MIt freundlicher Genehmigung von Fotograf: Gert Mosettig ©
Geboren 1958. Studierte Orgel und Komposition an der Hochschule für Musik und darstellende Kunst in Wien, Studium am Stockholmer Studio für elektronische Musik. Als Spezialist für Orgel und Live-Elektronik und Initiator von kollektiven Ensembles wie "Pat Brothers" und "Call Boys Inc." ist Wolfgang Mitterer wahrscheinlich der wichtigste innovative Vertreter elektronisch-experimenteller Musik in Österreich.
| Zeitraum | Ausbildung | Instrument | AusbildnerIn | Organisation | Ort |
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1977
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1978
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Komposition | ||||
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1978
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Konzertfach | ||||
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1983
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Diplom | ||||
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1983 - 1984
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Elektroakustik | ||||
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1988
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Studienaufenthalt als Stipendiat des Bundesministerium für Bildung, Wissenschaft und Kultur |
| Zeitraum | Tätigkeit | Organisation | Ort |
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1991
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Gründung des Labels | ||
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2000 - 2003
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Lehrauftrag für Musik und Computer | ||
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2004
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Dozent | ||
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2006 - 2009
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Aufsichtsratmitglied | ||
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2008
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Einstufungskommision | ||
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2009
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e-musik und sozialbeirat | ||
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2011
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Meisterklasse für freie Improvisation | ||
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Musiker in Gruppen wie Pat Brothers, Hirn mit Ei, Call Boys Inc, The Four Seasons, Dirty Tones, Matador | |||
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regelmäßige Kollaborationen mit Ernst Reijsegger, Jean Paul Celea, Hans-Ola Ericsson, Roscoe Mitchell, Linda Sharrock, Gunter Schneider, Wolfgang Reisinger, Klaus Dickbauer, Hozan Yamamoto, Tscho Theissing, Tom Cora, u.v.a. | |||
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Initiator und Mitbetreiber von kollektiven Ensembles verschiedener stilistischer Ausrichtungen zwischen Jazz, Volksmusik, New Wave und Geräuschmusik |
| Zeitraum | Aufführung | Werk | Organisation | Ort |
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1997
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1997
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1998
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1998
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1999
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1999
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2000
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2000
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Musikfest Hamburg | |||
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2001
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2001
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2002
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2002
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2003
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2004
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2004
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2005
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2006
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2006
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2007
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2007
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gemeinsam mit Josef Klammer | |||
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2007
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2008
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2008
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deutsche Erstaufführung, Remix Ensemble Porto | |||
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2008
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2009
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2009
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2010
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2011
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2011
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Schwerpunkt Wolfgang Mitterer gewidmet | |||
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regelmäßige Aufführungen | ||||
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| Zeitraum | Auftrag | Werk | Auftraggebende Organisation | Auftraggebende Person |
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| Time Period | Auszeichnung | Werk | Auszeichnende Organisation |
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1986
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Preis der deutschen Schallplattenkritik | ||
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1987
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Förderungspreis | ||
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1989
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Staatsstipendium für Komposition | ||
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1990
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Anerkennungspreis | ||
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1992
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Max-Brand-Preis | ||
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1994
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Publicity-Preis | ||
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1995
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Gast des Berliner Künstlerprogramms | ||
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1995
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Emil-Berlanda-Preis | ||
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1995
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Prix Futura Berlin | ||
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2002
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Musikpreis | ||
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2002
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Elektronikpreis | ||
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2003
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Kunstelektronikpreis | ||
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2004
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Musikpreis | ||
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2005
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Kompositionspreis | ||
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2006
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orf pasticcio-preis |
Das Losspringen eines kleinen Saugnapfes, als Tatsache vorhersehbar, als Zeitschnitt unberechenbar, markierte vor Jahren den Beginn eines Solo-Konzertes von Wolfgang Mitterer. Fast eine Chiffre für Wolfgang Mitterers musikalische Kunst. Herausforderung, Überraschung, Unerwartetes ist mit den Polen Präzision und strukturelles Denken verbunden. In einer kleinen Geste wie im großangelegten Konzept vebergen sich ähnliche Mechanismen, spürbar in der Solo-Performance wie im Großprojekt, im Improvisationskollektiv wie in der Komposition. Vor dem Hintergrund der Vertrautheit mit dem selbsterstellten elektronischen Equipment nimmt der Solist Wolfgang Mitterer die Herausforderung permanenter Selbstüberraschung an. Vor dem Hintergrund genauer Notation fordert er als Komponist die Musiker zu kreativer Musizierhaltung heraus. Ein Projekt für Tausende Chorsänger wird zur sozialen Plastik. Angesichts alltäglichen, großindustriellen Studioperfektionismus gestaltet Mitterer riesige Raumperformances ebenso wie elektronisch generierte Miniaturen als permanenten Angriff auf das Selbstverständliche, auf eine nur vorgebliche Vertrautheit. Die Perfektion dieser Kunst liegt in ihrer musikalisch-gedanklichen Radikalität.
"To accept situations" haben vor Jahrzehnten Künstler wie John Cage und Merce Cunningham zum Credo erkoren, um fortan das Monopol der Konzertsäle zu durchbrechen und Museum, Zirkus oder elektronischen Raum als Orte der Kunst zu erobern. Wolfgang Mitterer ist ein Agent provocateur dieser Kunst, nur daß die Haltung des Akzeptierens längst nicht mehr reicht. Die zu bewältigende Situation ist nicht nur provozierbar, das Suchen nach der Herausforderung ist Teil der Kunst geworden.
Vielleicht ist die wichtigste Erkenntnis aus den chaostheoretischen Untersuchungen der letzten Jahre, wie weit gespannt das Spektrum an sehr wohl geordneten, aber dennoch nicht voraussagbaren und daher chaotisch erscheinenden Prozessen ist (und wie schmal jenes der tatsächlich chaotischen und tatsächlich voraussagbaren Ereignisse). Und vielleicht ist Wolfgang Mitterers Musik in diesem Sinn seit Jahren deswegen von Aussagekraft, weil Musizierhaltung wie kompositorische Struktur, Solieren ebenso wie kollektives Spiel und Großinszenierung fruchtbare Widersprüchlichkeiten erforschen: die schillernden Welten der Notwendigkeit ohne Grund, des Fremden im Vertrauten, der Selbstverständlichkeit der Verunsicherung.
Christian Scheib, 1996
Fremdes im Vertrauten. Erinnern und Weitergehen sind bewährte Pole in der europäischen Kunstmusik. 'Wolfgang Mitterer: "Daß gute Kammermusik von den um die Form Bescheid wissenden Zeitgenossen immer auch als Erzählung über eben diese Form gehört wurde, bin ich mir sicher. Der Hörer fragt, wo geht er jetzt hin, warum bricht er jetzt aus? Meine Musik ist eine Art formales Musizieren, ein Spiel mit der Form." Seine Musik erzwingt die genaue Beobachtung der Töne und ihrer Fortschreitung, will man nicht aus dem Netz von klanglichen Bezugnahmen fliegen. Mit einer tatsächlich alles fordernden Flucht nach vorn reagiert Wolfgang Mitterer auf die Herausforderung durch das traditionelle Experimentierfeld Kammermusik.
Christian Scheib
Mitterer - ein Spontan-Komponist, der mit auch noch so bizarren Instrumentarien raffinierte und dichte Strukturen zu puzzeln imstande ist.
Der Standard
Versuch und Irrtum, überraschende Einbrüche und Angriffe. Die Strategie der Live-Elektronik-Performances von Wolfgang Mitterer besteht darin, sich selbst immer wieder unter Zugzwang zu bringen. Die enorme Dichte der Textur in der Musik von Wolfgang Mitterer und seine Radikalität und Kompromißlosigkeit fordern die Aufmerksamkeit und Aufnahmefähigkeit der Zuhörer heraus. Ein kantiger Tiroler zwischen Ordnung und Anarchie.
Die Presse
Es wurde geschabt, gekratzt, gesägt, dass es eine Freude war, dass es dem Neuen Saal im Wiener Konzerthaus alle Ehre machte. Ein neues Streichquartett von Wolfgang Mitterer bedeutet aber nicht nur das Auskosten musikalischer Extreme, sondern auch das Bröckeln überkommener Gattungstradition. Bewusst setzt Mitterer die akustisch oft benachteiligte Bratsche auf den Platz des Primarios und lässt die Violinen zwar zentral, aber zwei Schritte hinter den Kollegen stehen - wie die in Teilen indeterminierte Partitur überhaupt die herkömmlichen notengrafischen Zuordnungen oben/hoch, unten/tief aufbricht.
V:NM Festivalprogramm
Johann Sebastian Bach und Wolfgang Mitterer - ein ungleiches Paar, möchte man meinen. Was den berühmten Barockmeister mit dem Zeitgenossen verbindet, ist aber nicht nur die Vorliebe für Tasten und die Tripelfunktion als Komponist, Interpret und Improvisator, sondern auch der Mut, Neues zu wagen (...) „Vox acuta“. Da dröhnen die Pedalcluster, als würde eine gewaltige Flutwelle heranrauschen und nervös flackernde Melodien vor sich hertreiben (...)
Kölner Stadtanzeiger