Schiphorst Iris ter

Vorname
Iris
Nachname
ter Schiphorst
erfasst als
KomponistIn
InterpretIn
AutorIn
MusikerIn
Genre
Neue Musik
Instrument(e)
Klavier
Bassgitarre
Schlagzeug
Keyboard
Geburtsjahr
1956
Geburtsort
Hamburg
Geburtsland
Deutschland

Foto © Susanne Müller

Iris ter Schiphorst ist eine deutsche Komponistin, Pianistin, Autorin, Bassistin, Schlagzeugerin und Keyboarderin. Sie ist als Komponistin von Ensemblekompositionen, Orchesterwerken und musiktheatralischen Stücken hervorgetreten. Der Durchbruch gelang ihr 1999 mit der "Ballade für Orchester: Hundert Komma Null".

Ihr Werkverzeichnis umfasst alle Gattungen, darunter 13 große Orchesterwerke, die von namhaften Orchestern im In- und Ausland zur Uraufführung gelangten, sowie mehrere abendfüllende Musiktheaterwerke und diverse Filmmusiken und schließt seit den späten 80iger-Jahren auch eine ganze Reihe multi-medialer Arbeiten ein.


Ausbildung
erster Unterricht von der Mutter, einer deutschen Pianistin Klavier
1973 - 1978 Hochschule für Künste Bremen Bremen - Deutschland Ausbildung zur Pianistin Klavier
Berlin Theater-, Kulturwissenschaften und Philosophie (Freie Universität Berlin, später auch Humboldt-Universität)
Kompositionskurse (Dieter Schnebel) sowie musikwissenschaftliche Seminare (Helga de la Motte-Haber)
Kompositionskurse Nono Luigi
intensive Beschäftigung mit elektronischer Musik und Sample-Techniken

Tätigkeiten
1986 Berlin seitdem freiberufliche Komponistin
1990 Gründung und seitdem Mitglied des elektro-akustischen Ensembles "intrors"
1992 seitdem zahlreiche Einladungen zu internationalen Musikfestivals, Uraufführungen und Kompositionsaufträge
1996 - 2001 intensive Zusammenarbeit mit dem Komponisten Helmut Oehring, zahlreiche gemeinsame Kompositionen
2004 Stipendiatin und "Artist in Residence" im Künstlerinnenhof "Die Höge"
2013 Akademie der Künste Berlin Berlin seither Mitglied
2015 - 2016 Internationales Künstlerhaus Villa Concordia Bamberg Stipendiatin und "Artist in Residence"
2011 - 2013 Universität der Künste Berlin Dozentin für Experimental-Komposition und Betreuung der Reihe "Neue Musik im Diskurs"
2015 Institut für Komposition und Elektronik/Universität für Musik und darstellende Kunst Wien Wien seitdem Professorin für Medienkomposition
Bassistin, Schlagzeugerin und Keyboarderin in diversen Rockgruppen, u.a. in der Bremer Frauenband "Seven kick the can"
Ende der 1980er-Jahre Gründung des Vereins "zeit-Musik" (zusammen mit Mayako Kubo, Franz Martin Olbrisch, Berthold Türcke, Frank Hilberg und Gian Mario Borio)
Kooperationen mit führenden Ensembles, z.B. London Sinfonietta, Ensemble modern, Scharoun-Ensemble, Ensemble recherche, ictus Ensemble, Ensemble Mosaik, Neue Vokalsolisten, BIT-20 Ensemble, Ensemble Musikfabrik, Ensemble Aventure, Ensemble Ascolta, Ensemble Collegium Novum Zürich, PHACE-Ensemble Wien, Kammerakademie Potsdam, Arditti Quartett, Doelen Quartett, Quatuor Bozzini etc.

Aufträge (Auswahl)
1999 Musica Viva München Ballade für Orchester: HUNDERT KOMMA NULL
2004 Auftrag des Deutschlandfunks Aus Kindertagen: verloren
2015 Projekt mit dem Landesjugendorchester Sachsen im Auftrag des Sächsischen Musikrats

Aufführungen (Auswahl)
2000 Weltausstellung/Exposition Mondiale (EXPO) Hannover
Deutsches Symphonie-Orchester Berlin Berlin
Basel Europäischer Musikmonat Basel
Kassel Documenta Kassel
festival rendez-vous musique nouvelle (Forbach) Wie einen Wasserfisch - für Stimme und 8 Instrumente
Festival d'Automne à Paris Paris
Musica Viva München München
Klangwerkstatt Berlin Berlin
Musik der Zeit Köln Köln
BBC Symphony Orchestra
Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks
WDR Sinfonieorchester
weitere (Ur-) Aufführungen u.a. bei den Festivals in Donaueschingen, Witten, Helsinki, Stockholm, Amsterdam, Porto, Bielefeld (visible music)

Auszeichnungen
1992 1. Preis beim Kompositionswettbewerb für Synthesizer- und Computermusik
1997 Preisträgerin des internationalen Kompositionswettbewerbs BLAUE BRÜCKE, Hellerau Silence moves I - Soundtrack für einen imaginären Film
2001 Nominierung für den Prix Italia Ballade für Orchester: HUNDERT KOMMA NULL
2007 Auswahl als offizieller deutscher Beitrag zu den World Music Days in Hong Kong Zerstören - für Ensemble
2008 Sonderpreis der Jury beim Internationalen Komponistinnen Wettbewerb der GEDOK Zehn Miniaturen für Cello und Akkordeon
2009 Nominierung für den Deutschen Musikautorenpreis in der Kategorie "Sinfonik"
2011 Preisträgerin des ad libitum Kompositionswettbewerbes Klangrätsel - für 15 Streicher
2012 UNESCO - United Nations Educational, Scientific an Cultural Organisation in der Endauswahl des "Rostrum of Composers" und in mehr als 32 Ländern ausgestrahlt Dislokationen - für Orchester und Klavier (verstärkt)
2015 Heidelberger Künstlerinnenpreis
2016 Nominierung für den Deutschen Musikautorenpreis in der Kategorie "Stimme"

Pressestimmen

 

29. Januar 2009

 

Mit "Zerstören II" (2006) legte Iris ter Schiphorst ein keineswegs destruktives, sondern spannendes, streckenweise unheimlich intensives Werk vor. Es reiht nicht wahllos Klänge und Geräusche aneinander, sondern entrollt ein großes und, trotz Textzuspielung, unaussprechliches Drama. Hier gelingt es endlich auch einmal, das Keybord gleichermaßen als Kontrast und Komplement des Orchesters einzusetzen, anstatt ihm nur belanglose Samples zu entlocken.
"Zerstören II" ist ein Meisterstück und Iris ter Schiphorst auf dem Weg in die allererste Reihe zeitgenössischer Komponisten.

Berliner Morgenpost (Volker Tarnow)

 

5. November 2007

Das "Double"-Thema wurde in vielfältigen Variationen und ästhetischen Ansätzen in Iris ter Schiphorsts "Vergeben/Bruchstücke zu Edgar Varèse" mit prozesshafter Stringenz abgehandelt.

FAZ (G. Rohde)

 

09. März 2005

Die größte Entdeckung war zweifellos die Berliner Komponistin Iris ter Schiphorst. Ihre reichen Klanglandschaften setzen sich aus einer originellen Mischung von geräuschhaften Klängen (durch elektronische Verstärkungen der Instrumente) einerseits und aus einer in hohem Grad expressiven Erzählweise zusammen. Als Auftragswerk des Deutschlandfunks begeisterte "aus Kindertagen: verloren!" durch seine Geschlossenheit und die originelle Nutzung der E-Gitarre.

Bonner Generalanzeiger

 

24. Mai 2004

Den Höhepunkt [...] bildete Iris ter Schiphorsts "FÜR AKKORDEON". Zu Beginn ein hoher Ton, der wie aus dem Nichts aufzutauchen scheint, dann als Brechung ein grotesk hüpfender Bass […] das Akkordeon kann in seinen zahlreichen Farben glänzen. Dramatische Zuspitzungen und überraschende Wendungen, wie ein schlagartig auftauchendes Walzermotiv bestimmen dieses facettenreiche Werk.

Westdeutsche Zeitung

 

Diskographie:

 

  • 2011: Studien zu Figuren mit den Neuen Vocalsolisten Stuttgart (NEOS).
  • 2007: La Coquille et le Clergyman, Film (DVD) mit Musik: Asko Ensemble unter Peter Rundel (arte / absolut MEDIEN)
  • 2006: Zerstören mit dem Asko-Ensemble unter Hans Leenders (CD-Dokumentation/WDR)
  • 2005: Hi Bill mit Volker Hemken (Profil/Hänssler)
  • 2000: Kammermusik von Iris ter Schiphorst und Helmut Oehring (Ars Musici)
  • 2000: Komponistenporträt von Iris ter Schiphorst und Helmut Oehring (CYPRES)
  • 1998: Requiem auf CD Dokumentation der Donaueschinger Musiktage (col legno)
  • 1996: Polaroids auf CD-Dokumentation der Donaueschinger Musiktage (col legno)
  • Polaroids auf CD Neue Musik in Deutschland 1950 – 2000 (Sony/BMG)


Links mica-Archiv: Iris ter Schiphorst

Empfohlene Zitierweise
mica (Aktualisierungsdatum: 1. 6. 2020): Biografie Iris ter Schiphorst. In: Musikdatenbank von mica – music austria. Online abrufbar unter: https://db.musicaustria.at/node/189279 (Abrufdatum: 6. 7. 2020).

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