Fotograf: Juri Tscharijski ©

Pironkoff Simeon

Werke

# Titel EntstehungsjahrSortiericon Dauer Besetzung Gattung
1 splitting line - für Pipa 2012 15m
2 "... slight shimmer in the background" - western moods for chinese instruments 2011 15m
3 Natürliche Mängel - Saxophonquartett 2011 15m
4 Entwirrung - für Vierteltonakkordeon 2009 - 2010 15m
5 nach dem (vor) bild (oder vor?) - Zwei Sätze mit Flöte, Cello und Vierteltonakkordeon 2009 13m
6 skin.double 2009 - 2010 15m
7 unstable secrets 2008
8 BLUR - für sheng, zheng, Flöte, Klarinette, Violoncello 2008 14m
9 Fall/Wende 2007 - 2008 20m
10 spiel(t)räume für Klavier solo 2006 15m
11 Fall / Wende für sheng und Akkordeon 2005 20m
12 decollage 2005 11m
13 départs imprevues - Musik mit zheng, sheng, Oboe, Akkordeon und Schlagzeug 2004 10m
14 einstellung I - aus dem Zyklus "Sujets" 2003 5m
15 einstellung III - aus dem Zyklus "Sujets" 2003 5m
16 chaqun pour soi - Annäherungen mit sheng, Flöte, Posaune, und Schlagzeug 2003 8m
17 Zwielicht 2002 14m
18 Risse/Umrisse 2002 5m
19 FLUT 2001
20 einstellung II - aus dem Zyklus "Sujets" 2001 7m
21 Fluchtpunkt/bewegter Horizont 2001 10m
22 "muros de la soledad" - Konstellation für Klavier 2000 20m
23 Quintett 1999
24 "from a certain distance" - ein Dialogstück 1999 ~ 7m 11s
25 Attaca - 31 Mitteilungen für Ensemble 1998
26 Kontur - Musik für sieben Instrumente 1996 22m
27 Influence für dreizehn Spieler 1995 ~ 15m
28 Musique Concrète für die Klarinettenfamilie 1994 10m
29 Saxophonquartett 1994 13m
30 Trios für Baßblockflöte, Baßgambe und Cembalo 1993 12m
31 Passi per Violoncello solo 1992 10m
32 Stretti commentati für Doppelstreichquartett 1992 13m
33 Vier Sets für acht Spieler - auf zwei Klavieren 1992 21m
34 Labyrinth für fünf Gruppen 1989 24m
35 Unruhe ist in den Gräsern - für Tonband 1989 7m
36 Sechs Lieder für gemischten Chor und Schlagwerkensemble - nach Texten von Jorge Luis Borges 1988 12m
37 Zwei Burlesken für Klavier vierhändig 1988 12m
38 Versionen für Orchester 1988 27m
39 Musik für Streicher 1987 10m
40 Reflex für Flöte solo 1987 10m
41 Flötenquartett (Incontri per quattro) 1987 12m
42 Trio für Violine, Cello und Klavier 1986 15m
43 Bläserquintett 1986 10m
44 Quasi eine Trauermusik - für Violine und Orchester 1985 17m
45 Sonatine für Violine und Klavier 1982 - 1986 15m
46 Streichsextett 1982 22m
47 In memoriam Béla Bartók - Trio für Klarinette, Violine und Klavier 1981 17m
48 Fünf ernste Lieder - für hohe Frauenstimme und Klavier in memoriam Alban Berg 1981 17m
49 IV. Streichquartett - (Alexander Zemlinsky), Bearbeitung für Streichorchester 25m

Allgemeine Information

Geburtsdatum:  10. März 1965
Geburtsort:  Sofia
Geburtsland: 

 

Geboren in Sofia (Bulgarien) in Musikerfamilie (Vater Komponist); Klavierunterricht im Alter von 6 Jahren; erste Kompositionen mit 16 Jahren, Gymnasium/Abitur in Sofia, weitere Ausbildung am Konservatorium in Sofia (Musiktheorie und Klavier/Konzertfach), 1985 Stipendiat des G.v.Herder-Preises, weitere Ausbildung in Wien an der MHS (Komposition, Dirigieren und Korrepetition), Dirigiertätigkeit in ganz Europa.

 

Nach Aufenthalt in der Schweiz (1989-1991) seit 1992 in Wien und seitdem Lehrer an der Musikuniversität (Institut für Dirigieren): Dirigieren, Orchestermusik der Gegenwart und Klavier.

Ausbildung

ZeitraumAusbildungInstrumentAusbildnerInOrganisationOrt
1978 - 1983

Musikgymnasium mit Hauptfach Klavier

1978 - 1983

weitere Ausbildung Komposition (P. Hadjiev)

1983 - 1985
1983 - 1985

Musiktheorie

1985 - 1989

Dirigieren, Abschluss mit Diplom

1985 - 1990

Komposition, Abschluss mit Diplom

1985 - 1990

Korrepetition, Abschluss mit Diplom

Tätigkeiten

ZeitraumTätigkeitOrganisationOrt
1989

Konzerttournee durch Argentinien (als Mitglied des Klavierduos Saveanu-Pironkoff)

1989 - 1991

zahlreiche Tourneen durch Deutschland, Östereich, Schweiz und Italien mit diversen Opernproduktionen

1989 - 1992

Leitung von diversen Symphoniejugendorchestern und Zusammenarbeit mit verschiedenen Theatern und freien Bühnen in Europa

1990 - 1992

Jugendsymphonieorchester Acadya (Schweiz): Gründer und Dirigent

1991 - 1992

Salle Gaveau: Opernproduktion von "Hoffmanns Erzählungen" (Wiederherstellung der Originalfassung)

1992

Gründung des ensemble on_line (2010 umbenannt in PHACE)

1999 - 2002

Vorstandsmitglied (als solches auch Initiator und Kurator der Kammermusikreihe "Fokus" in Zusammenarbeit der IGNM und der Alten Schmiede in Wien)

2004

seitdem außerordentliche Professur (Dirigieren und Klavier)

diverse Publikationen (z.B. Musikzeitschrift "ton", Gesellschaft für Musik & Ästhetik/Freiburg im Breisgau)

Conservatorio Nacional de Buenos Aires: Gastvorlesungen über bulgarische Musik

Gastvorlesungen über bulgarische Musik

Zusammenarbeit mit zahlreichen Formationen als Komponist und Dirigent: Klangforum Wien, Ensemble die reihe, Ensemble Wiener Collage, NewTon Ensemble, Ensemble Recherche (Freiburg), Ensemble 2r2m (Paris), Wiener Saxophonquartett, Ensemble Musica Nova Sofia, Sofia Philharmonie (BG), Orchester des Sofia Rundfunks, Slowakische Philharmonie Bratislava, Webern Symphonieorchester, Symphonieorchester der Stadt Gdansk (Polen), Orchestra Filarmonia Veneta, APA Orchestra Hong Kong, Orchestra del Teatro Olimpico Città di Vicenza, Wiener Taschenoper, Wiener Kabinetttheater u.a.

Opernproduktionen am Musiktheater Aargau (Schweiz)

mehrere CD-Einspielungen mit Werken des 20. Jahrhunderts

Rundfunksendungen und Studioaufnahmen, z.B. für den ORF, Radio Municipal de Buenos Aires, Rundfunk Sofia

zahlreiche Auftritte als Dirigent und Komponist in Europa (z.B. Österreich, Italien, Bulgarien, Frankreich, Deutschland) und international (Hongkong, Taiwan, USA)

Aufführungen (Auswahl)

ZeitraumAufführungWerkOrganisationOrt
1993

Wiener Frühlingsfestival

1994
1995

Sofia Music Weeks

1997

Musica Nova Sofia

1998
1998

March Music Days Rousse, Bulgarien

1999
1999

ZeitTon Festival

2001
2001
2001
2001
Rom
2002

Montmartre en Europe

2002

World Music Days 2002

2003
2003

Jeunesse-Festival Wien

2004

Auszeichnungen

Time PeriodAuszeichnungWerkAuszeichnende Organisation
1985

Alfred Toepfer Stiftung F.V.S.: Stipendiat des Gottfried-von-Herder-Preises

1986

Stipendium

1988

Arbeitsstipendium

1988

Stipendium "Richard Wagner"

1990

Würdigungspreis

1991

Stipendium

1995

Arbeitsstipendium

1997

Förderungspreis

2003

Staatsstipendium

2017

publicity award für die CD „skin.double"

Stilbeschreibung

Ein paar Gedanken zur Formierung des eigenen Sprachflusses: ... Jede neue Komposition stellt für mich eine Studie über Reaktionsmodelle dar. Meine letzten Versuche auf dem Gebiet der Formierung eines sich ständig auf neue Umdeutungsmöglichkeiten (Übersetzungen) einlassenden Beziehungsnetzes und des daraus resultierenden Sprachflusses, erinnern mich in manchen ihrer Ausformungen an die um 1925 von Max Ernst entwickelten Frottage-Technik. Es gilt in dieser Technik vor allem, den konstruktiv gestaltenden Verstand bei der Bildkomposition auszuschalten und sich ganz der aus sich fließenden Imagination anheimzugeben. Mit welchen Mitteln? Z.B. wird die Maserung einer rauen Reliefoberfläche (z.B. Holzbohlen oder trockene Blätter) mit Hilfe von Bleistiftschraffuren auf Papier oder Leinwand übertragen. Die aus der Schraffur heraustretenden Zeichnungen dienen als Auslöser einer gewissen automatischen Schreibweise, die den sich formierenden Vorstellungen der Phantasie im weiteren Malprozess nachspürt.

 

Sowohl bei der musikalischen als auch bei der Bildkomposition spielt jedoch der konstruktiv gestaltende Verstand schon bei der Entscheidung über die Auswahl des werkeigenen Materials eine wesentliche Rolle. Deswegen glaube ich, dass wir, wenn wir über automatische Schreibweisen sprechen, letztlich eigentlich gelenkte Flexibilität meinen. Diese gelenkte Flexibilität beginnt mit der bewussten Auswahl des Materials (Papier, Holzbohlen/Generierung eines werkspezifischen rhythmisch-harmonischen Vokabulars usw.) dessen Eigenschaften deklariert unbewusste (unreflektierte) Reaktionsmodelle evozieren sollten. Die durch "Belebung" der Maserungen erschaffene tabula rasa der Frottage-Technik entspricht bei mir einer derart generierten offenen musikalischen Struktur - meine eigene schraffierte Maserung , die "tabula rasa" der künftigen Komposition -, welche genauso wie in der Frottage-Technik ein größtmögliches Potential an Reaktionsmodellen (aus denen der Sprachfluss, bzw. der Malstrom generiert wird), eröffnet.

 

Der Schlüssel zu den angestrebten Entscheidungsfreiheiten innerhalb des Kompositionsprozesses im konkreten "künstlerischen Fall" (welcher zugleich den Schlüssel zur Definition der werkeigenen Sprachlichkeit darstellt) wird also nach den eigenen (wohlbekannten) Verhaltensmuster orientiert. Die Auswahl des Materials wird in beiden Fällen durch ein Potential von Reaktionsmodellen gelenkt, das bis zu einem hohen Grad vom eigenen Assoziationsreservoire gespeist wird. So gesehen wird das musikalische Ereignis zu musikalischer Erlebniszeit erst beim Aufeinandertreffen von den vom Künstler zugespielten Fragmenten aus der eigenen "Assoziationsfolklore" mit jenen des Zuhörers (Zusehers). Die Komposition (als Idee entsprungen und als Material entwickelt) erlebt in diesem Moment ihre Entbindung - ein Ereignis dessen Wirkung vom Künstler zum Glück nicht abgeschätzt werden kann - der Beginn, also, ihres Daseins als Rätsel (hoffentlich!).

 

Simeon Pironkoff, Juni 2003

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