Studio Dan
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Studio Dan

Allgemeine Information

Gründungsjahr:  2005

 

Studio Dan ist eine von Daniel Riegler geleitete Formation, die seit ihrer Gründung 2005 großes Aufsehen in Österreich erregte. Besonders die außergewöhnliche Verflechtung von Neuer Musik und zeitgenössischem Jazz begeistert das Publikum. Studio Dan bleibt dabei aber nicht an der Oberfläche einer einfachen Stilmixtur, sondern macht sich die Essenz verschiedener Musizierhaltungen zueigen, um dann zu erfrischenden Ergebnissen zu kommen.

 

Der Name des 17-köpfigen Ensembles leitet sich von dem von Frank Zappa (1979) aufgenommenen Album "Studio Tan" ab und stellt, stellvertretend für sein gesamtes Werk, einen wesentlichen Ausgangspunkt für das Projekt her. Vor allem die farbenreiche Instrumentierung, aber auch die improvisatorische Stärke der Musiker ermöglichen viele Experimente im Grenzbereich freier und organisierter Improvisation, Jazz und Neuer Musik.
Das Ensemble setzt sich zum einen aus MusikerInnen der jungen Österreichischen Jazz- und Improvisations-Szene sowie gefragten InstrumentalistInnen aus dem Bereich Neue Musik zusammen und wird somit am besten den Anforderungen jüngster, zeitgenössischer Musik gerecht.

 

Neben regelmäßigen Auftritten im Wiener Porgy & Bess war das Ensemble bei Festivals wie dem Jazzfest Berlin, der Zappanale in Bad Doberan oder im Kampnagel in Hamburg zu hören. Studio Dan produziert und kuratiert regelmäßig neue Programme, Konzertserien und CDs in Eigenregie und arbeitet als Koproduzent mit großen Institutionen wie dem 21er Haus, Wien Modern oder KinderKinder/Big Bang. Unter den Gastsolisten und Kooperationspartnern finden sich Musiker wie Vinko Globokar, Elliott Sharp, Michel Doneda oder Friedrich Cerha. Das Ensemble wurde bereits mehrmals von der Ernst von Siemens Musikstiftung unterstützt.

 

Auszeichnungen:

  • 2011: Förderung durch die Ernst-von-Siemens-Musikstiftungfür die Zusammenarbeit mit dem New Yorker Gitarristen und Saxophonisten Elliott Sharp
  • 2009: "Preis der deutschen Schallplattenkritik" für die Debüt-CD "Creatures & other stuff"

 

Besetzung/Stilbeschreibung

Band/Ensemble MitgliedInstrument
Kompositionen, Leitung und Posaune
Violine
Violoncello
Kontrabass
Fagott
Saxophon
Trompete
Posaune
Gitarre
Klavier, Synthesizer
Marimba, Perkussion
Elektronik, Turntables
Kontrabass
Kontrabass
Flöte
Flöte
Oboe, Englischhorn
Saxophon, Klarinette
Klavier

weitere Besetzung 2016:

  • Sophia Goidinger-Koch, Marianna Oczkowska – Violine
  • Martina Engel, Emily Stewart – Viola
  • Astrid Kendl – Oboe, Englishhorn
  • Matthew Gregory Smith – Fagott
  • Stefan Dickbauer  – Saxophon, Klarinette
  • Dominik Fuss, Damaris Richerts  – Trompete, Flügelhorn
  • Kevin Fairbairn – Posaune
  • Robert Puhr – Tuba
  • Michael Tiefenbacher  – Klavier
  • Andreas Moser, Raphael Meinhart, Matthias Lill – Perkussion
  • Sixtus Preiss – Electronics, Turntables
  • Christian Grobauer, Mathias Koch – Schlagzeug

Pressestimmen

6. Februar 2010

Vienna Art Orchestra, Nouvelle Cuisine, Jazz Bigband Graz und jetzt noch das hier: eine Gruppe mit dem unspektakulären Namen Studio Dan (abgeleitet von Frank Zappas "Studio Tan", 1979). Österreich kommt damit in der Weltspitze der Bigband-Länder an, wobei der Status nicht durch die blanke Anzahl bestimmt wird, sondern durch die prägnanten Einzelprofile und das durchwegs schäumend vitale Virtuosenhandwerk. Das achtzehnköpfige Kollektiv (ein Dirttel Frauen) beruft sich besonders auf die Verbindungen zwischen Jazz und Neuer Musik und nennt unter seinen Einflüssen Thelonious Monk, John Cage und Iannis Xenakis. Dem nicht aufgeführten Igor Strawinski erweist es (nicht nur) durch ein Sechs-Minuten-Zitat aus dem "Sacre" ebenfalls seine Reverenz.

Frankfurter Allgemeine Zeitung (Ulrich Ohlshausen)

 

2009

Vielleicht steckt was im österreichischen Wasser, oder vielleicht liegt's am Wiener Schnitzel. Das Land hat gerade so viele Einwohner wie New York City, zählt aber Mozart, Haydn und Mahler sowie Schönberg, Berg und Webern zu seinen Lieblingssöhnen. Jüngere Forscher gibt es auch, unter anderen Gunther Müller, Burkhard Stangl, Fennesz und die weiter unten erwähnten Künstler. Diese kleine Republik hat eine reiche Tradition an Kreativität und Innovation.

All about jazz (Kurt Gottschalk)

 

4. November 2009

Ein halbes Jahrhundert nachdem der Komponist Gunther Schuller den auf die Synthese von Jazz mit zeitgenössischer E-Musik zielenden Begriff des Third Stream geprägt hat, verschreiben sich Mathias Rüegg und sein Vienna Art Orchestra nun einem "Third Dream" und kehren damit nach knapp drei Jahrzehnten zu ihrem Debüt-Label Extraplatte zurück. Das 19-köpfige, in Jazzsolisten, Blech- und Holzbläser, Streicher sowie Rhythmusgruppe unterteilte Ensemble versteht sich, wie manche der Titel - "After Decades of Doubts", "Adieux, Lost Century", "Attaining Eternity" - andeuten, offenbar als eine Art Projektgruppe des musikalischen Post-Histoire: In kulinarischen Arrangements, in denen vor allem das Rohrblatt (Harry Sokal, Joris Roelofs) und die Stimme (Corin Curschellas) die Soloparts übernehmen, läuft man ein in den sicheren Hafen, in dem sich die Stürme der Geschichte gelegt haben, alles lichte Klassik ist und Rüegg mit Gershwin und Weill entspannt im Hot-Whirlpool sitzt.

Für diese Form der Abgeklärtheit sind die 19 Mitglieder des von Daniel Riegler geleiteten Studio Dan noch zu jung. Dabei könnte man das gar nicht bescheiden dimensionierte Doppelalbum "Creatures & Other Stuff" (Jazzwerkstatt Records) durchaus auch als Third Stream durchgehen lassen, wobei das um Streicher und Holzbläser aufgefettete Jazzensemble auch noch Elektronik, Groovemusic & eine Prise Rock mitnimmt. Anstatt zeitlosen Klassizismus anzustreben, versieht man die Postmoderne mit ein paar Ecken und Kanten, ohne dass der Eklektizismus zwischen Noise und Neuer Musik, Dancefloor und Dadaismus im fröhlichen anything goes aufginge. Das Bestechende an diesem sympathisch größenwahnsinnigen, zwischen hysterischer Überdeterminiertheit und lässigem Understatement changierenden (auch vor Durchhängern nicht gefeiten) Album ist der Umstand, dass die sehr unterschiedlichen Strategien, Spannung und Dynamik zu erzeugen - von der aphoristischen Askese ephemerer Improvisation bis zur großen Gospelfreejazzweltumarmungsemphase -, kaum je beliebig wirken. Ein erfreulicher Beleg für die Vitalität der jungen heimischen Jazzszene, die damit die vom Vienna Art Orchestra begonnene und von Nouvelle Cuisine aufgenommene Wiener Bigband-Tradition in dritter Generation fortsetzt.

Falter (Klaus Nüchtern)

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