Heinz Karl Gruber
KünstlerInname/Pseudonym: HK Gruber
Genre: Neue Musik
Instrument: Kontrabass
Gattung: Filmmusik

Fotograf: Christian Heindl © Mit freundlicher Genehmigung von Doblinger Musikverlag

Gruber Heinz Karl

Werke

# Titel EntstehungsjahrSortiericon Dauer Besetzung Gattung Notenshop
1 Busking 2007 30m
2 Hidden Agenda 2006 13m
3 der herr nordwind - Oper in 2 Teilen 2003 - 2005 2h
4 Northwind Pictures (Nordwind Bilder) - für Orchester 2003 25m
5 Dancing in the Dark 2002 24m
6 Zeitfluren 2001 23m
7 Exposed Throat - für Trompete 2000 8m
8 Aerial - Konzert für Trompete und Orchester 1999
9 Zeitstimmung - für Chansonnier und Orchester nach Texten von H. C. Artmann 1996 33m
10 Gloria von Jaxtberg - A pigtale. Musiktheater in einem Akt auf ein Libretto von Rudolf Herfurtner 1992 1h 30m
11 "Bring me the head of Amadeus" - Musik zum Film in den "Not Mozart"-Serien 1991 30m
12 Gomorra - Ein musikalisches Spektakel auf ein Libretto von Richard Bletschacher 1990 abendfüllend
13 Cello Concerto 1989 22m
14 Nebelsteinmusik - Violinkonzert Nr. 2 1988 16m
15 Anagramm für sechs Celli - Eine Hommage für Emil Breisach 1987 6m
16 Rauhe Töne - (Rough Music). Konzert für Schlagzeug und Orchester 1982 26m
17 Luftschlösser - Klavierzyklus in vier Sätzen 1981 15m
18 Charivari - Ein österreichisches Journal für Orchester 1981 11m
19 Der Hausdrache - Lieder auf Gedichte von Richard Bletschacher 1980 2m
20 Entmilitarisierte Zonen - Marschparaphrasen für Blechbläser 1979 7m
21 Frankenstein!! - Ensemble-Version 1979 28m
22 Phantom-Bilder auf der Spur eines verdächtigen Themas - für kleines Orchester 1977 13m
23 ... aus schatten duft gewebt ... - Violinkonzert Nr. 1 1977 - 1978 27m
24 3 MOB Pieces - Version für Trompete und kleines Orchester 1977 11m
25 Frankenstein!! - Ein Pan-Dämonium für Chansonnier (Bariton) und Orchester nach Kinderreimen von H. C. Artmann 1976 28m
26 Rauchlied 1976 2m
27 Reportage aus Gomorra - für 5 Sänger und 8 Spieler auf ein Libretto von Richard Bletschacher 1975
28 Arien - für Violine und Orchester 1974
29 Hobby Horse - Lieder auf Gedichte von Kurt und Christa Schwertsik, Fritz Unger 1974 4m
30 Wenn der Tango erwacht - Lieder auf Gedichte von Kurt und Christa Schwertsik, Fritz Unger 1974 4m
31 Die oete Lier 1974 4m
32 Marihuana Song - Lieder auf Gedichte von Richard Bletschacher 1973 2m
33 Die Wette - Lieder auf Gedichte von Richard Bletschacher 1973 2m
34 Three Single Songs 1973 - 1976 11m
35 Die wirkliche Wut über den verlorenen Groschen 1972 6m
36 Festmusik - für Kammerensemble 1972
37 3 Mai 1972 4m
38 Vergrößerung - für Orchester 1970 8m
39 Frankenstein-Suite - für Stimme und Ensemble auf Texte von H. C. Artmann 1970 28m
40 Drei MOB Stücke - für Ensemble 1968 11m
41 Bossa Nova - für Violine und Klavier 1968 3m
42 Revue - für Kammerorchester 1968 19m
43 Der Kastengeist - Lieder auf Gedichte von Richard Bletschacher 1968 4m
44 Kadenzen - zur Sinfonia concertante für Viola und Kontrabass und zum Concerto in D für Kontrabass (Karl Ditters von Dittersdorf) 1968 2m
45 Bossa Nova - Arr. für Violoncello und Klavier 1968 3m
46 Spiel - für Bläserquintett 1967 15m
47 Sechs Episoden aus einer unterbrochenen Chronik - (6 Episodes from a discontinued chronicle) für Klavier solo 1967 10m
48 Die Vertreibung aus dem Paradies - Melodram in 5 Szenen über ein Libretto von Richard Bletschacher 1966 20m
49 Fünf Kinderlieder - für Chor über Texte von Richard Bletschacher 1965 9m
50 fürbass - Konzert für Kontrabass und Kammerorchester 1965
51 Kadenzen zum Klavierkonzert in B - (Domenico Puccini) 1965 2m
52 Zwei Rhapsodien - für Violoncello und Klavier 1964 7m
53 Vier Lieder - für Sopran und Klavier über Texte von Richard Bletschacher 1964 8m
54 Konjugationen 1963 12m
55 Vier Stücke - für Solovioline 1963 8m
56 Gioco a Tre - für Violine, Violoncello und Klavier 1963 5m
57 Manhattan Broadcasts - für kleines Orchester 1962 - 1964 11m
58 Drei Lieder - für Bariton, Ensemble und Tonband 1961 8m
59 Concerto Nr. 2 - für Tenorsaxophon, Kontrabass und Schlagzeug 1961 6m
60 Concerto Nr. 1 - für Flöte, Vibraphon, Xylophon und Schlagzeug 1961 6m
61 Episoden - für 2 Klaviere 1961 8m
62 Improvisationen - für Bläserquintett 1961 12m
63 Concerto für Orchester 1960 - 1964 16m
64 Messe - für gemischten Chor, 2 Trompeten, Englischhorn, Kontrabass und Schlagzeug 1960 20m
65 Suite - für zwei Klaviere, Bläser und Schlagzeug 1960 10m
66 Symphonie
67 Concerto - für Ensemble
68 Violakonzert
69 Ensemblestück

Allgemeine Information

Geburtsjahr:  1943
Geburtsdatum:  3. Januar 1943
Geburtsort:  Wien
Geburtsbundesland: 
Geburtsland: 
Nationalität: 

Tätigkeiten

ZeitraumTätigkeitOrganisationOrt
1961

Kontrabassist

1963 - 1969

Erster Kontrabassist

1968

Ensemble "MOB art & tone ART": Ensemblegründung (gemeinsam mit Kurt Schwertsik, Otto M. Zykan)

1968 - 1971

Ensemble "MOB art & tone ART": Tournee mit eigenen Werken, Musik von Kagel u.a.

1969 - 1998

Kontrabassist

1980

Komposition Workshop

2006

Workshops

2010

Composer/Conductor

Vizepräsident

Dirigate bei nationalen und internationalen Orchestern (Wiener Philharmoniker, Cleveland Orchestra, Radiosymphonieorchester Frankfurt, London Sinfonietta u.a.)

Internationale Auftritte als Channsonnier und Interpret von Werken Kurt Weills, Hans Eislers und eigener Werke

Aufführungen (Auswahl)

ZeitraumAufführungWerkOrganisationOrt
1969

Uraufführung

1978

Uraufführung

1979
1979

Österreichische Erstaufführung

1986

Queensland Conservatory of Music Contemporary Music Ensemble

1986
1987
1987

Musica Nova Festival

1988
1988
1989
1989

Heinrich Schiff and Ensemble

1990
1991
1992

Ensemble Kontrapunkte

1992

Ensemble Kontrapunkte

1993
1994

City of Leeds College of Music New Music Ensemble

1995

London Premiere

1996
1997

Uraufführung, Klangforum Wien

1998

Erstaufführung in London

1998

St Donats Castle

1999

Uraufführung; Håkan Hardenberger (Trompete)

2000

Teatro Camoes

2001
2001

Uraufführung

2002
2003

Wiener Philharmoniker; Simon Rattle (Dir)

2003
2004
2005
2005
2006
2006
2007
2008

Museum of Art

2008
2009
2009

USA Erstaufführung

2010
2010

Frankreich Erstaufführung

2011

Erstaufführung (Ballet-Version)

2011
2012

Großbritannien: Ersaufführung

Auszeichnungen

Time PeriodAuszeichnungWerkAuszeichnende Organisation
1966

Kulturwochenpreis

1969

Förderungspreis

1970

Förderungspreis

1975

Förderungspreis

1977

Förderungspreis

1978

Förderungspreis

1979

Würdigungspreis für Musik

1989

Preis

1998

Artist in Residence

2002

Österreichischer Staatspreis für Kultur

2004

Silbernes Ehrenzeichen

2004

Composer in Residence

2006

Composer in Residence

2006

Artist in Residence

2009

Ehrenmitglied

Stilbeschreibung

HK Gruber entzieht sich jeglicher Einordnung ebenso schnell, wie die Kulturexperten sie vornehmen können. Neoromantisch, neotonal, neoexpressionistisch, neuwienerisch: keines dieser Etiketten paßt auf ihn - vielmehr ist er ein empfindungsfähiger (und rundum vollendeter) Komponist, welcher auf jeden musikalischen Stimulus reagiert, der ihm begegnet, sei er nun anspruchsvoll oder anspruchslos, zwölf- oder siebentönig, bitter oder süß, und welcher sich zu keiner Äußerung mit aufgesetztem musikalischen Akzent verleiten läßt. Seine Wiener Herkunft war in bezug auf sein Schaffen allerdings immer ein zentraler, entscheidender Faktor. Die großen Wiener Klassiker von Haydn bis Berg stecken ihm natürlich im Blut, genau wie die Wiener Volksmusik; das bezeugt 'Charivari', das 'Österreichische Journal für Orchester', das auf 'Perpetuum Mobile' von Johann Strauß (Sohn) basiert. Diverse Anklänge von Revue und Pop ziehen sich durch fast alle Kompositionen Grubers, von den gemäßigt angelegten (aber eigentümlich an die 'Brandenburgischen Konzerte' gemahnenden) 'Drei MOB Stücken' bis hin zum meisterhaften 'Cello Concerto' in einem Satz. Der einprägsame Popsong, der sich am Ende des streng aufgebauten Violinkonzerts '... aus schatten duft gewebt' entspinnt, stammt ganz aus der Feder des Komponisten (nun ja, man munkelt, daß Franz Xaver Gruber, der Urheber von 'Stille Nacht', sein Vorfahr sei) und nimmt ähnliches Gewicht und Schärfe an wie der entlehnte Bachchoral am Ende des Violinkonzerts von Alban Berg. Zudem besticht Grubers Werk (später bearbeitet, um den abschließenden paradiesischen Popsong auszudehnen) unter vielen anderen faszinierenden Eigenschaften durch die Mühelosigkeit, mit der es die stilistischen Welten Bergs und Strawinskys zusammenfügt, die chromatische und die diatonische, die expressionistische und die neoklassische. Grubers bislang berühmt-berüchtigtstes Werk ist sein Melodram im Sinne der "schwarzen Romantik", das "Pan-Dämonium" 'Frankenstein!!', das von einer anderen Wiener Besonderheit bestimmt wird - von einem schwarzen Humor, der entschieden verschärft wird, wenn der Komponist persönlich den Chansonnier-Solisten abgibt. Der Fernsehfilm 'Bring me the head of Amadeus', unter der Regie von Barrie Gavin als Huldigung zum zweihundertsten Todestag seines Landsmannes Mozart von Gruber erdacht, vertont und dargestellt, hat Teil an dieser Stimmung [...]. In welche Musikerrolle Gruber auch schlüpft (Komponist, Dirigent, Chansonnier, Schauspieler, Kontrabassist) und was für stilistische Zutaten er in seinen Werken auch verwenden mag, er bleibt unverwechselbar er selbst: eines der erstaunlich originellen und gebieterischen Talente der Nachkriegsmusik.

Pressestimmen

3. Jänner 2003

 

Heinz Karl Gruber wird 60
"Ich habe es mir ausgerechnet - etwa 2095 werde ich alle Vorhaben erledigt haben", resümiert Gruber, der vorzeigt, daß man auch heutzutage als Individualist Erfolg haben kann. Soferne man sich zu seiner Originalität bekennt.

 

Die Presse (Walter Dobner)

13. Jänner 2003

 

Virtuose Soli im Klangstrom An diesem Vormittag im Goldenen Saal konzentrierte sich das Interesse begreiflicherweise auf die Uraufführung von Heinz Karl Grubers Auftragskomposition "Dancing in the Dark". [...] Das Stück überrascht alle, die "Nali" vornehmlich von seiner humorvoll-sarkastischen Seite her kennen, durch seine ernste, große Anlage. Gleich zu Beginn fesselt die weitgespannt Kantilene des Tenorhorns (prachtvoll: Dietmar Küblböck), auch in der Folge heben sich immer wieder virtuose Soli aus dem breit dahinflutenden Klangstrom heraus. Und geschickt findet der Komponist durch eine sich allmählich durchsetzende Pulsation zu jazzig inspirierten Rhythmen. Ein großer, durchschlagender Erfolg!

 

Die Presse (Gerhard Kramer)

19. August 2006

 

Zwölftonmusik und Humor -geht das? Bei Gruber schon, er nimmt es ja nicht bierernst. Eleganz ist sein ästhetisches Credo, tonal darf es zugehen, komponiert wird mit moderner Reihentechnik. Dass atonale Tonsetzer da die Nase rümpfen, liegt auf der Hand. Aber Gruber dachte nie daran, sich einem "Zentralkomitee für Neue Musik" zu beugen.

 

Wiener Zeitung (Christoph Irrgeher)

2006

 

Classical: New Releases: Gruber, Eotvos, Turnage: Trumpet Concertos
Gruber's is the richest score, a subtle, densely worked, strangely visionary pair of movements that keeps a saving distance (unlike the Turnage) from the instrument's stereotypical jazziness, even while exploring 1930s dance music

 

Sunday Times

5. September 2011

 

Northwind Pictures: "Die spezifische Pointe dieses Stücks liegt darin, dass Instrumente die Sängerparts der Oper übernehmen, sich mit effektvollen ariosen Momenten einstellen. Ein bei allem Schwung kunstvoll erdachtes, auf einer originellen Reihe und gregorianischen Melodie basierendes Orchestertableau."

 

Die Presse (Walter Dobner)

AusbildnerIn von (Person)

SendeaufnahmeinterpretIn von (Werk)