Voseček Šimon

Vorname
Šimon
Nachname
Voseček
erfasst als
InterpretIn
KomponistIn
MusikerIn
Genre
Neue Musik
Instrument(e)
Stimme
Orgel
Klavier
Melodika
Geburtsjahr
1978
Geburtsort
Prag
Geburtsland
Tschechien

Mit freundlicher Genehmigung von S. Voseček

Komponist, Chansonnier, geboren 1978 in Prag.

Mit 5 Jahren Beginn einer Tanzausbildung (Ausdruckstanz), später kam Klavier- und Orgelunterricht hinzu. Besuch und Abschluss eines Gymnasiums in Prag. Nach der Matura 1997 Aufnahme des Kompositionsstudiums am Prager Konservatorium bei Otomar Kvěch, parallel dazu umfassende Tätigkeit als Chorsänger und -leiter sowie diverse Sprachstudien (Russisch, Italienisch, Deutsch). 2002, nach dem Abschluss des Konservatoriums Umzug nach Wien, wo die Kompositionsstudien an Universität für Musik und Darstellende Kunst Wien zunächst mit Dietmar Schermann, dann mit Erich Urbanner und zuletzt mit Chaya Czernowin fortgesetzt wurden. Studium 2008 mit Auszeichnung abgeschlossen.

Das Musiktheater spielt eine große Rolle in seinem Komponistendasein, auf seiner Werkliste stehen zwei Opern ("Soudničky/Heiteres Bezirksgericht" 1998/2007, 2008 in Prag wiederaufgenommen; und "Biedermann und die Brandstifter", 2005-2007); 2011 begann er mit der Komposition eines weiteren Musiktheaterstückes.
Die Oper "Biedermann und die Brandstifter" wurde 2008 mit dem Förderungspreis für Musik des BmUKK ausgezeichnet. Würdigungspreis der Universität für Musik und Darstellende Kunst Wien 2008. Staatsstipendium für Komposition 2011.

Aufführungen in Tschechien, Österreich, Mexiko, USA, Slowakei; bei Wien Modern 2008 und 2009, bei den Klangspuren Schwaz 2009, bei Orfeo Bratislava. Aufträge u.a. von Wien Modern 2009 (Pastorale), Ensemble Reconsil, Ensemble Wiener Collage, Ensemble LUX u.a.
Er ist Mitglied des Vereins Platypus und an der Organisation der Projekte beteiligt, sowie Schriftführer in der österreichischen IGNM-Sektion.


Ausbildung
1997 - 2002 Prager Konservatorium Prag Komposition (Otomar Kvĕch)
2002 - 2008 mdw - Universität für Musik und darstellende Kunst Wien Wien Kompositionsstudium, Studienabschluss mit Auszeichnung
mdw - Universität für Musik und darstellende Kunst Wien Wien Komposition Schermann Dieter
mdw - Universität für Musik und darstellende Kunst Wien Wien Komposition Urbanner Erich
mdw - Universität für Musik und darstellende Kunst Wien Wien Komposition Czernowin Chaya

Tätigkeiten
2004 ensemble LUX Mitbegründer
2007 Platypus - Verein für Neue Musik seither Mitglied und Beteiligung an der Projektorganisation
2012 schallundrauch agency schallundrauch agency: seither Mitglied der Theater- und Performancegruppe (Komponist, musikalischer Leiter, Performer, Regisseur und Theaterpädagoge)
Internationale Gesellschaft für Neue Musik - IGNM Österreich Mitglied und Schriftführer
Wien lebt und arbeitet in Wien

Aufträge (Auswahl)
2009 Wien Modern Pastorale
2015 sirene Operntheater für eine abendfüllende Oper (UA geplant für 2016)
Aufträge von Neue Oper Wien, Ensemble Reconsil, Ensemble Wiener Collage, Ensemble LUX, Ensemble Platypus, Duo Windspiel (Deutschland), Ensemble Adapter (Deutschland), Dos à Dos, duo ovocutter etc.

Aufführungen (Auswahl)
2004 Österreichisches Kulturforum New York - Austrian Cultural Forum NYC New York Drei Klavierstücke - nacheinander zu spielen; oder eine Klaviersonate
2004 Alte Schmiede Kunstverein Wien Wien Arie für Klavier
2005 Stadtinitiative Wien Wien Ein Klaviertrio
2005 mdw - Universität für Musik und darstellende Kunst Wien Wien Wenn man die Mütter aus der Erde graben könnte
2006 Wien Klaviergalerie Wendl&Lung Canção de soror saudade/Lieder der Wehmut
2007 Haus der Musik - Das Klangmuseum Wien Ein Klaviertrio
2007 Intermezzo
2008 WUK - Werkstätten- und Kulturhaus Wien Oceano nox - nach einem Gedicht von Victor Hugo
2008 Prager Konservatorium Prag Opernstudio Soudnicky - Neufassung der Opernminiaturen
2008 Wien Modern Wien
2009 Arnold Schönberg Center Wien Tannenbaumanagramme
2009 Klangspuren - Verein zur Förderung von Neuer Musik Schwaz Schwaz in Tirol
2009 Wien Modern Wien
2009 Puebla - Mexiko Teatro Prinicipal Jsimtasbanejetik
2010 Musikverein Wien - Gesellschaft der Musikfreunde in Wien Wien Im Säurebad - für Streichquartett
2011 Wien Modern Wien
2013 Neue Oper Wien Uraufführung Biedermann und die Brandstifter
2014 New York MATA-Festival New York
2014 London Soundings London
Aufführungen in Tschechien, Österreich, Mexiko, USA, UK, Slowakei, Brasilien, Deutschland, Ukraine, Italien, Australien

Auszeichnungen
2001 Prager Opernfestival "Opera 2001": "Beste Neuproduktion" für die Oper Das heitere Bezirksgericht
2008 Bundeskanzleramt Österreich Kunst und Kultur Förderungspreis
2008 mdw - Universität für Musik und darstellende Kunst Wien Würdigungspreis
2011 Republik Österreich Staatsstipendium für Komposition
2015 Republik Österreich Staatsstipendium für Komposition

Stilbeschreibung

Gute neue Musik bedeutet für mich eine gelungene Kommunikation zwischen der/dem Komponistin/en, den Aufführenden und dem Publikum.


Pressestimmen

2013
Dass ein gutes Stück eine prächtige Voraussetzung für eine Oper darstellt, beweist die Vertonung des Tschechen Šimon Voseček, der sich auch selbst das Libretto geschrieben hat. Dabei strich er geschickt und hat sich die Tatsache, dass schon Frisch einen ironischen "Chor der Feuerwehrmänner" vorgesehen hat, blendend zunutze gemacht. Voseček komponierte das Werk in der Ära Bush 2005 bis 2007, als er das Gefühl hatte, wieder sei ein Volk einer gigantischen Manipulation ausgesetzt. Seine Musiksprache ist atonal, aber ungemein textbezogen, so erhält jede Figur ihren eigenen Charakter. Er nützt nicht nur Instrumente zur Charakterisierung, Streicher (Violine und Celli) zu Beginn im Pizzicato-Modus, raffinierter Einsatz von Blasinstrumenten und Schlagzeug, sondern auch "Klänge" (die Sirenen bei den Feuerwehrleuten), und schafft jene Stimmung von Unsicherheit, die das ganze Werk durchzieht. Es wird Deutsch gesungen, dennoch läuft der Text an der Wand, und obwohl man überraschend gut versteht, ist man gelegentlich dankbar für die Hilfe (etwa bei Frau Biedermann).

Der neue Merkur (Heiner Wesemann) Link

 

18. September 2013
Zeitgenössischer Opernklassiker des hellen Grauens

Ansonsten komponiert Vosecek atonal, das Tonmaterial ist von lichter Faktur und meist von feingliedriger, tänzerischer Beweglichkeit. Gern zeigt der Mittdreißiger die klingenden Dinge in einem zarten Zerrspiegel der Groteske - verfremdete Blasmusikeinsprengsel finden sich etwa in der Schilderung des Ringers Schmitz. Das Grauen ist bei Vosecek hell: Hohe, lang gehaltene, sich reibende Töne der Violinen, assistiert von den Klarinetten, erinnern an gleißende, schmerzende Lichtstrahlen. Die Vielfältigkeit und die selbstverständliche Präzision von Voseceks Kompositionskunst beeindrucken: Die 90-minütige Oper hat, wie ihre literarische Grundlage, das Zeug zum Klassiker.

Der Standard (Stefan Ender) Link


17. Oktober 2012
Schnitzel, Edelweiß und Hirschgeweih-Luster

Klischees über Österreich – eingepackt in DEN Film, DIE Story, die in vielen Teil der Welt das Bild der Alpenrepublik prägt ist  "Da Saund of Music" von und mit der schallundrauchagency natürlich eine schräge Tour. Erster Bruch gleich mit dem Auftritt der Spieler_innen, Tänzer_inen, Live-Musiker_innen: Mit E-Gitarre, Akkordeon und Ukuleles verfremden sie Songs der Familie Trapp. Und sorgen schon da für die ersten Lacher. Solche "provozieren"  sie unweigerlich immer wieder im Verlauf der einstündigen Performance.

Der Kurier (Heinz Wagner) Link

 

18. September 2009
Verbrannt mit seinem ganzen Plunder

Voseèek wollte nicht revolutionieren, nicht die Musikwelt umkrempeln, sondern einfach nur 95 durchgängige Minuten lang bewegen. Und zwar mit dem Stück an sich. Als eigener Librettist blieb er der grandiosen Textvorlage (größtenteils) treu, für ihn zählte das Spiel mit den Emotionen. Dies unterstützten die gekonnt eingesetzten Techniken des Orchesterapparats, die sich der Traditionen der letzten achtzig Jahre Musiktheaters bewusst waren. Und das war gut so. Hier wurden die Parameter Melodie, Harmonie, Rhythmus und Puls großgeschrieben. Den Hörern blieb bei all der plakativ gemachten Ausweglosigkeit à la Alban Berg das oberflächlich provozierte Lachen oft im Halse stecken. Noch appellierte die zarte Cellokantilene an die erzwungene Menschlichkeit des untergehenden Großbürgers (oder doch Spießbürgers?), schon verbreiteten fröhlich pervertierte Zitate zu Don Giovannis Komtur mozart’sches Untergangsfeeling.

Wiener Zeitung (Daniel Wagner) Link


Links mica-Archiv: Šimon Voseček, Platypus Ensemble

Empfohlene Zitierweise
mica (Aktualisierungsdatum: 27. 5. 2020): Biografie Šimon Voseček. In: Musikdatenbank von mica – music austria. Online abrufbar unter: https://db.musicaustria.at/node/82416 (Abrufdatum: 7. 7. 2020).

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