Gnigler Jakob

Vorname
Jakob
Nachname
Gnigler
erfasst als
KomponistIn
MusikerIn
InterpretIn
AusbildnerIn
Genre
Neue Musik
Jazz/Improvisierte Musik
Subgenre
Improvisation
Free Jazz
zeitgenössisch
Instrument(e)
Saxophon
Tenorsaxophon
Geburtsjahr
1989
Geburtsland
Österreich

Jakob Gnigler © Peter Gannushkin

"Jakob Gnigler studierte an der Anton Bruckner Privatuniversität Linz Jazz-Saxophon (BA) und Jazz-Komposition und Theorie (MA). Er lebt in Wien, wo er als Saxophonist in der Improvisationsszene umtriebig ist und sich stetig auf der Suche nach neuen Klangmöglichkeiten befindet. Als Komponist ist er hauptsächlich für seine Band Gnigler, mit der im Dezember 2015 den Bawag P.S.K Next Generation Jazz Award gewinnen konnte, sowie für Pneuma, einer Band für zeitgenössische Musik tätig. Er beschäftigt sich dabei intensiv mit Formen und Abläufen und dem Zusammenwirken von Improvisation und Komposition."
mica-Musikmagazin: OCTOBER MEETING 2017 KÖLN/WIEN- ANGELIKA NIESCIER & JUDITH FERSTL ‘INSOMNIA’ (mica, 2017)

Stilbeschreibung

"In seiner Musik verfließen verschiedene musikalische Eindrücke, vor allem aber aus Jazz und Freejazz, aus zeitgenössischer Musik und aus elektronischer Musik. Dieses Gemisch ergibt mal kleinstrukturierte Klangcollagen, mal lang aufgebaute Bögen; in der Form verstrauchelt, in der Artikulation durchaus harsch, teilweise in Gewohnheiten gefangen, doch immer bemüht, der Bequemlichkeit keine Bleibe zu bieten. Als Saxophonist ist er auf andauernder Suche nach neuen Klängen und neugierig auf Erweiterungen und Manipulationen des Instrumentes, sei es am Anfang oder am Ende der zu bedienenden Röhre, elektronisch oder mechanisch. Durch diese Suche konnte Jakob Gnigler einen eigenen, unverkennbaren Ausdruck zwischen Freejazz und zeitgenössischer Musik entwickeln."
Jakob Gnigler: About (2021), abgerufen am 31.05.2021 [http://jakobgnigler.com/about/]

Auszeichnungen

2015 BAWAG P.S.K. Next Generation Jazz Award: Gewinner (mit Gnigler)
2016 Bundeskanzleramt Österreich Kunst und Kultur: START-Stipendium
2019 Bundesministerium für Europa, Integration und Äußeres der Republik Österreich: Stipendium "The New Austrian Sound of Music 2020–2021" (mit Pneuma)

Ausbildung

2008–2013 Anton Bruckner Privatuniversität Linz: Jazz-Ausbildung (Florian Bramböck, Harry Sokal), IGP Saxophon - BA
2013–2015 Anton Bruckner Privatuniversität Linz: Jazz-Komposition und Theorie (Christoph Cech, Hannes Löschel) - MA

Tätigkeiten

2011–2015 Landesmusikschule Gunskirchen: Lehrer (Saxophon)
2015–heute Wien: selbständiger Lehrer (Saxophon)
2018 Projekt "Borderless Dissonance" - Amt der Steirischen Landesregierung, Slowenische Kultur+ und Künstlervereinigung "KUD Mreža": Selektion und Teilnahme

Mitglied in Ensemble/Band/Orchester
2013–heute Gnigler: Gründungsmitglied, Saxophonist/Komponist; gemeinsam mit Philipp Harnisch (asax, Komposition), Alex Kranabetter (trp, hr), Judith Ferstl (db), Simon Frick (e-vl, Effekte), Niki Dolp (perc)
2013–heute Pneuma: Gründungsmitglied, Saxophonist/Komponist; gemeinsam mit Christine Gnigler (rec), Robert Pockfuß (e-git), Bernhard Höchtel (pf)
2015–heute Trio P:Y:G: Gründungsmitglied, Saxophonist; gemeinsam mit Robert Pockfuß (e-git), Alexander Yannilos (dr)

gelegentliche Duo-Kooperationen mit Valentin Duit (perc) und Markus W. Schneider (git)
Kooperationen mit zahlreichen bekannten MusikerInnen, u.a. Susanna Gartmayer, Didi Kern, Sylvia Bruckner, Thomas Stempkowski, Werner Zangerle, Gigi Gratt, Thomas Berghammer, Bernhard Geigl, Michael Fischer, Matija Schellander

Pressestimmen

20. März 2020
"Die vier Musiker*innen Jakob Gnigler, Robert Pockfuß, Christine Gnigler und Bernhard Höchtel haben sich mit Pneuma ganz der zeitgenössischen komponierten und improvisierten Musik verschrieben. Die ungewöhnliche Konstellation aus Blockflöte, Saxophon, E-Gitarre und Flügel nimmt ihren Ursprung in und um Linz, haben doch drei der vier Ensemblemitglieder am Institut für Jazz und Improvisierte Musik der Anton Bruckner Universität studiert. Von Barock Musik, Free Jazz, Noise, A capella und anderen Musikrichtungen kommend, vereint Pneuma sämtliche Einflüsse in neuen, eigens für das Ensemble komponierten Werken. "Die Auseinandersetzung mit freier Improvisation hat in der Probenarbeit einen höheren Stellenwert bekommen. Weniger, um dies dann auch auf der Bühne zu präsentieren, sondern eher, um komponierten Noten oder sonstigen Vorgaben freier begegnen zu können und der Interpretation mehr Spielraum zu ermöglichen", heißt es von Seiten der Musiker*innen. Der Großteil der Werke stammt von Robert Pockfuß, der die allerersten Stücke für das Ensemble komponiert hat und über dessen Kompositionen Pneuma schlussendlich auch zusammengefunden hat."
creative austria: PNEUMA – Neue Musik zwischen Komposition und Improvisation (Elisabeth Köberl, 2020), abgerufen am 31.05.2021 [https://www.creativeaustria.at/2020/03/20/pneuma-zeitgenoessische-komposition-und-improvisation/]

26. Oktober 2018
über: Straight On, Downstairs, 2nd Door Left (col legno)
"Der spannungsgeladene und stilistisch nicht einzuordnende Klang an der Schnittstelle von Komposition und Improvisation: GNIGLER erheben auf ihrem neuen Album "Straight On, Downstairs, 2nd Door Left" (col legno) das Agieren zwischen den Stühlen zur hohen musikalischen Kunstform. Das von allen Zwängen losgelöste Spiel mit dem musikalisch Gegensätzlichen, die Verbindung und Verwebung des vermeintlich Unvereinbaren, die Neudefinition alter Regeln, das konsequente Unberechenbar- und Unvorhersehbarbleiben: Ja, diese Truppe hat es sich hörbar zum Ziel gesetzt, musikalische Akzente weit außerhalb des gängigen Rahmens zu setzen. Gnigler bahnen sich auf "Straight On, Downstairs, 2nd Door Left" einen eigenwilligen Weg von der Komposition hin zur Improvisation, von der geschlossenen Struktur hin zur vollkommen aufgelösten. Das auf dem Notenblatt Notierte trifft in den Stücken des Sextetts auf das Freie, es entwickelt sich ein gänzlich eigener Klang, der auf wunderbar stimmungsvolle und immens vielschichtige Weise aus den Boxen schallt."
mica-Musikmagazin: GNIGLER – "Straight On, Downstairs, 2nd Door Left" (Michael Ternai, 2018)

17. Juni 2014
über: Gnigler (Listen Closely)
"Alleine schon die Namen der an diesem Projekt beteiligten Protagonisten sollten eigentlich Aufschluss darüber geben, in welche musikalische Richtung es diese Gruppe verschlägt. Jakob Gnigler (Tenorsax, Komposition), Philipp Harnisch (Altsax, Komposition), Alex Kranabetter (Trompete, Es-Horn), Jakob Rieder (Tuba), Judith Ferstl (Kontrabass), Simon Frick (E-Geige, Effekte) und Niki Dolp (Schlagzeug), allesamt längst keine unbekannten Vertreter der jungen österreichischen Jazzgeneration mehr, lösen sich in ihrem Tun von allen erdenklichen vorgeschriebenen Strukturen, Ordnungen und stilistischen Fragestellungen. Was sie praktizieren, ist das von allen Scheuklappen befreite Agieren im endlosen musikalischen Raum mit ungewissem Ausgang. Dies impliziert klarerweise auch die Annäherung an den Jazz aus verschiedensten Perspektiven. So geht es in den Nummern ebenso experimentell, innovativ und verspielt zur Sache, wie auch gediegen-elegant und ruhig oder auch richtig schön brachial. Das Kunststück, das Gnigler wirklich in imposanter Manier zu Wege bringen, ist, alles auf den Punkt zu bringen. Bei so vielen Einflüssen, aus denen die Kompositionen nähren, kann es ja schon mal vorkommen, dass es an den Rändern unklar wird. Nicht aber in diesem Falle. Jeder Ton, jede Melodie, jeder Ausbruch, jede Improvisation, jede spontane und unvorhersehbare Wendung hat in dem sich über weite stimmungsvolle Spannungsbögen erstreckenden Gesamtsound seinen Sinn und seine Berechtigung."
mica-Musikmagazin: Gnigler stellen sich vor (Michael Ternai, 2014)

Diskografie (Auswahl)

Als Interpret
2020 live at amann studios - Gnigler/Duit (Rote Welt Records)
2019 The International Tubax Super Session Orchestra: Best of 2015-2018 (GNU Records) // Track 6: ITSS Orchestra 2018 Day One
2019 Prosa - Schneider/Gnigler (smallforms)
2018 Straight Ahead, Downstairs, 2nd Door left - Gnigler (col legno)
2018 P:Y:G - P:Y:G (freifeld tonträger)
2014 Gnigler - Gnigler (Listen Closely)

Literatur

mica-Archiv: Gnigler

2014 Ternai, Michael: hoerthoert: Das Festival für Zuhörkultur. In: mica-Musikmagazin.
2015 Neidhart, Didi: hoerthoert-Festival erstmals in Salzburg. In: mica-Musikmagazin.
2015 Ternai, Michael: CHILLI JAZZ 2015. In: mica-Musikmagazin.
2015 mica: TRANSFORMATOR #1 – Neue Kompositionsprojekte aus Österreich. In: mica-Musikmagazin.
2016 mica: JAZZWERKSTATT WIEN ZOOM! Festival 2016. In: mica-Musikmagazin.
2017 mica: OCTOBER MEETING 2017 KÖLN/WIEN- ANGELIKA NIESCIER & JUDITH FERSTL ‘INSOMNIA’. In: mica-Musikmagazin.
2019 mica: Die neuen Musikerinnen und Musiker für NASOM 2020/21 stehen fest. In: mica-Musikmagazin.

Quellen/Links

Webseite: Jakob Gnigler
Soundcloud: Jakob Gnigler
Webseite: Saxophonunterricht Wien
Webseite: Gnigler
Facebook: Gnigler
YouTube: Gnigler
Facebook: P:Y:G
YouTube: P:Y:G
Webseite: Pneuma
austrian music export: Pneuma
YouTube: Pneuma

Empfohlene Zitierweise
mica (Aktualisierungsdatum: 27. 7. 2021): Biografie Jakob Gnigler. In: Musikdatenbank von mica – music austria. Online abrufbar unter: https://db.musicaustria.at/node/200986 (Abrufdatum: 18. 9. 2021).