Deppe Renald

Vorname
Renald
Nachname
Deppe
erfasst als
KomponistIn
InterpretIn
MusikerIn
Künstlerische/r LeiterIn
AusbildnerIn
DirigentIn
Genre
Neue Musik
Jazz/Improvisierte Musik
Klassik
Instrument(e)
Klarinette
Saxophon
Klavier
Computer
Geburtsjahr
1955
Geburtsort
Bochum
Geburtsland
Deutschland

Renald Deppe © Katharina Zidek

"Renald Deppe studierte an der Folkwang-Hochschule in Essen Klarinette, Klavier und Komposition und erhielt seine weitere musikalische Ausbildung in Berlin und an der Hochschule für Musik und darstellende Kunst in Wien. Als Saxophonist und Klarinettist Mitwirkung bei führenden Ensembles für klassische, zeitgenössische und improvisierte Musik. Gründer und künstlerischer Leiter zahlreicher Festivals und Kulturinitiativen. Parallel zu seiner Tätigkeit als Veranstalter, Kurator und Konzeptionist von Musikprojekten abseits eines die Hörgewohnheiten bedienenden Mainstreams hat sich Deppe auch als Komponist durch zahlreiche Auftragswerke einen Namen gemacht. Arbeitsschwerpunkte seines kompositorischen Schaffens sind Kammermusik, Musiktheater, Graphische Notationsarbeiten, Interdisziplinäre Projektgestaltungen, Installationen und Klang-Graphein.

Mit seinem 1992 gegründeten Ensemble "Capella con Durezza", das in variabler Besetzung zeitgenössische Künstler aus den unterschiedlichsten Domänen zusammenführt, erarbeitet Deppe gezielt themenorientierte Programme (Kurt Weill, Charles Mingus, Bert Brecht, Duke Ellington, Zweite Wiener Schule, Bundeshymne, der Deutsche Schlager, Hugo Wolf etc.), bei denen neben Jazz-Versatzstücken Prinzipien der Neuen Musik und deren Improvisationstechniken auch Multimedia-Techniken (Film, Literatur, Performance) zum Einsatz kommen. Renald Deppe bezeichnet dies selbst augenzwinkernd als "Kulturspektakelkonfigurationsmusik - die Anordnung und wechselseitige Beziehung verschiedener Einzelerlebnisse in einem zusammenhängenden Sachverhalt".

Über seine zweite Formation, die Wachauer Pestbläser, bei der bisher Gerd Jonke, Christoph Cech u.a. mitwirkten, äußert Deppe auf seiner Homepage: "Die Wachauer Pestbläser verstehen sich als gemeinnützige Notgemeinschaft mit beschränkter Bodenhaftung, gegründet zur wohlfeilen Ergötzung des Gemütes". Als Musiker (Saxophon, Klarinette) trat er bei zahlreichen internationalen Festivals (Saalfelden, Berlin, Moskau, Krakau, Budapest, Rom, St. Petersburg u.v.a.) auf, seine graphischen Notationen wurden bereits mehrfach in Galerien ausgestellt."
Renald Deppe: Biografie (eigener Text auf Renald Deppes Homepage - mittlerweile nicht mehr abrufbar), Stand: 17.12.2021

Stilbeschreibung

"Wie kaum ein anderer hat Renald Deppe in den letzten zwanzig Jahren das Wiener Musikleben abseits der großen Bühnen geprägt: als Musiker, Veranstalter und als sozialer Plastiker [...]. Den postmodernen Trick, jedweden Zweifel mit Ironie oder Zynismus billig aus dem Weg zu räumen, hat Renald Deppe nicht drauf. Sonst würde er keine so ausgewogenen Sätze sagen wie: "Ich habe mich nie darum bemüht, in der Welt der Hochkultur vorzukommen, und ich bin für diese Welt wohl auch gar nicht interessant." [...] "Ich finde die Idee der sozialen Plastik in der Musik sehr wichtig. Jede abstrakte ästhetische Reaktion hat für mich auch konkrete soziale Bezüge zu Geschichte, Gegenwart und Zukunft. Das Zueinanderführen von Menschen ist wie das Zueinanderführen von künstlerischen Elementen: Es führt zu etwas Neuem. Das ist auch Komponieren, nicht nur das Schreiben mit zwölf Noten." Einen Beuys-Hut hat Deppe nicht auf. Aber ohne seine Künstlerweste geht er nicht aus dem Haus [...]."
Falter: "Qualität des Scheiterns (Carsten Fastner, 2005), abgerufen am 17.12.2021 [https://www.falter.at/zeitung/20050823/qualitaet-des-scheiterns]

Auszeichnungen

2005 festival 21, Linz: Artist in Residence
2006 musik aktuell - Neue Musik in Niederösterreich, Tulln: Artist in Residence
2006 Stadt Wien: Großer Preis für Musik
2011 Exploration of Color, Seoul (Südkorea): Artist in Residence
2015 Druskininkai Artists' Residence – DAR (Litauen): Artist in Residence
2015 Republik Österreich: Goldenes Ehrenzeichen für Verdienste

Ausbildung

Folkwang Hochschule, Essen (Deutschland): Klarinette, Klavier, Komposition
mdw – Universität für Musik und darstellende Kunst Wien: weitere Studien

Tätigkeiten

1988–1997 Kulturspektakel der Stadtinitiative Wien: Initiator, künstlerischer Leiter; gemeinsam mit Margarethe Herbert
1991–1998 ÖBV - Grabenfest - Österreichische Beamtenversicherung, Wien: Initiator, künstlerischer Leiter; gemeinsam mit Johann Hauf
1993–1998 Porgy & Bess, Wien: Gründer, künstlerischer Leiter; gemeinsam mit Christoph Huber, Mathias Rüegg, Gabriele Mazic
1997–1998 Festspielhaus St. Pölten: Musikkurator
1998–heute mdw – Universität für Musik und darstellende Kunst Wien: Dozent (Kulturmanagement, Komposition)
1998–heute Anton Bruckner Privatuniversität Linz: Dozent (Kompositionstechniken)
1999–heute Kunstzeitschrift "kursiv", Linz: Mitherausgeber
2001–2003 Festival 4020 - mehr als Musik, Linz: Initiator, künstlerischer Leiter; gemeinsam mit Peter Leisch
2007 Jahresstipendium für Musik - Amt der Salzburger Landesregierung: Jurymitglied
2011–heute Aufführungsreihe "Lost & Found" - Strenge Kammer/Porgy & Bess, Wien: Kurator
2012–2013 Projekt "Die große Landkarte" - Bundesministerium für Unterricht, Kunst und Kultur: Workshopleiter, Dozent
2013–heute Aufführungsreihe "Public Domain" - Porgy & Bess, Wien: Kurator

Mitglied in Ensemble/Band/Orchester
1992–heute Capella Con Durezza, Wien: Gründer, Klarinettist, künstlerischer Leiter - wechselnde Besetzungen
2002–heute Wachauer Pestbläser: Gründer, Klarinettist, künstlerischer Leiter; gemeinsam mit Judith Ferstl (db), Michael Bruckner (git), Martin Ptak (pos)

als Saxophonist/Klarinettist Mitwirkung bei führenden Ensembles für klassische, zeitgenössische und improvisierte Musik (bspw. Klangforum Wien, Ensemble Wien)
Zusammenarbeit u.a. mit Gert Jonke, Doron Rabinovici, Elfriede Gerstl, Bodo Hell, Evelyn Schlag, Andreas Okopenko, Friederike Mayröcker, Götz Bury, K.U.SCH., Peter Assmann, Linde Waber, Wolfgang Mitterer, Ernst Friedrich, Markus Kupferblum

Aufträge (Auswahl)

1990 für das ÖBV - Grabenfest - Österreichische Beamtenversicherung, Wien: Jimbo
2004 Brucknerhaus Linz: Troparion
2005 zur Neueröffnung - Philharmonie Luxembourg (Luxemburg): Tempus Fugit
2006 Amt der Niederösterreichischen Landesregierung: Der Tod wird nach Pfeffer und Majoran riechen ... - Karwochenlaudanum
2006 Wiener Mozartjahr Organisationsges.m.b.H.: abgefahren!
2011 Festival der Regionen: lost & found
2013 zur Neueröffnung - Theater am Hundsturm, Wien: Der Hundsturm zu Babel
2014 Donaueschinger Musiktage (Deutschland): Abwandlungen des Gleichen
2014 Glatt & Verkehrt, Krems: 13 1/3 märsche den sieg zu verfehlen.
2014 Österreichische Musikwochen in Bulgarien, Sofia (Bulgarien): lunaire revisited - pain- & brainstream-music
2016 Musica Sacra - Internationale Kirchenmusiktage, St. Pölten: artfremd_fremdArt : eigenArt_arteigen
2016 Carinthischer Sommer: Carinthische Wassermusik
2016 anlässlich eines pakistanisch-österreichischen Kulturaustauschs - Amt der Niederösterreichischen Landesregierung: makroPHONIA II
2016 Musikprotokoll im Steirischen Herbst, Graz: protokoll

Aufführungen (Auswahl)

1988 Künstlertheaterfestival, Frankfurt am Main (Deutschland): Albolina (UA)
1992 Festival der Künste, Bad Gleichenberg: Faden der Ariadne (UA)
1993 ÖBV - Grabenfest, Wien: Interpolation (UA)
1995 Theater Winkelwiese, Zürich (Schweiz): Hört - Hört! (UA)
2000 Rauriser Literaturtage: Mohr im Hemd (UA)
2000 Oberösterreichische Kulturvermerke: Nell Breve Arco Del Mio Tempo (UA)
2000 Rupert Bergmann (spr), Pierrot Lunaire Ensemble Wien, Musikverein Wien: TrioRio II (UA)
2002 Johanna Wölfl (s), Martina Tomcic (ms), Andreas Lebeda (bar), Bernhard Landauer (a), Elfriede Irrall (spr), Olaf Scheuring (spr), Capella Con Durezza, Renald Deppe (dir) - Donaufestival Krems: Ria nackt: eine Racheoper (UA)
2002
Steirischer Herbst, Deutschlandsberg: Dimitroff (UA)
2003 Koproduktion mit dem Salzburger Landestheater - Graz 2003 - Kulturhauptstadt Europas, Schauspielhaus Graz: Tracht, Pflicht (UA)
2004 festival 21, Brucknerhaus Linz: Troparion (UA)
2006 Anne Bennent (spr),
Trio Inflagranti - Rauriser Literaturtage, Schauspielhaus Salzburg: Donna Juana (UA)
2011 Eröffnungskonzert - Festival der Regionen, Attnang Puchheim: lost & found (UA)
2013 Wachauer Pestbläser: Ritter, Räuber, Rutschpartien (UA)
2014 Capella Con DurezzaRenald Deppe (dir) - Theater am Hundsturm, Wien: San Ignacio : Eine Dschungeloper (UA)
2014 Capella Con DurezzaRenald Deppe (dir) - Donaueschinger Musiktage (Deutschland): Abwandlungen des Gleichen (UA)
2014 Capella Con DurezzaRenald Deppe (dir), Sofia (Bulgarien): lunaire revisited - pain- & brainstream-music (UA)
2014 Renald Deppe (sax, cl), Wolfgang Mitterer (elec), Pannonisches Blasorchester, Peter Forcher (dir) - Glatt & Verkehrt, Krems: 13 1/3 märsche den sieg zu verfehlen. (UA)
2015 Vilnius (Litauen): gregorian vamps for lithuanian swamps (UA)
2016 Kompanie Vonnunan, Capella Con DurezzaRenald Deppe (dir) - Musica Sacra - Internationale Kirchenmusiktage, Dom zu St. Pölten: artfremd_fremdArt : eigenArt_arteigen (UA)
2016 Eröffnungskonzert - Carinthischer Sommer, Villach: Carinthische Wassermusik (UA)
2016 Renald Deppe (sax), Manuel Mayr (db), Hassan Zanjirani Farahani (elec) - Musikprotokoll im Steirischen Herbst, Helmut List Halle Graz: one bubble muggle meets double trouble (UA)
2016 Festival Imago Dei, Klangraum Krems Minoritenkirche: makroPHONIA II (UA)
2018 Festival Imago Dei, Klangraum Krems Minoritenkirche: My Favorite Nightmare (UA)

Pressestimmen

01. Oktober 2020
"Seit fast 500 Jahren gibt es die Turmbläser von Kirchheim unter Teck: [...] Während sich auf dem Platz Zuhörerinnen und Zuhörer sammeln, schmettern die Musiker der Stadtkapelle ihr Lied in alle vier Himmelsrichtungen. Nach alter Tradition lassen die Musiker den zum Zeitpunkt des Kirchenjahres passenden Choral erklingen. Der Wahl-Wiener, Musiker und Komponist Renald Deppe knüpfte an diese Tradition an und brach sie gleichzeitig auf. Mit seinem Stück »Unter Teck Über Deck. Erbauliche Turmmusicke für mindestens 4 Himmel- & Bimmelrichtungen« hat er für das Bläserquartett ein ungewöhnliches Stück geschrieben. Eine moderne Komposition, die so gar nichts mit dem bekannten Choral gemein hat. Und doch ist sie maßgeschneidert nicht nur für die vier Musiker, sondern auch für den eigentlichen Protagonisten der Konzerte: den Turm selbst. Als Hommage an den Turm schuf Deppe ein Gesamtkunstwerk. Seiner Partitur liegt eine komplexe Zeichnung zugrunde, die während der Laufzeit des Festivals in den Vitrinen der Galerie im Kornhaus ausgestellt war. Deppe lud mit seinem experimentellen Stück für die Bläsergruppe Bürgerinnen und Bürger, Besucherinnen und Besucher ein, ihre Ohren auf neue Klänge einzustimmen – ohne dabei die alte Tradition zu vergessen [...]."
Kulturregion Stuttgart: Renald Deppe - »Unter Teck Über Deck. Erbauliche Turmmusicke für mindestens 4 Himmel- & Bimmelrichtungen«, abgerufen am 17.12.2021 [https://www.kulturregion-stuttgart.de/was/unter-beobachtung/kirchheim-u…]

07. Oktober 2016
"Kann etwas "grooven", auch wenn es keinen erkennbaren "beat" hat? Wenn es von Renald Deppe stammt, kann es [...]. Seine Musik klingt immer cool. Woran liegt das? Wieso empfinde ich das so? Vielleicht liegt es an Deppes großer Liebe zur improvisierten Musik, und dort in der großen Jazz­Tradition seiner Instrumente, vor allem des Saxophons. Renald Deppes Spiel hat für mich immer etwas Jazziges, auch wenn das jeweilige Werk aufs Erste nichts mit Jazz zu tun zu haben scheint. Sein Ansatz – wörtlich und im übertragenem Sinne – ist eindeutig nicht-­klassisch, zumindest nicht im Sinne des Klassik­-Mainstream. Aber ohnehin scheint er nichts mehr zu vermeiden als ausgetretene Pfade. Wo immer seiner Meinung nach bereits genug getan bzw. musiziert wurde, fühlt er keine Notwendigkeit, auch noch seine eigenen Spuren zu hinterlassen. Die Eigenschaft der Flüchtigkeit seines Metiers, dass also – allen Partituren dieser Welt zum Trotz – ein Ton nur solange existiert, als er gespielt wird, dürfte auch in Deppes Lebensweg eine Hauptrolle spielen. Beständigkeit ist nur dann wichtig, wenn sie die Veränderung in sich trägt. Von Dauer kann nur etwas sein, wenn es von wechselnden Kräften getragen wird. So gesehen ist Renald Deppe kein Fackelträger, sondern ein Staffel-­Läufer der Neuen Musik, und zwar meistens der Erste. Er ist ein Initiator, ein Ermöglicher, und wenn er einmal etwas auf den Weg gebracht hat, dann lässt er es frei [...]. Renald Deppe ist mit Sicherheit ein ungeheuer talentierter Mensch. Er macht Musik, er schreibt Musik, er zeichnet Musik (in wunderschönen Kalligraphien), er besitzt eine beneidenswerte Formulierungskunst und hinreißenden Sprachwitz. Dass er all das ganz offensichtlich nie zum eigenen (schon gar nicht finanziellen) Vorteil verwendet hat und wohl auch nie tun wird, macht mich ein wenig traurig. Doch dann greift er zum Saxofon und spielt ein paar Töne von freudiger Musizierlust, lässt der hochintellektuelle, gebildete, belesene Renald Deppe im Spiel das frohe Chaos spürbar werden, ohne das es in der Kunst nun einmal nicht geht. Konzentriert man Renald Deppes Namen auf vier Buchstaben, entsteht die Re_De. Rede weiter, Renald!"
Musikprotokoll im Steirischen Herbst: one bubble muggle meets double trouble (Albert Hosp, 2016), abgerufen am 17.12.2021 [https://musikprotokoll.orf.at/2016/werk/one-bubble-muggle-meets-double-…]

23. August 2005
"[...] Renald Deppe hat es geschafft, wie Renald Deppe zu klingen: ziemlich wild und laut, hochenergetisch und virtuos, anspielungsreich und manchmal sogar witzig. Wenn er Bestehendes bearbeitet, seien es amerikanische Standards oder russische Schmonzetten, nimmt er dieses "Bearbeiten" ziemlich wörtlich und geht gründlich zur Sache, rückt Klischees zurecht, verschiebt gewohnte Perspektiven - und belässt dem Ganzen doch so viel Musikalität, dass auch weniger versierten Hörern noch genug zu staunen bleibt. Wenn er frei spielt, nimmt er gern das Mundstück seines Instrumentes ab, und dann wird es schnell richtig wüst [...]."
Falter: "Qualität des Scheiterns (Carsten Fastner, 2005), abgerufen am 17.12.2021 [https://www.falter.at/zeitung/20050823/qualitaet-des-scheiterns]

20. Juni 2004
"[...] Es war einer dieser grenzüberschreitenden Events. Wiener Konzerthaus, Mozartsaal. E-Musik und Jazz. Fast alle spielten sie brav ihre Parts. Ein bißchen zu brav vielleicht. Nur einer nützte die Chance. Blies Unerhörtes. Auf die Gefahr hin aufzufallen. Möglicherweise sogar negativ bei den Groove- und Ohrenschmaus Suchenden. Dynamische Bocksprünge, respektloses Blöken, kratziges Wispern. Selbstbewußt – dreckiger Sound sprengte plötzlich das allgemeine Bemühen. Virtuoses Heulen am Altsaxophon. Präzise getimter Ausbruch. Der Jazz lebt! Auch als exotische Pflanze im europäischen Klanggarten ... Kunst ohne Snob-Appeal. Komplexität, die nicht ausgrenzt. Strenge, die nicht verletzt. Härte, die sich gegen niemanden wendet. Capella con Durezza. Oder: Offenheit ohne Populismus. Zugänglichkeit ohne Anbiederung. Publikumsnähe ohne Massenverwertungszwang. Professionalität ohne Perfektionierungswahn ... Niemand sonst geht so mühelos durch die Stahlbetonwände der Wiener Musikszenen. Niemandem sonst folgen so gegensätzliche Künstler auf die Bühne. Und das meist für wenig Geld. Als Katalysator, Organisator und notorischer Selbstausbeuter ist Renald Deppe aus Wien nicht mehr wegzudenken. Ebensowenig als kreativer Künstler."
Porgy & Bess: Renald Deppe & Capella Con Durezza & Urfahrer Chorherren & Frauen (D/A) (Robert Bilek, 2004), abgerufen am 17.12.2021 [https://www.porgy.at/en/events/1662/]

"Auch als Komponist bewegt sich Renald Deppe bisweilen abseits der Tradition. Die fünf Notenlinien genügen ihm schon lange nicht mehr. Er setzt seine musikalischen Vorstellungen mit großem Können graphisch um. Diese graphischen Umsetzungen, die eigentlich mehr einer Gefühls- bzw. Zustandsbeschreibung entsprechen, sind Kunstwerke an sich. Mit Tusche und in Aquarelltechnik fertigt Renald Deppe seine Kompositionen, die dann genau so hauchzart klingen wie seine Bilder wirken [...] von höchster filigraner Qualität sind die Kompositionen für jeden, man muss kein Musiker sein, um diese musikalischen Landschaften zu durchwandern."
Concerto (Alfred Krondraf)

Diskografie (Auswahl)

"Veröffentlichungswütig im klassischen Sinne ist er nicht gerade. Die lange Karriere des Renald Deppe hat bislang exakt null Tonträger abgeworfen. Wie es das geben kann? "Für mich ist Musik etwas, was sich der Fixierung entzieht. Aus Prinzip mache ich keine CDs. Nur einmal war ich versucht. Es war ein Kinderbuch von Elfriede Gerstl, das ich vertonen wollte." All die Jahre hat Deppe, ein aus Bochum gebürtiger Klarinettist und Saxofonist, lieber Locations initiiert als Platten aufgenommen [...]."
Die Presse: Wien ist ein einziger Rand (Samir Köck, 2017), abgerufen am 17.12.2021 [https://www.diepresse.com/5150270/bdquowien-ist-ein-einziger-randldquo-…]

Literatur

mica-Archiv: Renald Deppe

2006 mica: Preise der Stadt Wien für Pierluigi Billone und Renald Deppe. In: mica-Musikmagazin.
2007 Masen, Michael: Grabenfest. In: mica-Musikmagazin.
2008 Rögl, Heinz: Imago Dei: Das Osterfestival in Krems (15. – 24. März). In: mica-Musikmagazin.
2010 Rögl, Heinz: Imago Dei in der Minoritenkirche - Renald Deppes Himmelerkundungen und Christoph Cechs Totentanz-Fragmente. In: mica-Musikmagazin.
2011 Ternai, Michael: lost&found: Zerbrechliches/Deponien. In: mica-Musikmagazin.
2011 mica: IMAGO DEI: Das Salz der Erde – Das Licht der Welt (10. März bis 9. April 2012). In: mica-Musikmagazin.
2012 Deisenberger, Markus: mica-Interview mit Renald Deppe. In: mica-Musikmagazin.
2012 mica: Neue Musik – heute? Symposium, Bericht vom 25.10.2012. In: mica-Musikmagazin.
2012 Ternai, Michael: Die Freistunde startet in die nächste Saison. In: mica-Musikmagazin.
2012 mica: Vom Hör- und Sichtbaren. In: mica-Musikmagazin.
2013 Trawöger, Norbert: Kulturen.Vermitteln.Musik – Tagungsbericht. In: mica-Musikmagazin.
2014 mica: Glatt&Verkehrt 2014. In: mica-Musikmagazin.
2014 Polaschegg, Nina: Und + – die Donaueschinger Musiktage 2014. In: mica-Musikmagazin.
2016 mica: Imago Dei 2016: "Zweifel, Liebe, Hoffnung". In: mica-Musikmagazin.
2018 mica: OSTERFESTIVAL IMAGO DEI 2018 – "NACHT & TRÄUME". In: mica-Musikmagazin.
2019 mica: LEICHT ÜBER LINZ. FESTIVAL AKTUELLER MUSIK. In: mica-Musikmagazin.

Publikationen des Künstlers (Auswahl)
2007 Deppe. Renald: Präsentation von kursiv - eine Kunstzeitschrift. In: mica-Musikmagazin.
2010 Deppe, Renald: Kulturpreise des Landes Niederösterreich. In: mica-Musikmagazin.
2010 Deppe, Renald / Hell, Bodo / Höpler, Brigitta (Hrsg.): Linde tröstet Schubert - Waber retrospektiv und Weggefährten. Wien: Mandelbaum Verlag.
2019 Deppe, Renald: New Notations – New Directions: Kosmos Roman Haubenstock-Ramati. In: mica-Musikmagazin.

Quellen/Links

NAIP – European Master of Music: Interview mit Renald Deppe (Dietmar Flosdorf)
Österreichisches Musiklexikon online: Deppe, Ehepaar

Empfohlene Zitierweise
mica (Aktualisierungsdatum: 21. 12. 2021): Biografie Renald Deppe. In: Musikdatenbank von mica – music austria. Online abrufbar unter: https://db.musicaustria.at/node/52550 (Abrufdatum: 20. 1. 2022).