Eberhard Alexander J.

Vorname
Alexander J.
Nachname
Eberhard
Nickname
J.
erfasst als
KomponistIn
MusikerIn
InterpretIn
Genre
Neue Musik
Subgenre
Modern/Avantgarde
Instrument(e)
Viola
Geburtsjahr
1970
Geburtsort
Wolfsberg
Geburtsland
Österreich

Er studierte Viola, Komposition sowie elektroakustische und experimentelle Musik an der Musikuniversität Wien und schreibt zur Zeit an seiner Dissertation über den zeitgenössischen Komponisten Gerhard Stäbler. Eberhard ist Träger des Gustav Mahler Kompositionspreises, erhielt ein Dissertations-Stipendium und war Stipendiat an der Internationalen Akademie Impuls für Neue Musik bei Beat Furrer. 2008 wurde er mit dem Theodor Körner Preis für das Orchesterwerk in two parts ausgezeichnet.

Durch den Einsatz digitaler Instrumente sowie der elektronischen Bratsche gelingt Eberhard eine eigenständige Erweiterung seines Klangspektrums, das er im Trio Superlooper und Duo bonaNza umsetzt mit zahlreichen Konzerten in Österreich, Deutschland und Japan. Mit bonaNza wurde er u.a. zum Steirischem Herbst und Numusic Festival in Stavanger eingeladen.

Ausgangspunkt für seine kammermusikalische Arbeit ist Alexander J. Eberhards Auseinandersetzung mit entarteter Musik und ein besonderer Stellenwert in seinem Schaffen kommt dem Genre Streichquartett zu. Mit dem von ihm gegründeten Christine Lavant Quartett, benannt nach der bekannten österreichischen Lyrikerin, setzte er abseits eines Mainstream Konzertprogrammes Akzente durch die Aufführung von Werken von im Naziregime verfolgten Komponisten oder durch Kooperationen, wie z.B. mit Hans Platzgumer und seiner Band Convertible.

Stilbeschreibung
In seinen Werken versucht Eberhard für ungewohnte Wahrnehmungsmuster zu sensibilisieren. Durch neue Notationsformen und Brechung frontaler Konzertsituationen lädt er Interpreten wie Rezipienten ein, sich seiner Musik in ungewohnten Kontexten, Grammatik oder Formeln zu nähern. Wichtiger Bestandteil seiner Kompositionen ist die Improvisation, die für ihn von der Spannung des Momentes und der Klangsprache des Musikers lebt.

"In seinen Werken versucht Alexander J. Eberhard für ungewohnte Wahrnehmungsmuster zu sensibilisieren. Wichtiger Bestandteil seiner Kompositionen ist die Improvisation, die für ihn von der Spannung des Momentes und der Klangsprache des Musikers lebt. Durch den Einsatz digitaler Instrumente sowie der elektronischen Bratsche gelingt Eberhard eine eigenständige Erweiterung seines Klangspektrums, das er im Trio Superlooper und Duo bonaNza umsetzt. Ausgangspunkt für seine kammermusikalische Arbeit ist Alexander J. Eberhards Auseinandersetzung mit entarteter Musik."
ORF Musikprotokoll (2012), abgerufen am 16.10.2020 [https://musikprotokoll.orf.at/bio/alexander-j-eberhard]

"Alexander J. Eberhard folgt meist dem Gefühl und meidet das allzu Theoretische und Sperrige. Er gibt jedem einzelnen Ton, jedem Geräusch, Klang und Sample durch seine kunstvollen Verfremdungen und Bearbeitungen eine Bedeutung, einen Sinn. Er lässt sie schwingen, knarzen, übersteuern, warme und kalte Farben annehmen, er verwandelt sie genauso in schönste feingliedrige Melodien, wie in dissonanteste Lärmausbrüche oder abstrakte Rhythmuskonstruktionen. Die Nummern des Kärntners folgen ihren ganz eigenen Regeln: Sie entwickeln sich in offenen Strukturen über weite Bögen und Wechsel, immens verdichtete,  komplett reduzierte und minimalistische Zustände, sowie über solche, die unweigerlich Assoziationen zu mysteriösen, geheimnisvollen, futuristischen, schönen wie auch dunklen Orten auslösen und Bilder in die Köpfe pflanzen."
Michael Ternai (2016): ALEXANDER J. EBERHARD – „P.A. CAT“. In: mica-Musikmagazin.

"Ständig begegnen ALEXANDER J. EBERHARD als Bratschist, Komponist, aber auch Veranstalter neue Ideen, die ihn schwer einer anderen Gattung oder Stilrichtung zuordnen lassen als seiner ganz persönlichen."
Sylvia Wendrock (2020): „Die wortlose Kommunikation ist mir am liebsten“ – Alexander J. Eberhard im mica-Interview. In: mica-Musikmagazin.

Auszeichnungen
1999 Stadt Klagenfurt Gewinner des 5. internationalen Gustav Mahlerpreis Kompositionswettbewerbes
1999 mdw - Universität für Musik und darstellende Kunst Wien Preis
2008 Theodor Körner Fonds Theodor Körner Preis

Ausbildung
1998 Joseph Haydn Konservatorium des Landes Burgenland Eisenstadt Konzertfachdiplom Viola Viola
2002 mdw - Universität für Musik und darstellende Kunst Wien Wien Mag.art. Viola
mdw - Universität für Musik und darstellende Kunst Wien Wien elektroakustische und experimentelle Musik
mdw - Universität für Musik und darstellende Kunst Wien Wien Komposition

Tätigkeiten
unter anderem bei Superlooper, bonaNza, CLavantQ etc.

Aufträge (Auswahl)
2001 Egon Wellesz Quartett
2003 Ackermann Petra

Aufführungen (Auswahl)
cercle - konzertreihe für neue musik
Porgy & Bess Wien
Wien Modern Wien
Lange Nacht der neuen Klänge

Pressestimmen

"Der Raum ist Klang. Gibt Tempo und Takt an. Ton und Stille schwingen gemeinsam. Die Sinne vibrieren. Alexander J. Eberhard schafft feingliedrige Klangräume und vielschichtige Atmosphären."
radiohörer: „Klangorte zum Verweilen“ Alexander J. Eberhard im Zeit-Ton Porträt (Andreas Maurer), abgerufen am 16.10.2020 [https://radio.friendsofalan.de/klangorte-zum-verweilen-alexander-j-eber…]

2012
"Bedächtig und dabei nicht weniger spannungsvoll brachte Alexander J. Eberhard die langsamen Glissandi des Streichquartetts Magic in Kontrast zu den auf die Instrumente aufgesetzten Spielwerken und knacksende Zuspielung. Frischluft, wie sie dem Konzertbetrieb auch in vermehrtem Maß gut tun würde, um das traditionelle Feuer nicht zu Asche werden zu lassen, sondern es am Brennen zu halten."
ÖMZ (Doris Weberberger)

1. August 1999
"ein Grenzgänger zur "Neuen Musik""
Kronen Zeitung (Frieda Stank) 

27. Mai 1999
"das Ganze (Holes III) ist mit enormen Geschick und Gespür für Wirkung gemacht"
Kärntner Tageszeitung

"Spannung und spontane Kreativität trifft im Besonderen auf Alexander J. Eberhard zu"
Kleine Zeitung

"Farbraster-Komposition: [...] Alexander Eberhard, der in seinem Werk mit Farbrastern eine ganz neue Form der Notation anwendet"
Klagenfurt

Literatur
mica-Archiv: Alexander J. Eberhard
mica-Interview: mit Superlooper (2008)
mica-Artikel: bonaNza - we never die at home (2012)
mica-Magazin: On the couch: Peter Herbert & Alexander J. Eberhard (2013)
2016 Ternai, Michael Ternai: ALEXANDER J. EBERHARD – „P.A. CAT“. In: mica-Musikmagazin.
2020 Wendrock, Sylvia: „Die wortlose Kommunikation ist mir am liebsten“ – Alexander J. Eberhard im mica-Interview. In: mica-Musikmagazin.

Links
Christine Lavant Quartett, Emergency of Projects
Sondcloud: Alexander J. Eberhard