Staud Johannes Maria

Vorname
Johannes Maria
Nachname
Staud
erfasst als
KomponistIn
Genre
Neue Musik
Geburtsjahr
1974
Geburtsort
Innsbruck
Geburtsland
Österreich

FotografIn: Manon Praetorius ©

 

Johannes Maria Staud zählt zu den auch international erfolgreichsten österreichischen Komponisten der jüngeren Generation. Staud, der in Wien bei Michael Jarrell und Dieter Kaufmann, dann bei Hanspeter Kyburz in Berlin studierte, Meisterkurse bei u.a. Brian Ferneyhough absolvierte, war in Wien Mitbegründer der Gruppe "Gegenklang", seine Werke werden seit 2000 von der Universal Edition verlegt. 2004 erhielt er den Förderpreis der Ernst-von-Siemens-Musikstiftung.

 

Nach "... gleichsam als ob ... für großes Orchester" (1999/2000), "A map is not the territory" (2001), der Musik für Klavier und Orchester "Polygon" (2002), der Kammeroper "Berenice", die 2004 bei der Münchener Biennale, bei den Wiener und den Berliner Festwochen gezeigt wurde (dann in einer revidierten Fassung in Heidelberg), sowie weiteren Werke für Solo- und kammermusikalische Besetzungen folgten auch Aufträge renommierter Orchester. Die Berliner Philharmoniker unter Sir Simon Rattle brachten 2005 "Apeiron für großes Orchester" zur Uraufführung, am 23. Juli 2006 wird als Auftragswerk der Salzburger Festspiele "Segue - Musik für Violoncello und Orchester" mit den Wiener Philharmonikern unter Daniel Barenboim und Heinrich Schiff als Solisten uraufgeführt, auch Franz Welser-Möst und das Cleveland Orchestra haben ein weiteres Orchesterwerk (für 2008) bestellt.

 

Heinz Rögl, 2006


Ausbildung
1994 - 2001 mdw - Universität für Musik und darstellende Kunst Wien Wien Elektroakustische Komposition Kaufmann Dieter
1994 - 2001 mdw - Universität für Musik und darstellende Kunst Wien Wien Komposition Jarrell Michael
1994 - 2001 mdw - Universität für Musik und darstellende Kunst Wien Wien Tonsatz Eröd Iván
1999 - 2000 Hochschule für Musik Hanns Eisler Berlin Komposition Kyburz Hanspeter
2001 mdw - Universität für Musik und darstellende Kunst Wien Wien Diplomprüfung (mit einstimmiger Auszeichnung)
Kompositionskurse Ferneyhough Brian
Kompositionskurse (Alois Pinos)

Tätigkeiten
2010 - 2011 Staatskapelle Dresden Dresden Capell-Compositeur bei der Sächsischen Staatskapelle Dresden
2015 - 2016 mdw - Universität für Musik und darstellende Kunst Wien Wien Gastprofessor für Komposition
Gegenklang Wien Mitbegründer der Komponistengruppe
freischaffender Komponist

Aufträge (Auswahl)
1997 Amt der Tiroler Landesregierung Dichotomie - für Streichquartett
1998 Klangspuren - Verein zur Förderung von Neuer Musik Schwaz Black Moon - für Bassklarinette
1999 Bundeskanzleramt Österreich Kunst und Kultur Sektion Kunst: Arbeitsstipendium ... gleichsam als ob ... - für großes Orchester
1999 Tiroler Sängerbund der kleinste abstand zwischen zwei gegenständen - für 16-stimmigen gemischten Chor
2000 Ensemble Modern Incipit - für Altposaune und 5 Instrumente
2001 Klangspuren - Verein zur Förderung von Neuer Musik Schwaz Hypo-Bank Esquisse retouchée (Incipit 2) - für Posaune (mit Bass-Drum)
2001 Klangforum Wien für den Europäischen Musikmonat Basel 2001 A map is not the territory - für großes Ensemble
2002 Erste Bank der österreichischen Sparkassen AG Erste Bank Kompositionspreis 2002 Configurations/Reflet - für 8 Instrumentalisten
2004 Österreichisches Kulturforum London - Austrian Cultural Forum London Arie am Rand alter Bücher - für Bariton, Klavier, Bambus-Chimes und Tonband
2004 ARD (Arbeitsgemeinschaft der öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten der Bundesrepublik Deutschland) für den internationalen Musikwettbewerb der ARD Towards a Brighter Hue - für Violine
2005 WDR - Westdeutscher Rundfunk Incipit III (Esquisse retouchée II) - für Posaune solo, Streichorchester, 2 Hörner und Schlagzeug
2006 Casa da Música Portugal - für Schlagzeug solo
2006 Salzburger Festspiele Segue - Musik für Violoncello und Orchester
2007 Internationale Stiftung Mozarteum Salzburg Im Lichte - Musik für 2 Klaviere und Orchester
2008 Gewandhausorchester Leipzig Über trügerische Stadtpläne und die Versuchungen der Winternächte (Dichotomie II) - für Streichquartett und Orchester
2008 The Cleveland Orchestra On Comparative Meteorology - für Orchester
2010 Ensemble Modern mit freundlicher Unterstützung der Kulturstiftung des Bundes und des kulturfonds frankfurt rheinmain Contrebande (On Comparative Meteorology II) - für Orchester
2011 Staatskapelle Dresden   Der Riß durch den Tag - für Sprecher und Ensemble
2011 Staatskapelle Dresden   Celluloid - für Fagott
2011 Ensemble InterContemporain für das Festival Agora Par ici! - für Ensemble
2012 Internationale Stiftung Mozarteum Salzburg Fugu - für Kinderorchester
2012 Klangspuren - Verein zur Förderung von Neuer Musik Schwaz Concertgebouw Brügge und Cité de la Musique Paris K'in - für Fagott und Streichquartett
2013 Salzburg Foundation Caldera (für Tony Cragg) - Eine Szene im antilopischen Stil
2013 Luzerner Theater, gefördert durch die Ernst von Siemens Stiftung Die Antilope - Oper
2014 Lucerne Festival, Luzerner Sinfonieorchester, Wiener Konzerthaus und ORF Radio-Symphonieorchester Wien Oskar (Towards a Brighter Hue II) - Musik für Violine solo, Streichorchester und Schlagzeug
2015 ensemble recherche ORF Musikprotokoll im Steirischen Herbst Wheat, not oats, dear. I'm afraid. - für sieben Instrumente
2016 Wiener Staatsoper Die Weiden (The Willows)
2017 WDR - Westdeutscher Rundfunk Im Lichte II - Musik für 2 Klaviere

Aufführungen (Auswahl)
1997 ÖGM - Österreichische Gesellschaft für Musik Wien Bewegungen - für Klavier
1997 ORF/Landesstudio Tirol Innsbruck Die Ebene
1998 Kolpinghaus Schwaz Schwaz in Tirol Black Moon - für Bassklarinette
1999 Stadtinitiative Wien Wien Black Moon - für Bassklarinette
2000 Konzerthaus Berlin Berlin Vielleicht zunächst wirklich nur - 6 Miniaturen für Sopran und 6 Instrumente
2000 Schwaz in Tirol Tennishalle ... gleichsam als ob ... - für großes Orchester
2001 Zagreb Incipit - für Altposaune und 5 Instrumente
2001 WDR - Westdeutscher Rundfunk Witten der kleinste abstand zwischen zwei gegenständen - für 16-stimmigen gemischten Chor
2002 Huddersfield A map is not the territory - für großes Ensemble
2002 Wiener Konzerthaus Wien Dichotomie - für Streichquartett
2003 Stuttgart Neues Theaterhaus Pragsattel Configurations/Reflet - für 8 Instrumentalisten
2003 RadioKulturhaus Wien Berenice. Lied vom Verschwinden - für Sopran, kleines Ensemble und Tonband
2004 Salzburger Festspiele Salzburg Polygon - Musik für Klavier und Orchester
2004 Österreichisches Kulturforum New York - Austrian Cultural Forum NYC New York Bewegungen - für Klavier
2005 Österreichisches Kulturforum London - Austrian Cultural Forum London London Arie am Rand alter Bücher - für Bariton, Klavier, Bambus-Chimes und Tonband
2005 Berliner Philharmoniker Berlin Apeiron - Musik für großes Orchester
2006 Ljubljana - Slowenien Cultural and Congress Centre Violent Incidents (Hommage à Bruce Nauman) - für Saxophon, Bläserensemble und Schlagzeug
2006 Salzburger Festspiele Salzburg Segue - Musik für Violoncello und Orchester
2007 Darmstadt Esquisse retouchée (Incipit 2) - für Posaune (mit Bass-Drum)
2007 München Portugal - für Schlagzeug solo
2008 Universität Innsbruck Innsbruck Lagrein
2008 Konzerthaus Berlin Berlin Segue - Musik für Violoncello und Orchester
2009 Graz One Movement and Five Miniatures - für Cembalo, Live-Electronics und Ensemble
2009 Alte Oper - Frankfurt/Main Frankfurt am Main Berenice. Suite II - für Ensemble
2010 Wien Modern Wien Über trügerische Stadtpläne und die Versuchungen der Winternächte (Dichotomie II) - für Streichquartett und Orchester
2010 Boston - USA Für Bálint András Varga - 10 Miniaturen
2011 Semperoper Dresden Tondo - Preludio für Orchester
2011 Tanzquartier Wien GmbH Wien Tableaux vivants - für Ensemble und Tonband
2012 Lyon Über trügerische Stadtpläne und die Versuchungen der Winternächte (Dichotomie II) - für Streichquartett und Orchester
2013 ÖKB - Österreichischer Komponistenbund Wiener Konzerthaus Festival 100 Jahre ÖKB Par ici! - für Ensemble
2013 Österreichisches Kulturforum London - Austrian Cultural Forum London London Peras - Musik für Klavier
2014 Carnegie Hall New York On Comparative Meteorology - für Orchester
2014 Lucerne Festival Luzern Der Riß durch den Tag - für Sprecher und Ensemble
2015 Salzburger Kunstverein Salzburg Sydenham Music - für Flöte, Viola und Harfe
2017 Wien Modern Wien Die Antilope - Oper
2017 Salzburger Mozartwoche Mozarteum Salzburg Fugu II - für Kinderorchester
2018 Wittener Tage für Neue Kammermusik Witten Im Lichte II - Musik für 2 Klaviere
2018 Wiener Staatsoper Die Weiden (The Willows)

Auszeichnungen
1997 Kompositionswettbewerb "stasis et vita", Kassel: 3. Preis
1999 Alban Berg Stiftung Stipendium
2000 Hochschule für Musik Hanns Eisler Hanns Eisler Kompositionswettbewerb: 1. Preis
2001 Republik Österreich Förderungspreis für Musik
2002 Salzburger Osterfestspiele Kompositionspreis
2002 Erste Bank der österreichischen Sparkassen AG Erste Bank Kompositionspreis Configurations/Reflet - für 8 Instrumentalisten
2003 SWR - Südwestrundfunk Heinrich-Strobel-Stiftung: Stipendium
2003 IRC - International Rostrum of Composers 1. Preis in der Kategorie der Komponisten unter 30 Jahren Polygon - Musik für Klavier und Orchester
2004 Ernst von Siemens Musikstiftung Förderpreis
2006 Republik Österreich Österreichisches Komponistenstaatsstipendium
2007 The Cleveland Orchestra Daniel Lewis Young Composer Fellowship (2007-2009)
2009 Klangspuren - Verein zur Förderung von Neuer Musik Schwaz composer in residence
2009 Amt der Tiroler Landesregierung Emil Berlanda-Preis
2009 Schleswig Holstein Musik Festival Paul Hindemith-Preis
2012 Stadt Wien Preis der Stadt Wien für Musik
2013 Internationale Stiftung Mozarteum Salzburg composer in residence (Mozartwoche)
2014 Lucerne Festival composer in residence
2016 Coup de cœur des jeunes mélomanes der Fondation Prince Pierre de Monaco
2016 Stadt Innsbruck Preis für künstlerisches Schaffen
TMC - Tanglewood Music Center (Berkshire Music Center) featured composer bei den Tanglewood Sommerkursen

Pressestimmen

28. Mai 2009

[...] Johannes Maria Staud ist ein Komponist, der sich raffiniert aus der Palette der Kompositionsmittel bedient und sich dennoch einen unmittelbaren und sehr originären Zugriff auf die Materie Musik bewahrt hat... (Rolf Beck, Intendant des Schleswig-Holstein Musik Festivals)

Die Presse

7. November 2005

[...] Johannes Maria Staud hat eine raffinierte Musik geschrieben, die mit raumdrehenden, elektronischen Zuspielungen den rauen, pointierten Orchesterklang aufheizt und die Atmosphäre der Selbstzerstörung geradezu visuell macht. [...]

Mannheimer Morgen

17. Juni 2005

[...] Der Komponist Johannes Maria Staud hat ein großes Talent für effektvolle Klänge und setzt Stimmen (zum Teil verfremdet etwa mit Megaphonen) und Instrumente präzise ein. Selbst die elektronischen Beigaben sind mit live Gespieltem genauerstens balanciert. [...]

Rhein-Neckar-Zeitung

[...] Er verfügt über die kompositiorischen Mittel, die unter anderem durch die Geschichte der Moderne und der Avantgarde bereitgestellt wurden, elektronisches Komponieren selbstverständlich mit eingeschlossen. Er hat sich jedoch den Sinn für die Unmittelbarkeit der Musik bewahrt - in den feinen Nuancierungen wie in den gewaltigen Implosionen und Explosionen, zu denen seine Musik fähig ist. [...]

Neue Zeitschrift für Musik (Habakuk Traber)

2004

[...] Die Klangpalette wird liebe- und stimmungsvoll aufbereitet. Erst allmählich gewinnt sich das Werk Klangstärke, Gegenwärtigkeit, instrumentale Gewalttätigkeit. Dann hämmert es seine Klangthesen nachhaltig und unabweisbar ans philharmonische Tor. Es krempelt sozusagen die Ärmel auf und läßt den musikalischen Muskel spielen. Athletenmusik, an und abschwellend, in der Konzertarena. [...]

Die Welt (Klau Geitel)

30. März 2002

Mit Johannes Maria Staud wurde am Freitag ein junger österreichischer Komponist (Jahrgang 1974) als Preisträger gewürdigt, der eine erstaunlich sichere Hand und eine bemerkenswert eigenständige Handschrift zu erkennen gibt.

Salzburger Nachrichten (Karl Harb)


Links mica-Archiv: Johannes Maria Staud, mica-Artikel: Johannes Maria Staud - UA auf BR-Klassik (2012), Karsten Witt Musik Musik Management, Universal Edition, Eintrag Wikipedia

Empfohlene Zitierweise
mica (Aktualisierungsdatum: 23. 2. 2020): Biografie Johannes Maria Staud. In: Musikdatenbank von mica – music austria. Online abrufbar unter: https://db.musicaustria.at/node/71492 (Abrufdatum: 2. 7. 2020).