Heinz Karl Gruber
KünstlerInname/Pseudonym: HK Gruber
Genre:
Instrument: Kontrabass

Fotograf: Christian Heindl © Mit freundlicher Genehmigung von Doblinger Musikverlag

Gruber Heinz Karl

Werke

# Titel EntstehungsjahrSortiericon Dauer Besetzung Gattung Notenshop
1 Piano Concerto 2014 - 2016 23m
2 Geschichten aus dem Wienerwald - Opera in 3 Akten 2011 - 2014 2h 20m
3 into the open ... - für Perkusssion und Orchester 2010 28m
4 Busking 2007 - 2008 30m
5 Hidden Agenda 2006 13m
6 Der Herr Nordwind - Oper in 2 Teilen 2003 - 2005 2h
7 Northwind Pictures (Nordwind Bilder) - für Orchester 2003 - 2005 25m
8 Dancing in the Dark 2002 24m
9 Zeitfluren 2001 23m
10 Exposed Throat - für Trompete 2000 8m
11 Aerial - Konzert für Trompete und Orchester 1998 - 1999
12 Zeitstimmung - für Chansonnier und Orchester nach Texten von H. C. Artmann 1995 - 1996 33m
13 Gloria von Jaxtberg - A pigtale. Musiktheater in einem Akt auf ein Libretto von Rudolf Herfurtner 1992 - 1994 1h 30m
14 Gloria von Jaxtberg - Overture 1992 7m
15 "Bring me the head of Amadeus" - Musik zum Film in den "Not Mozart"-Serien 1991 30m
16 Gomorra - Ein musikalisches Spektakel auf ein Libretto von Richard Bletschacher 1990 - 1991 abendfüllend
17 Cello Concerto 1989 22m
18 Nebelsteinmusik - Violinkonzert Nr. 2 1988 16m
19 Anagramm für sechs Celli - Eine Hommage für Emil Breisach 1987 6m
20 Rauhe Töne - (Rough Music). Konzert für Schlagzeug und Orchester 1982 - 1983 26m
21 Luftschlösser - Klavierzyklus in vier Sätzen 1981 15m
22 Charivari - Ein österreichisches Journal für Orchester 1981 11m
23 Der Hausdrache - Lieder auf Gedichte von Richard Bletschacher 1980 2m
24 Entmilitarisierte Zonen - Marschparaphrasen für Blechbläser 1979 7m
25 Phantom-Bilder auf der Spur eines verdächtigen Themas - für kleines Orchester 1977 13m
26 ... aus schatten duft gewebt ... - Violinkonzert Nr. 1 1977 - 1978 17m
27 3 MOB Pieces - Version für Trompete und kleines Orchester 1977 11m
28 Three Songs from Gomorra 1976 ~ 9m
29 Frankenstein!! - Ein Pan-Dämonium für Chansonnier (Bariton) und Orchester 1976 - 1977 28m
30 Frankenstein!! - Ensemble-Version 1976 - 1977 28m
31 Reportage aus Gomorra - für 5 Sänger und 8 Spieler auf ein Libretto von Richard Bletschacher 1975
32 Three Single Songs 1974 - 1976 11m
33 Arien - für Violine und Orchester 1974
34 Hobby Horse - Lieder auf Gedichte von Kurt und Christa Schwertsik, Fritz Unger 1974 4m
35 Wenn der Tango erwacht - Lieder auf Gedichte von Kurt und Christa Schwertsik, Fritz Unger 1974 4m
36 Die oete Lier 1974 4m
37 Marihuana Song - Lieder auf Gedichte von Richard Bletschacher 1973 2m
38 Die Wette - Lieder auf Gedichte von Richard Bletschacher 1973 2m
39 Three Single Songs 1973 - 1976 11m
40 Die wirkliche Wut über den verlorenen Groschen 1972 6m
41 Festmusik - für Kammerensemble 1972
42 3 Mai 1972 4m
43 Vergrößerung - für Orchester 1970 8m
44 Frankenstein-Suite - für Stimme und Ensemble auf Texte von H. C. Artmann 1970 28m
45 Drei MOB Stücke - für Ensemble 1968 11m
46 Bossa Nova - für Violine und Klavier 1968 3m
47 Revue - für Kammerorchester 1968 19m
48 Four pieces 1968 7m
49 Der Kastengeist - Lieder auf Gedichte von Richard Bletschacher 1968 4m
50 Kadenzen - zur Sinfonia concertante für Viola und Kontrabass und zum Concerto in D für Kontrabass (Karl Ditters von Dittersdorf) 1968 2m
51 Bossa Nova - Arr. für Violoncello und Klavier 1968 3m
52 Spiel - für Bläserquintett 1967 15m
53 Sechs Episoden aus einer unterbrochenen Chronik - (6 Episodes from a discontinued chronicle) für Klavier solo 1967 10m
54 Die Vertreibung aus dem Paradies - Melodram in 5 Szenen über ein Libretto von Richard Bletschacher 1966 20m
55 Fünf Kinderlieder - für Chor über Texte von Richard Bletschacher 1965 9m
56 fürbass - Konzert für Kontrabass und Kammerorchester 1965
57 Kadenzen zum Klavierkonzert in B - (Domenico Puccini) 1965 2m
58 Zwei Rhapsodien - für Violoncello und Klavier 1964 7m
59 Vier Lieder - für Sopran und Klavier über Texte von Richard Bletschacher 1964 8m
60 Konjugationen 1963 12m
61 Vier Stücke - für Solovioline 1963 8m
62 Gioco a Tre - für Violine, Violoncello und Klavier 1963 5m
63 Manhattan Broadcasts - für kleines Orchester 1962 - 1964 11m
64 Drei Lieder - für Bariton, Ensemble und Tonband 1961 8m
65 Concerto Nr. 2 - für Tenorsaxophon, Kontrabass und Schlagzeug 1961 6m
66 Concerto Nr. 1 - für Flöte, Vibraphon, Xylophon und Schlagzeug 1961 6m
67 Episoden - für 2 Klaviere 1961 8m
68 Improvisationen - für Bläserquintett 1961 12m
69 Concerto für Orchester 1960 - 1964 16m
70 Messe - für gemischten Chor, 2 Trompeten, Englischhorn, Kontrabass und Schlagzeug 1960 20m
71 Suite - für zwei Klaviere, Bläser und Schlagzeug 1960 10m
72 Symphonie
73 Concerto - für Ensemble
74 Violakonzert
75 Ensemblestück

Allgemeine Information

Geburtsjahr:  1943
Geburtsdatum:  3. Januar 1943
Geburtsort:  Wien
Geburtsland: 
Nationalität: 

 

Musik zu komponieren, die über Grenzen von Generationen und Gesellschaftsschichten hinweg zugänglich ist – diese Aufgabe hat sich HK Gruber zum Ziel gesetzt. Denn dem 1943 in Wien geborenen kritischen Geist waren Obrigkeiten und Eliten sowohl in politischer wie auch in künstlerischer Hinsicht stets ein Dorn im Auge. Schon früh war Gruber als Kontrabassist beim Ensemble die reihe und beim RSO mit Neuer Musik in Berührung gekommen. Doch als sich serielle Kompositionsmethoden und avantgardistische Neuerungen zu streng verfolgten Strömungen formierten, wandte er sich erneut der bereits für überholt gehaltenen Tonalität zu.

Tätigkeiten

ZeitraumTätigkeitOrganisationOrt
1961

seitdem Kontrabassist; ab 1984 auch Leiter des Ensembles

1963 - 1969

Erster Kontrabassist

1968

Ensemble "MOB art & tone ART": Ensemblegründung (gemeinsam mit Kurt Schwertsik, Otto M. Zykan)

1968 - 1971

Ensemble "MOB art & tone ART": Tournee mit eigenen Werken, Musik von Kagel u.a.

1969 - 1998

Kontrabassist

1973 - 1974

Bühnen- und Fernsehproduktionen mit Zykan, u.a. von dessen Lehrstück am Beispiel Arnold Schönbergs

1980

internationaler Erfolg von Frankenstein!! mit Erstaufführungen der Ensemblefassung in Österreich, Dänemark, GB, den USA sowie der Orchesterfassung in den USA, Irland, Luxemburg und Holland

1980

Kompositions-Workshop

1997

seitdem Fokus auf Komponieren, Dirigieren sowie zahlreiche internationale Auftritte als Channsonnier und Interpret von Werken Kurt Weills, Hans Eislers und eigener Werke

2006

Workshops

2010 - 2015

Komponist und Dirigent

Vizepräsident

Dirigate bei nationalen und internationalen Orchestern (Wiener Philharmoniker, Cleveland Orchestra, Radiosymphonieorchester Frankfurt, London Sinfonietta u.a.)

Aufführungen (Auswahl)

ZeitraumAufführungWerkOrganisationOrt
1969

Uraufführung

1978

Uraufführung

1979
1979

Österreichische Erstaufführung

1986

Queensland Conservatory of Music Contemporary Music Ensemble

1986
1987
1987

Musica Nova Festival

1988
1988
1989
1989

Heinrich Schiff and Ensemble

1990
1991
1992

Ensemble Kontrapunkte

1992

Ensemble Kontrapunkte

1993
1994

City of Leeds College of Music New Music Ensemble

1995

Premiere

1996
1997

Uraufführung, Klangforum Wien

1998

Erstaufführung

1998

St Donats Castle

1999

Uraufführung - Håkan Hardenberger (Trompete)

2000

Teatro Camoes

2001
2001

Uraufführung

2002
2003

Wiener Philharmoniker - Simon Rattle (Dir)

2003
2004
2005
2005
2006
2006
2007
2008

Museum of Art

2008
2009
2009

Erstaufführung in den USA

2010
2010

Erstaufführung in Frankreich

2011

Erstaufführung (Ballet-Version)

2011
2012

Erstaufführung in Großbritannien

2014

Auszeichnungen

Time PeriodAuszeichnungWerkAuszeichnende Organisation
1966

Kulturwochenpreis

1969

Förderungspreis

1970

Förderungspreis

1975

Förderungspreis

1977

Förderungspreis

1978

Förderungspreis

1979

Würdigungspreis für Musik

1989

Preis

1998

Artist in Residence

2002

Österreichischer Staatspreis für Kultur

2004

Silbernes Ehrenzeichen

2004

Composer in Residence

2006

Composer in Residence

2006

Artist in Residence

2009

Ehrenmitglied

2017

Goldenes Ehrenzeichen für Verdienste um das Land Wien

Ehrenmitglied

Stilbeschreibung

HK Gruber entzieht sich jeglicher Einordnung ebenso schnell, wie die Kulturexperten sie vornehmen können. Neoromantisch, neotonal, neoexpressionistisch, neuwienerisch: keines dieser Etiketten paßt auf ihn - vielmehr ist er ein empfindungsfähiger (und rundum vollendeter) Komponist, welcher auf jeden musikalischen Stimulus reagiert, der ihm begegnet, sei er nun anspruchsvoll oder anspruchslos, zwölf- oder siebentönig, bitter oder süß, und welcher sich zu keiner Äußerung mit aufgesetztem musikalischen Akzent verleiten läßt.
Seine Wiener Herkunft war in Bezug auf sein Schaffen allerdings immer ein zentraler, entscheidender Faktor. Die großen Wiener Klassiker von Haydn bis Berg stecken ihm natürlich im Blut, genau wie die Wiener Volksmusik; das bezeugt "Charivari", das "Österreichische Journal für Orchester", das auf "Perpetuum Mobile" von Johann Strauß (Sohn) basiert. Diverse Anklänge von Revue und Pop ziehen sich durch fast alle Kompositionen Grubers, von den gemäßigt angelegten (aber eigentümlich an die "Brandenburgischen Konzerte" gemahnenden) "Drei MOB Stücken" bis hin zum meisterhaften "Cello Concerto" in einem Satz. Der einprägsame Popsong, der sich am Ende des streng aufgebauten Violinkonzerts "... aus schatten duft gewebt" entspinnt, stammt ganz aus der Feder des Komponisten (nun ja, man munkelt, daß Franz Xaver Gruber, der Urheber von "Stille Nacht", sein Vorfahr sei) und nimmt ähnliches Gewicht und Schärfe an wie der entlehnte Bachchoral am Ende des Violinkonzerts von Alban Berg.
Zudem besticht Grubers Werk (später bearbeitet, um den abschließenden paradiesischen Popsong auszudehnen) unter vielen anderen faszinierenden Eigenschaften durch die Mühelosigkeit, mit der es die stilistischen Welten Bergs und Strawinskys zusammenfügt, die chromatische und die diatonische, die expressionistische und die neoklassische. Grubers bislang berühmt-berüchtigtstes Werk ist sein Melodram im Sinne der "schwarzen Romantik", das "Pan-Dämonium", "Frankenstein!!", das von einer anderen Wiener Besonderheit bestimmt wird - von einem schwarzen Humor, der entschieden verschärft wird, wenn der Komponist persönlich den Chansonnier-Solisten abgibt. Der Fernsehfilm "Bring me the head of Amadeus", unter der Regie von Barrie Gavin als Huldigung zum zweihundertsten Todestag seines Landsmannes Mozart von Gruber erdacht, vertont und dargestellt, hat Teil an dieser Stimmung [...]. In welche Musikerrolle Gruber auch schlüpft (Komponist, Dirigent, Chansonnier, Schauspieler, Kontrabassist) und was für stilistische Zutaten er in seinen Werken auch verwenden mag, er bleibt unverwechselbar er selbst: eines der erstaunlich originellen und gebieterischen Talente der Nachkriegsmusik.

Pressestimmen

5. September 2011

Northwind Pictures: "Die spezifische Pointe dieses Stücks liegt darin, dass Instrumente die Sängerparts der Oper übernehmen, sich mit effektvollen ariosen Momenten einstellen. Ein bei allem Schwung kunstvoll erdachtes, auf einer originellen Reihe und gregorianischen Melodie basierendes Orchestertableau." 

Die Presse (Walter Dobner) 

 

19. August 2006

Zwölftonmusik und Humor -geht das? Bei Gruber schon, er nimmt es ja nicht bierernst. Eleganz ist sein ästhetisches Credo, tonal darf es zugehen, komponiert wird mit moderner Reihentechnik. Dass atonale Tonsetzer da die Nase rümpfen, liegt auf der Hand. Aber Gruber dachte nie daran, sich einem "Zentralkomitee für Neue Musik" zu beugen. 

Wiener Zeitung (Christoph Irrgeher) 

 

2006

Classical: New Releases: Gruber, Eotvos, Turnage: Trompetenkonzerte
Die Filmmusik von Gruber reichhaltig, subtil und dicht gearbeitet,ein seltsam visionäres Paar von Bewegungen, das im sicheren Abstand (im Gegensatz zu dem Turnage) zu ansonsten stereotypen Jazzhaftigkeiten des Instruments bleibt, auch beim Erkunden der Tanzmusik der 1930er-Jahre [...]

Sunday Times

 

13. Jänner 2003

Virtuose Soli im Klangstrom An diesem Vormittag im Goldenen Saal konzentrierte sich das Interesse begreiflicherweise auf die Uraufführung von Heinz Karl Grubers Auftragskomposition "Dancing in the Dark". [...] Das Stück überrascht alle, die "Nali" vornehmlich von seiner humorvoll-sarkastischen Seite her kennen, durch seine ernste, große Anlage. Gleich zu Beginn fesselt die weitgespannt Kantilene des Tenorhorns (prachtvoll: Dietmar Küblböck), auch in der Folge heben sich immer wieder virtuose Soli aus dem breit dahinflutenden Klangstrom heraus. Und geschickt findet der Komponist durch eine sich allmählich durchsetzende Pulsation zu jazzig inspirierten Rhythmen. Ein großer, durchschlagender Erfolg!

Die Presse (Gerhard Kramer)

 

3. Jänner 2003

Heinz Karl Gruber wird 60
"Ich habe es mir ausgerechnet - etwa 2095 werde ich alle Vorhaben erledigt haben", resümiert Gruber, der vorzeigt, daß man auch heutzutage als Individualist Erfolg haben kann. Soferne man sich zu seiner Originalität bekennt.

Die Presse (Walter Dobner)

AusbildnerIn von (Person)

InterpretIn von (Werk)

... aus schatten duft gewebt ... - Violinkonzert Nr. 1
3 MOB Pieces - Version für Trompete und kleines Orchester
Ausgesucht Freundliches - Konzert
Busking
Der Herr Nordwind - Oper in 2 Teilen
Die Wahrheit ist, man hat mir nichts getan
Drei MOB Stücke - für Ensemble
Eine Art Chansons - für einen Chansonnier, einen Schlagzeuger, Klavier und Kontrabass
Eine letzte Art Chansons - für einen Chansonnier, einen Schlagzeuger, Klavier und Kontrabass
Endlich war der Notstand da - Chansons nach Steiger
Frankenstein!! - Ein Pan-Dämonium für Chansonnier (Bariton) und Orchester
Frankenstein!! - Ensemble-Version
Geschichten aus dem Wienerwald - Opera in 3 Akten
Gomorra - Ein musikalisches Spektakel auf ein Libretto von Richard Bletschacher
I. Keintate - für mittlere Stimme (Chansonnier) und Instrumente nach Wiener Sprüchen von Ernst Kein
II. Keintate - für mittlere Stimme (Chansonnier) und Instrumente nach Wiener Sprüchen von Ernst Kein
In memoriam Ernst Kein - nach Wiener Sprüchen von Ernst Kein, für mittlere Stimme (Chansonnier) und Instrumente
Konzert - für Sopransaxophon und Orchester
Konzert für Gitarre & kleines Orchester - Ein schneidiges Konzert
Konzert Nr. 1 - für Klavier und Orchester
Krokodilslieder
Kroküsse - für Männerstimme und Instrumentalensemble
Lichtenberg-Splitter - für Bariton und Ensemble
Like a Tragicomedy - für großes Orchester
Little Big Snare Drum Dance
Nacht-Triptychon - für Kammerensemble
new work - für Bariton und Ensemble
Northwind Pictures (Nordwind Bilder) - für Orchester
Opheliamusik II
Recherche - für Ensemble
Ricercar
Roald Dahl's Goldilocks - für Erzähler und Orchester
Rudiments
Serenade für Ensemble
Singers Nähmaschine ist die beste - Oper oder Ode oder Opernode. Peripathese
Streifton - für Ensemble
Wiener Kaleidoskop
Zeitfluren
Zeitstimmung - für Chansonnier und Orchester nach Texten von H. C. Artmann

SendeaufnahmeinterpretIn von (Werk)