Clemencic René

Vorname
René
Nachname
Clemencic
erfasst als
AutorIn
DirigentIn
InterpretIn
KomponistIn
Künstlerische/r LeiterIn
MusikwissenschaftlerIn
SolistIn
AusbildnerIn
Genre
Klassik
Neue Musik
Subgenre
Alte Musik
Instrument(e)
Blockflöte
Clavichord
Geburtsjahr
1928
Geburtsort
Wien
Geburtsland
Österreich

Fotografin: D. Klemencic ©

René Clemencic ist Komponist, Dirigent, Solist (Clavichord, Blockflöte) Leiter und Gründer von Ensembles für alte Musik und Musik der Avantgarde, Musikwissenschaftler und Schriftsteller, Leiter internationaler Musikkurse (z.B. Vorträge bei den Ferienkursen Darmstadt, Seminare an der Accademia Chigiana Siena u.v.a.), gelernter Philosoph, sowie Sammler von Inkunabeln und Skulpturen.
Er gilt als einer der Pioniere der authentischen Klangerschließung. Mit seinem Ensemble Clemencic Consort hat er zahlreiche Tonträger - vor allem mit Musik der Renaissance und des Barock - produziert und Konzerte in der ganzen Welt absolviert. Die zeitgenössische Musik, die er pflegt, ist seine eigene, als Interpret und Dirigent aber bleibt René Clemencic ganz entschieden bei der Alten Musik. Er ist auf seinem Gebiet einer der gefragtesten Spezialisten.

Ausbildung
1945 ab diesem Zeitpunkt musikalische Ausbildung
1947 - 1956 Universität Wien (Wien), Sorbonne (Paris) und Collège de France (Paris): Philosophie, Musikwissenschaft, Völkerkunde, Mathematik
1956 Universität Wien Wien Promotion: Dissertation "Sein und Bewußtsein bei Louis Lavelle"
Nijmegen Unterricht bei Joannes Collette Blockflöte
Berlin Unterricht bei Linde Höffer von Winterfeld Blockflöte
Wien Unterricht bei Eta Harich Schneider Cembalo
Collegium Musicum Wien Collegium Musicum Mertin Josef
mdw - Universität für Musik und darstellende Kunst Wien Wien musikalische Formenlehre Ratz Erwin
Wien J.M. Hauers Zwölftonlehre (Johannes Schwieger)
Wien Musiktheorie Polnauer Josef
Wien Hindemiths Theorie Tonaler Beziehungen Staeps Hans-Ulrich

Tätigkeiten
1957 - 1968 Capella Musica Antiqua: Gründung und Leitung des Ensembles für Alte Musik mit dem Schwerpunkt auf klangtreuer Realisierung der Musik der abendländischen Vergangenheit
1962 - 1970 mdw - Universität für Musik und darstellende Kunst Wien Wien Unterrichtstätigkeit "Blockflöte als konzertantes Soloinstrument", sowie die Nebenfächer Musikphilosophie, Ornamentik und Notationskunde des Mittelalters und der Renaissance
1966 Gesellschaft der Musikfreunde in Wien Wien seit damals: ständige eigene Konzertserie mit Alter Musik
1966 - 1971 Accademia Internazionale de Musica da Camera, Rom, Gstaad, Bariloche: Blockflöte
Deller Academy, Abbaye de Sénanque/Frankreich: Unterrichtstätigkeit Blockflöte
Clemencic Consort Umwandlung des Capella Musica Antiqua in das heute noch bestehende und international renommierte "Clemencic Consort"
Konzerttouren auf allen Kontinenten
weit über 100 Schallplatten und CDs mit ihm als Solist und als Dirigent des Clemencic Consort bzw. anderer Ensembles und Orchester

Aufträge (Auswahl)
Volkstheater Ges.m.b.H.  
Serapionstheater Wien
Europäisches Zentrum der Künste Hellerau
Musikverein Wien - Gesellschaft der Musikfreunde in Wien

Aufführungen (Auswahl)
Carinthischer Sommer
Internationale Ferienkurse für Neue Musik Darmstadt Darmstadt
Europäisches Forum Alpbach Alpbach
Festwochen Gmunden Gmunden
Hörgänge - Musik in Österreich
Wien Modern Wien
Queen Elizabeth Hall - Southbank Centre London
Adelaide Adelaide Festival
Mailänder Scala Mailand
Menuhin Academy Blonay
Mittelfest Friaul
Todi Arte Festival
2011 Toulouse Kabbala - Oratorium
2012 Musikverein Wien - Gesellschaft der Musikfreunde in Wien Wien Clemencic Consort-Zyklus

Auszeichnungen
1981 Stadt Amsterdam: Edisonpreis
1989 Stadt Wien Ehrenmedaille in Gold
1996 Bundeskanzleramt Österreich Kunst und Kultur Verleihung des Berufstitels "Professor"
1997 Stadt Wien Preis
2008 Preis "Pro Cultura Hungariae"
2008 Zoltán-Kodály-Preis
Accademia Filarmonica Romana: Accademico dell'Accademia, Ehrendiplom
Biennale d'Arte Sacra di Venezia: Preis "Anima Mundi"
Compagnia de la Calza Venezia: Ehrenmedaille
Stadt Kortrijk: Goldener Sporn der Stadt
Stadt Palermo: Ehrenmedaille
Bundeskanzleramt Österreich Kunst und Kultur zahlreiche Förderpreise
Magistrat der Stadt Wien - MA 7 Kulturamt zahlreiche Förderpreise

Stilbeschreibung
In seinen Kompositionen geht es Clemencic in erster Linie um Klang-Symbolik, nicht primär um Ästhetisches. "Ich versuche in meinen Werken Klänge und Klangkomplexe als akustische Zeichen und Chiffren für innere Erlebnisse und Erfahrungen einzusetzen. Klang und Klanggeste sollen als solche in ihrer ursprünglichen Magie wirken. Es geht mir weniger um die Herstellung eines Opus, Artefactes im üblichen Sinne, sondern mehr um das Enthüllen einer gewissen verborgenen Semantik des Klanglichen".
Anders geartet sind die Werke für Film und Bühne: Musik zum Film "Molière" (Ariane Mnouchkine), Musik zu "Tolldreiste Szenen" (Wiener Serapionstheater), Musik zum "Prinz von Homburg" (Oskar Werner) etc. In dieser Gebrauchsmusik verwendet Clemencic neben der Klangsymbolik auch die Stilmittel der Vergangenheit.
René Clemencic (1994)


Pressestimmen
2002

"Als ihm Rudolf Gamsjäger anbot, an der Staatsoper den "Idomeneo" zu dirigieren, lehnte er leichten Herzens ab. Und auch "Così fan tutte" am Strehler-Theater konnte ihn nicht locken. So wie es alle machen - so macht er's nicht."
Zeitschrift der Gesellschaft der Musikfreunde in Wien

1. Dezember 1998
"Wer bei René Clemencic zu Gast ist, betritt ein magisches Reich. Der Hausherr hat sich mit alten Instrumenten und Kunst aus den verschiedensten Kulturen und Epochen umgeben. Sie bezeugen, daß er nicht nur Musiker und Gelehrter, sondern auch Sammler ist. Alle Epochen sind ihm, um ein Wort Leopold Rankes zu gebrauchen, "gleich nah zu Gott". Aber für eine schlägt sein Herz besonders: für das Mittelalter. Dem hat sich der Originalklangpionier mit seinem Clemencic Consort immer wieder verschrieben."
Der Standard (Peter Blaha)

"Clemencics kompositiorisches Prinzip ist das der Setzung von Elementen, die zueinander durch ihre Beschafffenheit in einen reaktiven Prozeß treten. Kompositionen wie Estasi für sechs Perkussionisten [...] basieren nicht auf konstruierten Spannungsbögen, sondern auf der auratischen Wechselwirkung emblematischer Codes, die ihre Zusammenhänge und ihr zu dechiffrierendes Bedeuten selbst herstellen. Die Rolle des Komponisten wird somit neu definiert als die des mikrospopischen Demiurgen, eines Initiators eigendynamischer Prozesse. Wird somit Kunst zum Äquivalent der Genesis? - "Ein Funke davon ...""
Almanach von 'wien modern' (Christian Baier)

1996
"Clemencic's own acute ear for a vivid end ever-changing counterpoint of vocal styles and musical resonances [...]"
The Times
 

1994
"[...] Brilliant mutige Struktur [...]"
Gazzetino Veneto 

1993
"[...] Troubadour und Mystiker [...]"
Die Presse

Link zur CD-Liste

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Empfohlene Zitierweise
mica (Aktualisierungsdatum: 7. 8. 2020): Biografie René Clemencic. In: Musikdatenbank von mica – music austria. Online abrufbar unter: https://db.musicaustria.at/node/52048 (Abrufdatum: 30. 9. 2020).

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