Purgina Julia

Vorname
Julia
Nachname
Purgina
erfasst als
InterpretIn
KomponistIn
SolistIn
MusikerIn
AusbildnerIn
Genre
Neue Musik
Subgenre
Modern/Avantgarde
zeitgenössische Avantgarde
Instrument(e)
Viola
Klavier
Geburtsjahr
1980
Geburtsort
Straubing
Geburtsland
Deutschland

Foto © nafezrerhuf.com
Foto von Website Julia Purgina

"Julia Purgina ist als Bratschistin sowohl als Solistin und Kammermusikerin mit dem Fokus auf dem Bereich der Neuen Musik tätig (bspw. beim Wiener Kammerorchester, dem Niederösterreichischen Tonkünstler-Orchester und der Wiener Kammerphilharmonie).
Bei ihren zahlreiche Tourneen durch Europa, Asien und Südamerika arbeitete Purgina mit namhaften Dirigenten wie u.a. Sir Colin Davis, Bernhard Haitink, Vladimir Ashkenazy, Ivan Fischer, Franz Welser-Möst, Yakov Kreizberg etc. zusammen.

Durch die enge Zusammenarbeit mit vielen österreichischen und internationalen Komponist*innen entstanden zahlreiche Werke, die der Bratschistin gewidmet sind (bspw. von Erich Urbanner, Ivo Nilsson oder Thomas Heinisch) und von ihr auch aufgeführt wurden, u.a. bei wichtigen Festivals wie Wien Modern, den Bregenzer Festspielen oder für Rundfunkübertragungen. Im Gegenzug kann Julia Purgina als Komponistin auf Kooperationen mit namhaften Orchestern, Ensembles und Musiker*innen verweisen, die aktiv Uraufführungen bestellen und diese in aller Welt zum Klingen bringen (z.B. Wiener Symphoniker, Radio Symphonie Orchester Wien, sirene Operntheater, Helsingborg Symphony Orchestra, Wiener Concertverein, Oberon-Trio, Hugo Wolf Quartett, Ensemble Kontrapunkte u.a.).
Ihre Kompositionen wurden u.a. in Österreich, in Deutschland, Italien, Slowenien, Bulgarien, Estland, Russland, Korea, Algerien und Finnland etc. und bei international renommierten Festivals aufgeführt.
Auftragskompositionen fertigte Julia Purgina in Kooperation für unterschiedliche Formationen wie das Helsingborg Symphony Orchestra, das Kreisler Trio Wien, das Ensemble Kontrapunkte, das Hugo Wolf Quartett und die Wiener Symphoniker an.

Sie gibt zahlreiche Workshops und Vorlesungen im Bereich der Neuen Musik an mehreren österreichischen Universitäten (Musik und Kunst Privatuniversität Wien, Kunstuniversität Graz und Universität Wien)."
Nicola Benz (2020)

Stilbeschreibung

"Komponieren bedeutet für mich vor allem eines: offen sein, sich von sich selbst und der Umwelt immer wieder überraschen lassen, Lösungen finden, die nicht nahe liegend sind. Das beginnt schon vor dem eigentlichen Komponieren, wenn es um die Idee oder die Konzeption eines Stückes geht. Je nachdem wofür ich mich gerade interessiere, wird das Stück eine ganz eigene Richtung einschlagen. Dennoch muss ich gestehen, dass es natürlich Klänge und Formen gibt, die mich derzeit mehr als andere interessieren, ich glaube auch, dass meine Stücke gewisse Ähnlichkeiten aufweisen, auch wenn sie sehr unterschiedlich sind. Doch diese Ähnlichkeiten sind mehr im Hintergrund der Komposition zu finden und sind nicht das, was man einen Stil nennt. Meinen Stücken gemein ist, dass sie in irgendeiner Form Sinneseindrücke einfangen und in Musik transformieren, es ist also die Wandlung von einem Sinneseindruck zum nächsten. Welche Sinneseindrücke transformiert werden, ist ganz verschieden, aber vor allem Geschmacksrichtungen lassen sich gut in eine Komposition übertragen und so könnte mein Stil vielleicht doch noch mit einem Schlagwort überschrieben werden: transformierte Sinnlichkeit."
INÖK: Julia Purgina, abgerufen am 10.3.2020

"Die St. Pöltnerin Julia Purgina ist eine der poetischsten unter Österreichs zeit genössischen Komponistinnen. [...] "Ich muss immer eine Geschichte erzählen", sagt Julia Purgina, "und die muss einen Zauber haben, etwas, das tiefer geht […]""
NÖN.at: Julia Purgina: Von Zauber und Risiko (Michaela Fleck, 23. Oktober 2018), abgerufen am 10.3.2020

"Langatmigkeit ist Julia Purginas Sache nicht. Vielmehr kommt sie in ihren meist in Zyklen angeordneten Miniaturen auf den Punkt. Und obwohl sie auch theoretische Arbeit leistet, wenn sie die Unterschiede aleatorischer Kompositionsmethoden in Amerika und Europa untersucht, gründet sie ihre eigenen Werke nicht auf ein abstraktes Konzept. Hingegen verlässt sie sich ganz auf ihre klanglichen Vorstellungen und fährt sie ein breites Spektrum auf, das von humorvollen über energiegeladenen bis hin zu subtilen Stimmungen reicht. Als Inspiration dafür dienen der vielseitig interessierten Komponistin oftmals außermusikalische Bezüge wie selbst erfundene Bilder, Stadtpläne oder auch literarische Vorlagen: Bspw. für den Zyklus "Herbarium" reizten sie die ungewöhnlichen Adjektive, die Pablo Neruda einzelnen Pflanzen zuordnete."
mica Musikmagazin: JULIA PURGINA IM PORTRÄT (2013)

Auszeichnungen

1997 Magistrat der Stadt St. Pölten: "Youngster of Art"
2001 Amt der Niederösterreichischen Landesregierung: Kulturförderpreis
2001 Gustav Mahler Jugendorchester: Stipendium
2006 Internationaler Antonio-Salieri-Kompositionswettbewerb: Preis
2007 Theodor Körner Fonds: Preis für Musik
2007  Viktor-Fohn-Stiftung: Viktor-Fohn-Stipendium für Kunst
2008 Bundeskanzleramt Österreich Kunst und Kultur: Kompositionsförderung
2009 Internationales Festival in Oslip: ausgesuchte Komponistin
2010 Bundeskanzleramt Österreich Kunst und Kultur: START-Stipendium
2011 KomponistInnenforum Mittersill: ausgesuchte Komponistin
2011 Bundesministerium für Europa, Integration und Äußeres der Republik Österreich: Stipendium "The New Austrian Sound of Music 2012–2013" mit dem ensemble LUX
2013
Bundeskanzleramt Österreich Kunst und Kultur: Staatsstipendium für Komposition
2015 Zentrum für Genderforschung, Wien: Künstlerin des Monats November

Ausbildung

1985 Klavierunterricht
1988 Geigenunterricht
1994 Wechsel zum Violaunterricht
1997–2004 mdw – Universität für Musik und darstellende Kunst Wien: Viola (Wolfgang Klos, Ulrich Schönauer)
1998 St. Pölten: Matura
2000–2002 mdw – Universität für Musik und darstellende Kunst Wien: Komposition (Claus Ganter)
2001 mdw – Universität für Musik und darstellende Kunst Wien: Viola - 1. Diplomprüfung
2002 mdw - Universität für Musik und darstellende Kunst Wien: Komposition - 1. Diplomprüfung
2002–2003 Universität der Künste Berlin: Viola (Ulrich Knörzer)
2003–2006 mdw – Universität für Musik und darstellende Kunst Wien: Komposition (Erich Urbanner, Chaya Czernowin)
2004 mdw – Universität für Musik und darstellende Kunst Wien: Viola - 2. Diplomprüfung mit Auszeichnung
2006 mdw – Universität für Musik und darstellende Kunst Wien: Komposition - 2. Diplomprüfung mit Auszeichnung
2007 mdw – Universität für Musik und darstellende Kunst Wien: postgraduates Studium Komposition (Chaya Czernowin)
2011–2018 Universität Wien: Slowakistik und Germanistik

mdw – Universität für Musik und darstellende Kunst Wien: Doktoratsstudium Musiktheorie (Martin Eybl), Dissertation zum Thema "Aleatorische Musiktechniken"

Tätigkeiten

2013–2014 Wiener Concert-Verein: Composer in Residence
2016 MUK – Musik und Kunst Privatuniversität der Stadt Wien: Musikprofessorin und Leitung (Institut für Streichmusik)

ÖKB – Österreichischer Komponistenbund, Wien: Mitglied
Interessensgemeinschaft Niederösterreichischer Komponisten – INÖK, Wien: Mitglied

Mitglied im Ensemble/Orchester:
1997–???? Barockensemble "Capella Incognita": Mitbegründerin, Viola
1999–2004 European Union Youth Orchestra: Viola, 2004 Solobratschistin
1999–2004 Gustav Mahler Jugendorchester, Wien: Viola
2002–2003 Wiener Bach-Solisten, Wien: Viola, 2003 Solobratschistin
2004–2007 ORF Radio Symphonieorchester Wien: Orchesterakademie und Bratschistin
2004–2012 ensemble LUX , Wien: Mitbegründerin, Viola
2008–heute Volksoper Wien, Niederösterreichisches Tonkünstler Orchester: freischaffende Musikerin
2008–2016 Ensemble Reconsil Wien: Viola, Leitung (zusammen mit Roland Freisitzer)

Ensemble xx. Jahrhundert, Wien: Viola
Studio Dan, Wien: Viola
BONZAH-quartet, Wien: Viola
Wiener KammerOrchester: Viola

Aufträge (Auswahl)

2009 Ensemble Reconsil Wien: Euonymus 2/11/08 - für Tenorsaxophon und Ensemble
2009 Studio New Music, Moskau (Russland): Working with Haydn - für Flöte, Horn, Perkussion, Harfe, Viola und Kontrabass
2010 Ensemble Reconsil Wien: Flashroom - für Ensemble
2010 cercle – konzertreihe für neue musik, Haselböck Lukas: Chambermusic - für tiefe Stimme, Bassklarinette und Klavier
2010 Domchor St. Pölten: Psalm 62 for mixed choir and organ
2013 Wiener Concert-Verein: Koren - Konzert für Violine und Orchester

Aufführungen (Auswahl)

2007 Strahl Festival (Deutschland): Ao-Jo Gesänge - für Sopran und Klavier
2008 Haydn Piano Trio, Radiokulturhaus Wien: Masslosigkeit for Piano Trio
2008 Wien Modern: Streichtrio
2010 Studio New Music, Tschaikovsky Conservatory Moskau (Russland): Viola Concerto - für Viola und großes Ensemble (oder Orchester)
2010 Ensemble Reconsil Wien, Wien: Flashroom - für Ensemble (UA)
2010 cercle – konzertreihe für neue musik, Haselböck Lukas, Wien: Chambermusic - für tiefe Stimme, Bassklarinette und Klavier (UA)
2011 Domchor St. Pölten: Psalm 62 for mixed choir and organ (UA)
2011 KomponistInnenforum Mittersill
2013 Vera Novakova, Thomas Rösner, Wiener Concert-Verein, Musikverein Wien: Koren - Konzert für Violine und Orchester (UA)
2014 Ensemble Reconsil Wien - Kick-off Event des Großprojekts "Exploring the World", Alte Schmiede Wien: Les petites vielles - für Flöte und Streichtrio (UA)
2014 Soundings Festival, London (Großbritannien): featured composer
2020 sirene Operntheater, Wien: Der Durst der Hyäne (UA)

Diskografie (Auswahl)

Als Interpretin
2018 Mozart: Divertimento K 563 & Horn Quintet K 407 (Kairos)
2017 My Favorites (Kairos)
2016 enSuite (Kairos)

Tonträger mit ihren Werken
2015 Exploring the World (orlando records) // Werk: KODAMA
2014 Exploring The World: Kick-off (orlando records) // Werk: Les petites vieilles
2010 Re:New Music - Neue Musik aus Kroatien, der Slowakei und Österreich (Spektral Records) // Werk: Violakonzert
2001 Schallwellen Eins (Extraplatte) // Werk: Violasound I-IV

Literatur

Über die Komponistin
mica-Archiv: Julia Purgina
2001 Zawichowski, Gottfried: Komponieren ist mein Leben. Anerkennungspreis Musik: Julia Purgina. In: Kulturpreisträger des Landes Niederösterreich 2001. St. Pölten.
2010 Heindl, Christian: MICA-INTERVIEW MIT JULIA PURGINA. In: mica-Musikmagazin.
2011 ÖSTERREICHS JUNGE KOMPONISTEN & KOMPONISTINNEN: JULIA PURGINA. In: mica-Musikmagazin.
2013 JULIA PURGINA IM PORTRÄT. In: mica-Musikmagazin.
2018 Woels, Michael Franz: „[…] DER KITSCH, DEN ICH MIR LEISTE“ – JULIA PURGINA IM MICA-INTERVIEW. In: mica-Musikmagazin.

Publikationen der Komponistin
2006 Purgina, Julia: Musik - Sprache - Historizität. Wechselwirkungen in meinem kompositorischen Schaffen. Wien, Univ. f. Musik u. darst. Kunst, Dipl.-Arb.
2014 Purgina, Julia: ANTWORT DER KOMPONISTIN JULIA PURGINA AUF DEN ARTIKEL "QUOTEN FÜR KOMPONISTINNEN". In: mica-Musikmagazin.

Quellen/Links

Website: Julia Purgina
ÖKB: Julia Purgina
INÖK: Julia Purgina
MUK: Univ.-Prof. MMag. Julia Purgina

Empfohlene Zitierweise
mica (Aktualisierungsdatum: 7. 8. 2020): Biografie Julia Purgina. In: Musikdatenbank von mica – music austria. Online abrufbar unter: https://db.musicaustria.at/node/82502 (Abrufdatum: 26. 11. 2020).

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