Six David

Vorname
David
Nachname
Six
erfasst als
KomponistIn
InterpretIn
MusikerIn
Genre
Neue Musik
Jazz/Improvisierte Musik
Subgenre
Modern/Avantgarde
zeitgenössisch
Instrument(e)
Klavier
Stimme
Geburtsjahr
1985
Geburtsort
Vöcklabruck
Geburtsland
Österreich

David Six © Theresa Pewal

Der 1985 in Österreich geborene David Six begann schon in jungen Jahren Klavier zu spielen. Nach dem Studium der Philosophie und des Umweltingenieurwesens in Wien schloss er 2012 sein Musikstudium (Klavier und Jazzpiano) ab. Weitere Studien in New York 2010 bei Ellery Eskelyn, Aaron Parks und Fred Hersch brachten wichtige Beiträge zu seiner Entwicklung. Seit 2012 studiert er südindischen Rhythmus und Mridangam bei Manickam Yogeswaran in Berlin.

David Six tritt sowohl als Solist als auch als Mitglied verschiedener Bands und Ensembles in ganz Europa und China auf. Zu seinen musikalischen Partnern zählen klassische Solisten sowie herausragende Jazz- und Popmusiker: Shara Worden, Aart Strootman, Mira Lu Kovacs, Bill Frisell, Alexi Murdoch, Stargaze Chamber Orchestra, Daníel Böðvarsson, Laura Winkler’s Wabi Sabi Orchestra, Tilo Weber, Morris Kliphuis, Memplex, Mario Rom, Igor Spalatti und viele andere.

Der Komponist und Pianist spannt jedoch kunstvoll einen Bogen zwischen diesen beiden musikalischen Welten, ohne jedoch jemals zu offensichtlich zu werden. Gerade diese verschwommenen Linien verleihen seiner Musik ein besonderes Flair.
Verena Platzer (2021, eigene Übersetzung); nach: austrian music export: David Six, abgerufen am 25.07.2021 [https://www.musicexport.at/artist/david-six/]

Stilbeschreibung

"Musikmachen ist ein Handwerk, wie es das Glasblasen eines ist oder das Brunnenschlagen. Man übt, lernt und tut. Dass jede Art der Kunstfertigkeit aber auch eine Auseinandersetzung mit einer Ebene jenseits des rein (Ton-)Materiellen zulässt, wenn nicht gar fordert, habe ich im Ritual meiner Kirchenbesuche erfahren dürfen, das sich zu einem Beten zur Musik entwickelte. Für mich ist Musik nicht mehr die kunstvolle Aneinanderreihung von geschliffenen Tönen, Kontrapunkten und Akzentuierungen. Sie gibt sich vielmehr zu erkennen als eine Substanz, welche zwischen tonalen Ereignissen liegt. Ich verstehe Musik als etwas, das auch ohne unser Hinzutun existiert, als Transzendiertes. Und dennoch als etwas, das gleichwohl auf mich angewiesen ist."
col legno: David Six- Artist's Note (2019), abgerufen am 25.07.2021 [https://www.col-legno.com/de/shop/15002-david-six-karkosh]

Auszeichnungen

2015 Bundesministerium für Europa, Integration und Äußeres der Republik Österreich: Stipendium "The New Austrian Sound of Music 2016–2017"
2016 Künstleratelier Paliano (Italien): Artist in Residence
2018 Amt der Oberösterreichischen Landesregierung: Talentförderungsprämie für Musik und Komposition (Platonic Solids)

Ausbildung

2010–heute New York (USA) zusätzlicher Unterricht (Ellery Eskelyn, Aaron Parks, Fabian Almazan)
2012 Anton Bruckner Privatuniversität Linz: Klavier, Jazz-Klavier (Martin Stepanik, Christoph Cech, Sven Birch) - Diplom
2012–heute Berlin (Deutschland): klassische indische Musik (Manickam Yogeswaran)
2012–heute Dehli (Indien): klassische indische Musik (Pandit Shailendra Mishra)
2018–2019 Anton Bruckner Privatuniversität Linz: Jazz-Klavier (Martin Stepanik) - MA

Tätigkeiten

2020–2021 COMPOSER PERFORMER MUSIC-LAB - wellenklænge – Festival für zeitgenössische Strömungen, Lunz am See: Referent (Komposition, Improvisation)
2021 Wien: Crowdfunding-Projekt für sein neues Album "Dance with the Ghosts"

Wien: freischaffender Pianist und Komponist

Mitglied in Ensemble/Band/Orchester
2016–heute EXPANDA: Pianist; gemeinsam mit Julia Lacherstorfer (vl, va, voc), Lukas Kranzelbinder (db), Simon Zöchbauer (trp)

David Six' Matador: Pianist; gemeinsam mit Mira Lu Kovacs (voc), Andrej Prozorov (ssax), Walter Singer (db), Christian Grobauer (perc)
DACH: Pianist; gemeinsam mit Andrej Prozorov (ssax), Ilya Alabuzhev (db), Mathias Ruppnig (perc)
Triangulum: Pianist; gemeinsam mit Alois Eberl (pos), Lukas König (perc)

weiters Mitglied bzw. Zusammenarbeit mit u.a. Stargaze Chamber Orchestra, Ramsch und Rosen, Laura Winkler's Wabi Sabi Orchestra, Memplex
musikalische Zusammenarbeit mit klassischen SolistInnen, Jazz- und PopmusikerInnen, bspw. Shara Worden, Richard Reed Parry, Bill Frisell, Alexi Murdoch, Daníel Böðvarsson, Grant Hart, Wanja Slavin, Mario Rom, Peter Herbert, Werner Zangerle, Dusko Goykovich, Laura Winkler, Aart Strootman, Tilo Weber, Morris Kliphuis, Igor Spalatti

Pressestimmen

03. Jänner 2020
über: Karkosh - David Six (col legno)
"Das zweite Studioalbum des unglaublich vielseitigen Musikers David Six ist ein Soloalbum, das in keinem Moment ein Gefühl klanglicher Eintönigkeit oder Übersättigung aufkommen lässt. Im Gegenteil. Man fühlt sich als ZuhörerIn der Musik verbunden, mitten drin, als ob man ein Teil davon wäre. Die Musik ist erdig und kraftvoll, fühlt sich groß und doch intim an; die perfekt eingesetzte Verbindung mit stimmlichen und perkussiven Elementen lassen die Grenzen zwischen Körper und Instrument verschwimmen. Komposition und Improvisation fließen auf dem Album "Karkosh" zusammen und verbinden sich zu einem organischen Ganzen. Die ursprünglich klassische Ausbildung des Pianisten und die intensive Beschäftigung mit indischer Kunstmusik sind deutlich spürbar und Teil des einzigartigen Charakters seiner Musik."
mica-Musikmagazin: DAVID SIX – "Karkosh" (Yvonne-Stefanie Moriel, 2020)

10. Juni 2014
über: In The Rosewood Forest - David Six (Freifeld Tontraeger)
"Vielmehr als es in den Nummern von David Six um den Versuch irgendeiner schlichten stilistischen Etikettierung geht, stehen einzig und alleine die Musik als Ganzes und deren Wirkung im Vordergrund des Geschehens. Die außergewöhnlich lyrische Note seiner musikalischen Sprache, wie auch die seines vielschichtigen und gefühlvollen Spiels machen es ohnehin vollkommen unnötig, sich mit solchen Fragestellung länger zu beschäftigen. David Six erzählt ereignisreiche Geschichten und entwirft dabei Klanggemälde, die in ihrer Stimmung ein wirklich sehr breites emotionales Spektrum abdecken. m Stil von tief melancholisch, still und zurückhaltend bis hin zu fast schon aberwitzig verspielt agierend, gelingt es dem Pianisten immer wieder auch neue Fährten zu legen, solche, die überraschen und das Dargebotene zu keinem Zeitpunkt vorhersehbar werden lassen. Und genau dieser Aspekt ist es auch, der den Spannungsgehalt seiner von Eleganz getragenen Musik vom ersten bis zum letzten Ton aufrecht erhält. Darüber hinaus beeindruckt zudem der Umstand, dass ihm all das mit den reduziertesten Mitteln, sprich alleine mit seinem Klavier gelingt. David Six zeigt sich als Experte darin, weite Räume zu schaffen, die jedem einzelnen Ton, jeder Melodie und auch jedem klanglichen Experiment fern jeder Verkopftheit tiefergehende Geltung verleihen."
mica-Musikmagazin: DAVID SIX SOLO: "In the Rosewood Forrest" (Michael Ternai, 2014)

Diskografie (Auswahl)

2019 Karkosh - David Six (col legno)
2016 Deerhoof Chamber Vatiations - Stargaze / Greg Saunier (Transgressive Records London)
2015 Radio Liberty - Ensemble DACH (Listen Closely)
2014 In The Rosewood Forest - David Six (Freifeld Tontraeger)
2014 Graz Live - David Six' Matador (Listen Closely)
2014 Scham und Schande - Mira Lu Kovacs & David Six (Listen Closely)
2013 Des Winters Finsterer Gesell - Angizia (Medium Theater)
2012 Souvenir - Memplex (Listen Closely)
2011 Kokon - Angizia (Medium Theater)

Als Interpret
2020 Persian Side of Jazz Vol. 2 - Mahan Mirarab (RHE Records)
2014 Paper Clips - Laura Winkler's Wabi Sabi Orchestra (Traumton)

Literatur

mica-Archiv: David Six

2012 Ternai, Michael: Die Freistunde präsentiert Triangulum. In: mica-Musikmagazin.
2013 Ternai, Michael: Memplex – Souvenir. In: mica-Musikmagazin.
2013 Ternai, Michael: JazzWerkstatt Wien ZOOM! Night #3. In: mica-Musikmagazin.
2014 Ternai, Michael: Laura Winkler & Wabi-Sabi Orchestra – Paper Clips. In: mica-Musikmagazin.
2015 mica: Musik-Nachwuchsprogramm THE NEW AUSTRIAN SOUND OF MUSIC 2016/2017. In: mica-Musikmagazin.
2015 mica: HOERTHOERT – das Festival für Zuhörkultur. In: mica-Musikmagazin.'
2020 Kochman, Alexander: MAHAN MIRARAB – "Persian Side of Jazz Vol. 2". In: mica-Musikmagazin.
2020 mica: Wellenklänge Lunz am See: Composer-Performer Music Lab (CPM-Lab). In: mica-Musikmagazin.
2021 Woels, Michael Franz: "GENAU SEHEN, WOHIN MAN GEHEN SOLLTE" – CASTELLO, SIX, ZÖCHBAUER (CPM-LAB) IM MICA-INTERVIEW. In: mica-Musikmagazin.
2021 Fleur, Arianna: Austrian Music Highlights #9. In: mica-Musikmagazin.

Publikationen des Künstlers
Six, David (2019): Composing Techniques based on Indian Classical Rhythmical Structures. Masterarbeit. Linz: Anton Bruckner Privatuniversität.

Quellen/Links

Webseite: David Six
austrian music export: David Six
Wikipedia: David Six
Facebook: David Six Music
Soundcloud: David Six
YouTube: David Six
cba – cultural broadcasting archive: Dance with the Ghosts: ein gesellschaftspolitisches Musikprojekt (2021, Sweetspot)

Empfohlene Zitierweise
mica (Aktualisierungsdatum: 27. 7. 2021): Biografie David Six. In: Musikdatenbank von mica – music austria. Online abrufbar unter: https://db.musicaustria.at/node/203456 (Abrufdatum: 28. 10. 2021).