Sätzen für Violine, Violoncello und Klavier
2001 Hugo Wolf Quartett 5. Streichquartett
2003 Ensemble Wiener Collage Konzert für Akkordeon und neun Instrumente
2005 Musica Viva München Zimmermann Udo Begegnungen für großes Orchester
2009 Musikverein Wien - Gesellschaft der Musikfreunde in Wien Kammerkonzert - für zwölf Instrumente

Aufführungen (Auswahl)
1958 Alpbach Hochschulwochen Alpbach
1978 Salzburger Festspiele Salzburg Drittes Streichquartett
1979 Musikprotokoll im Steirischen Herbst Graz Retrospektiven - Vier Stücke für großes Orchester
1984 Salzburger Festspiele Salzburg Doppelkonzert - für Flöte, Klarinette und Orchester
1993 Wien Modern Wien Concerto XIII - für Saxophonquartett und 9 Spieler
2006 Wien Modern Wien Duo - für Akkordeon und Kontrabass

2010 Musikverein Wien - Gesellschaft der Musikfreunde in Wien Wien Kammerkonzert - für zwölf Instrumente
2011 Arnold Schönberg Center Wien Konzert für Viola und dreizehn Spieler
Carinthischer Sommer regelmäßige Aufführungen
ISCM/IGNM/SICM - Internationale Gesellschaft für Neue Musik Aufführung beim Weltmusikfest
in Berlin, Frankfurt, München, Dresden, Kiel, New York, Washington, Tokio, Oslo, Bergen, Luxemburg, Brüssel, Paris, Utrecht, Cardiff

Auszeichnungen
1956 Österreichische Musikzeitschrift Kompositionspreis
1956 Doblinger - Musikhaus und Verlag Kompositionspreis
1962 Stadt Wien Förderungspreis
1966 Festival St. Hubert, Belgien: Preis
1980 Stadt Innsbruck Kompositionspreis
1982 Bundeskanzleramt Österreich Kunst und Kultur Würdigungspreis
1984 Stadt Wien Musikpreis der Stadt Wien
1993 Amt der Tiroler Landesregierung Tiroler Landespreis für Kunst
2001 ÖKB - Österreichischer Komponistenbund Goldene Ehrennadel des Österreichischen Komponistenbundes
2001 Republik Österreich Großes Silbernes Ehrenzeichen für Verdienste um die Republik Österreich
2001 Stadt Wien Goldenes Ehrenzeichen der Stadt Wien
2006 ÖKB - Österreichischer Komponistenbund Ehrenmitgliedschaft
2011 Amt der Wiener Landesregierung Goldenes Ehrenzeichen für Verdienste um das Land Wien

Stilbeschreibung

 

In meinen Werken versuche ich stets, Erlebniswerte eigenpersönlich und mit musikalischer Phantasie zu verarbeiten. Diese kompositorische Grundeinstellung bedingt eine individuell entwickelte Form, die aber durch Gestik und Klang klar gegliedert sein muß, um sie für den Hörer verfolgbar zu machen. Ich stehe jederzeit neuesten Tendenzen, Entwicklungen, die die Musikszene beleben, offen gegenüber, nehme meiner Mentalität Entsprechendes auf, ohne mich einer bestimmten Richtung zu verschreiben. In einer Zeit vielfältigster Strömungen, aber auch in einer Zeit der Unsicherheit, was noch Avantgardismus und was Konservativismus sei, ist es wichtig, sich klar vor Augen zu führen, daß Innovationen weniger denn je im Materialbereich als im Grad kompositorisch gestaltender Bewältigung zu setzen sind.

 

 

Erich Urbanner, 1994


Pressestimmen

 

27. September 2010

 

Unglaublich spannend [...] Erich Urbanners 'Begegnungen' im ersten musica-viva-Konzert [...] Wirklich erstaunlich ist jedoch, dass die wohl dichteste Tonsprache bei der Uraufführung des konziliantesten Werkes dieses Abends entsteht: bei Erich Urbanners 'Begegnungen' für großes Orchester. Durch die unglaublich dichte Melodik, durch die vielen, einander stimmig ablösenden Stimmungsbilder entsteht ein Klangeindruck, der an eine spätromantische sinfonische Dichtung erinnert. Eine wirklich spannende musikalische Geschichte.

Süddeutsche Zeitung (Andreas Pernpeintner)

 

31. Jänner 2004

Mozart im Gipfelgespräch
Zwischen zwei Mozart-Streichquintetten erklang das vor 32 Jahren entstandene dritte Streichquartett, das Erich Urbanner dem Alban Berg Quartett gewidmet hat. Knapp acht Minuten dauert das Stück, das dennoch alles enthält, was man sich von einem Quartett wünscht: klar formulierte Haupt- und Seitengedanken, die in Sonatensatzmanier rhythmisch wie klanglich abwechslungsreich verarbeitet werden, überraschende, nicht selten impressionistisch getönte Klangeffekte, rhythmischer Witz, drängende Virtuosität. Zudem wechseln genau notierte Abschnitte mit freien Entwicklungen. Das garantiert, dass keine Aufführung der anderen gleicht, fordert zudem Fantasie und Spontaneität der Spieler.

Die Presse (Walter Dobner)

 

Das 5. Streichquartett ist genau und liebevoll durchgearbeitet; in den kontrapunktischen Passagen wird das hohe handwerkliche Niveau des Komponisten deutlich. Die lyrischen Teile lassen an Berg denken - das mag eine Projektion des Zuhörers sein, ist aber jedenfalls nicht die schlechteste Referenz. Urbanner verzichtet auf neue Spieltechniken und Möglichkeiten der Klanggestaltung, dennoch ist das Werk durch und durch modern. Die vertikale Gestaltung, die in verwirrender Weise häufig Späteres vorwegnimmt, übereinanderschichtet, was man hintereinander erwarten würde, den Zeitfluss einmal bremst, um ihn ein andermal atemlos zu beschleunigen - hier liegt die Aktualität des Werkes. Dabei ist Urbanner, und schon das allein wäre dankbar zu loben, niemals geschwätzig, der dramaturgische Zusammenhalt des Stückes an keiner Stelle gefährdet.

Österreichische Musikzeitschrift (S.J.)

 

29. Jänner 2004

[...] Erich Urbanner, der zu den stillsten seiner Zunft gehört, aber auch einer der besten der österreichischen Komponisten der Gegenwart ist: Seine Musik ist expressiv und bedient sich eines avancierten Vokabulars, ohne den Zuhörer damit zu überfordern.

Wiener Zeitung (E.B.)

 

2003

Innsbruck: Ovationen für Urbanner-Requiem
Lange Sekunden der Ergriffenheit und dann tosender Beifall mit unzähligen Hervorrufen für einen zeitgenössischen Komponisten, der sein Werk ohne billige Konzessionen an den Publikumsgeschmack und ohne Verleugnung seines ganz persönlichen Stils schuf: Das ist wohl der größte Erfolg, den Erich Urbanner mit der Uraufführung seines Requiems erreichen konnte. [...]

Kurier (Theo Peer)

 

22. Februar 1985

Bewegende Uraufführung im Kongreßhaus zu Andreas Hofers 175. Todestag: Urbanners Requiem ist ein Meisterwerk
Eine gebannte Zuhörerschaft erlebte [...] mit und nach, was der 49jährige Innsbrucker Komponist Erich Urbanner in seiner bekenntnishaften Auseinandersetzung mit dem Thema Tod an gläubigen, von Angst und Schrecken, aber auch von Trost und Zuversicht erfüllten Gefühlen in seinem 1982/83 als Auftragswerk des Landes Tirol komponierten Requiem mit außerordentlichem Können in Musik gesetzt hat. Das Werk, das unter der Stabführung von Lothar Zagrosek eine ebenso würdige wie glanzvolle Uraufführung erlebte, schlägt eine Brücke zwischen Alt und Neu, zwischen Geschichte und Gegenwart.

Neue Tiroler Zeitung (Jutta Höpfel)


Links Doblinger Musikverlag, mica-Archiv: Erich Urbanner, mica-Artikel: Schönberg Center - Werke von Erich Urbanner und einigen von dessen Schülern mit dem Ensemble Lux (Nachbericht) (2010), mica-Artikel: Neues von Meisterhand - Zur Uraufführung von Erich Urbanners Violakonzert (2011), mica-Artikel: Der Steppe glücklich entkommen - Erich Urbanner zum 75. Geburtstag (2011), mica-Artikel: TENM - Ächte Tyroller Liader (2012)

Empfohlene Zitierweise
mica (Aktualisierungsdatum: 28. 4. 2020): Biografie Erich Urbanner. In: Musikdatenbank von mica – music austria. Online abrufbar unter: https://db.musicaustria.at/node/66516 (Abrufdatum: 28. 11. 2020).

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