Nussbaumer Georg

Vorname
Georg
Nachname
Nussbaumer
erfasst als
KomponistIn
AusbildnerIn
MedienkünstlerIn
Genre
Neue Musik
Subgenre
Tradition/Moderne
Instrument(e)
Blockflöte
Geburtsjahr
1964
Geburtsort
Linz

© mica

 

Es gibt kaum etwas, das Georg Nussbaumer nicht zu Musik macht. Seien es Instrumente, die nicht mit einem Bogen, sondern mit einem Hirschgeweih angestrichen werden, ein Pissoir, das an Duchamps Readymades gemahnt, oder rote Kaugummis, die von Sängerinnen gekaut und im Mund zu einem bestimmten Körperteil geformt werden. Die Ausgangspunkte für diesen grenzensprengenden Umgang zwischen Komposition, Performance und Installation liegen in der Auseinandersetzung mit menschlichen Verhaltensweisen und mythologischen Stoffen ebenso wie in der klanglichen Erforschung von diversen Gegenständen. Wenn Nussbaumer das Klavier als Symbol für den schwarzen Kontinent heranzieht, ist nicht nur die schwarze Farbe und die Form des von oben betrachteten Flügels ausschlaggebend.


Ausbildung
1984 Anton Bruckner Privatuniversität Linz (früher: Brucknerkonservatorium) Linz künstlerische Reifeprüfung
1984 Matura
Anton Bruckner Privatuniversität Linz (früher: Brucknerkonservatorium) Linz Blockflöte
Amsterdam Blockflöte Hauwe Walter van

Tätigkeiten
1986 Grünau im Almtal: Stellvertretender Kapellmeister der Blasmusik
1987 Musikschule der Stadt Linz Linz Lehrtätigkeit
1989 plastische Partituren, benotierte Objekte
2001 Offenes Kulturhaus Linz Linz Artist in Residence
2002 Djerassi resident artists program, Woodside: Artist in residence
2006 Rostock Ostseebiennale: Ausstellung (Fotos, Video)
2008 Wiener Tage der zeitgenössischen Klaviermusik Wien Gastdozent
als Komponist und Interpret Auftritte in mehreren europäischen Ländern
Konzeption und Mitarbeit in mehreren spartenübergreifenden Kunst- und Schulprojekten (Kunsttagesreisen, "Musik stempeln, brennen, nageln auf verschiedenen Materialien" u.a.)

Aufträge (Auswahl)
2006 Steirischer Herbst

Aufführungen (Auswahl)
1988 Alte Schmiede Kunstverein Wien Wien
1989 Linz Galerie Maerz
1991 Lange Nacht der Neuen Klänge
1992 Grenzgänger Kaunas/Litauen
1996 Kunsthalle Krems / Kunstmeile Krems BetriebsgesmbH Krems
1997 Berlin Insel Musik Ein schwarzer Kontinent - Geschmückter Flügel / 1303 Vorgänge
1998 Festspielhaus St. Pölten St. Pölten Porträtkonzert (Ensemble 2001/Hermes Phettberg)
2002 Offenes Kulturhaus Linz Linz parsifalsurvivaltrail - eine operninstallation
2003 Donaueschinger Musiktage Donaueschingen Videos, Installationen, Konzert- und Sprengaktion, Schmelzprozess
2004 New York The Great Hall, The Cooper Union: als Teil von Birgit Ramsauers Projekt "spinett", "birding guide - für spinett"
2005 Wien Modern Wiener Konzerthaus schlachten:szenen
2006 Nationaltheater Mannheim Mannheim Tristan: "Schwimmen und Schweigen!" - für Klavier, Mezzosopran, Tuba, Große Trommel, Becken, Klangbojen, Video in einer Schwimmhalle (z.T. schwimmendes Publikum)
2006 Steirischer Herbst Kindermuseum Graz "Kleines Nordlicht mit Steinschnuppen": Aktion für und Mit Kindern (Stimmgabeln, Steinchen, Wasser)
2007 Kassel documenta 12 könig ludwigsonate oder das blau der schwanengrotte

Auszeichnungen
1994 Amt der Oberösterreichischen Landesregierung Talentförderungsprämie
2002 Stadt Linz Auslandsstipendium

Pressestimmen

1999

Der Klang, dem der Komponist scheinbar gleichgültig gegenüber steht, ist das beredte Zeugnis seiner Hervorbringung und die unterschlagene Geschichte dessen, was ihn hervorbringt. Und indem auf nicht-akustische Weise im Klang des erweiterten Instrumentariums die Assoziationen und Konnotationen seiner Hervorbringung mitschwingen, zieht er die vorläufige Grenze der Musik weit außerhalb der Reichweite des Hörens. 

Positionen (Peter Ablinger) 

 

3. Februar 1998

Beispiel AnAmorica: "In den Schichten der Komposition, die von Amerika handelt habe ich", so der Linzer Komponist, "allgemein bekannte Gegenstände als Instrumente verwendet: Erdäpfel, Federn, Roßhaare und Steine. Das Cello erklingt befiedert, die Viola ist behaart." Als Gags will der 33jährige seine Instrumentierungen nicht gedeutet sehen. [...] Einer bestimmten Komponierschule fühlt sich Nussbaumer, der Blockflöte studierte und diese in einer Linzer Musikschule auch noch unterrichtet, nicht wirklich zugehörig. "Es kommt darauf an, welche Zeit man meint. In der Mittelschule war Anton Webern durchaus wichtig, später natürlich John Cage, Joseph Beuys, dann Arno Schmidt und natürlich auch James Joyce." Joyce gleichsam als Komponierlehrer? Nun ja die Gleichzeitigkeit von Heiterkeit und Ernst, die Mischung aus Philosophie und Kalauern, die er beim irischen Dichter entdeckt, hat es Nussbaumer angetan. Sie hat ihn mehr gelehrt, als es ein Klanglehrer hätte tun können. 

Der Standard


Links mica-Archiv: Georg Nussbaumer

Empfohlene Zitierweise
mica (Aktualisierungsdatum: 23. 3. 2020): Biografie Georg Nussbaumer. In: Musikdatenbank von mica – music austria. Online abrufbar unter: https://db.musicaustria.at/node/61056 (Abrufdatum: 19. 9. 2020).