Sánchez-Chiong Jorge

Vorname
Jorge
Nachname
Sánchez-Chiong
erfasst als
InterpretIn
KomponistIn
MusikerIn
AusbildnerIn
Genre
Neue Musik
Subgenre
Modern/Avantgarde
Geburtsjahr
1969
Geburtsort
Caracas
Geburtsland
Venezuela

© Jorge Sánchez-Chiong

Seit gut zwanzig Jahren ist Jorge Sánchez-Chiong bereits als freischaffender Künstler in Wien tätig und gehört auch zu den Mitbegründern der Komponistengruppe Gegenklang. Er studierte bei solch Ausnahmekönnern wie Francis Burt und Michael Jarrell. Zahlreiche Auftragswerke für namhafte Ensembles für Neue Musik gehen auf das Konto des Komponisten. Seine Werke finden ihren Ursprung vor allem in der Improvisation und sprengen in den meisten Fällen die herkömmlichen Standards der Konzertmusik. Sie zeichnen sich durch ein hohes Maß an Lebendigkeit und Spontaneität aus und überraschen immer wieder mit plötzlichen Wendungen.


Ausbildung
1981 - 1988 Caracas Musiktheorie (Daniel Bernard)
1981 - 1988 Caracas Klavier, Kontrabass, Orchester- und Ensemblespiel, Auseinandersetzung mit lateinamerikanischer Popularmusik
1988 - 1989 MUK - Musik und Kunst Privatuniversität der Stadt Wien (früher: Konservatorium Privatuniversität Wien) Wien Jazztheorie
1988 - 1996 mdw - Universität für Musik und darstellende Kunst Wien Wien Komposition Burt Francis
1988 - 1996 mdw - Universität für Musik und darstellende Kunst Wien Wien Komposition Jarrell Michael
1988 - 1996 mdw - Universität für Musik und darstellende Kunst Wien Wien Tonsatz Schermann Dietmar
1997 - 2001 mdw - Universität für Musik und darstellende Kunst Wien Wien Elektroakustische Komposition Kaufmann Dieter
spezielle Förderung durch Marciano Rosario

Tätigkeiten
1990 - 1997 Österreich, Venezuela: Vorträge
1991 Wiener Musiksommer Wien Ausstellung und Vortragsreihe "Die Frauen um Mozart": Mitgestaltung
1997–heute Komponistengruppe »Gegenklang«, Wien: Gründungsmitglied (gemeinsam mit Reinhard Fuchs, Miguel Gálvez-Taroncher, Marcel Reuter, Gerald Resch, Ališer Sijaric, Johannes Maria Staud und Robert M. Wildling)
2005 MUK - Musik und Kunst Privatuniversität der Stadt Wien (früher: Konservatorium Privatuniversität Wien) Wien seither Kurse in Musiknotation am Computer
2007 VIP Academy - Vienna International Pianists Wien Lehrtätigkeit
2007 mdw - Universität für Musik und darstellende Kunst Wien Wien seither Assistent (Komposition und Kontrapunkt 16. Jh.)
2008 - 2010 MUK - Musik und Kunst Privatuniversität der Stadt Wien (früher: Konservatorium Privatuniversität Wien) Wien Workshops (Club Culture and Beyond)
2009 Wien Jurymitglied des Internationalen Rosario Marciano Klavierwettbewerbs
2009 - 2011 mdw - Universität für Musik und darstellende Kunst Wien Wien Künstlerischer Leiter von NeW_AiR (New experimental Ways / Artists in Residence)
2010 Internationale Ferienkurse für Neue Musik Darmstadt Darmstadt Kompositionsdozent
2012 Internationale Ferienkurse für Neue Musik Darmstadt Darmstadt Kompositionsdozent
2014 Internationale Ferienkurse für Neue Musik Darmstadt Darmstadt Kompositionsdozent
Wiener Musikseminar - Internationale Meisterkurse Wien für Klavier, Wien-Loosdorf: Lehrtätigkeit (zeitgenössische Musik)
ORF - Österreichischer Rundfunk Sendungen
ensemble neue musik - wien Mitglied
Veröffentlichungen in venezolanischen Zeitschriften und in "The New Grove Dictionary of Women Composers"

Aufträge (Auswahl)
Ensemble xx. jahrhundert
NewTon Ensemble
ÖBV - Grabenfest
Wiener Saxophon-Quartett
Musikprotokoll im Steirischen Herbst
Klangspuren - Verein zur Förderung von Neuer Musik Schwaz
Klangforum Wien
Wiener Konzerthausgesellschaft
Wien Modern

Aufführungen (Auswahl)
1992 Wiener Konzerthausgesellschaft Wien
1992 mdw - Universität für Musik und darstellende Kunst Wien Wien
1992 Tage der Sakralmusik
1993 Wiener Konzerthausgesellschaft Wien
1993 Caracas Teatro Teresa Carreño de Caracas
1994 Bösendorfer-Saal
1994 Wien Instituto Cervantes Wien
1994 Universität Wien Wien
1995 Alte Schmiede Wien
1995 Konzerthus Odense, Dänemark
1996 ORF - Österreichischer Rundfunk
1996 Luzern Konservatorium Luzern
1996 Moskau - Russland Konservatorium Moskau
1996 Internationale Gesellschaft für Neue Musik - IGNM Österreich Lange Nacht der Neuen Klänge
1997 Porgy & Bess Wien
1997 Caracas Festival de El Hatillo, Caracas
1997 Fünen, Dänemark
1997 Internationale Gesellschaft für Neue Musik - IGNM Österreich Polycollege
2004 Wiener Konzerthaus Wien trapos / Catwalk en Guántanamo
2007 V:NM Festival Graz Graz
2008 KomponistInnenforum Mittersill Mittersill
u.a. durch Interpreten wie Ensemble XX. Jahrhundert, Wiener Saxophon-Quartett, Radio Symphonieorchester Wien

Auszeichnungen
1992 Bundeskanzleramt Österreich Kunst und Kultur Staatsstipendium für ausländische Studenten
1996 Republik Österreich Staatsstipendium für Komposition
1996 Bundeskanzleramt Österreich Kunst und Kultur Würdigungspreis
1998 Bundeskanzleramt Österreich Kunst und Kultur Arbeitsstipendium
2000 Bundeskanzleramt Österreich Kunst und Kultur Arbeitsstipendium
2001 Theodor Körner Fonds Förderungspreis
2001 Wiener Symphoniker Kompositionsstipendium
2001 Republik Österreich Staatsstipendium für Komposition
2003 Bundeskanzleramt Österreich Kunst und Kultur Förderungsstipendium
2004 Stadt Wien Förderungspreis
2005 Bundeskanzleramt Österreich Kunst und Kultur Arbeitsstipendium
2007 Bundeskanzleramt Österreich Kunst und Kultur Arbeitsstipendium
2009 Bundeskanzleramt Österreich Kunst und Kultur Arbeitsstipendium

Stilbeschreibung

 

"Veneno" (Gift) ist ein unter Popularmusikern aus der Karibik verbreiteter Begriff und bezeichnet eine Art von musikalischer Verfremdung, die meistens im Laufe des Spielens entsteht: Musikstücke zu "vergiften" bedeutet aber nicht die bloße Anwendung von Standardimprovisations- und Standardarrangementtechniken: die Mittel (Ersatzharmonien, harmoniefremde Töne, neue rhythmische Patterns etc.) sind nur äußerst vorsichtig zu behandeln. Es gilt, die richtige Dosis zu finden: einem guten "Vergifter" ist bewußt, daß "Veneno" nicht töten, sondern süchtig machen soll. In meinem Stück wende ich eine ähnliche Technik an, jedoch nicht im Rahmen funktioneller Harmonik und Rhythmik. Auch echte lateinamerikanische Rhythmen finden keinen Platz in meiner Sprache - obwohl die rhythmische Behandlung vielleicht ihren Ursprung erkennen läßt. Durch das ganze Stück "vergifte" ich ein von mir 1994 komponiertes Stück - 'Three Studies for a Crucifixion' mit verschiedenen Dosen je nach Möglickeit des Instrumentariums und dem formalen oder dramaturgischen Bedarf.
Derzeit arbeite ich an der "Vergiftung" anderer eigener Werke.

 

 

Jorge Sánchez-Chiong, 1996


Links mica-Archiv: Jorge Sánchez-Chiong, Jorge Sánchez-Chiong (Echoraum)

Empfohlene Zitierweise
mica (Aktualisierungsdatum: 26. 8. 2020): Biografie Jorge Sánchez-Chiong. In: Musikdatenbank von mica – music austria. Online abrufbar unter: https://db.musicaustria.at/node/63568 (Abrufdatum: 25. 11. 2020).