Wozny Joanna

Vorname
Joanna
Nachname
Wozny
erfasst als
KomponistIn
InterpretIn
Genre
Neue Musik
Klassik
Geburtsjahr
1973
Geburtsort
Zabrze
Geburtsland
Polen

Mit freundlicher Genehmigung von Edition Juliane Klein Fotograf: Wladyslaw Magiera ©

 

Ihr bisheriges Schaffen umfassr das gesamte Spektrum der Instrumentalmusik - von elektronischer Musik über Solostücke bis hin zu Orchesterwerken - und wird seit 2007 bei der Edition Juliane Klein verlegt.


Ausbildung
1992 - 1999 Kattowitz Uniwersytetlaski: Philosophiestudium
1996 - 2003 Universität für Musik und darstellende Kunst Graz Graz Komposition und Musiktheorie Furrer Beat
1996 - 2003 Universität für Musik und darstellende Kunst Graz Graz Musiktheorie und Komposition Kühr Gerd
1999 Kattowitz Uniwersytetlaski: Diplom, Mag.phil.
2002 - 2003 zusätzlicher Kompositionsunterricht Pagh-Paan Younghi
2003 Universität für Musik und darstellende Kunst Graz Graz Komposition, Diplom mit Auszeichnung

Aufträge (Auswahl)
Klangspuren - Verein zur Förderung von Neuer Musik Schwaz gemeinsam mit dem ORF Loses
Ensemble Wiener Collage
Wiener Mozartjahr Organisationsges.m.b.H.
Kulturzentrum bei den Minoriten
Klangforum Wien
ORF - Österreichischer Rundfunk
Benedikterstift St. Lambrecht
Deutschlandfunk

Aufführungen (Auswahl)
2003 Forum Stadtpark Graz Graz
2003 Kulturzentrum bei den Minoriten Graz
2003 Stift St. Lambrecht
2004 Arnold Schönberg Center Wien
2004 Brucknerhaus Linz Linz
2004 Stift St. Lambrecht
2005 Wiener Mozartjahr Organisationsges.m.b.H. Wien Radiokulturhaus
2005 Klangspuren - Verein zur Förderung von Neuer Musik Schwaz Schwaz in Tirol
2005 Paul-Hofhaimer-Tage Radstadt Salzburg
2006 Musikprotokoll im Steirischen Herbst Graz Loses
2006 Warschauer Herbst Warschau Return
2007 Austrian Cultural Forum Die verlorenen Pfade II
2008 Kulturzentrum bei den Minoriten Graz ... zum unberührten Schnee im fahlen Mondlicht ...
2009 Ultraschall Festival Berlin Berlin kahles Astwerk
2010 Köln Forum Neue Musik des Deutschlandfunk Return - revidierte Fassung
2011 Klangspuren - Verein zur Förderung von Neuer Musik Schwaz Schwaz in Tirol divided - für Subbassblockflöte
2011 Berlin Ultraschall Festival Loses
2011 Köln Festival "orgel-mixturen" air balance - für Orgel
2011 Stuttgart Vom Verschwinden einer Landschaft II - für Violine, Viola, Violoncello, Klavier
2011 Klangspuren - Verein zur Förderung von Neuer Musik Schwaz Schwaz in Tirol divided - für Subbassblockflöte
2012 Breslau Festival Musica Polonica Nova lost motion - für Streichorchester
2012 Warschauer Herbst Warschau Konzert mit Live-Sendung im polnischen Radio Loses
2012 Wien Modern Palais Kabelwerk Wien diffraction courses
Ensemble Wiener Collage
ORF Radio Symphonieorchester Wien
Klangforum Wien

Auszeichnungen
1997 Stefan-Batory-Stiftung, Warschau: Stipendium
2001 Stadt Graz Musikförderungspreis
2003 und 2004: Stift St. Lambrecht - Künstlerbegegnung: Composer in residence
2004 Universität für Musik und darstellende Kunst Graz Würdigungspreis
2005 Republik Österreich Staatsstipendium für Komponisten
2008 Amt der Steirischen Landesregierung Andrzej-Dobrowolski-Kompositionsstipendium
2008 Republik Österreich Staatsstipendium für Komponisten
2010 Erste Bank der österreichischen Sparkassen AG Kompositionspreis
2010 Soziale & Kulturelle Einrichtungen der austro mechana - SKE Fonds Publicity Preis
2010 PHACE | CONTEMPORARY MUSIC und 2011: young composer in residence von PHACE
2011 Amt der Steirischen Landesregierung Auslandsstipendium des Landes Steiermark
2011 Composer in residence der Kunststation St. Peter, Köln
2017 Amt der Steirischen Landesregierung Andrzej-Dobrowolski-Kompositionspreis

Stilbeschreibung

 

Der Klang als Fokus und als Ausgangspunkt genau ausgehörter musikalischer Gebilde und Strukturen und einer hoch konzentrierten, fein ziselierten Musik steht im Zentrum von Woznys kompositorischen Schaffen. So formuliert Wozny es auch in einem Interview mit Daniel Ender in der Österreichischen Musikzeitschrift vom November 2007:

 

 

"Die Arbeit an den Stücken fängt im Kopf an - es sind Inspirationen, die am Anfang der Kompositionen stehen, die sich meist auf klangliche Aspekte der Instrumente, für die ich schreibe, beziehen. Dabei sind meist mehrere Instrumente 'beteiligt'. Mit anderen Worten: Ich denke mir einen bestimmten Klang aus, der meistens - aber nicht immer - zugleich der Anfangsklang der Komposition ist. [...] Diese Klänge sind in ständiger Bewegung, flüchtig, was sich aus dem Zusammenspiel der Parameter Lautstärke, Geschwindigkeit und Spieltechnik ergibt. Nachdem es eben diesen Anfang gibt, stelle ich ihn mir immer wieder vor; er bedingt dann auch die Form im weiteren Verlauf des kompositorischen Prozesses."

 

Aus diesen Äußerungen Woznys auf einen bestimmten musikalischen Stil oder Ausdruck zu schließen, würde aber in die Irre führen. Ihr kompositorisches Schaffen zeichnet sich durch eine große Vielseitigkeit - sowohl in den Besetzungen als auch im musikalischen Ausdruck - aus. Zwar liegt der Schwerpunkt Woznys auf der Instrumentalmusik, vom Solo-Werk über Kammer- und Ensemblemusik bis zur Orchesterkomposition, daneben hat sie aber auch bereits mehrere Arbeiten für elektronische Musik sowie einige Vokalkompositionen vorgelegt. Klanglich stehen Werke wie das zarte, von langen Pausen durchsetzte und oft an der Grenze der Hörbarkeit agierende Streichtrio "Surfacing" sehr kraftvollen Kompositionen gegenüber, wie das 2006 komponierte "Return" für Saxophon und Ensemble, bei dem der geräuschhafte Klang des Saxophons und teilweise eruptive Einwürfe des Ensembles die Komposition über weite Strecken prägen. In Woznys "Musik für zwei Gitarren" ist die melodische Figur der Ausgangspunkt eines musikalischen Dekonstruktionsprozesses, in "Loses" sind es die unterschiedlichen klangfarblichen Facetten eines großen Orchesters, die den Ausgangspunkt der musikalischen Arbeit bilden. Aber letztlich sind all diese Klänge und Strukturen nur Facetten einer "feinst-verästelten Gebilde von rätselhaft leuchtender Schönheit", wie Woznys Kompositionen in einem Text Christian Kleins zu einem Portraitkonzert im Juni 2008 in Graz genannt wurden, "deren (gerade noch so) gebändigte Energie quasi subkutan immer virulent ist".

 

Mathias Lehmann


Pressestimmen

 

2005

 

Wenn in einem Gesprächskonzert am Eröffnungswochenende der heurigen Klangspuren das neueste, im Auftrag des Schwazer Festivals für zeitgenössische Musik entstandene Werk von Joanna Wozny [...] erklingt, steht damit nicht nur eine der interessantesten der in Österreich lebenden Komponistinnen aus der jüngeren Generation im Mittelpunkt.

Österreichische Musikzeitschrift (Daniel Ender)

 

Diskographie:

 

  • 2011: " as in a mirror, darkly", KAIROS - Stilbeschreibung
  • 2010: "Paradisi Gloria 21 - Live world premiere recordings - Joanna Wozny: "Archipel" und Werke von Cruixent, Kühr und Doderer", Classics/NAXOS
  • "die andere saite Vol.1 - Joanna Wozny: "... zum unberührten Schnee im fahlen Mondlicht ..." und Werke von Gessler, Lang, Rinner, Kühr, Amann u.a."


Links mica-Archiv: Joanna Wozny, mica-Artikel: Joanna Wozny erhält den Erste Bank Kompositionspreis 2010 (2009), mica-Artikel: ORF-RSO Wien mit Uraufführung von Joanna Woznys "disintegrated" (2010), mica-Artikel: Keine Angst vor dem Klang - Neues von Joanna Wozny beim e_may Festival in Wien (2010), Kulturserver Graz: Joanna Wozny, ÖMZ 62/11/2007 - "Die Arbeit fängt im Kopf an", Joanna Wozny im Gespräch mit Daniel Ender, Biographie (Polnisch)

Empfohlene Zitierweise
mica (Aktualisierungsdatum: 28. 4. 2020): Biografie Joanna Wozny. In: Musikdatenbank von mica – music austria. Online abrufbar unter: https://db.musicaustria.at/node/81758 (Abrufdatum: 12. 7. 2020).

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