Michael Jarrell
Genre:

© C. Daguet / Editions Henry Lemoine

Jarrell Michael

Werke

# Titel EntstehungsjahrSortiericon Dauer Besetzung Gattung
1 ... Un temps de silence ... - Konzert für Flöte 2017 22m
2 Verästelungen (Assonance Ic) 2016 12m
3 Des nuages et des brouillards - Konzert für Violine und Orchester 2016
4 Emergences-Résurgences - Konzert für Viola und Orchestra 2016 23m
5 Aquateinte - Konzert für Oboe und Orchester 2016 17m
6 Dornröschen (Nachlese IVb) 2015 13m
7 ... in verästelten Gedanken ... (Nachlese VIIb) - für Streichquartett 2015 19m
8 ... aussi peu de nuages ... - Konzert für Violine und Orchester 2015 8m 30s
9 Assonance Ib 2014 12m
10 Reflets - für Orchester und Klavier 2014 13m
11 Spuren (Nachlese VII) - für Streichquartett und Orchester 2014 24m
12 Siegfried, nocturne - für Bariton und Ensemble 2013 1h 10m
13 Adtende, ubi albescit veritas - für Bariton und Orchester 2013 6m
14 Emergences (Nachlese VI) - für Cello und Orchester 2012 23m
15 Lied ohne Worte 2012 12m
16 Nachlese Vb - für Sopran und Ensemble 2012 ~ 25m
17 ... Ombres ... - für Orchester 2011 11m
18 Étude pour piano 2011 9m
19 Liederzyklus (Nachlese V) 2011 17m 30s
20 Paysages avec figures absentes (Nachlese IV) - für Violine und Orchester 2010 22m
21 La Chambre aux échos 2010 36m
22 Le Père - Der Vater 2010 55m
23 Staub (Assonance IIIb) - für 7 Instrumente und Video 2009 18m 30s
24 Assonance IVb - für Horn 2009 8m
25 ... Le ciel, tout à l'heure encore si limpide, soudain se trouble horriblement ... - für Orchester 2009 ~ 18m
26 Paysages avec figures absentes (Nachlese IV) - für Violine und Ensemble 2009 18m
27 Cassandre (span. Version) - Monodram für Schauspielerin, Ensemble und Elektronik 2009 54m
28 ... Un temps de silence ... - Konzert für Flöte und Orchester 2007 22m
29 ... Nachlese ... III - Es bleibt eine zitternde Bebung 2007 19m
30 ... Nachlese ... II - für Violine und Violoncello 2007 5m
31 ... Nachlese ... - für Sopran und Streichquartett 2007 11m
32 Cassandre (engl. Version) - Monodram für Schauspielerin, Ensemble und Elektronik 2006 54m
33 ... denn alles muss in Nichts zerfallen ... 2005 28m
34 Galilei - Oper in 12 Szenen 2005 1h 50m
35 Sillages - Congruences II - für Flöte, Oboe, Klarinette und Orchester 2005 - 2009 26m
36 Cassandre (ital. Version) - Monodram für Schauspielerin, Ensemble und Elektronik 2005 54m
37 Abschied II - für Klavier und Ensemble 2004 19m
38 Epigraphe - für Akkordeon und Orchester 2003 18m
39 ... mais les images restent ... - für Klavier 2003 15m
40 ... car le pensé et l'être sont une même chose ... 2002 12m
41 ... prisme / incidences II ... - für Violine und Ensemble 2002 16m
42 Abschied - für Klavier und Orchester 2001 20m
43 Droben Schmettert ein greller Stein - für Kontrabass und Ensemble 2001 20m
44 Incipit - für 6 Perkussion 2001 - 2002 5m 30s
45 Offrande 2001 11m
46 Assonance IX - für Klarinette und Orchester 2000 18m
47 ... more leaves ... 2000 12m
48 Prisme 2000 - 2001 13m
49 Cassandre (finnische Version) - Monodram für Schauspielerin, Ensemble und Elektronik 2000 54m
50 Denn dasselbe ist Erkennen und Sein 1999 15m
51 Formes-Fragments IIb - für 4 Solostimmen und Ensemble nach den Texten von Léonardo da Vinci 1999 15m
52 Assonance VIII - für Bassflöte und vier Schlagzeuge 1999 16m
53 ... some leaves ... - für Violoncello 1999 10m
54 ... prisme / incidences ... - für Violine und Orchester 1998 17m
55 ... un long fracas somptueux de rapide céleste ... - für Schlagzeug und Orchester 1998 18m
56 ... some leaves II ... - für Bratsche 1998 9m
57 Zeitfragmente - für Streichquartett 1997 - 1998 20m
58 Emergences - für Orchester 1997 10m
59 Résurgences - für Saxophon und Ensemble 1996 14m
60 Mémoires - für Chor und Ensemble 1996 15m
61 Wolken 1996 7m
62 Kassandra (dt. Version) 1996 54m
63 Music for a while - für Ensemble 1995 19m
64 Bebung - für Klarinette, Violoncello und Ensemble 1995 18m
65 Aus Bebung 1995 18m
66 Eco III 1994 10m
67 Rhizomes (Assonance VIIb) - für 2 Schlagzeuger, 2 Klaviere und Live-Elektronik 1993 15m
68 Cassandre (franz. Version) - Monodram für Schauspielerin, Ensemble und Elektronik 1993 - 1994 54m
69 Eco IIb 1993 9m
70 Trois Etudes - (Claude Debussy "Drei Klavieretüden"), Orchestration 1992 12m
71 Assonance VII - für Schlagzeug 1992 11m
72 Passages - für großes Orchester 1992 15m
73 Assonance VI - für 8 Instrumente 1991 8m
74 Des nuages et des brouillards - für Schlagzeug, Harfe, Klavier und Streicher 1991 - 1992 13m
75 From the leaves of shadow - für Bratsche und Orchester 1991 15m
76 Harold et Maud - Ballett für Orchester 1991 1h
77 ... d'ombres lointaines ... - für Sopran und großes Orchester 1990 20m
78 Assonance IV - für Tuba, Bratsche und Live-Elektronik 1990 10m
79 Assonance V ... chaque jour n'est qu'une trêve entre deux nuits ... ... chaque nuit n'est qu'une trêve entre deux jours ... - für Violoncello und 4 Instrumentalgruppen 1990 15m
80 Formes-Fragments II - für 6 Stimmen und Instrumentalensemble 1990 15m
81 Assonance II - für Baßklarinette solo 1989 10m
82 Der Schatten, das Band, das uns an die Erde bindet - (L'ombre, cette bande qui nous relie à la terre). Ballett für großes Orchester 1989 20m
83 Assonance III - für Baßklarinette, Cello und Klavier 1989 13m
84 Conversions - für Harfe und Streichorchester 1988 15m
85 Eco II - für Stimme und Kammerensemble 1988 - 1989 10m
86 Congruences - für Midi-Flöte, Oboe, Ensemble und Live-Elektronik 1988 - 1989 18m
87 Modifications - für Klavier und 6 Instrumente 1987 ~ 16m
88 Formes-Fragments - für 6 Stimmen und Instrumentalensemble 1987 15m
89 Eco - für Sopran und Klavier 1986 10m
90 Essaims-crimbles - Kammerballett für Baßklarinette und Instrumentalensemble 1986 20m
91 Anagrammes - Bläserquintett 1986 13m
92 Instantanés - für großes Orchester 1985 16m
93 Lysistrata - Bühnenmusik für 3 Schlagzeuger zum gleichnamigen Stück von Aristophanes 1985 2h
94 Trace-écart - für Sopran, Alt und Ensemble 1984 17m
95 Assonance - für Klarinette solo 1983 10m
96 In te, anime meus, tempora metior - für Streichtrio 1982 28m
97 Trei II - für Sopran und 5 Instrumente 1982 - 1983 15m
98 Dérives - Kammeroper 1980 - 1985 1h
99 Aber der Wissende 1980 - 1981 15m

Allgemeine Information

Geburtsjahr:  1958
Geburtsdatum:  8. Oktober 1958
Geburtsort:  Genf
Geburtsland: 
Nationalität: 

 

1958 in Genf geboren, studierte Michael Jarrell Komposition in der Klasse von Eric Gaudibert am Genfer Konservatorium und in den Vereinigten Staaten (Tanglewood, 1979). Er absolvierte seine Ausbildung an der Staatlichen Hochschule für Musik in Freiburg im Breisgau (mit Klaus Huber).
Zwischen 1986 und 1988 lebte er in der Cité des Arts in Paris und beteiligt sich an der Ausrichtung von Computermusikkursen am IRCAM. Er lebte dann von 1988 bis 1989 in der Villa Medici in Rom, von 1989-1990 trat er dem Istituto Svizzero di Roma bei. Von Oktober 1991 bis Juni 1993 war er "Composer in Residence" mit dem Orchestre de Lyon. Seit 1993 ist er Professor für Komposition an der Universität Wien. Im Jahr 1996 wurde er als "Composer in Residence" beim Lucerne Festival begrüßt. Im Jahr 2001 erhielt er von den Salzburger Festspielen den Auftrag für ein Konzert. Im selben Jahr wurde er von der Republik Frankreich zum Chevalier des Arts et Letters ernannt. Im Jahr 2004 wurde er Professor für Komposition am Musikkonservatorium Genf. Seine Oper Galilei über das Leben Galileos (ein Auftrag des Grand Théâtre de Genève) wurde im Januar 2006 uraufgeführt.

 

Preis Acanthes (1983), Beethovenpreis der Stadt Bonn (1986), Preis Marescotti (1986), Gaudeamus und Henriette Renie (1988), Siemens Förderungspreis (1990): Seit 1982 hat seine Arbeit zahlreiche Auszeichnungen erhalten.

Ausbildung

ZeitraumAusbildungInstrumentAusbildnerInOrganisationOrt

Konservatorium Genf: Komposition und Musiktheorie (Eric Gaudibert)

Komposition

Musiktheorie (Peter Förtig)

Kurse in Computermusik

diverse Seminare und Musikworkshops in den USA (Tanglewood u.a.)

Tätigkeiten

ZeitraumTätigkeitOrganisationOrt
1986 - 1988

Cité des Arts: Composer in Residence

1988 - 1989

Académie de France, Villa Medici: Composer in Residence

Rom
1989 - 1990

Istituto Svizzero di Roma: Mitgliedschaft

Rom
1991 - 1993

Orchestre de Lyon: Composer in Residence

1993

seitdem Lehrtätigkeit für Komposition und Tontechnik

1996

Composer in Residence

2004

seitdem Lehrtätigkeit in Komposition am Konservatorium Genf

2015 - 2016

Mitglied des Wissenschaftskollegs zu Berlin (WiKo)

Aufführungen (Auswahl)

ZeitraumAufführungWerkOrganisationOrt
1984

Aspen Festival

1986

Salle Ansermet

1989

 

1992

Conservatoire Liége: Ancienne salle

1994

Théâtre du Châtelet, Uraufführung

1998
2006

Grand Théâtre de Genève, Uraufführung

Auszeichnungen

Time PeriodAuszeichnungWerkAuszeichnende Organisation
1983

Centre Acanthes: Kompositionspreis

1986

Stadt Bonn: Beethovenpreis

1986

Marescotti-Preis

1988

Académie des Beaux Arts: Henriette-Renié-Preis

1988

Erster Preis beim Internationalen Komponistenwettbewerb

1990

Förderungspreis

2000

Auszeichnung

2001

Kulturministerium Frankreich: Chevalier des Arts et Letters

2010

Preis für Musik

Stilbeschreibung

Musik ist für mich ein Wechselwirken von zwei Elementen: des akustischen Materials und der geistigen Idee. Sie ist sowohl ein Mittel des Ausdrucks als auch ein Handwerk, das auf tägliche Arbeit angewiesen ist. Das akustische Material verlangt Vorbereitung, Anordnung und auch Auswahl, um die geistige Idee tragen zu können. Während sich der Großteil des akustischen Materials in der klassischen Musik in eine Art allgemeinen Bewußtseins eingegliedert hat, wodurch der Zugang erleichtert wurde, führen die Erweiterung dieses Materials im 20. Jahrhundert und das Fehlen eines allgemein akzeptierten Systems zu wichtigen Problemen für die Wahrnehmung. Außerdem spielen in der Musik als einer nicht signifikanten Kunst vor allem linguistische Strukturen eine bedeutende Rolle. Wenn ich komponiere, muß ich mich systematisch für eine bestimmte Auswahl entscheiden, wodurch die Aufeinanderfolge der Ereignisse und die Abfolge der Form bestimmt wird. Einmal ein Entschluß gefaßt, gibt es keinen Weg zurück. In diesem Sinne gleicht die Komposition einem baumartigen System: Ein Motiv, eine Gestalt kann sich auf unterschiedliche Art und Weise entwickeln. Bestimmte Elemente eines Stückes können zum Keim eines anderen werden. Meine Arbeitsmethode ist an psychoakustische Phänomene und die Suche nach einer Sprache gebunden; es wird eine für den Zuhörer nachvollziehbare Formulierung, eine zufriedenstellende Übereinstimmung zwischen Sprache und Wahrnehmung angestrebt, die auf dem Einsatz von erkennbaren Elementen wie Motiven, "gefrorenen" Tonhöhen oder musikalischen Gesten beruht. Ebensowenig wie ich beabsichtige, Tabula rasa mit der Vergangenheit zu machen, möchte ich auch beim Aufbau meiner Stücke nicht immer vom Nullpunkt ausgehen. Im Gegenteil; was mir vor allem wichtig ist, ist die entwickelnde Arbeit an Elementen, die ich besser und besser beherrsche, um somit einen gewissen fließenden Ablauf zu erreichen und eine bezeichnende Kontinuität zwischen den einzelnen Werken zu schaffen. Begeistert von Künstlern wie Giacometti oder Varèse, die unentwegt an ein und derselben Idee arbeiten, empfinde ich meine eigene Entwicklung als eine Art "Auto-Analyse".

 

Michael Jarrell (zitiert aus dem CD-Beiheft Musikprotokoll '90, 1990)

Pressestimmen

28. Jänner 2006

Brecht-Oper: Es gibt ein Leben nach Mozarts Tod
Michael Jarrell, Meister der schwebenden Klänge, hat ein ganz und gar nicht ätherisches Sujet für seine erste abendfüllende Oper gewählt: Bertolt Brechts "Leben des Galilei"[...] In den oft atemberaubend dicht geschichteten Ensembles behält jeder seinen Charakter, seinen Rhythmus, seine Farbe bei. Hier hat das Stück seine erregendsten Momente. Das Publikum der Genfer Oper nahm die zwei Stunden pausenlos ablaufende Novität konzentriert und zuletzt mit viel Applaus zur Kenntnis. 

Die Presse (Wilhelm Sinkovicz) 

 

30. April 1998

Suche nach der dunkleren Stille
Die 30. Wittener Tage für Neue Musik wollen Künste und Wahrnehmungen vernetzen
Daß am Ende doch alles wieder Melodie wird, wie Christian Wolff einmal bemerkte, frustriert auch dessen Kollegen nicht [...] Auch nicht Michael Jarrell, dessen Streichquartett "Zeitfragmente" (gespielt vom Arditti-Quartett) zwischen Statik und Beschleunigung, zwischen auftrumpfendem Forte und im Nichts versickerndem Piano, zwischen Klangfeldern und -Punkten die unfaßbare Mitte sucht, die wir "Gegenwart" nennen. 

Berliner Zeitung (Raoul Mörchen) 

 

1996

[...] eine Meisterschaft der Nuancierung und des figurativen Reichtums, verbunden mit einer durchaus kammermusikalische durchhörbaren Genauigkeit.

Falter (Jürg Stenzl)

Kontakt, Links

Sprache:  Deutsch, Französisch
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