Schimana Elisabeth

Vorname
Elisabeth
Nachname
Schimana
erfasst als
InterpretIn
KomponistIn
MusikerIn
Künstlerische/r LeiterIn
Genre
Neue Musik
Subgenre
Experimental/Intermedia
Klangarchitektur
Klangexperimente
Instrument(e)
Theremin
Stimme
Elektronik
Geburtsjahr
1958
Geburtsort
Innsbruck
Geburtsland
Österreich

Foto © Reinhard Mayr

"Die Musikerin und Komponistin Elisabeth Schimana ist seit den 1980er Jahren als eine der österreichischen Pionierinnen der elektronischen Musik mit Projekten präsent, die sich durch einen radikalen Ansatz und eine ebensolche Ästhetik auszeichnen.

Nach einer Gesangsausbildung absolviert sie Studien in Komposition, Computermusik, Musikwissenschaft und Völkerkunde, befasst sich in Moskau intensiv mit dem Theremin und in Wien mit dem Max Brand Synthesizer. Sie kreiert zahlreiche Radioarbeiten in Kooperation mit dem ORF-Kunstradio sowie Klanginstallationen, interdisziplinäre und performative Projekte und konzipiert Versuchsanordnungen im sozialen Feld sowie solche, die neue Wege musikalischer Interaktion im Internet erproben.

Schimana untersucht in ihrer künstlerischen Arbeit Fragen des Raums, der Kommunikation oder des Körpers in seiner An- bzw. Abwesenheit, insbesondere die Vermittlung kompositorischer Konzepte (Partituren), was zu völlig neuen Ansätzen führt, die das Hören experimentell ausloten und eine erhöhte musizierende Präsenz erfordern. Ihr forschender Zugang hat auch die Gründung des IMA Institut für Medienarchäologie zur Folge, das sich seit 2005 den akustischen Medien an der Schnittstelle analog/digital, sowie dem Thema Frauen, Kunst und Technologie widmet.

Schimanas mehrfach ausgezeichnete und international rezipierte Arbeit steht im Spannungsfeld von Komposition und freiem Spiel, nicht zu trennen von ihr als live Agierender, bezieht sich auf historische Positionen, verweigert sich aber jeglicher Vereinnahmung und besticht, eindringlich und reduziert, mit hoher Intensität."
Institut für Medienarchäologie: Elisabeth Schimana (Milena Meller, 2019), abgerufen am 24.06.2020 [https://ima.or.at/elisabeth-schimana/]

Stilbeschreibung

"[...] Seit Beginn meiner Arbeit als Komponistin elektronischer Musik beschäftige ich mich mit der Platzierung von Klängen im Raum. Wenn ich hier von Raum spreche, inkludiere ich auch Räume wie den Radioraum oder das Internet. [...] versuche mehr, mit dem, was ein architektonischer oder ein anderer Raum als Eigenheit zu bieten hat, zu arbeiten. Dies lässt sich mathematisch nicht berechnen, es muss gehört werden. Ich stelle immer die Frage an den Raum: Was erzählst du mir, wie können wir gemeinsam klingen?" [...]
Ob kaum hörbares Knistern ferner Eruptionen oder brüllendes Aufbäumen übereinander geschichteter Klangflächen - Elisabeth Schimanas Musik bewegt sich an den Rändern, in Extremen. Und ist zugleich zurückgenommen, einem großspurig-gestalterischen Gestus entsagend und Spektakulär-Eingängiges verweigernd. Im Spannungsfeld von Konzept und Experiment wandelt sie häufig außermusikalische Konstruktionsprinzipien in musikalische Strukturen um, übersetzt wissenschaftliche Daten in musikalische. [...] Gegenüber herkömmlich musikalischer Analyse verhält ihre Musik sich sperrig. Es geht ums Hören. Um Schichtungen, Verflechtungen, Ballungen, flächige Formationen. Abweichungen, Verschiebungen, Reibungen, irritierten Puls.Mit wachem Geist, großer Energie, beharrlich und unbeirrbar schafft Elisabeth Schimana Musik, die, gleichermaßen eindringlich wie subtil, in ihrer puren Radikalität sich nachhaltig in unsere Ohren einpflanzt."
Institut für Medienarchäologie: portrait #10 Elisabeth Schimana (Milena Meller, 2018), abgerufen am 24.06.2020 [https://ima.or.at/portrait-10-elisabeth-schimana/]

"Wo ist der Beginn? Ich weiß es nicht - wo soll man ihn ansetzen, vielleicht schon im Bauch meiner Mutter oder erst im Keller diverser Proberäume? Immer war mir die Improvisation wichtig - das Wechselspiel von Chaos und Ordnung - meist verwendeter Begriff - Struktur. Jedwedes Material ordnen, sortieren, strukturieren, schichten, Schleifen bilden, vernichten - bis eine für mich hörbare Struktur erscheint. Ich arbeite jetzt alleine - erst in Gruppen - meist mit Männern. Technik - die nicht verstandene Sprache war Motivation, diese zu erlernen - Lehrgang für Elektroakustik und experimentelle Musik 1987-1989. Dann zwei Projekte ('Zustände', 'Bach') mit Katharina Klement - erste Begegnung im Lehrgang für harmonikale Grundlagenforschung bei Prof. Rudolf Haase 1986. Jetzt alleine. 'A-le-lu-ja' ein erster Versuch einer großen Form, das Band läuft unerbittlich, die Stimme ist frei, findet langsam ihre Struktur - jetzt - im Augenblick der Aufführung. Meine Stimme - Körper - ist Ausgangspunkt - ich kann nicht singen - Stimmbildung privat - die Stimme, mein ganz persönliches Ausdrucksmittel, immer mit mir. Kontrapunkt ist die Arbeit im Studio, die Bearbeitung von Klangmaterial mit Hilfe von analoger und digitaler Technik. Raum - der Klang im Raum - der Raum im Klang, Raum und situationsbezogenes Arbeiten. Die Herstellung einer Konserve, eine eigene Geschichte. Transparenz - eine Forderung an mich. Ob ich je für jemanden anderen komponiere? Jetzt schaffe ich mir meine eigenen Instrumente, das Orchester. Eine neue Herausforderung, die Auseinandersetzung mit InterpretInnen, der Versuch einer Notation zur Rekonstruktion einer Idee. Jeder Versuch bleibt schon in Gedanken stecken - ratlos - wie finde ich die adäquate Zeichensprache - die Darstellung einer so komplexen Struktur nur in Schrift? Schriftkultur - Völkerkunde, eine Herausforderung, sich mit anderen Denkstrukturen zu beschäftigen. Für die Musik? Das Erkennen der eigenen Tradition - "Fremd bin ich ausgezogen, fremd kehr ich wieder heim". Alles Ausflüge, Musikwissenschaft, Völkerkunde, Studium. Alles getrennt? Familie (drei Kinder), Studium, Arbeit, Schaffen - Schöpfen. Nein, nicht getrennt - komplex - komplexe Strukturen."
Elisabeth Schimana, 1995

Auszeichnungen

1987 British Council Austria: Stipendium für einen Auslandaufenthalt
1990 University of Keele, Royal College of Music London: Auslandsstipendium für Komposition
1998 Amt der Niederösterreichischen Landesregierung: Anerkennungspreis für Musik
1998 Amt der Niederösterreichischen Landesregierung: Forschungsstipendium
2001 Bundeskanzleramt Österreich Kunst und Kultur: postgraduales Stipendium für Fortbildung am Theremin Center Moskau (Russland)
2004 Studio for Electro-Instrumental Music – STEIM, Amsterdam (Niederlande): Artist in Residence
2011 Soziale & Kulturelle Einrichtungen der austro mechana – SKE Fonds: Publicity Preis
2012 Republik Österreich: Staatsstipendium für Komposition
2012 Atelier Nord, Oslo (Norwegen): Artist in Residence
2013 Amt der Niederösterreichischen Landesregierung: Würdigungspreis für Medienkunst
2014 Institute for Contemporary Arts Processing – CONA, Ljubljana (Slowenien): Artist in Residence (Ätherwellen)
2017 Druskininkai Artists' Residence – DAR (Litauen): Artist in Residence
2018 New Zealand School of Music, Auckland (Neuseeland): Artist in Residence
2018 Victoria University Wellington (Neuseeland): Artist in Residence
2018 Republik Österreich: Österreichischer Kunstpreis für Musik
2018 Stadt Innsbruck: Hilde-Zach-Kompositionsstipendium
2019 ARTJOG Yogyakarta (Indonesien): Artist in Residence
2019 CMMAS – Centro Mexicano para la Música y las Artes Sonoras, Morelia (Mexiko): Artist in Residence

Ausbildung

1983–1985 Privatunterricht Stimmbildung
1986–1988 mdw – Universität für Musik und darstellende Kunst Wien: Lehrgang für harmonikale Grundlagenforschung
1987 Universität York (Großbritannien): zweimonatiger Aufenthalt als Gaststudentin
1987–1989 mdw – Universität für Musik und darstellende Kunst Wien: Lehrgang für elektroakustische und experimentelle Musik
1989–2010 Universität Wien: Musikwissenschaft und Völkerkunde - Bachelor of Arts
2001–2002 Theremin Center Moskau (Russland): postgraduales Studium
1990 University of Keele, Royal College of Music London (Großbritannien): Kompositionsstudien
2011–2014 Institut für Elektronische Musik und Akustik (IEM) Graz: Computermusik, Komposition - MA

Tätigkeiten

1983–heute Performerin, Komponistin und Radiokünstlerin
1998–2001 Klangnetze: Regionalleiterin für Niederösterreich
1999 Leonardo Music Journal (MIT Press) (USA): ausgewählt für musikalischen Beitrag zur CD/CD-ROM "Power and Responsibility"
2000–2005 Verein zur Förderung und Verbreitung neuer Musik – V:NM, Graz: Vorstandsmitglied
2003 Österreichisches Kulturforum Moskau (Russland): Volontariat
2003 salon elise, Wien: Gründung der Veranstaltungsserie
2003 Werkstadt Graz: Gastkünstlerin
2003 Institut für Elektronische Musik und Akustik (IEM) Graz: Gastkomponistin
2005–heute IMA – Institut für Medienarchäologie, St. Pölten: Gründerin (gemeinsam mit Andrea Sodomka, Seppo Gründler) und künstlerische Leiterin
2006–2007 Ars Electronica, Linz: Jurymitglied für den "Prix Ars Electronica digital music"
2007–2009 Kulturfabrik Hainburg: Konzeption und Durchführung der Ausstellung "Zauberhafte Klangmaschinen"
2012 Bundeskanzleramt Österreich Kunst und Kultur: Mentorin im Mentoring-Programm für Künstlerinnen
2012 Mitarbeit am booksprint von "On Turtles & Dragons and the dangerous quest for a media art notation system", organisiert von Time's Up
2013 IMA – Institut für Medienarchäologie, St. Pölten: Konzeption der Ausstellung "IMAfocus Max Brand" in Kooperation mit Christian Scheib und dem Max Brand Archiv
2014 Symposium Grenzgeräusche, Freiburg/Breisgau (Deutschland): Lecture-Performance
2014–2015 NOTAM, Oslo (Norwegen): Worklab
2015 LAB.852, Zagreb (Kroatien): künstlerische Leiterin des Projektes "From Agora to Syntagme"
2015-2016 Vorträge und Leiterin diverser Kompositionsworkshops in Mexiko, u.a. Mexico City (Escuala Superior de Musica), Oaxaca (San Pablo), St. Luis Potosi (UASLP), Sao Paulo (Studio PANaroma, UNESP), Belo Horizonte (Universidade Federal de Minas Gerais) etc.
2015–2016 Vorträge bei verschiedenen Symposien, bspw. Symposium "AllAroundAudio" (FH St. Pölten), "MAP Symposium" (Ludwig Museum, Budapest/Ungarn), LIMA Symposium "UNFOLD" (Amsterdam/Niederlande) etc.
2016 Amt der Niederösterreichischen Landesregierung: Jurymitglied bei der Vergabe der Kulturpreise
2016 Hochschule für Musik Freiburg/Breisgau (Deutschland): Teilnahme am Symposium "Heldinnen"
2016 Herausgeberin von "Maschinen fuer die Oper. Der Komponist Max Brand" (Hollitzer Verlag)
2016–heute Klangraum Froebelgasse, Wien: Gründerin und künstlerische Leiterin
2017 Bundeskanzleramt Österreich Kunst und Kultur: Mentorin im Mentoring-Programm für Künstlerinnen
2017 Vorträge bei verschiedenen Gelegenheiten, u.a. "Kunst und Archiv im Dialog" (KUG Archiv, Graz), "ein dorf tut nichts" (TKI, Wattens), "Komponieren mit physikalischen Modellen" (Institut für Elektronische Musik und Akustik (IEM) Graz), "IMAfiction" (Heroines of Sound Festival, Berlin/Deutschland), IMA Symposium "entfalten" (Medienwerkstatt Wien)
2018 Massey University Wellington (Neuseeland): "Komponieren mit physikalischen Modellen"
2018 Victoria University Wellington (Neuseeland): Vortragstätigkeit ("Artist Talk/Composer Workshop" und "IMAfiction")
2019 IMA – Institut für Medienarchäologie, St. Pölten: Konzeption von "The Art of Reproduction"
2019 Universität Mozarteum Salzburg: Vortrag "Auf der Suche nach den Ahninnen"
2019 open space Innsbruck: Vortrag "Elisabeth Schimana - Ein Portrait im Dialog"
2019 Vorträge bei verschiedenen Symposien und Konferenzen, bspw. TENOR Konferenz (Monash University Melbourne/Australien), Operndage Rotterdam (Niederlande), Musiktheatertage Wien etc.
2020 Hochschule für Musik und Tanz Köln (Deutschland): Vortrag "Hidden Alliances_versteckt verbunden"

Mitglied in Ensemble/Band/Orchester
1995–heute The International Theremin Orchestra: Mitglied
2009–heute Dope Beat Rosengarten: gemeinsam mit Gernot Tutner

Aufträge (Auswahl)

zahlreiche Aufträge von Festivals (z.B. Festival der Regionen, Wien Modern, e_may Festival für neue und elektronische Musik), im Kulturbereich tätigen Organisationen (bspw. IMA – Institut für Medienarchäologie, Kunsthalle Krems / Kunstmeile Krems BetriebsgesmbHOffenes Kulturhaus Linz, Offenes Kulturhaus Oberwart, ORF – Österreichischer Rundfunk - Hörfunk, Österreichischer Rundfunk (ORF) – Kunstradio, Institute for Contemporary Arts Processing – CONA, Musikprotokoll im Steirischen Herbst) sowie von Ensemblen/Orchestern (u.a ORF Radio Symphonieorchester Wien)

Aufführungen (Auswahl)

1996 Österreichischer Rundfunk (ORF) – Kunstradio: Zum Ofen (UA)
1992 Lissabon (Portugal): Peter (UA)
1992 Alte Schmiede Wien: Spurensicherung (UA)
1996 Österreichischer Rundfunk (ORF) – Kunstradio: . öffnung (UA), . wasser (UA)
1996 Kunsthalle Krems: Berührungen (UA)
2001 Musikprotokoll im Steirischen Herbst, Graz: sitting in my chair (UA)
2006 Cordula Bösze (fl) - Klangspuren – Verein zur Förderung von Neuer Musik Schwaz, Innsbruck: on tesar (UA)
2007 V:NM Festival Graz: Improvisation mit Peter Herbert (Moskwa)
2009 Internationale Gesellschaft für Neue Musik – IGNM Österreich: Sternenstaub (UA)
2009 Offenes Haus Oberwart: Le midi alla turca (UA)
2011 Youth Music Forum Kiev (Ukraine): Virus #1 (UA)
2011 Festival Druskomanija (Litauen): Virus #1.1 Mutation für Holzbläserquintett
2012 Kulturfabrik Hainburg: Virus #1.2 Mutation für Klavier
2012 Alte Schmiede Wien: Virus #1.2 Mutation für Klavier
2012 Wien Modern: Virus #2 (UA)
2013 The Electro Acoustic Project, Palais Kabelwerk Wien: Membrane (UA)
2013 Musikprotokoll im Steirischen Herbst, Dom im Berg Graz: Virus #3 (UA)
2013 Verein zur Förderung und Verbreitung neuer Musik V:NM, ESC-Labor Graz: Hautkörper (UA)
2014 Liquid Music, Judenburg: Virus #1.3 Mutation für Schlagwerk solo
2015 airborne, Alte Schmiede Wien: Virus #1.4 Seide für Renaissance Flöten
2014 Ljubljana (Slowenien): Ätherwellen (UA)
2014 IMA – Institut für Medienarchäologie, St. Pölten: Der Gedächtniskanon - Interaktive Medieninstallation (UA)
2015 Salon 222 - Escuela Superior de Música, Mexico City (Mexiko): Virus #1.5 für Gitarren, Violine und Violoncello
2017 Wien Modern: 1001 Nadelstiche (UA)
2017 Phiharmonie Lemberg - Contrasty Festival, Lviv (Ukraine): Virus #1.6 für Violine solo
2017 Splendor, Amsterdam (Niederlande): Virus #1.7 für Flöte solo
2018 TENOR Konferenz, Montreal (Kanada): Virus #1.3 Mutation für Schlagwerk solo
2018 Ars Electronica, Lentos Kunstmuseum: Virus #1.6 für Violine solo
2018 Klangforum Wien - Wien Modern: Virus #3.3 (UA)
2019
Black Page Orchestra, Wien: Virus #2.5  (UA)
2019 TENOR Konferenz, Melbourne (Australien): Virus #1.3 Mutation für Schlagwerk solo

Pressestimmen

24. Dezember 2013
CD "Sternenstaub" (chmafu nocords):
"Die österreichische Komponistin, Performerin und "Radio-Künstlerin" Elisabeth Schimana hat ein Faible nicht nur für die Elektroakustik, sondern für mit mathematischer Präzision generierte Klangprozesse. Ihr aus Sinusschwingungen gewonnenes Klangmaterial pulsiert und clustert und verdichtet sich zu einer sphärischen Wolke, die sie durchaus treffend "Sternenstaub" bzw. "Ein Mehrkanal live-Elektronik Solostück" nennt. Unsere Ohren hier reisen also durch einen mathematisch entworfenen Soundkosmos, den "Sonnenwinden" entgegen. Dass das komplex erzeugte Hörerlebnis dann doch etwas unterkomplexe Anforderungen ans Gehör stellt, macht es - je nach Zuhörer - durchaus reizvoll bzw. gar sehr reizarm. Auf jeden Fall herrscht hier knochentrockene Kompromisslosigkeit."
Skug: No Chmafu at all (Curt Cusine, 2013), abgerufen am 25.06.2020 [https://skug.at/no-chmafu-at-all/]

21. Juli 2011
CD "Spaces #1: On Tesar/Moskwa" (ORF/Edition Zeitton):
"Vorliegende CD umfasst zwei Werke von Elisabeth Schimana für die Ö1-Radiosendung "Zeitton", in denen sich die Musikerin in etwas mehr als einer Stunde intensiv mit dem Verhältnis von Raum, Körper und Musik auseinandersetzt. "On Tesar" ist eine adaptierte Fassung des Konzerts für das vom Architekten Heinz Tesar entworfene Essel-Museum, "Moskwa" eine Art Audiotagebuch mit Fieldrecordings. Fein, dass "Spaces" auf Super-Audio-CD aufgenommen wurde, wodurch sich mehrkanaliger Raumklang ohne Datenreduktion speichern lässt. Soundforschungsleitende Prinzipien sind Tesars Raumentwürfen entnommen, seinem Konzept des "überflüssigen Raums" entsprechen die als "Restgeräusche" aus dem akustischen Spektrum destillierten Raumklänge Schimanas. Cordula Bösze bringt sich mit weitverzweigten, oft nur knapp über der Wahrnehmungsgrenze fließenden Flötenpassagen ein, welche von Schimana geschichtet und gestapelt werden. "Moskwa" schließlich fängt unterschiedlichste Stimmungen der russischen Hauptstadt ein, Choräle kollidieren mit Zuggeräuschen, der akustische Smog der 14-Millionenstadt trifft auf Vogelgezwitscher. Eine Reise durch Verkehrsmittel, Vergangenheitsaufarbeitung und persönlichen Impressionen. "Spaces" ist so kurzweilig wie diskursiv, so herausfordernd wie spannend."
Skug (https://skug.at/spaces-1-on-tesar-moskwa-elisabeth-schimana/]

05. Dezember 2001
"Für fast jedes Stück, jede Komposition, jede Konzeption der Künstlerin Elisabeth Schimana gilt, dass im Zentrum des Interesses Körper und Körperlichkeit stehen. Das ist ganz und gar nicht selbstverständlich für eine Künstlerin, die oft und gerne mit elektronischen Mitteln und Medien arbeitet. Es wäre auch falsch, bloß Körper und Körperlichkeit per se als das Zentrale in Elisabeth Schimanas Arbeit zu benennen, es ist immer ein Verhältnis der Körperlichkeit zu bestimmten Situationen, zu bestimmten Kontexten, das thematisiert wird."
Skug (Nina Ross)

Diskografie (Auswahl)

Als Komponistin
2014 Virus - Elisabeth Schimana & Igor Gross (chmafu nocords)
2011 Spaces #1: On Tesar/Moskwa - Elisabeth Schimana (ORF/Edition Zeitton)
2010 Höllenmaschine - Elisabeth Schimana (chmafu nocords)
1998 Berührungen - Elisabeth Schimana (Elisabeth Schimana)
1997 B*Brainers: Erinnerung, Gehirn, Körperwetter - Elisabeth Schimana (Tanz Hotel)
1989 Dot: Elisabeth Schimana, Katharina Klement (LP; Extraplatte)

Als InterpretIn
2014 Virus - Elisabeth Schimana & Igor Gross (chmafu nocords)
2013 Sternenstaub - Elisabeth Schimana (chmafu nocords)
2012 Dope Beat Rosengarten - Gernot Tutner & Elisabeth Schimana (chmafu nocords)
2006 die große partitur - Seppo Gründler & Elisabeth Schimana (musik aktuell)
2002 ExEU: Tended Rope - u.a. mit Elisabeth Schimana & The International Theremin Orchestra // Track 2: Song #2 And #3
2001 ein dorf tut nichts - Elisabeth Schimana & Markus Seidl (elise.at)
1998 Touchless, the sensuality of music made without touching - Elisabeth Schimana & The International Theremin Orchestra (ORF Kunstradio)
1998 Berührungen - Elisabeth Schimana (Elisabeth Schimana)
1989 Dot: Elisabeth Schimana, Katharina Klement (LP; Extraplatte)

Tonträger mit ihren Werken
2017 CD-Edition 30/4: electroacoustic music and sound art from austria (GEM) // CD 4, Track 4: Homage a Max Brand
2014 Bad Alchemy 80: Compilation #1 (chmafu nocords) // Track 7: Hautkörper / Skin Body
2011 Freistil Samplerin #2: DAMN! (chmafu nocords) // Track 6: Weave
1997 Musikprotokoll im Steirischen Herbst 97 (ORF Steiermark) // Track 3: Aus Den Tiefen Von Sinnen
1992
Hare, Hunter, Field: The Secret Passion of Rudolf Peterson (Johnny Blue) // Track 12: Peter

Als Bearbeiterin/Produzentin
2013 IMA Focus: Max Brand (
chmafu nocords)
2006 IMA Fiction Portrait #02: Rebekah Wilson (Institut Für Medienarchäologie)
1998 Berührungen - Elisabeth Schimana (Elisabeth Schimana)
1996 Projekt Klangnetze - Musik Von Dreiundneunzig SchülerInnen (Durian Records)

Literatur

mica-Archiv: Elisabeth Schimana
2009 Rögl, Heinz: e-may-Festival - Pia Palme, Elisabeth Schimana und Andrea Sodomka mit Uraufführungen (Nachbericht). In: mica-Musikmagazin.
2010 Rögl, Heinz: IMA. 05 - In der Hainburger Kulturfabrik feierte das Institut für Medienarchäologie ein Fest. In: mica-Musikmagazin.
2011 Deisenberger, Markus: Der weibliche Blick. In: mica-Musikmagazin.
2012 mica: MENTORING von Künstlerinnen für Künstlerinnen 2012 erfolgreich fortgesetzt und abgeschlossen. In: mica-Musikmagazin.
2013 Fellinger, Andreas: SoundproduzentInnen des frühen 21. Jahrhunderts. In: mica-Musikmagazin.
2013 mica: IMAfiction. In: mica-Musikmagazin.
2013 Polaschegg, Nina: Elektronische Musik in Österreich - Kompositionen / KomponistInnen / KlangregisseurInnen. In: mica-Musikmagazin.
2016 mica: Festival IMAkusmonium. In: mica-Musikmagazin.

Literatur von der Komponistin
Schimana, Elisabeth (Hrsg.) (2016): Maschinen für die Oper. Der Komponist Max Brand. Hollitzer Verlag.

Quellen/Links

Website: Elisabeth Schimana
austrian music export: Elisabeth Schimana
Website: Institut für Medienarchäologie (IMA)
Website: Klangraum Froebelgasse

Empfohlene Zitierweise
mica (Aktualisierungsdatum: 30. 6. 2020): Biografie Elisabeth Schimana. In: Musikdatenbank von mica – music austria. Online abrufbar unter: https://db.musicaustria.at/node/71222 (Abrufdatum: 7. 8. 2020).

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