Fischer Michael

Vorname
Michael
Nachname
Fischer
erfasst als
KomponistIn
InterpretIn
MusikerIn
AusbildnerIn
DirigentIn
Genre
Neue Musik
Jazz/Improvisierte Musik
Subgenre
Experimental/Intermedia
Free Jazz
Improvisation
Modern/Avantgarde
Elektro-akustische Kompositionen
Instrument(e)
Sopransaxophon
Tenorsaxophon
Klavier
Violine
Geburtsjahr
1963
Geburtsort
Wien
Geburtsland
Österreich

Michael Fischer © Slobodan Ciric

"Nach anfänglichem beruflichem Irrweg, inklusive 9 to 5 Job und Krawattenhölle, hat sich Michael Fischer eines schicksalsreichen Tages entschlossen, sein Dasein fortan als Musiker bestreiten zu wollen. Und ganz nebenbei mit dem Feedback-Saxophon auch gleich noch eine eigene Klangsprache zu entwickeln [...]."
mica-Musikmagazin: Holzblasmusik quo vadis? – Michael Fischer im Porträt (Michael Masen, 2013)

Stilbeschreibung

"[...] Bei Michael Fischer handelt es sich um einen Musiker, der immer schon seine ganz eigenen Wege gegangen ist. Der Wiener Saxofonist mit der Vorliebe für einen doch etwas experimentelleren und komplexeren Sound hat sich eigentlich nie dazu angespornt gefühlt, sich am strikt definierten musikalischen Regelwerk abzuarbeiten. Vielmehr scheint seine Berufung jene zu sein, genau mit diesem in aller Konsequenz radikal zu brechen [...]."
mica-Musikmagazin: Das VIENNA IMPROVISERS ORCHESTRA feiert sein zehnjähriges Bestehen (Michael Ternai, 2015)

Auszeichnungen

2013 Studio for Electro-Instrumental Music – STEIM, Amsterdam (Niederlande): Artist in Residence; gemeinsam mit bAgg*fisH
2014–2015 Zentrum für Kunst und Medientechnologie Karlsruhe (ZKM) (Deutschland): Gastkünstler

Ausbildung

1968–1979 Wien: Klavierunterricht
1990 Konservatorium Prayner für Musik und dramatische Kunst, Wien: Jazzsaxophon - Diplom
1994–1995 mdw – Universität für Musik und darstellende Kunst Wien: klassische Komposition
1996 East Stroudsburg University (USA): Meisterklasse
1997 New York (USA): Didaktik (Barry Harrys)
1999–heute Selbststudium Elektro-Akustik/Akustische Phänomene der Resonanz
2001 London (Großbritannien): Workshop (Eddie Prevost)
2002–2007 Wien: Violine (Bela Mago jr.)

Tätigkeiten

1992–2000 Konservatorium Prayner für Musik und dramatische Kunst, Wien: Lehrer (Saxophon)
1995–1997 Auseinandersetzung mit "Free Jazz"
1995–heute zahlreiche internationale/nationale Tourneen, u.a. in Österreich, den Niederlanden, Belgien, Portugal, Spanien, Italien, Griechenland, Rumänien, Kroatien, Slowenien, Ungarn, Slowakei, Deutschland, Schweiz, Liechtenstein, Frankreich, Großbritannien, Polen, Finnland, Libanon, Japan, Kanada, USA
1997 Wiener Musiksommer: Kurator
1997–1999 Auseinandersetzung mit "freier Improvisation"
1998–heute Radio ORANGE 94.0 - Das freie Radio in Wien: Mitbegründer
1999–heute Radiosendung "Connex" - Radio ORANGE 94.0 - Das freie Radio in Wien: eigene Sendung zu improvisierter/elektro-akustischer Musik, zeitgenössischen Kompositionen
1999–heute Auseinandersetzung mit "Experimenteller Musik"
1999–heute Entwicklung des "Feedback-Saxophons"
2000–2006 Gustav Mahler Konservatorium f. Musik u. darstellende Kunst m. Öffentlichkeitsrecht, Wien: Lektor (Saxophon)
2000–2010 Radiokunst-Serie "Strange Aid": Produzent, Komponist
2004–heute diverse Kooperationen in den verschiedensten musikalischen Richtungen mit Marcos Baggiani (perc)
2005–heute Radiosendung "Connex - Context" - Radio ORANGE 94.0 - Das freie Radio in Wien: eigene Sendung mit Live-Kompositionen, ad-hoc soundscapes, Entwicklung experimenteller Radiohörspiele (u.a. SprachKlang_Landschaften, echolot, sample-schwebe)
2016–heute Radiosendung "Connex - Extern" - Radio ORANGE 94.0 - Das freie Radio in Wien: Live-Talk-Serie mit international bekannten Musikern/Komponisten/Medienkünstlern

Gastlektor an europäischen/internationalen Universitäten, u.a. Universität für angewandte Kunst Wien, Anton Bruckner Privatuniversität Linz, Universität für Architektur Vaduz (Liechtenstein), Conservatorio Superior de Música Vigo (Spanien), Newcastle University (Großbritannien), Goethe Institute Palermo (Italien), Seiwa University Nishinomya (Japan), University of California (USA), Peabody Institute - The Johns Hopkins University (USA), University of Baltimore (USA) bzw. in diversen Projekten (bspw. EU-Projekt "MELT – Migration in Europe & Local Tradition")
Arbeit an Lehrmethoden für Improvisation für Kinder und Amateure
Mitgliedschaften u.a. bei Grazer Autorinnen/Autoren Versammlung (GAV), Künstlerhaus Wien, European Beat Studies Network, radia - european network for radioart

Mitglied in Ensemble/Band/Orchester
1996–1999 Fischer/Parker/Charles: Saxophonist; gemeinsam mit William Parker (db), Denis Charles (dr)
1999–2003 Wien 2: Saxophonist; gemeinsam mit Andi Menrath (dr, perc)
2000 Fischer/Durrant/Edwards/Menrath: Saxophonist; gemeinsam mit Phil Durrant (vl), John Edwards (db), Andi Menrath (dr, perc)
2000–2003 Kantovic: Saxophonist; gemeinsam mit Wolfgang Fuchs (elec), Alex Wallner (git), Andi Menrath (dr, perc)
2003–heute bAgg*FisH: Saxophonist, Violinist; gemeinsam mit Marcos Baggiani (perc)
2004–heute Vienna Improvisers Orchestra: Mitbegründer, Dirigent, Saxophonist
2007–2010 The Intellectual Unconscious: Saxophonist, Violinist; gemeinsam mit Tamaho Miyake (thrm, pf, zith), Daisuke Terauchi (voc, rec) - große Japan-Tourneen (2007, 2010)
2012–heute M. A. D.: Saxophonist, Violinist, Stimme; gemeinsam mit Alessandro Vicard (a-bass), Didi Kern (dr)

Pinto/Fischer: Saxophonist, Stimme; gemeinsam mit Joao Castro Pinto (elec)
M J M: Saxophonist, Violinist, Stimme; gemeinsam mit John Edwards (a-bass), Marc Sanders (dr)
pool: Saxophonist, Violinist, Stimme; gemeinsam mit Agnes Heginger (voc), Thomas Stempkowski (db), Wolfgang Reisinger (dr)
hot air: Feedback-Saxophonist; gemeinsam mit Albert Mayr (dr, elec)
feedback*X: Feedback-Saxophonist; gemeinsam mit Peter Koger (video, elec)
fluctuations: Feedback-Saxophonist; gemeinsam mit Franciszek Araszkiewicz (elec)
The Moving Point / The Meeting Point: Saxophonist, Violinist; gemeinsam mit Valeria Primost (Tanz), Diana Gadish (Tanz), Pere Gay i Faura (Tanz), Isabel Olle Carpintero (Tanz), Daisuke Terauchi (voc, thrm, elec), Peter Huber (trp), Marcos Baggiani (dr)
VIST AG: Violinist; gemeinsam mit Annette Giesriegl (voc, elec), Clementine Gasser (vc), Karl Sayer (db)
Fischer/Smith: Saxophonist, Stimme; gemeinsam mit Gary Smith (git)
Fischer/Greene/Menrath: Saxophonist; gemeinsam mit Burton Greene (pf), Andi Menrath (dr, perc)
Wien 3: Saxophonist, Violinist; gemeinsam mit Hermann Stangassinger (a-bass), Hannes Schweiger (dr, perc)
Wien 4: Saxophonist; gemeinsam mit Karl Sayer (eb), Gerhard Herrmann (dr), Andi Menrath (dr)
Wien 5: Saxophonist; gemeinsam mit Ludwig Bekic (sax), Richard Koch (trp),     Christian Weber (a-bass), Andi Menrath (dr)
The Trainees of the Cosmos: Saxophonist; gemeinsam mit Ludwig Bekic (sax), Christian Weber (a-bass), Karl Sayer (a-bass), Gerhard Herrmann (dr), Andi Menrath (dr), Jacqueline Schwarz (voc, elec), Elisabeth Schimana (voc, elec)
Vox.quietis.et.tumultus: Saxophonist; gemeinsam mit Jacqueline Schwarz (voc), Christian Weber (a-bass)
Michael Fischer Trio: Saxophonist; gemeinsam mit Karl Sayer (a-bass), Gerhard Herrmann (dr)

weitere Kooperationen, Konzerte/Aufnahmen u.a. mit Lore Heuermann, Mark Dresser, Marc Adrian, Gerhard Rühm, Gerhard Jaschke, Ilse Kilic & Fritz Widhalm, Petra Ganglbauer, Michael Vatcher, Irene Schweizer, Hilary Jefferey, Eileen Standley, Makiko Ito, Piyawat Louilarpprasert, Peter Kowald, Gail Brand, Patrice Héral, Gerald Schuller, Joe Williamson, Klangforum Wien, London Improvisers Orchestra, GIS Orchester

Aufführungen (Auswahl)

2020 Vienna Improvisers OrchestraMichael Fischer (dir) - Wien Modern, Künstlerhaus Wien: AURA (UA)

Pressestimmen

17. September 2012
über: Seven Feedback_Sax-drums duos - bAgg*FisH (Audition Records, 2011)
"Auf eine faszinierende und atmosphärisch ungemein dichte Klangreise tief in die Welt der kunstvollen Improvisation entführt das österreichisch-argentinische Zweiergespann Michael Fischer (Vienna Improvisers Orchestra) und Marcos Baggiani die HörerInnen auf ihrem im Juni erschienenen Album "Seven Feedback_Sax-drums duos" (Audition Records). Auf alle elektronischen oder sonstige Hilfsmittel verzichtend, erschaffen sich der Saxophonist und der Schlagzeuger ihre ganz eigene, höchst eigenwillige und wirklich wunderbar schräge Klangwelt, in welcher alles passieren kann und dies auch geschieht. Schöne Melodien oder  strukturierte Arrangements sucht man auf dieser Veröffentlichung vergeblich. Was regiert ist alleine der virtuose dargebrachte musikalische Dialog zwischen zwei Instrumentalisten, der die Hörgewohnheiten der Musikliebhaber auf die Probe stellt. Ein Muss für alle, die schräge Klänge zu schätzen wissen. Wenn zwei Künstler eines solchen Kalibers und mit einem solch offenen und experimentierfreudigen Musikverständnis einmal zusammentun, dann kann man mit Sicherheit alles erwarten, nur nicht das Gewöhnliche. Beide höchst angesehene und innovative Köpfe der internationalen Improvisations- und Elektroakustikszene stehen als Duo für die vollkommene Überwindung aller möglichen musikalischen und stilistischen Begrifflichkeiten und Definitionen. Der Wiener Saxophonist Michael Fischer und sein argentinischer Kollege Marcos Baggiani am Schlagzeug [...] sind ausgewiesene Experten im Beschreiten der etwas anderen, avantgardistischen und von den herkömmlichen Mustern und Strukturen wegführenden Pfade, sie sind virtuose Klangarbeiter, die das Spiel im Spannungsfeld zwischen allen freien Formen des Jazz und über diese hinaus zur allerhöchsten Kunst erhoben haben [...]."
mica-Musikmagazin: BAGG*FISH: Seven Feedback_Sax-drums duos (Michael Ternai, 2012)

Dezember 2002
über: Solos - Michael Fischer (Extraplatte, 2001)
"In his explorations of amplified saxophone, Austrian player Michael Fischer has come to favour sonority and texture over structure. These ten solo pieces for tenor and soprano don't dispense with form, however - you might describe them as freeform abstractions of shifting temperament. The pieces break into four seperate solo suites:"Solos #1" comprising two tracks (for Jimi Hendrix), the single track of "Solos #2" (for Wien), the four making up "Solos #3" (for Cecil Taylor), and another four for "Solos #4" (for Iannis Xenakis). "Solos #1" and "Solos #4" are played on amplified tenorsaxophone, allowing Fischer to bring in feedback as an integral component in the sound structure. Not surprisingly the opening solos dedicated to Hendrix are the most visceral and angular. Working with the full gamut of volume, from overblown shrieks to almost silent, breathless sighs, he explores in minute detail the sonic possibilities at his disposal. Where structure is less emphasised, Fischer gets the chance to explore the physical qualities of his instrument. At times, notes sound strangulated and purposely inhibited through lack of air supply, alternated with their overblown opposite. Similarly, he will move breath with grace and languor, contrasted elsewhere with tougher, sinewy contortions. Pitch also shifts continously leaving the listener with very few (and deliberately so) points of harmonic reference. Strangely, this does not render the music harsh or fractured. Instead, it sets up a dynamic progression based on an appreciation of texture rather than form. His interest in electronic music is evident in the dedication to Iannis Xenakis, but that doesn't make him overtly referential or too reverential. Electronics are a source of inspiration more than an active component, and his music is all the more intriguing for it. Amplification aside, he avoids adding electronic extensions to his instrument, yet his music carries hints of the way laptop players "vitalise sound". His sleevenotes also talk of "multiple was to create meaning" and his music personifies the fluidity of this approach. He builds sounds with painstaking detail, only to knock them down and come at them from a different angle in an attempt to capture nuances of mood - the rippling continuum of momentum rather than the architectural certainty of stasis [...]."
The Wire (226/2002): Review "Solos" (John Cratchley, 2002), abgerufen am 17.02.2022 [https://m.fischer.wuk.at/feedback_saxophone.htm]

2001
"[...] Fischer schuf sich sein individuelles Arbeitskonzept und ging in seinen musikalischen Erkundungen noch systematischer vor. Eine daraus resultierende intensive Übungsphase, an deren Anfang er sich die Frage stellte, wo die Musik anfängt - sie beginnt mit einem Ton, es folgen zwei usw., legte den Grundstein für Fischers Grenzmarken versetzende Klangforschung und erweiterte Spielweise [...]."
Jazzlive (2001)

Diskografie (Auswahl)

2020 Night - Michael Fischer (viennese smallforms)
2013 bAgg*FisH - bAgg*FisHh (TryTone Records)
2012 Vienna Improvisers Orchestra 2006-2010 (Extraplatte)
2011 Seven Feedback_Sax-drums duos - bAgg*FisH (Audition Records)
2010 Stück für vier Frauenstimmen, zwei Bratschen, Cello und Elektronik - Michael Fischer (ran id)
2008 VIST AG - VIST AG (Creative Sources Recordings)
2006 In 2 Milliarden Jahren ... - Michael Fischer (ran id)
2003 Strange Aid - Michael Fischer (ran id)
2002 Solos - Michael Fischer (Extraplatte)
2002 Tomaset - Fischer/Smith (Extraplatte)
2002 Wien 3 - Wien 3 (Extraplatte)
2000 These Spirits of Elsewhere - Fischer/Greene/Menrath (Extraplatte)
1999 Give - New York 3 (Extraplatte)
1998 Mass Medias Triumph - Men and Progress (Extraplatte)

Literatur

mica-Archiv: Michael Fischer

2007 Masen, Michael: Picking up the Thread. In: mica-Musikmagazin.
2007 mica: Vienna Improvisers Orchestra feat. Gerhard Jaschke. In: mica-Musikmagazin.
2010 mica: 20 Jahre Skug. In: mica-Musikmagazin.
2011 Masen, Michael: mica-Interview mit Michael Fischer. In: mica-Musikmagazin.
2011 Ternai, Michael: Das Wiener Künstlerhaus feiert mit dem Vienna Improvisers Orchestra. In: mica-Musikmagazin.
2012 Ternai, Michael: BAGG*FISH: Seven Feedback_Sax-drums duos. In: mica-Musikmagazin.
2012 mica: Vienna Improvisers Orchestra – libellentänze: blauflügler…, flügellos jedoch. In: mica-Musikmagazin.
2013 Felber, Andreas: Die Wiederkehr der Jazzelefanten – die österreichische Bigband-Szene. In: mica-Musikmagazin.
2013 Masen, Michael: Holzblasmusik quo vadis? – Michael Fischer im Porträt. In: mica-Musikmagazin.
2014 Ternai, Michael: Pan Tau-X: j.u.m.t. workstation. In: mica-Musikmagazin.
2014 Ternai, Michael: bagg*fish mit neuem Album am Start. In: mica-Musikmagazin.
2015 Ternai, Michael: Das VIENNA IMPROVISERS ORCHESTRA feiert sein zehnjähriges Bestehen. In: mica-Musikmagazin.
2022 Plank, Jürgen: "ICH ARBEITE SEHR RÄUMLICH MIT DEM KLANG" – mica-Interview mit Michael Fischer. In: mica-Musikmagazin.

Quellen/Links

Webseite: Michael Fischer
YouTube: Michael C. Fischer
Webseite: bAgg*FisH
Soundcloud: bAgg*FisH
WUK: Michael Fischer
Emergence of Projects - eop: Michael Fischer

Empfohlene Zitierweise
mica (Aktualisierungsdatum: 14. 6. 2022): Biografie Michael Fischer. In: Musikdatenbank von mica – music austria. Online abrufbar unter: https://db.musicaustria.at/node/68936 (Abrufdatum: 28. 6. 2022).