Simeon Pironkoff
Genre: Neue Musik
Subgenre: Modern/Avantgarde

Fotograf: Juri Tscharijski ©

Pironkoff Simeon

Werke

# Titel EntstehungsjahrSortiericon Dauer Besetzung Gattung
1 unstable secrets 2008
2 spiel(t)räume für Klavier solo 2006 15m
3 Fall / Wende für sheng und Akkordeon 2005 20m
4 decollage 2005 11m
5 départs imprevues - Musik mit zheng, sheng, Oboe, Akkordeon und Schlagzeug 2004 10m
6 einstellung I - aus dem Zyklus "Sujets" 2003 5m
7 einstellung III - aus dem Zyklus "Sujets" 2003 5m
8 chaqun pour soi - Annäherungen mit sheng, Flöte, Posaune, und Schlagzeug 2003 8m
9 Zwielicht 2002 14m
10 Risse/Umrisse 2002 5m
11 FLUT 2001
12 einstellung II - aus dem Zyklus "Sujets" 2001 7m
13 Fluchtpunkt/bewegter Horizont 2001 10m
14 "muros de la soledad" - Konstellation für Klavier 2000 20m
15 Quintett 1999
16 "from a certain distance" - ein Dialogstück 1999 ~ 7m 11s
17 Attaca - 31 Mitteilungen für Ensemble 1998
18 Kontur - Musik für sieben Instrumente 1996 22m
19 Influence für dreizehn Spieler 1995 ~ 15m
20 Musique Concrète für die Klarinettenfamilie 1994 10m
21 Saxophonquartett 1994 13m
22 Trios für Baßblockflöte, Baßgambe und Cembalo 1993 12m
23 Passi per Violoncello solo 1992 10m
24 Stretti commentati für Doppelstreichquartett 1992 13m
25 Vier Sets für acht Spieler - auf zwei Klavieren 1992 21m
26 Labyrinth für fünf Gruppen 1989 24m
27 Unruhe ist in den Gräsern - für Tonband 1989 7m
28 Sechs Lieder für gemischten Chor und Schlagwerkensemble - nach Texten von Jorge Luis Borges 1988 12m
29 Zwei Burlesken für Klavier vierhändig 1988 12m
30 Versionen für Orchester 1988 27m
31 Musik für Streicher 1987 10m
32 Reflex für Flöte solo 1987 10m
33 Flötenquartett (Incontri per quattro) 1987 12m
34 Trio für Violine, Cello und Klavier 1986 15m
35 Bläserquintett 1986 10m
36 Quasi eine Trauermusik - für Violine und Orchester 1985 17m
37 Sonatine für Violine und Klavier 1982 - 1986 15m
38 Streichsextett 1982 22m
39 In memoriam Béla Bartók - Trio für Klarinette, Violine und Klavier 1981 17m
40 Fünf ernste Lieder - für hohe Frauenstimme und Klavier in memoriam Alban Berg 1981 17m
41 IV. Streichquartett - (Alexander Zemlinsky), Bearbeitung für Streichorchester 25m

Allgemeine Information

Geburtsjahr:  1965
Geburtsdatum:  10. März 1965
Geburtsort:  Sofia
Geburtsland: 

Geboren in Sofia (Bulgarien) in Musikerfamilie (Vater Komponist); Klavierunterricht im Alter von 6 Jahren; erste Kompositionen mit 16 Jahren, Gymnasium/Abitur in Sofia, weitere Ausbildung am Konservatorium in Sofia (Musiktheorie und Klavier/Konzertfach), 1985 Stipendiat des G.v.Herder-Preises, weiter Ausbildung in Wien an der MHS (Komposition, Dirigieren und Korrepetition), Dirigiertätigkeit in ganz Europa, seit 1992 Lehrer an der Musikuniversität (Institut für Dirigieren): Dirigieren, Orchestermusik der Gegenwart und Klavier, nach Aufenthalt in der Schweiz (1989-1991) seit 1992 in Wien.

Ausbildung

ZeitraumAusbildungInstrumentAusbildnerInOrganisationOrt
1978

Musikgymnasium Sofia mit Hauptfach Klavier

1978

weitere Ausbildung Komposition (P. Hadjiev)

1983 - 1985

Musikhochschule Sofia, Sofia: Klavier

1983 - 1985

Musikhochschule Sofia, Sofia: Musiktheorie

1983

Abitur

1985 - 1989

Dirigieren

1985 - 1990

Komposition

1985 - 1990

Korrepetition

1989

Diplom Dirigieren

1990

Diplom Komposition

1990

Diplom Korrepetition

Tätigkeiten

ZeitraumTätigkeitOrganisationOrt
1989

Konzerttournee durch Argentinien (als Mitglied des Klavierduos Saveanu-Pironkoff)

1989 - 1992

Leitung von diversen Symphoniejugendorchester

1989 - 1991

zahlreiche Tourneen durch Deutschland, Östereich, Schweiz und Italien mit diversen Opernproduktionen

1990 - 1992

Jugendsymphonieorchester Acadya/Schweiz: Gründer und Dirigent

1991 - 1992

Salle Gaveau, Paris: Opernproduktion von "Hoffmanns Erzählungen" (Wiederherstellung der Originalfassung)

1992

Gründung

1999 - 2002

Vorstandsmitglied (als solcher Initiator und Kurator der Kammermusikreihe "Fokus" in Zusammenarbeit der IGNM und der Alten Schmiede in Wien)

- 1992 Zusammenarbeit mit verschiedenen Theater und freien Bühnen in Europa

Conservatorio Nacional de Buenos Aires, Buenos Aires: Gastvorlesungen über bulgarische Musik

Instituto des Teatro Colón, Buenos Aires: Gastvorlesungen über bulgarische Musik

Musiktheater Aargau, Aargau/Schweiz: Opernproduktionen

außerordentliche Professur (Dirigieren)

außerordentliche Professur (Klavier)

Mehrere CD-Einspielungen mit Werken des 20. Jahrhunderts

Rundfunksendungen und Studioaufnahmen: ORF, Radio Municipal de Buenos Aires, Rundfunk Sofia

Vertragslehrer am Institut für Musikleitung (Dirigieren)

Vertragslehrer am Institut für Musikleitung (Klavier)

zahlreiche Auftritte als Dirigent und Komponist in Österreich, Italien, Bulgarien, Frankreich, Deutschland und Hong Kong

Aufführungen (Auswahl)

ZeitraumAufführungWerkOrganisationOrt
1993

Wiener Frühlingsfestival

1994
1995

Sofia Music Weeks

1997

Musica Nova Sofia

1998
1998

March Music Days Rousse/Bulgarien

1999
1999

ZeitTon Festival

2001
2001
2001
2001

Nuovi spazi musicali/Rom

2002

Montmartre en Europe

2002

World Music Days 2002/Hong Kong

2003
2003

Jeunesse-Festival Wien

2004

Aufträge (Auswahl)

ZeitraumAuftragWerkAuftraggebende OrganisationAuftraggebende Person

Ensemble clarinetissimo

Auftrag ensemble neue musik - wien

Musica Nova Sofia

Nuovi Spazi Musicali

Montmartre en Europe

Auftrag Ensemble “die reihe”

Guy Frisch

Auszeichnungen

Time PeriodAuszeichnungWerkAuszeichnende Organisation
1985

Alfred Toepfer Stiftung F.V.S.: Stipendiat des Gottfried-von-Herder-Preises

1986

Stipendium

1988

Arbeitsstipendium

1988

Stipendium "Richard Wagner"

1990

Würdigungspreis

1991

Stipendium

1995

Arbeitsstipendium

1997

Förderungspreis

2003

Staatstipendium

Stilbeschreibung

Ein Paar Gedanken zu Formierung des eigenen Sprachflusses: ... Jede neue Komposition stellt für mich eine Studie über Reaktionsmodelle dar. Meine letzte Versuche auf dem Gebiet der Formierung eines sich ständig auf neue Umdeutungsmöglichkeiten (Übersetzungen) einlassenden Beziehungsnetzes und den daraus resultierenden Sprachfluss, erinnern mich in manchen ihrer Ausformungen an die um 1925 von Max Ernst entwickelten Frottage - Technik. Es geht in dieser Technik vor allem den konstruktiv gestaltenden Verstand bei der Bildkomposition auszuschalten und sich ganz der aus sich fließenden Imagination anheimzugeben. Mit welchen Mitteln? Z.B. wird die Maserung einer rauen Reliefoberfläche (z.B. Holzbohlen oder trockene Blätter) mit Hilfe von Bleistiftschraffuren auf Papier oder Leinwand übertragen. Die aus der Schraffur heraustretenden Zeichnungen dienen als Auslöser einer gewissen automatischen Schreibweise, die den sich formierenden Vorstellungen der Phantasie im weiteren Malprozess nachspürt. Sowohl bei der musikalischen, als auch bei der Bildkomposition spielt jedoch der konstruktiv gestaltenden Verstand schon bei der Entscheidung über die Auswahl des werkeigenen Materials eine wesentliche Rolle. Deswegen glaube ich, dass wenn wir über automatische Schreibweisen sprechen, letztlich eigentlich gelenkte Flexibilität meinen. Diese gelenkte Flexibilität beginnt mit der bewussten Auswahl des Materials (Papier, Holzbohlen/Generierung eines werkspezifischen rhythmisch-harmonischen Vokabulars usw.) dessen Eigenschaften deklariert unbewusste (unreflektierte) Reaktionsmodelle evozieren sollten. Die durch "Belebung" der Maserungen erschaffene tabula rasa der Frottage - Technik entspricht bei mir einer derart generierten offenen musikalischen Struktur - meine eigene schraffierte Maserung , die "tabula rasa" der künftigen Komposition -, welche genauso wie in der Frottage - Technik einen größtmöglichen Potential an Reaktionsmodellen (aus denen der Sprachfluss, bzw. der Malstrom generiert wird), eröffnet. Der Schlüssel zu den angestrebten Entscheidungsfreiheiten innerhalb des Kompositionsprozesses im konkreten "künstlerischen Fall" (welche zugleich den Schlüssel zur Definition der werkeigenen Sprachlichkeit darstellt) wird also nach den eigenen (wohlbekannten) Verhaltensmuster orientiert. Die Auswahl des Materials wird in beiden Fällen durch ein Potential von Reaktionsmodellen gelenkt, der bis zu einem hohen Grad vom eigenen Assoziationsreservoire gespeist wird. So gesehen wird das musikalische Ereignis zu musikalischer Erlebniszeit erst beim Aufeinandertreffen von den vom Künstler zugespielten Fragmenten aus dem eigenen "Assoziationsfolklore" mit denen des Zuhörers (Zusehers). Die Komposition (als Idee entsprungen und als Material entwickelt) erlebt in diesem Moment ihre Entbindung - ein Ereignis dessen Wirkung vom Künstler zum Glück nicht abgeschätzt werden kann - der Beginn, also, ihres Daseins als Rätsel (hoffentlich!).
Simeon Pironkoff - jun. 2003

Kontakt, Links

Sprache:  Bulgarisch, Deutsch, Englisch, Französisch, Italienisch
Adresse:  Rembrandtstraße 22, 1020 Wien, Österreich
Website:  www.pironkoff.at
Links: