Olga Neuwirth
Genre: Neue Musik
Instrument: Trompete
Gattung: Filmmusik

Neuwirth Olga

Werke

# Titel EntstehungsjahrSortiericon Dauer Besetzung Gattung
1 The Outcast - Musiktheater nach Herman Melvilles "Moby Dick" 2010 - 2011 abendfüllend
2 Hommage à Klaus Nomi - FASSUNG für Kammerorchester 2010 20m
3 Remnants of songs...An Amphigory - für Viola solo und Orchester 2009 ~ 20m
4 un posto nell'acqua 2009
5 "in the realms of the unreal" 2009 18m
6 Lost Highway Suite - für 6 Soloisten und Ensemble 2008 25m
7 Kloing! 2008 37m
8 Diagonal Symphony 2007 9m
9 Hommage à Klaus Nomi - a songplay in nine fits 2007
10 In Nacht und Eis 2006 ~ 15m
11 Laki 2005
12 M 2-9 / Menzel 3 - für Flöte, Viola, Violoncello und Klavier 2005
13 tintarella di luna - cold songs - für Bariton und Klavier nach Texten von Michelangelo Buonarotti, Giacomo Leopoardi und Sappho 2005
14 ...no more... - für Singstimme (verstärkt), Trompete, Synthesizer, Violoncello (verstärkt), E-Gitarre, E-Bass und Schlagzeug auf einen eigenen Text 2005 ~ 4m
15 Theatermusik zu "Warten auf Godot" von Samuel Beckett - für Tonband 2005
16 Musik zu dem Dokumentarfilm "Erik(A)" von Kurt Mayer 2005
17 "...miramondo multiplo..." - für Trompete und Orchester 2005 20m
18 Italia Anno Zero, "Staged Concert", Gemeinschaftsprojekt von Olga Neuwirth und Roberto Paci Dalò nach Texten von Antonio Gramsci, Giacomo Leopardi und Pier Paolo Pasolini - für zwei Sprechstimmen, zwei Klarinetten, Theremin, Gitarre, Elektronik, Sampler, 2004 ~ 54m
19 "No more secrets, no more lies", drei Songs aus "…ce qui arrive..." - nach Texten von Andrew Patner und Georgette Dee für Stimme (unspezifiziert) 2004 ~ 7m
20 ...ce qui arrive... 2004 ~ 50m
21 Zefiro aleggia... nell'infinito... - für Fagott, Orchester und Zuspiel-CD - für Fagott, Orchester und Zuspiel-CD 2004 ~ 15m
22 Marsyas - für Klavier 2004 ~ 15m
23 Theatermusik zu "Der jüngste Tag" von Ödön von Horváth - für Tonband 2003 - 2004
24 Torsion - für Fagott solo 2003 ~ 12m
25 Lost Highway - Musiktheater nach David Lynch und Barry Gifford, Libretto von Elfriede Jelinek und Olga Neuwirth 2002 - 2003 ~ 1h 40m
26 Theatermusik zu "Philoktet" von Heiner Müller - für Tonband 2002
27 Verfremdung/Entfremdung - für Flöte, Klavier und sechskanaliges Tonband 2002 ~ 12m
28 torsion: transparent variation - für Fagott, Ensemble und Zuspiel-CD 2002 ~ 15m
29 Verfremdung/Entfremdung 2002
30 Theatermusik zu "Totenauberg" von Elfriede Jelinek - für Tonband 2001
31 locus ... doublure ... solus - für Klavier und Ensemble 2001 ~ 24m
32 locus ... doublure ... solus - Version für Klavier und Orchester 2001 ~ 26m
33 ecstaloop - für Sopran, Sprecher, Sampler und Ensemble nach Texten von Stephanie Fleischmann, Ivetta Gerasimchuk, Banana Yoshimoto, Craig Raine und Kathrin Röggla 2001 ~ 17m
34 Construction in Space - Hommage à Naum Gabo - für vier Solisten, vier Ensemblegruppen und Live-Elektronik 2001 ~ 45m
35 Abenteuer in Sachen Haut - Eine Raum-Klang-Installation für SchauspielerInnen und Tonband nach Texten von Dylan Thomas, Musik von Olga Neuwirth 2001 ~ 1h 10m
36 Der Tod und das Mädchen II - Tonbandkomposition für Ballett (Poème choréographique) auf einen Text von Elfriede Jelinek (Stimmen von Anne Bennent und Hanna Schygulla) 2000 ~ 1h 20m
37 Theatermusik zu "Ein Sommernachtstraum" von William Shakespeare - für Tonband 2000
38 Theatermusik zu "Virus - das Unabomber Projekt" von Henrik Schröder - für Tonband 2000
39 anaptyxis - für großes Orchester 2000 ~ 14m
40 incidendo/fluido - für Klavier und Zuspiel-CD 2000 ~ 13m
41 Clinamen/Nodus - für Streichorchester, Schlagzeug und Celesta 1999 - 2000 ~ 15m
42 Anaptyxis 1999 - 2000
43 The Long Rain - Film-Musik-Projekt von Olga Neuwirth und Michael Kreihsl für vier Solisten [Bassfl., Bass- und Kbklar., Saxofone, Tuba], vier im Raum verteilte Ensemblegruppen und Live-Elektronik nach der gleichnamigen Erzählung von Ray Bradbury 1999 - 2000 ~ 45m
44 Suite - für Theremin und Ensemble 1999
45 ... ad auras ... - in memoriam H. 1999
46 ...ad auras... in memoriam H. - für zwei Violinen und Holztrommel ad libitum 1999 ~ 12m
47 Hommage à Klaus Nomi - Bearbeitungen von "Falling in Love Again", "Ding Dong", "Simple Man", "Death" für Schlagzeug, Synthesizer, Baßklarinette, Cello, Kontrabass und Trompete 1998
48 Nova/Minraud - für Vokalensemble 1998 12m
49 Drei Rätsel von Mozart 1998 - 1999 ~ 6m
50 Ondate II - für zwei Bassklarinetten 1998 13m
51 Todesraten - Hörspiel nach einem Text von Elfriede Jelinek 1997
52 Elfi und Andi 1997 18m
53 Photophorus - für 2 E-Gitarren und Orchester 1997 15m
54 Fondamenta - für Klarinette, Saxophon, Cello und DAT-Band 1997
55 Bählamms Fest - Musiktheater in 13 Bildern nach Leonora Carrington 1997 - 1999 ~ 1h 20m
56 Nova Mob 1997 12m
57 Ondate - für Saxophonquartett 1997 13m
58 sounds of an imaginary city - Hörstück 1997
59 sound-cases of memory - Klanginstallation 1997
60 astonished angels - Klanginstallation für die Häuserecke Kohlmarkt/Graben 1997
61 Quasare/Pulsare 1996 10m
62 Pallas/Construction 1996 25m
63 Metal/Pallas 1996 13m
64 talking houses - Klanginstallation 1996 31m
65 ... ?risonanze? ... - für Viola d'amore solo 1996
66 Hooloomooloo - für drei Gruppen und Zuspiel-CD 1996 15m
67 Vampyrotheone - für 3 Ensembleformationen mit 3 Solisten 1995 ~ 12m
68 Akroate Hadal 1995 ~ 9m
69 La vie - ... ulcérant(e) 1995 ~ 11m
70 Spleen 1994 7m
71 Vexierbilder 1994 10m
72 Jardin désert - Portrait einer Komposition als junger Affe II 1994 9m
73 Five Daily Miniatures 1994 9m
74 Sans soleil - Zerrspiegel für 2 Ondes Martenot, Orchester, Elektronik und Live-Elektronik 1994 18m
75 Lonicera Caprifolium - für Ensemble und A-DAT 1993 17m
76 Punch & Judy - Hörspiel nach einem Text von H. C. Artmann (Version für Puppentheater) 1993 - 1994 35m
77 Canon of Funny Phases 1992 13m
78 Aufenthalt 1992 - 1993 19m
79 Schlagschatten 1992 3m
80 Duplus-Duplex 1992 - 1993
81 !?dialogues suffisants!? - Portrait einer Komposition als junger Affe I 1992 12m
82 Quingelquingelquis Weg durchs Orchester - für Jugendorchester 1992 10m
83 Let's play, play, play ... - für Musikschüler 1992 8m
84 Worddust of Minraud 1992 7m
85 Cthulhu-Ludium - Vor der Dunkelheit 1991 - 1992 11m
86 Zwischenmusik - zu den beiden Musiktheaterwerken 1991 - 1992
87 Die Schamlosen - oder Ein Spektakel in einem Akt (Kurzoper) 1990 10m
88 Körperliche Veränderungen - nach dem Hörspiel "Ballade von drei wichtigen Männern sowie dem Personenkreis um sie herum". Musiktheater 1990 - 1991 28m
89 Die neugierigen alten Frauen - Musik für ein Puppentheater 1990
90 Der Wald - ein tönendes Fastfoodgericht - Mini-Oper 1989 11m
91 Fünf Stück Filmmusik - für einen Kurzfilm der Brothers Quay (London) 1989 7m
92 Cigarren (elementar) 1989 8m
93 Bagatellen für Violoncello allein - Der Geist aus der Flasche nach einem Anagramm von Unica Zürn 1988 7m
94 Der rosarote Zwerg auf dem Weg nach Garanas - oder Die gelbe Kuh tanzt Ragtime 1985 10m

Allgemeine Information

Geburtsjahr:  1968
Geburtsdatum:  4. August 1968
Geburtsort:  Graz
Geburtsbundesland: 
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Nationalität: 

Geboren 1968 in Graz. 1985–86 Studium am Conservatory of Music, San Francisco (Komposition und Theorie) sowie am Art College, San Francisco (Malerei und Film), 1987–93 Kompositionsstudium an der Hochschule für Musik und darstellende Kunst Wien bei Erich Urbanner sowie am Institut für Komposition und Elektroakustik. Wesentliche Anregungen durch Begegnungen mit Adriana Hölszky und Luigi Nono. 1993–94 Teilnahme am Stage d’informatique musicale des Ircam, Studium bei Tristan Murail, Paris.
Das Hinterfragen der gegenseitigen Abhängigkeit unterschiedlicher Wahrnehmungsqualitäten gehört zu den zentralen künstlerischen Anliegen Olga Neuwirths. Ausgangspunkt ihrer Arbeiten sind Klang-, Bild- und Sprachmaterialien verschiedenster Herkunft und Beschaffenheit, die ohne Rücksicht auf ihre Eigenschaften, aber mit viel Sinn für die Wirkung dramaturgischer Entwicklungen miteinander verbunden werden.

Ausbildung

ZeitraumAusbildungInstrumentAusbildnerInOrganisationOrt
1975

Ab dem siebten Lebensjahr Trompetenunterricht

1985 - 1986

Art College: Malerei und Film

1985 - 1986

Komposition und Musiktheorie

1987 - 1993

Komposition

1987 - 1993

Elektroakustik

1987 - 1993

Elektroakustik

1993

Diplom und Magisterium: "Über den Einsatz von Filmmusik in 'L'amour à mort' von Alain Resnais"

1993 - 1994

Studium

Teilnahme am Stage d'informatique musicale

Sommerkurse

Sommerkurse

wesentliche Anregungen durch Begegnungen mit Adriana Hölszky, Luigi Nono

Aufführungen (Auswahl)

ZeitraumAufführungWerkOrganisationOrt
1994
1997
1997
1998

Next Generation, Portraitkonzerte

1999
2000
2000
2000
2004
2004
2004

Festival Musica

2004
2005
2005
2006
2006
2006
2007

Columbia University

2007

documenta 12

2008
2008
2009
2010
2010
2011

Portraikonzert

2011

Auszeichnungen

Time PeriodAuszeichnungWerkAuszeichnende Organisation
1992

Förderungspreis

1993

Stipendium

1993

Max-Brand-Preis

1994

Förderungspreis

1994

Publicity-Preis

1995

Gast des Künstlerprogramms

1996

Preis für Komposition

1997

Akademie der Darstellenden Künste, Frankfurt/Main: Hörspielpreis

1997

Staatsstipendium für Komposition

1999

Förderungspreis

1999

Plöner Hindemith-Preis

1999

Ernst Krenek Preis

2000

composer in residence: Koninklijk Filharmonisch Orkest van Vlaanderen 

2002

composer in residence

2005

Musikpreis

2008

Heidelberger Künstlerinnenpreis

UNESCO Paris: Teilnahme am International Rostrum of Composers

2009

South Bank Show Award für Lost Highway

2010

Großer Österreichischer Staatspreis

2010

Louis Spohr Preis

2011

Nominierung für den Österreichischen Filmpreis für Das Vaterspiel

Stilbeschreibung

Das Hinterfragen der gegenseitigen Abhängigkeit unterschiedlicher Wahrnehmungsqualitäten gehört zu den zentralen künstlerischen Anliegen Olga Neuwirths. Ausgangspunkt ihrer Arbeiten sind Klang-, Bild- und Sprachmaterialien verschiedenster Herkunft und Bechaffenheit, die ohne Rücksicht auf ihre Eigenschaften, aber mit viel Sinn für die Wirkung dramaturgischer Entwicklungen miteinander verbunden werden.

Pressestimmen

1995

Zu 'Lonicera Caprifolium':

Mit harten (Film-)Schnitten und überraschenden Wendungen entwickelt Olga Neuwirth die Klangereignisse. Der Bewegungsgestus schlägt mehrmals um, entfaltet sich, bricht in sich zusammen und kippt in ein vielleicht nur vermeintliches Gegenteil um. Aus dieser Bewegung der Nachklänge entsteht ein instrumentales Rattern, dessen Verräumlichung die Funktion einer Instrumentierung zu übernehmen scheint. Ein Tonband-Solo bringt mit einem Sinustonakkord die Bewegung zum Stillstand. Doch spätestens von nun an scheinen in dieser Musik die Gegensätze einander zu kippen: Es ist ein rasender Stillstand, aus dem sich ein verhaltener Bewegungsgestus entwickelt, der seine Energie in einem Feld von Implosionen aufbraucht. Die Klangverschlingungen verlieren an Konturen, aus dem amorphen Feld tauchen kurz Tonbandklänge auf; die dem Geräuschfeld zugrundeliegende starre Harmonik gibt nur Raum frei für wie erstickte Bewegung, bevor sich aus dem erreichten Einzelton f ein elektronisch generierter Fächer öffnet. Im erneut aufgespannten Klangraum suchen sich schnelle, ornamentale Floskeln ihren Platz, und ebenfalls als Reminiszenz an Klangcharaktere aus der Anfangsphase des Werks tauchen Klangblöcke auf, sich voreinander schiebend. Doch waren die Ornamente einst treibende Kraft und die Akkorde Impulsgeber der Bewegung, scheinen sie nun erschöpft vom Wuchern und Treiben, aufgezehrt von der erdrückenden Umarmung der wild wuchernden Lonicera Caprifolium. Und wieder ist es ein paradoxer Bewegungszustand, eine bewegte Starre, mit der das Werk verklingt. In den Trillern und zerbrechlichen Mehrklängen von Tenorsaxophon, Baßklarinette und zweier präparierter Violoncelli treffen einander die Vergänglichkeit des Klingenden und die Künstlichkeit errichteter Klangräume. Olga Neuwirth läßt in 'Lonicera Caprifolium' die Klänge vom nervösen Energiepotential erzählen, das entsteht, wenn wildes Wuchern und zartes Umarmen, Derbheit und Zartheit einander nicht gegenüberstehen, sondern das eine im andern sich findet.

Zeitfluß - Programmheft Salzburger Festspiele (Christian Scheib)

21. Juni 1999

[...] Die dreissigjährige österreichische Komponistin, eine der herausragenden Erscheinungen ihrer Generation, schreibt - nicht nur hier, hier aber ganz besonders - quirlig bewegte, lustige, anspielungsreiche Musik ... mit seiner musikalischen Dramaturgie, etwa mit der Verbindung unterschiedlicher Klangräume, weist das Stück von Olga Neuwirth Ansatzpunkte auf, die mit Gewinn weiterverfolgt werden können. Vor allem aber ist es mit blitzender Phantasie erdacht, bietet es einen spannenden, nicht zuletzt auch unterhaltsamen Abend. [...]

Neue Zürcher Zeitung (Peter Hagmann)

2003

[...] Olga Neuwirth ist eine Komponistin, die sich wohl am intensivsten und inspiriertesten um die Vereinigung von Szene, Klang und Video-Elementen bemüht. Die Ausdrucksmittel des Films führen Neuwirths Musik-Theater gleichsam in eine weitere Dimension, die dritte oder auch die vierte: Das filmische Bild wird als weitere Schicht in die Werkstruktur eingefügt, ist unlösbar mit der Einheit der Komposition verschmolzen. [...]

Neue Musikzeitung (Gerhard Rohde)

3. November 2003

[...] Von Anfang an begeisterte und verstörte die Komponistin durch einen kompromisslos herben Klang, der sich in aufmüpfigen Verästelungen um keine Romantik, keine Sentimentalitäten, keine Psychologie und keine Anbiederung schert, sonder furchtlos direkt dem Hörer Klangwahrheiten an die Ohren schleudert. [...]

Süddeutsche Zeitung (Reinhard J. Brembeck)

2004

Das Einfache, leicht Erklärbare oder simpel Strukturierte ist nicht ihre Sache - ganz im Gegenteil: In den Werken der Komponistin Olga Neuwirth brodelt es unaufhörlich, es herrscht eine Verunsicherung, die dem Hörer förmlich den Boden unter den Füßen wegzieht. [...]

Falter (Stefan Drees)