Fuchs Reinhard

Vorname
Reinhard
Nachname
Fuchs
erfasst als
KomponistIn
Genre
Neue Musik
Instrument(e)
Klavier
Akkordeon
Geburtsjahr
1974
Geburtsort
Wels
Geburtsland
Österreich

Reinhard Fuchs © Markus Binder

 

Reinhard Fuchs (*1974), studierte zunächst Akkordeon am Brucknerkonservatorium Linz (1991-1995) und absolvierte anschließend seine kompositorische Ausbildung bei Michael Jarrell (1996-2002). Von 1997/98 verbrachte Fuchs ein Studienjahr an der University of Miami in Florida. Weitere wertvolle Impulse für sein Schaffen erhielt er bei Studien mit Brian Ferneyhough, Marco Stroppa, Magnus Lindberg, Klaus Huber, u.a. 1997 gründete er mit Kollegen die Komponistengruppe Gegenklang.

 

Neben Kompositionsaufträgen renommierter Ensembles und Veranstalter (Klangforum Wien, Konzerthaus Wien, Konzerthaus Berlin, Musiktage Donaueschingen etc.) kann Reinhard Fuchs auch auf zahlreiche internationale Preise und Auszeichnungen verweisen. Seine Werke wurden u.a. von Ensembles wie Klangforum Wien, RSO Wien, Les Percussion de Strasbourg & Dirigenten wie z.B. Johannes Kalitzke, Matthias Pintscher u.a. bei Festivals wie Wien Modern, Salzburger Festspiele, Musiktage Donaueschingen, Musikprotokoll, Hörgänge, Konzerthaus Berlin, Contemporary Music Festival Alicante, etc. aufgeführt.


Ausbildung
1991 - 1995 Anton Bruckner Privatuniversität Linz (früher: Brucknerkonservatorium) Linz Akkordeon Melichar Alfred
1991 - 1995 Anton Bruckner Privatuniversität Linz (früher: Brucknerkonservatorium) Linz Klavier Marian Johannes
1991 - 1995 Anton Bruckner Privatuniversität Linz (früher: Brucknerkonservatorium) Linz Instrumentalpädagogik
1991 - 1995 Anton Bruckner Privatuniversität Linz (früher: Brucknerkonservatorium) Linz Musiktheorie Freudenthaler Erland Maria
1996 - 2002 mdw - Universität für Musik und darstellende Kunst Wien Wien Komposition Jarrell Michael
1997 Miami - USA University of Miami, Florida/USA: Studium
Kompositionskurse, u.a. bei Brian Ferneyhough, Marco Stroppa, Magnus Lindberg, Klaus Huber, Antoine Bonnet und Jean-Marc Singier

Tätigkeiten
1997 Gegenklang Mitbegründer der Komponistengruppe
2008 PHACE | CONTEMPORARY MUSIC Wien Geschäftsführer und künstlerischer Leiter
freischaffender Komponist

Aufträge (Auswahl)
2001 Klangforum Wien von der wiederkehr desselben gleichsam zur jagd
2002 Konzerthaus Berlin Invisible Gravitation
2002 Wien Modern wo Angst auf Umhülle prallt
2003 SWR und Klangforum Wien blue poles
2004 Wien Modern umwebt von leisem Schatten - fünf Bücher für Streichquartett
2005 WDR und Klangforum Wien descrittivi di stati d'animo di Didone
2006 Bayerische Staatsoper in circles
2006 Salzburger Festspiele streut licht | an den bebenden rändern

Aufführungen (Auswahl)
2013 Basel Sinfonietta Basel wo Angst auf Umhülle prallt
Wien Modern Wien
Hörgänge - Musik in Österreich
Musikprotokoll im Steirischen Herbst
Salzburger Festspiele Salzburg
Wiener Konzerthaus Wien
Wittener Tage für Neue Kammermusik Witten
Contemporary Music Festival Alicante
Donaueschinger Musiktage Donaueschingen
Konzerthaus Berlin Berlin
Soundings

Auszeichnungen
1997 European Composition for Cathedral Choirs: Sonderpreis der Fondation Royaumont beim internationalen Kompositionswettbewerb
1997 stasis et vita - Neue Musik in Kassel: Zweiter Preis beim Kompositionswettbewerb
1999 7. Internationaler Kompositionswettbewerb Mozarteum Salzburg: Erster Preis
2000 Internationaler Kompositionswettbewerb Bach 2000: Zweiter Preis
2001 Theodor Körner Fonds Theodor-Körner-Preis
2003 Anton-Bruckner-Preis
2003 Republik Österreich Staatsstipendium für Komposition
Bundeskanzleramt Österreich Kunst und Kultur Arbeitsstipendium

Stilbeschreibung

Viele Kompositionen von Reinhard Fuchs gehen auf literarische Einflüsse zurück (W. Benjamin, H. Broch, G. Ungaretti, A. Wölfli, F. Schmatz ...). Seine erste große Orchesterkomposition "Wo Angst auf Umhülle prallt" für Stimme und großes Orchester (2002), basierend auf Texten von E.A. Poe, G. Ungaretti, A. Wölfli, verschmilzt die wesentlichsten musikalischen und außermusikalischen Ideen, die Reinhard Fuchs seit vielen Jahren faszinieren: Dicht geknüpfte Netze an Beziehungen, oszillierende Vielschichtigkeiten anstelle einfacher geradliniger Verläufe sowie kontinuierlich vorwärtstreibende, unmittelbare Energie. Dadurch wird dem Zuhörer die Möglichkeit geboten, sich auf einen selbständigen Hör-Weg durch die vielschichtig verwobenen Klänge einzulassen. Dennoch teilt sich die Musik von Reinhard Fuchs ebenso sehr mit, wenn man nur ihre fluktuierende Oberfläche hörend abtastet. Die Stringenz und Reichhaltigkeit seiner weitverzweigten musikalischen Labyrinthe vermitteln sich unmittelbar. Als Initialerlebnis für die Entwicklung dieser Poetik nennt er die Lektüre des französischen Symbolisten Stéphane Mallarmé (1842-1898): "Die Begegnung mit dem späten Prosagedicht "Un coup de dés" von Mallarmé hat einen nachhaltigen Eindruck auf mein Komponieren ausgeübt. Ich war fasziniert von dem vielschichtig gewebten Muster seiner Texte, wo Sprache, Musik und Bilder zu einer komplexen Einheit verschmelzen. An die Stelle einer transparenten Syntax tritt ein Textkondensat, das die Fähigkeit des Lesers zu kombinieren fordert. Dinge werden nicht beschrieben, sondern nur angedeutet. Der Leser wird somit aufgefordert, an dem Schaffungsprozess aktiv teilzunehmen, nach und nach zu entdecken."

 

Reinhard Fuchs, 2003


Pressestimmen

07. April 2010

[...] bot man mit Reinhard Fuchs' "Invers für Klarinette, Akkordeon und Streichtrio" eine bemerkenswerte Uraufführung. Ausgehend von einem Ton entwickelte sich – nicht ganz neu – ein reizvolles Geflecht kleinster Bausteine, die innere Klangwerte bedeutungsvoll in Beziehung setzten. 

Oberösterreichische Nachrichten, Michael Wruss 

 

23. Oktober 2003

Blue Poles von dem in Wien lebenden Komponisten Reinhard Fuchs, inspiriert von einem "Drip-Painting" Jackson Pollocks, erwies sich als die weitaus dichteste und interessanteste Arbeit. 

Salzburger Nachrichten 

 

23. Oktober 2003

Zupackend ins Tumultuöse gewendet, vielschichtig aufgetürmt und konsequent abgewandelt [...]

Die Presse 

 

23. März 2003

Ausgezeichnet hingegen das Werk "Blue Poles" aus der Feder des nicht einmal 30-jährigen Reinhard Fuchs, der neben formaler, an die Maltechnik von Jackson Pollock gemahnender Präzision auf atmosphärische Dichte setzt. Ein Versprechen für die Zukunft. 

Kurier 

 

28. Februar 2001

[...] aufwühlend der hochbegabte, sehr eigenständige Reinhard Fuchs. 

Kurier 

 

28. Februar 2001

Ansonsten waren die innovativen Stücke in den kammermusikalischen Abenden zu finden [....] Einige Namen wird man sich merken müssen, wie Reinhard Fuchs, der in "... erstickt vom röcheln verschwindet..." einem Gedicht Giuseppe Ungarettis folgt. 

Die Zeit


Links mica-Archiv: Reinhard Fuchs, Edition21, mica-Artikel: Erstaufführungen von Gerald Resch und Reinhard Fuchs im Schönberg Center (2010), mica-Interview: mit dem Ensemble PHACE (2013)

Empfohlene Zitierweise
mica (Aktualisierungsdatum: 23. 2. 2020): Biografie Reinhard Fuchs. In: mica music austria – Musikdatenbank. Online abrufbar unter: https://db.musicaustria.at/node/79004 (Abrufdatum: 5. 6. 2020).