Poppa Gerda

Vorname
Gerda
Nachname
Poppa
erfasst als
InterpretIn
KomponistIn
Genre
Neue Musik
Instrument(e)
Klavier
Orgel
Geburtsjahr
1963
Geburtsland
Österreich

Foto © Basilika Rankweil

"[...] Mit elf Jahren lernte sie Klavier spielen. Später brachte ihr Barbara Chmel die Grundlagen des Orgelspielens bei. Das Konzertfach Orgel studierte Gerda bei Prof. Bruno Oberhammer am Landeskonservatorium Feldkirch und schloss dieses 1995 mit dem Konzertdiplom ab. Sie übt viel daheim an ihrer digitalen Sakralorgel, aber auch in der Rankweiler Josefskirche und der Basilika, denn Orgel spielen verlangt eine intensive Beschäftigung mit dem Instrument.

Von 2002 bis 2004 vertiefte sie ihre Fertigkeiten im Bereich Orgelimprovisation bei Jürg Brunner in St. Gallen. Und das Improvisieren weckte dann ihr Interesse für Kompo-sition. Sie begann 2009 ihr Kompositionsstudium wiederum am Landeskonservatorium (im Hauptstudium bei Prof. Herbert Willi) und beendete dieses 2015 mit Auszeichnung. Seit vier Jahren lernt sie zusätzlich Schlagzeug spielen. Vor allem die Wirkung von Rhythmen auf den Menschen fasziniert Gerda Poppa und ist für sie auch beim Komponieren wichtig.

Kompositionsaufträge erhielt Gerda Poppa bisher unter anderem vom Wiener Concert-Verein, Ensemble Plus, Freundeskreis Basilika Rankweil, Evangelische Kirche Vorarlberg, Symphonieorchester Vorarlberg und anderen. Lang und vielfältig ist die Liste ihrer Werke und der verschiedenen Aufführungsorte. [...]"
Gemeinde Röthis: Gerda Poppa - Röthis ist meine Wohlfühlgemeinde, abgerufen am 29.03.2021 [https://www.roethis.at/medien/roethis-aktuell-2019_2-1.pdf]

Stilbeschreibung

"Welchen Vorbildern, welchen Stilen fühlt sich Gerda Poppa heute besonders verpflichtet? „Das kommt darauf an, für welchen Anlass und welche Besetzung ich schreibe. Wenn ich z. B. den Eindruck habe, Zwölftonmusik ist hier am Platz, dann wende ich diese an. Andererseits kann ich fast harmonisch verfahren, wenn ich glaube, eine Stelle braucht das, um zu wirken. Kirchenmusik schreibt man ganz anders als Konzertmusik, bei Chören und Ensembles, die mit neuer Musik nicht so vertraut sind, muss man auch auf den Ausbildungsstand Rücksicht nehmen. Und Bach und generell die Alte Musik sind wohl bei jedem Organisten stets präsent.""
mica-Musikmagazin: Weit mehr sein als eine "komponierende Hausfrau" – GERDA POPPA im Interview (Fritz Jurmann, 2016)

"Die von mir in meiner Musik verwendeten Stilmittel richten sich natürlich nach dem Thema des Stückes, dem ich mich stelle und auch nach meiner Inspirationsquelle. Je nachdem, was ich zum Ausdruck bringen und welche Emotionen ich beim Zuhörer auslösen möchte, wäge ich die vielen Möglichkeiten ab und suche das für mich Passende heraus. Und das ändert sich natürlich bei jedem neuen Stück, da meist immer wieder andere Ausdrucksmittel erforderlich sind, um der gewünschten Wirkung des Stückes gerecht zu werden."
Gerda Poppa (Juli 2011), zitiert nach: Musikdokumentationsstelle Vorarlberg: Gerda Poppa, abgerufen am 29.03.2021 [http://mudok.at/?avada_portfolio=gerda-poppa]

Ausbildung

1974–1981 Musikschule der Stadt Dornbirn: Klavier (wechselnde Lehrer)
1980–1982 Musikschule Rankweil: Orgel (Barbara Chmel)
1982–1995 Vorarlberger Landeskonservatorium, Feldkirch: Orgel (Bruno Oberhammer) - Konzertdiplom
2002–2004 St. Gallen (Schweiz): Orgelimprovisation (Jürg Brunner)
2009–2015 Vorarlberger Landeskonservatorium, Feldkirch: Komposition (Herbert Willi, Michael Buchrainer, Helmut Sonderegger) - Diplom mit Auszeichnung
2015–heute Privatunterricht Schlagzeug

weitere Orgel-Meisterkurse und Workshops, u.a. bei Michael Radulescu, Guy Bovet, Jon Laukvik

Tätigkeiten

2004–heute Kompositionstätigkeit

Basilika Rankweil: ständige Organistin
Pauluskirche Feldkirch: Organistin
Evangelische Kirche Grabs (Schweiz): Amtswochenorganistin
zahlreiche Konzerte als Solistin und in diversen Ensembles in Österreich, der Schweiz, Liechtenstein

Aufträge (Auswahl)

2014 Wiener Concert-Verein: Die launische Forelle
2015 Wiener Concert-Verein: Annabell Lee
2015 anlässlich der Einweihung der neuen Fenster im Altarraum - Freundeskreis der Basilika Rankweil: Colours
2016 Ensemble Plus: Experiences
2016 Evangelische Kirchgemeinde Feldkirch: Reformare
2017 Symphonieorchester Vorarlberg: Wartezeitenmusik
2017 für das Theaterstück "Leben und Werte - Hans Eschelbach" - Theatergruppe "Kunst und Drama", Nürnberg (Deutschland): Zum Geleit
2019 im Auftrag von Veronika Dünser: Erdenschönheit
2019 im Auftrag von Bruno Oberhammer: Zdritt
2019 Sinfonietta Lustenau: Handymania
2019 im Auftrag von Hanna Bachmann: Reset

Aufführungen (Auswahl)

2005 T-Bone-Quadrat, Gerda Poppa (org), Mels (Schweiz): Schatten und Licht (UA)
2006 Christine Schneider (ms), Doris Glatter-Götz (fl),  Gerda Poppa (org) - Montafoner Sommer, Schruns: O Herr, sei unser Hirte (UA)
2008 T-Bone-Quadrat, Gerda Poppa (org) - Bludescher Orgelkonzerte: Marienbilder (UA)
2009 Gerda Poppa (org), Basilika Rankweil: Aus der Stille (UA)
2011 Anita Martinek (vl), Karoline Kurzemann (va), Yuki Togashi (pf) - Lange Nacht der Musik, ORF/Landesstudio Vorarlberg: happy ending (UA)
2011 Anja Nowotny-Baldauf (fl), Tettnang (Deutschland): feelings (UA)
2012 Johannes Hämmerle (org), Kammerchor Feldkirch, Benjamin Lack (dir), Basilika Rankweil: Skulptur (UA)
2013 Basilikachor Rankweil, Michael Fliri (dir), Basilika Rankweil: Ich glaube an Gott (UA)
2014 Marco Wiedemann (perc), Gerda Poppa (org) - anlässlich der Orgelweihe, Pfarrkirche Meiningen: Choral-Suite über "Was Gott tut, das ist wohlgetan" (UA)
2015 Wiener Concert-Verein - Konzertreihe "Zeitklang im Museum" - ÖGZM – Österreichische Gesellschaft für zeitgenössische Musik, Vorarlberg Museum Bregenz: Die launische Forelle (UA)
2016 Wiener Concert-Verein, Martin Kerschbaum (dir) - Konzertreihe "Zeitklang im Museum" - ÖGZM – Österreichische Gesellschaft für zeitgenössische Musik, Vorarlberg Museum Bregenz: Annabell Lee (UA)
2016 Blechbläserquintett des Landeskonservatoriums Vorarlberg, Herbert Walser-Breuß (dir) - aus Anlass der Präsentation der neuen Fenster im Altarraum, Basilika Rankweil: Colours (UA)
2017 Ensemble Plus - Festival Texte & Töne '17, ORF/Landesstudio Vorarlberg: Experiences (UA)
2017 Herbert Walser-Breuß (trp), Gerda Poppa (org) - Evangelische Kirchengemeinde Feldkirch, Pauluskirche Feldkirch: Reformare (UA)
2018 Symphonieorchester Vorarlberg, Ektoras Tartanis (dir) - Festival Texte & Töne '18, ORF/Landesstudio Vorarlberg: Wartezeitenmusik (UA)
2018 Martin Summer (b), Tobias Neubauer (pf) - Theaterstück "Leben und Werte - Hans Eschelbach" - Theatergruppe "Kunst und Drama", Fraxern: Zum Geleit (UA)
2019 Jacqueline Roscheck (vl), Katharina Plankensteiner (va), Ines Schüttengruber (pf) - Konzertreihe "Zeitklang im Museum" - ÖGZM – Österreichische Gesellschaft für zeitgenössische Musik, Vorarlberg Museum Bregenz: happy ending
2019 Ensemble Plus, Thomas Gertner (dir) - Porträtkonzert Gerda Poppa, Vinomnasaal Rankweil: Via Vitae (UA), Kaleidoskop (UA), Experiences
2019 Anita Flurina Ströhle (s), Simon Flatz (perc), Gerda Poppa (org) - Basilika Konzerte Rankweil - Basilika Rankweil: Durch die Nacht (UA)
2019 Anita Flurina Ströhle (s), ad-hoc Streicherensemble, Simon Flatz (perc), Gerda Poppa (org), Michael Fliri (dir), Basilika Rankweil: Missa brevis I (UA)
2020 Gabriel-Maria Morre (trp), Thomas Vötterl (trp), Bruno Oberhammer (org), Basilika Rankweil: Zdritt (UA)

Pressestimmen

27. Juli 2020
"Trotz der Absage der Bregenzer Festspiele in ihrer gewohnten Form kamen Mitglieder des Wiener Concert-Vereins (teilweise Mitglieder der Wiener Symphoniker) nach Bregenz, um im vorarlberg museum zeitgenössische Musik zu präsentieren. Solche aus ganz Österreich und auch aus dem Ländle, darunter eine Uraufführung von Gerda Poppa, die den Abend sehr eindrucksvoll abschloss. [...] Von Gerda Poppa aus Röthis gelangte "Happy ending" für Violine [...], Viola [...] sowie Klavier zur Uraufführung. Es ist ein emotionales Stück, das in vielschichtigen und eindrucksvollen Klängen ein dramatisches Ereignis in ihrer Familie beschreibt, aber auch ohne diese Geschichte gute Musik ist. Herzlicher Beifall!"
musikundmehr.mika.at: Wiener Concert-Verein: Zeitklang im Vorarlberg Museum (2020, Anna Mika), abgerufen am 29.03.2021 [http://musikundmehr.mika.at/wiener-concert-verein-zeitklang-im-vorarlbe…]

26. Juli 2020
"[...] Das Trio für Violine, Viola und Klavier, "Happy ending" von Gerda Poppa spielten die Musikerinnen mit viel Bedacht aufeinander, so dass die zugrundeliegenden Emotionen gut zur Geltung kamen, beispielsweise die in sich kreisende Fläche am Beginn, der abrupte Einbruch eines unerwarteten Ereignisse, die perkussive Kraft der Erschütterungen und die Entwicklung einen Neubeginns [...]."
Kultur – Zeitschrift für Kultur und Gesellschaft: Gefühle in musikalischen Bildern beschreiben – das Porträtkonzert mit Werken von Gerda Poppa fand viel Zustimmung (Silvia Thurner, 2020), abgerufen am 29.03.2021 [https://www.kulturzeitschrift.at/kritiken/musik-konzert/gefuehle-in-mus…]

13. November 2018
"Zur fünften Stunde des Festivals [Anm.: Festival Texte & Töne] begrüßte Bettina Barnay ein zahlreiches Publikum, eine Komponistin, zwei Komponisten, das SOV, seinen früheren Geschäftsführer Thomas Heißbauer und seinen jungen Nachfolger Sebastian Hazod. Den Anfang machte die Uraufführung von „Wartezeitenmusik“ von Gerda Poppa, ein Auftragswerk des SOV, verbunden mit Texten von Katharina Klein. Gerda Poppa studierte in Feldkirch bei Herbert Willi. In vier Sätzen charakterisiert sie verschiedene Arten des Wartens: freudig, schlaflos, angstvoll, ungeduldig. Da lässt sie zunächst Holzbläser frech und beweglich kommunizieren, der zweite Satz vermittelt eine schwebend unheimliche Nachtmusik. Mit einem klingenden Aufschrei beginnt der dritte Teil, tiefe Register, Klavier, Xylofon werden eingesetzt, eine Art Trauermarsch klingt an. Rhythmisch betont, geistreich, mündet der vierte Satz in einer Doppelkadenz der beiden Schlagwerker. Passend zu diesen musikalischen Charakteren hat Katharina Klein ihre „Warte-Texte“ eingepasst, trägt sie in einem fast atemlosen rhythmisierten Wortfluss vor, die Sprachbilder lassen sich kaum festhalten."
Neue Vorarlberger Tageszeitung: Klingende Zeitstrukturen und Totenklage (Katharina von Glasenapp, 2018), abgerufen am 29.03.2021 [https://epaper.neue.at/kultur/2018/11/12/klingende-zeitstrukturen-und-t…]

27. September 2017
"Es war nicht eben leichte Kost [...]. Doch auch mit einem dicht ineinander verwobenen Programm mit wenig Bekanntem und einigem an Neuer Musik fanden vier qualifizierte heimische Musiker mit der Organistin und Komponistin Gerda Poppa aus Röthis als Zentralfigur viel Zustimmung. [...] Gerda Poppa trägt mit ihrer Präsenz, Farbigkeit und stets angepassten Lautstärke ihrer Orgelbegleitung viel zum letztlich gelungene Gesamteindruck bei. Von ihr stammt auch eine "feelings" genannte Reihe kurzer Stimmungbilder für Flöte solo, die entgegen ihrer originalen Reihenfolge hier im Programm eine Brückenfunktion übernehmen und damit auf die einzelnen Blöcke des Liedzyklus einstimmen. Es sind hübsche Einfälle dabei, hingeworfene Aphorismen, manchmal etwas plakativ [...]. Der dritte "rote Faden" im Programm zeigt anhand dreier sehr unterschiedlich gehandhabter Choralbearbeitungen aus Barock, Romantik und Frühbarock über "Vater unser im Himmelreich" nochmals Gerda Poppas technische Qualitäten als eine der profundesten Organisten unseres Landes."
Vorarlberger Nachrichten: Gerda Popper war die Zentralfigut eines vielfältigen Basilika-Abends (Fritz Jurmann, 2017), abgerufen am 29.03.2021 [https://basilikakonzerte.at/concerts/concerts-35_download-2.pdf]

Diskografie (Auswahl)

2002 Johann Jakob Amann: Missa in A - Katerina Beranova (s), Gerda Poppa (org), Matthew Smith (fg), Ensemble Plus, Capella Stella, Helmut Sonderegger (dir) (VMS Musical Treasures)

Literatur

mica-Archiv: Gerda Poppa

2016 Jurmann, Fritz: Weit mehr sein als eine "komponierende Hausfrau" – GERDA POPPA im Interview. In: mica-Musikmagazin.
2019 Thurner, Silvia: "Äußere Einflüsse lösen in mir Musik aus" – Gerda Poppa ist eine gefragte Komponistin. In: mica-Musikmagazin.

Quellen/Links

Webseite: Basilika Rankweil

Empfohlene Zitierweise
mica (Aktualisierungsdatum: 1. 4. 2021): Biografie Gerda Poppa. In: Musikdatenbank von mica – music austria. Online abrufbar unter: https://db.musicaustria.at/node/177369 (Abrufdatum: 26. 9. 2021).

Logo frauen/musik

Logo ÖKB

Logo Notenverkauf