Neuwirth Olga

Vorname
Olga
Nachname
Neuwirth
erfasst als
KomponistIn
MusikerIn
AusbildnerIn
Genre
Neue Musik
Subgenre
Modern/Avantgarde
Experimental/Intermedia
Improvisation
Instrument(e)
Trompete
Klavier
Geburtsjahr
1968
Geburtsort
Graz
Geburtsland
Österreich

Olga Neuwirth gehört zu den wichtigsten Komponistinnen unserer Zeit. Impulse für ihre Arbeit zieht sie aus Literatur, Film, Wissenschaft oder Gesellschaftspolitik. Ihr umfangreicher Werkkomplex besteht aus großen Orchesterstücken, Musiktheater-, Ensemble-, Solo- und Kammermusikwerken, Radio- und Filmmusik, aber auch aus Texten, Fotografien, Experimental- und Trickfilmen sowie einigen Büchern.

Neuwirth ist als freischaffende Komponistin tätig, die von nahezu allen namhaften nationalen wie internationalen Institutionen für zeitgenössische Musik Kompositionsaufträge erhält. Darunter befinden sich das Musikprotokoll in Graz, die Wiener Festwochen, die Donaueschinger Musiktage, Wien Modern, die Biennale Berlin, die Internationale Gesellschaft für Neue Musik, das Klangforum Wien - um nur einige zu nennen.
Verena Platzer (2020)

Stilbeschreibung

"[...] Grundlage des vielgestaltigen Schaffens Olga Neuwirths ist das frühe und unerschöpfliche Interesse an Gebieten jenseits der Musik, ihre Neugier und ihr Wille, das Komponieren in einem umfassenderen Sinn auch in ungewöhnliche Bereiche zu treiben und sich von unterschiedlichsten Impulsen aus Literatur, Kunst, Film, Comic oder Wissenschaft, aus High und Low Art, anregen zu lassen, noch bevor dies in der sogenannten "zeitgenössischen klassischen Musik" zur Selbstverständlichkeit wurde. So erklärt sich Olga Neuwirths intensive Beschäftigung mit Kunstgattungen wie der installativen Kunst, dem Film oder der Fotografie und der bereits in den ersten Werken aus den späten 1980er Jahren eingeschlagene Weg, die Sphären von Populär- und Hochkultur miteinander zu verschmelzen. Aus ihm erwachsen auch die Voraussetzungen für den Einsatz von Technologie, der sich die Integration von Low-Tech-Instrumenten ebenso zunutze macht wie Live-Elektronik. [...]

Neuwirths Werkverzeichnis spiegelt die enorme Vielseitigkeit der Komponistin und der von ihr verarbeiteten Einflüsse. Bis heute umfasst es zahlreiche Solostücke, Kammermusik, Ensemble- und Orchesterwerke ebenso wie unter Einbeziehung unterschiedlicher Medien konzipierte Arbeiten. Neben ihrem kompositorischen Schaffen entstanden Performances, Installationen, Schauspiel-, Radio- und Filmmusiken, aber auch Texte, Fotografien, Experimental- und Trickfilme sowie Musiktheaterwerke und zwei Bücher. Die sich hierin abzeichnende Arbeit jenseits etablierter Genres und Gattungen stieß allerdings oft auf Unverständnis; in vielerlei Hinsicht war Neuwirth daher eine Pionierin und Wegbereiterin in ihrer Generation. Mit ihrem Schaffen nahm sie Dinge vorweg, die heute längst selbstverständlich geworden sind. Insbesondere setzte sie sich von Anfang an für die Akzeptanz einer Kombination von Musik und Medien ein. 

Sie befasste sich gegen teils vehemente institutionelle Widerstände immer wieder auf kreative Weise mit der Verbindung von Musik und Bild. [...] Darüber hinaus hat Neuwirth aber auch lange Zeit, bevor dies zur Modeerscheinung wurde, [...] mit der Idee des Medientransfers gearbeitet. Dabei hat sie unter Rückgriff auf akustische und visuelle Übertragungen aus unterschiedlichen Räumen ausgeklügelte Konzeptionen zur Verbindung akustischer und optischer Medien mit dem Ziel einer Gestaltung alternativer Wahrnehmungsformen entwickelt. [...] Bereits zu Beginn der 1990er Jahre hat die Komponistin filmische Techniken auf das Komponieren von Instrumental- und Vokalwerken übertragen und in unterschiedliche Richtungen weiterentwickelt. [...] Dies alles unterstreicht die Tatsache, dass Neuwirth als Künstlerin keinerlei Berührungsängste kennt und die heute immer stärkere spürbare Aufweichung der Grenzlinie zwischen Technologie und klassischer Musik schon früh produktiv für ihre Arbeit zu nutzen wusste.

Bezeichnend ist auch der Einsatz von Technologie in ihren Kompositionen, also die Verwendung von Low-Tech-Instrumenten wie den Ondes Martenot [...] sowie die Auseinandersetzung mit den Möglichkeiten der Live-Elektronik. [...] Dabei begreift die Komponistin all diese Einflüsse nicht als das Andere, das von außen her an die Musik herangetragen wird, sondern macht sie zu integralen Bestandteilen ihrer künstlerischen Konzeptionen, aus denen heraus sie die jeweiligen musikalischen Diskurse und Narrationen entwickelt. [...]

In der hochgradig differenzierten Klangwelt ihrer Musik erhebt Neuwirth die Arbeit mit Brüchen, mit dem Nebeneinander und der Übereinanderschichtung heterogener Klangereignisse, aber auch mit Zitaten und Anspielungen zu einem ihrer Prinzipien und verbindet dies oftmals mit einem bissigen und hintergründigen schwarzen Humor. Das manifestiert sich unter anderem in ungewöhnlichen instrumentalen und elektronischen Klangkombinationen. Diese Kombinationen sind Signatur eines Kunstbegriffs, der konsequent die Gesellschaft herausfordert und durch vielfachen Bezug auf politische Inhalte vermeintliche Sicherheiten in Frage stellt.

Entsprechende Strategien hat die Komponistin auch auf ihre szenischen Konzeptionen übertragen, was mitunter zur Auflösung narrativer Handlungsverläufe zugunsten einer vielschichtigen Bühnendisposition führt. [...] Überhaupt gehört das musiktheatralisch artikulierte Nachdenken über künstlerische Identität zu den Kernthemen von Neuwirths Schaffen. Dieses Thema ist nicht nur dort präsent, wo die Komponistin sich primär mit dem Schaffensprozess auseinandersetzt [...]. Auch dort, wo die Komponistin die Künstlerexistenz in ihrer Wechselwirkung mit der Gesellschaft zeigt, wird Identität zusätzlich in die Reflexion politischer Zusammenhänge eingebettet. In diesem Sinne fokussiert Olga Neuwirth ihr künstlerisches Schaffen immer wieder auf vielschichtige Künstler- und Außenseitergestalten, die sie im Spiegel sozialer Verhaltensweisen zeigt, um Diskriminierung als Verwobenheit vielfältiger Strukturen aufzuzeigen. [...]

Mit ihrem gesamten Schaffen dokumentiert Neuwirth, dass sie - als Frau in einer auch heute noch männlich dominierten Domäne tätig - von jeher eine stets scharfe und hellsichtige Beobachterin der politischen Verhältnisse ist. Dabei engagiert sie sich kontinuierlich auch als Kämpferin für die Befreiung der Kunst von inneren und äußeren Zwängen sowie gegen die Vereinnahmung und Funktionalisierung der Kunst. Ihr Wissensdurst und ihre Neugier führten daher schon früh zu jenem eingangs umrissenen Lebensverständnis, zu dem die Leidenschaft gegenüber allem - die Inspiration "von den kleinen und den großen Dingen in der Welt" - ebenso gehört wie das ständige Umhergetriebensein zwischen Politik und Kunst."
Ricordi: Olga Neuwirth: Ein Porträt (Stefan Drees, 2017), abgerufen am 30.12.2020 [https://www.ricordi.com/de-DE/Composers/N/Neuwirth-Olga.aspx]

Auszeichnungen

1992 Stadt Wien: Förderungspreis
1993 Republik Frankreich: Stipendium
1993 Republik Österreich: Max-Brand-Preis
1994 Theodor Körner Fonds, Wien: Förderungspreis
1994 Austro Mechana - Gesellschaft zur Verwaltung und Auswertung mechanisch musikalischer Urheberrechte GesmbH, Wien: Publicity Award
1995 Künstlerprogramm - DAAD – Deutscher Akademischer Austausch Dienst, Berlin (Deutschland): Stipendium
1996 Europäische Union: EU-Preis für Komposition
1997 Erste Bank der österreichischen Sparkassen AG: Erste-Bank-Kompositionspreis
1997 Hochschule für Musik und Darstellende Kunst Frankfurt am Main (Deutschland): Hörspielpreis
1997 Republik Österreich: Staatsstipendium für Komposition
1999 Ernst von Siemens Musikstiftung, München (Deutschland): Förderungspreis
1999 Schleswig Holstein Musik Festival (Deutschland): Hindemith-Preis
1999 Stadt Wien: Ernst Krenek Preis (Bählamms Fest)
2000 Zentrum für Kunst und Medientechnologie Karlsruhe (ZKM) (Deutschland): Composer in Residence
2001–2002 Koninklijk Filharmonisch Orkest van Vlaanderen, Antwerpen (Belgien): Composer in Residence
2002 Forum Neue Musik Luzern (Schweiz): Composer in Residence (gemeinsam mit Pierre Boulez)
2005 Stadt Wien: Musikpreis
2008 Stadt Heidelberg (Deutschland): Heidelberger Künstlerinnenpreis ("... miramondo multiplo ...")
2008 UNESCO – United Nations Educational, Scientific an Cultural Organisation, Paris (Frankreich): Teilnahme am International Rostrum of Composers
2009 The South Bank Show (Großbritannien): South Bank Show Award (Lost Highway)
2010 als erste Frau/jüngste Staatspreisträgerin - Republik Österreich: Großer Österreichischer Staatspreis
2010 Stadt Braunschweig (Deutschland): Louis Spohr Musikpreis
2011 Österreichischer Filmpreis - Akademie des Österreichischen Films, Wien: Nominierung (Das Vaterspiel)
2016 Lucerne Festival (Schweiz): Composer in Residence
2016 Wiener Konzerthausgesellschaft: Verleihung der Ehrenmitgliedschaft
2017 Deutscher Musikautorenpreis - GEMA – Gesellschaft für musikalische Aufführungs- und mechanische Vervielfältigungsrechte, Berlin (Deutschland): Preisträgerin (Sparte: Komposition für Sinfonik)
2019 Republik Österreich: Österreichisches Ehrenzeichen für Wissenschaft und Kunst
2019 Christoph-und-Stephan-Kaske-Stiftung, München (Deutschland): Preisträgerin
2019 Elbphilharmonie Hamburg (Deutschland): Composer in Residence
2019 Musik-Biennale Berlin - Internationales Fest für zeitgenössische Musik (Deutschland): Composer in Residence
2020 Akademie der Wissenschaften und der Literatur Mainz (Deutschland): Robert Schumann-Preis für Dichtung und Musik

Ausbildung

1975–1983 Musikschule Deutschlandsberg: Klavier, Trompete
1983–1985 Steirischer Herbst: Kompositions-Workshops (Gerd Kühr, Hans Werner Henze)
1986 Universität für Musik und darstellende Kunst Graz: Komposition (kurzfristige Inskription)
1986–1987 San Francisco Art College (USA): Malerei und Film
1986–1987 San Francisco Conservatory of Music (USA): Komposition und Musiktheorie (Elinor Armer)
1987–1993 mdw – Universität für Musik und darstellende Kunst Wien: Komposition (Erich Urbanner), Elektroakustik (Dieter Kaufmann, Wilhelm Zobl) - Diplom, Thema der Diplomarbeit: "Über den Einsatz von Filmmusik in 'L'amour à mort' von Alain Resnais"
1988–1989 Stuttgart (Deutschland): Privatunterricht Komposition (Adriana Hölszky)
1991 Avignon (Frankreich): Kompositionskurs (Luigi Nono)
1992 Darlington (Großbritannien): Kompositionskurs (Vinko Globokar)
1993–1994 Paris (Frankreich): Komposition (Tristan Murail)
1993–1994 Stage d'informatique musicale - Institut de recherche et coordination acoustique – IRCAM, Paris (Frankreich): Teilnahme
1994 Internationale Ferienkurse für Neue Musik Darmstadt (Deutschland): Teilnehmerin

weitere wesentliche Anregungen für ihren eigenen Kompositionsstil durch Pierre Boulez, Edgar Varèse, Gösta Neuwirth, György Ligeti, Salvatore Sciarrino

Tätigkeiten

1991 erste internationale Bekanntheit mit 2 Mini-Opern nach Texten von Elfriede Jelinek ("Körperliche Veränderungen" und "Der Wald")
1993–heute selbständige Komponistin
1994 Münchner Biennale (Deutschland): Jury-Mitglied
1994–heute Internationale Ferienkurse für Neue Musik Darmstadt (Deutschland): Mitglied des Komponistenforums
1997–1999 Institut für Elektronische Musik - Universität für Musik und darstellende Kunst Graz: Dozentin
1997–2001 Venedig (Italien): Rückzug für ihre kompositorische Arbeit (u.a. Bählamms Fest)
1998 Konzertreihe "Next Generation" - Salzburger Festspiele: Debüt mit zwei Porträtkonzerten
2002–2006 Verfolgung verschiedener Interessen, u.a. Klanginstallationen, Theater- und Filmmusiken, diverse Portraitkonzerte im In- und Ausland
2002–2003 Triest (Italien): Rückzug für ihre kompositorische Arbeit (u.a. Lost Highway)
2006–heute Akademie der Künste Berlin (Deutschland): Mitglied
2007 Vorlesungen an verschiedenen amerikanischen Universitäten
2007 documenta 12, Kassel (Deutschland): Einladung zur Teilnahme (mit einer Klanginstallation)
2008 Projekt "Der absolute Film": Neuvertonung von Filmen aus den 1920er-Jahren - Komponistin für "Symphonie diagonale" (1924)
2013 Akademie der Künste München (Deutschland): Mitglied
2017–heute Kooperation mit dem Architekten Peter Zumthor und den "Asymptote Architects"

Kollaborationen in der Experimental Jazz/Improvisation-Szene, u.a. mit Robyn Schulkowsky, David Moss, Burkhard Paul Stangl

Aufträge (Auswahl)

1985 Steirischer Herbst, Forum Stadtpark Graz: Der rosarote Zwerg auf dem Weg nach Garanas oder Die gelbe Kuh tanzt Ragtime
1988 Die Staatstheater Stuttgart, Wiener Festwochen: Der Wald
1989 Die Staatstheater Stuttgart, Wiener Festwochen: Körperliche Veränderungen
1989 Internationale Gesellschaft für Neue Musik – IGNM Österreich: Cigarren (elementar)
1990 Internationale Gesellschaft für Neue Musik – IGNM Österreich: !?dialogues suffisants!?
1991 Jeunesses Musicales International: Quingelquingelquis Weg durchs Orchester
1992 Klangforum Wien: Lonicera Caprifolium
1993 im Auftrag von Ernesto Molinari: Spleen
1993 Fondation Royaumont (Frankreich): Five Daily Miniatures
1993 Julia Reicharts Kabinett-Theater: Punch & Judy
1994 Stuttgarter Tage für Neue Musik (Deutschland): Aufenthalt
1995 Wien Modern: Pallas/Construction
1996 BR – Bayerischer RundfunkMusica Viva München (Deutschland): Photophorus
1996 WDR – Westdeutscher Rundfunk (Deutschland): Elfi und Andi
1996 Musik-Biennale Berlin - Internationales Fest für zeitgenössische Musik (Deutschland), Ensemble Modern: Hooloomooloo
1997 Wiener Festwochen: Bählamms Fest
1997 Ensemble Sospeso (USA): Suite für Theremin und Ensemble aus "Bählamms Fest"
1997 Landesgirokasse Stuttgart (Deutschland): Nova/Minraud
1999 BR – Bayerischer Rundfunk (Deutschland): Todesraten
2013 mit Unterstützung der Fondation Hoffmann (Schweiz) - Festival d'Automne à Paris (Frankreich), Wigmore Hall London (Großbritannien): Weariness heals wounds I
2014 Gemeinschaftsauftrag - Ensemble InterContemporain, Institut de recherche et coordination acoustique – IRCAM, Donaueschinger Musiktage, Wien Modern, Lucerne Festival: Le Encantadas o le avventure nel mare delle meraviglie
2015 Auftrag für die erste abendfüllende Oper aus weiblicher Hand in der Wiener Staatsoper - Wiener Staatsoper, Ernst von Siemens Musikstiftung (Schweiz): Orlando
2015 Roche Commissions (Schweiz): Trurliade - Zone Zero
2016 Trio Frühstück: Quasare / Pulsare II
2017 Pnea Foundation (USA): Magic Flu-idity
2018 Internationaler Musikwettbewerb der ARD, Ernst von Siemens Musikstiftung (Schweiz): fumbling & tumbling
2019 The New York Philharmonic Orchestra (USA): Keyframes for a Hippogriff - in memoriam Hester Diamond

zahlreiche weitere Aufträge von Festivals (z.B. Salzburger Festspiele, Steirischer Herbst), im Kulturbereich tätigen Organisationen (u.a. Wiener Konzerthausgesellschaft, Österreichisches Bundesministerium für Wissenschaft, Forschung und Kunst, Bundeskanzleramt Österreich Kunst und Kultur, Stadt München, Bayerische Staatsoper, WDR – Westdeutscher Rundfunk, European Concert Hall Organisation – ECHO, Kulturprogramme der Europäischen Union, Siemens Stiftung) sowie von Ensemblen/Orchestern (bspw. Arditti Quartett)

Aufführungen (Auswahl)

1985 Eröffnungskonzert - Steirischer Herbst, Forum Stadtpark Graz: Der rosarote Zwerg auf dem Weg nach Garanas oder Die gelbe Kuh tanzt Ragtime (UA)
1988 Heinrich Schiff (vc) - Österreichischer Rundfunk (ORF) – Landesstudio Steiermark: Bagatellen für Violoncello allein (UA)
1990 Wiener Konzerthaus:
Cigarren (elementar) (UA)
1991 Solisten der Staatstheater StuttgartKlangforum WienBeat Furrer (dir) - Wiener Festwochen: Körperliche Veränderungen (UA), Der Wald (UA), Zwischenmusik (UA)
1992
Jugendmusikfest Deutschlandsberg: Let's play, play, play ... (UA)
1992 Lukas Schiske (perc), Benedikt Leitner (vc) -
Klangspuren – Verein zur Förderung von Neuer Musik Schwaz, Wiener Konzerthaus: !?dialogues suffisants!? (UA)
1992 Ensemble Klangarten
KlangArten,Theater im Künstlerhaus Wien: Canon of Funny Phases (UA)
1993 Klangforum Wien, Oliver Cuendet (dir) - Musikprotokoll im Steirischen Herbst, Grazer Congress: Lonicera Caprifolium (UA)
1994 Ensemble Contrechamps, Zsolt Nagy (dir), Royaumont/Asnières-sur-Oise (Frankreich): Five Daily Miniatures (UA)
1994 ORF Radio Symphonieorchester Wien, Friedrich Goldmann (dir) - Musikprotokoll im Steirischen Herbst, Grazer Congress: Sans soleil (UA)
1994 Ernesto Molinari (bcl) - Klangspuren – Verein zur Förderung von Neuer Musik Schwaz, Schwaz in Tirol: Spleen (UA)
1995
Stuttgarter Tage für Neue Musik (Deutschland): Aufenthalt (UA)
1995 Arditti Quartett - Musikprotokoll im Steirischen Herbst, Grazer Congress: Akroate Hadal (UA)
1996 Wien Modern, Wiener Konzerthaus: Pallas/Construction (UA)
1996 Ernst Kovacic (vl), Thomas Larcher (pf) - Hörgänge – Musik in Österreich, Wiener Konzerthaus: Quasare/Pulsare (UA)
1997 Ensemble Modern - Musik-Biennale Berlin - Internationales Fest für zeitgenössische Musik, Philharmonie Berlin (Deutschland): Hooloomooloo (UA)
1997 Ensemble Belcanto, Dietburg Spohr (dir) - Wien Modern, Musikverein Wien: Nova Mob (UA)
1997 Wittener Tage für Neue Kammermusik (Deutschland): Elfi und Andi (UA)
1997 Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks, Bernhard Kontarsky (dir) - Musica Viva München (Deutschland): Photophorus (UA)
1997 Garth Knox (va) -
Ars Musica Brüssel (Belgien): ... ?risonanze? ... (UA)
1998 Klangforum WienJohannes Kalitzke (dir) - Salzburger Festspiele: Hommage à Klaus Nomi, Version 1 (UA)
1998 Venedig (Italien): Zwei Räthsel von W.A.M. (UA)
1999 München (Deutschland): voluta / sospeso (UA), ... ad auras ... in memoriam H. (UA)
1998
Klangforum Wien, Johannes Kalitzke (dir) - Musikprotokoll im Steirischen Herbst, Grazer Congress: Photophorus (österreichische EA)
1999
Klangforum WienJohannes Kalitzke (dir) - Wiener Festwochen: Bählamms Fest (UA)
1999 Frankfurt am Main (Deutschland): Spleen II (UA)

2000 Musikprotokoll im Steirischen Herbst, Graz: The Long Rain (UA)
2000 London Symphony Orchestra, Pierre Boulez, London (Großbritannien): Clinamen/Nodus (UA)
2000 Ensemble Sospeso, New York (USA): Suite für Theremin und Ensemble aus "Bählamms Fest" (UA)
2000 London Symphony Orchestra, Pierre Boulez, München (Deutschland): Anaptyxis (UA)
2001 Klangforum Wien, Emilio Pomàrico (dir), Innsbruck: Construction in Space (UA)
2001 Wellington (Neuseeland): Ondate II (UA)
2002 Pascal Gallois (fg), Ensemble InterContemporain, Sylvain Cambreling (dir), Maison de Radio France Paris (Frankreich): torsion: transparent variation (UA)
2002
Thomas Larcher (pf), Flanders Philharmonic Orchestra, Olari Elts (dir), Antwerpen (Belgien): locus ... doublure ... solus (UA; Orchesterversion)
2002
Eva Furrer (fl), Marino Formenti (pf)l, Luzern (Schweiz): Verfremdung/Entfremdung (UA, Flöten-Version)
2003 
Klangforum Wien, Johannes Kalitzke (dir) - Musikprotokoll im Steirischen Herbst, Helmut List Halle Graz: Lost Highway (UA)
2003 Pascal Gallois (fg), Salle Cortot Paris (Frankreich): Torsion (UA)
2004 Thomas Larcher (pf), Amphisaal Dortmund (Deutschland): Marsyas (UA)
2005 Wien: Tintarella di luna (UA)
2006 Garry Farr (tp), Cité de la musique et de la danse Strasbourg (Frankreich): Laki (UA)
2006 Ensemble Ascolta, Stuttgart (Deutschland): spazio elastico (UA)
2006 Hakan Hardenberger (tp),  Pierre Boulez (dir), Wiener Philharmoniker - Salzburger Festspiele: "... miramondo multiplo ..." (UA; Orchesterversion)
2007 Marcus Weiss (sax), Yukiko Sugawara (pf) - Wittener Tage für Neue Kammermusik (Deutschland): Verfremdung/Entfremdung (UA; Saxophon-Version)
2007 Ensemble Ascolta, Titus Engel (dir) - Ultraschall Festival Berlin (Deutschland): Diagonal Symphony (UA)
2007 documenta 12, Kassel (Deutschland): "... miramondo multiplo ..." (UA; Klanginstallation)
2007 Columbia University, New York (USA): Lost Highway (amerikanische EA)
2008 Weimar (Deutschland): Kloing! (UA)
2008 Ensemble musikFabrik Köln, Stefan Asbury (dir), Cité de la musique Paris (Frankreich): Lost Highway Suite (UA)
2008 Marco Blaauw (tp), Ensemble musikFabrik Köln, Christian Eggen (dir), Köln (Deutschland): "... miramondo multiplo ..." (UA; Ensemble-Version)
2008 London (Großbritannien): Lost Highway (britische EA)
2008 Pascal Gallois (fg), Rohan de Saram (vc), Frank Rossi (Klangregie), Wiener Konzerthaus: In Nacht und Eis (UA)
2009 Klangforum Wien, Sylvain Cambreling (dir) - Salzburger Festspiele, Kollegienkirche Salzburg: Construction in Space
2009 Bill Forman (tp), Bergkirche Eisenstadt: Addio ... sognando (UA)
2009 in Zusammenarbeit mit den ÖBB - OPER UNTERWEGS, Wien: Undine geht (UA)
2009 Klangforum Wien, Sylvain Cambreling (dir), Amsterdam (Niederlande): un posto nell'acqua (UA)
2009 Antoine Tamestit (va), ORF Radio Symphonieorchester WienPeter Eötvös (dir) - Musikprotokoll im Steirischen Herbst, Helmut List Halle Graz: Remnants of songs ... An Amphigory (UA)
2010 Jochen Kowalski (counter), ORF Radio Symphonieorchester Wien, Cornelius Meister (dir) - ImpulsTanz, Odeon-Theater Wien: Hommage à Klaus Nomi (UA; Version für Kammerensemble)
2010 Arditti Quartett, Cité de la Musique Paris (Frankreich): "in the realms of the unreal" (UA)
2011 Opéra Garnier Paris (Frankreich): Kloing! and A songplay in 9 fits (Hommage à Klaus Nomi) (UA)
2012 Nationaltheater Mannheim (Deutschland): The Outcast (UA)
2012 Orchester der Komischen Oper Berlin, Johannes Kalitzke (dir) - Komische Oper Berlin (Deutschland): American Lulu (UA)
2012 Zentrum für Kunst und Medientechnologie Karlsruhe (ZKM) (Deutschland): Ishmaela's White World (UA)
2014 Ensemble 2e2m, Cité de la Musique Paris (Frankreich): Maudite soit la Guerre (UA)
2014
Festival d'Automne à Paris (Frankreich): Weariness heals wounds I (UA)
2014 Hilary Summers (a), Della Miles (blues), Tyshwan Sorey (perc), Klangforum Wien, Sylvain Cambreling (dir) - Salzburger Festspiele: Eleanor-Suite (UA)
2015 Ensemble InterContemporain, Matthias Pintscher (dir) - Donaueschinger Musiktage (Deutschland): Le Encantadas o le avventure nel mare delle meraviglie (UA)
2015 Wiener Philharmoniker, Daniel Harding (dir), Philharmonie Köln (Deutschland): Masaot/Clocks without Hands (UA)
2016 Victor Hanna (perc), Orchester der Lucerne Festival Academy, Susanna Mälkki (dir) - Lucerne Festival (Schweiz): Trurliade - Zone Zero (UA)
2016 Amsterdam (Niederlande): Trurl-Tichy-Tinkle (UA)
2017 Wien: Quasare / Pulsare II (UA)
2018 PHACE | CONTEMPORARY MUSIC, Nacho de Paz (dir) - Wien Modern, Wiener Konzerthaus: Musik zu "Die Stadt ohne Juden" (UA)
2018 Company of Music, Johannes Hiemetsberger (dir), Münchner Knabenchor, Ralf Ludewig (dir), ORF Radio Symphonieorchester Wien, Ilan Volkov (dir), Wiener Konzerthaus: The Outcast (UA; revidierte Fassung)
2018 Claire Chase (fl), Svenska Kammarorkestern (Swedish Chamber Orchestra), Örebro (Schweden): Aello - ballet mécanomorphe (UA)
2018
Claire Chase (fl), Svenska Kammarorkestern (Swedish Chamber Orchestra) - BBC Proms, London (Großbritannien): Aello - ballet mécanomorphe (britische EA)
2019 Chor der Wiener Staatsoper, Orchester der Wiener Staatsoper, Matthias Pintscher (dir) -  Wiener Staatsoper: Orlando (UA)

Pressestimmen

10. Dezember 2019
über: Orlando (2017–2019)
"Olga Neuwirth hat aus "Orlando" von Virginia Woolf eine Oper gemacht. Die Uraufführung an der Staatsoper Wien ist spektakulär. [...] Eine linear durchkonstruierte, sich kontinuierlich entwickelnde Musik verbietet sich angesichts der Zeitsprünge Orlandos [...]. Stattdessen setzt Neuwirth auf das Sprunghafte, Überraschende und bedient sich historischer Materialien: Fragmente aus barocken Madrigalen und Chorälen werden anfänglich zitiert, volksmusikalische Weisen blitzen auf, Kinder stimmen das Kirchenlied "Danke" an, bis schließlich am Ende Anklänge an die heutige Rockmusik und Elektronik buchstäblich laut werden, denn sie werden auf der Bühne von einer verstärkten Band mit dem Drummer Lucas Niggli gespielt. Und doch gibt es in all dieser Buntheit ein verbindendes Element: den Orchestersatz, mit dem nicht nur die historischen Allusionen, sondern auch die gesprochenen Passagen [...] unterlegt werden. [...] Bisweilen ergeben sich aus der unüblichen Skordatur höchst reizvolle Klangreibungen, die Neuwirth geschickt an dramaturgisch entscheidende Stellen setzt. [...] Ein spannender Abend, der wichtige Denkräume öffnet wie selten in der zu Ende gehenden Ära Dominique Meyers an der Wiener Staatsoper. Er beschert Neuwirth mitsamt dem ganzen Team zu Recht Applaus im Stehen."
Frankfurter Allgemeine Zeitung: Großes Finale mit Greta (Reinhard Kager, 2019), abgerufen am 30.12.2020 [https://www.faz.net/aktuell/feuilleton/buehne-und-konzert/urauffuehrung…]

09. Dezember 2019
über: Orlando (2017–2019)
"Zum ersten Mal wird in der Wiener Staatsoper das abendfüllende Werk einer Komponistin gespielt. Und passenderweise hat sich die österreichische Komponistin Olga Neuwirth für ihre neue Oper einen feministischen Stoff ausgesucht: Die Handlung basiert auf dem Romanklassiker "Orlando" von Virginia Woolf. [...] Wirklich großartig ist die Musik von Olga Neuwirth. Schier überwältigend ist ihre Klangfantasie. Das Orchester gurgelt und sirrt, die Klänge rotieren und gleiten, die historischen Zeiten schieben sich ineinander: Da werden Renaissance-Madrigale von Glissando-Strudeln überspült, verstimmte Cembalos liegen über Kreuz mit aparten Geräuschwerkzeugen von der Autobremse bis zum Donnerblech. [...] Und dass Neuwirth als virtuose Klangerfinderin alle Mittel souverän beherrscht, die aus Musiktheater eine intellektuell und sinnlich aufregende Überwältigungskunst machen könnten, steht außer Zweifel. Nur geht das nicht ohne tragfähiges Libretto. [...] In Gang gehalten wird die Handlung durch eine Erzählerin, der exzellent sprechenden Anna Clementi. Gut, ein epischer Bilderbogen könnte das immerhin sein, eine Art feministisches Geschichtspanorama. [...] Alles wird angetippt: Konsumkritik, Gender, Populismus, Klimawandel - plakativ und ambivalenzfrei runtergebrochen auf erbarmungslos klappernde Klischees. Die Guten, die Genderfluiden und Klimabewussten appellieren an uns, die Zuschauer, die wir so gar nicht betroffen sind, und sie versichern uns, dass sie trotzig weitermachen werden, auch wenn die Kräfte des Bösen sie zum Schweigen bringen wollen. Das ist so gut gemeint, dass es wehtut. Und vor allem lang, redundant und spannungslos."
BR Klassik: Gnadenlos gut gemeint (Bernhard Neuhoff, 2019), abgerufen am 30.12.2020 [https://www.br-klassik.de/aktuell/news-kritik/olga-neuwirth-orlando-ura…]

09. Dezember 2019
über: Orlando (2017–2019)
"Eine Zeitreise durch die Jahrhunderte kann sich bisweilen etwas ziehen: Die mit Spannung erwartete Uraufführung von Olga Neuwirths "Orlando" an der Wiener Staatsoper glänzt mit starken Bildern und einer vielschattierten Musik, leidet in ihrem Fortgang aber immer wieder an den eigenen hohen Ambitionen. Am Ende stand viel Applaus für alle Beteiligten, dem sich vereinzelte Buhs beimischten. [...] Neuwirth ist stets dann am besten, wenn sie in Found-Footage-Manier von einer Vorlage ausgeht, diese verfremdet, variiert, als fernen Schein aufblitzen lässt und dabei über das ironisch-postmoderne Zitat hinausgeht. [...] Verlangsamte Jazzklassiker und Popsongs verschmelzen mit Barock oder Ravel zu einem Panoptikum des Klangs der Welt, zu einer Polyästhetik dank der Integration von Elektronik und Liveorchester. Neuwirth hat mit ihrem "Orlando" ein Werk aus Zwischentönen und Verzerrungen erschaffen, das die Varianzen des Lebens ebenso durchdekliniert wie die Hauptfigur Orlando. [...] Am Ende haben die Zuschauer ein Gesamtkunstwerk gesehen, in dem Musik, Bild und Klang eine Allianz eingehen, die ungeachtet der Längen des Librettos und manch verpasster guter Gelegenheit für eine Schlussszene deutlich macht, dass die 51-jährige Olga Neuwirth sich bei ihrem Staatsoperndebüt nicht lumpen lässt, sondern aus dem Vollen schöpft. Ob ihr "Orlando" in anderer künstlerischer Konstellation lebensfähig sein und die Zeiten überdauern wird, bleibt abzuwarten."
Salzburger Nachrichten: Ambivalenter "Orlando" von Olga Neuwirth umjubelt (red, 2019), abgerufen am 30.12.2020 [https://www.sn.at/kultur/allgemein/ambivalenter-orlando-von-olga-neuwir…]

06. Mai 2015
"Ein Begriff, der im Zusammenhang mit der Kompositionsweise Neuwirths immer wieder ins Spiel gebracht wird, ist der des Wucherns - Elemente, die einmal eingebracht werden, verzweigen sich in der weiteren Verarbeitung immer weiter, gehen ineinander über, verstärken sich. Und brechen dann plötzlich auch wieder ab, womit das Wuchern jäh abgerissen wird und ein neuer Vorgang des Wachsens und Gedeihens einzusetzen beginnt. Stefan Drees etwa, der das Schaffen Neuwirths intensiv verfolgt und mit einem Band zu ihrem bisherigen Schaffen gewürdigt hat, bedient sich dieser Metapher; aber auch Neuwirth selbst zieht biologische Vergleiche für die Beschreibung ihrer Musik heran. So verbindet sie Heterogenes und lässt Kinderlieder, Volkstümliches oder Poppiges mit ihrer oftmals ins Unheimliche driftenden Klangsprache in Kontrast treten. [...] So springt nicht nur die Handlung, sondern auch die Musik zwischen unterschiedlichen Welten hin und her, bis die Grenzen verschwimmen. Zudem sind es auch filmische Arbeitsweisen, die die Komponistin in ihr Werk integriert. Abrupte Brüche ähneln der Schnitttechnik, ein- und ausschweifende Zitate gleichen filmischen Überblendungen oder der Montagetechnik. Das Verschmelzen von Heterogenem bis hin zur unentwirrbaren Verbindung könnte als allgemeine Thematik des Schaffens von Neuwirth ausgemacht werden, denn auch in der Verwendung von akustischen Instrumenten und elektronischen Mitteln strebt sie dies an [...]."
mica-Musikmagazin: Porträt: Olga Neuwirth (Doris Weberberger, 2015)

08. Dezember 2014
über: American Lulu (2006–2011)
"Olga Neuwirth [...] setzte 2006 zu einer Bearbeitung mit einem komplett neuen 3. Akt an: In diesem brach sie en passant, aber bewusst, mit der von Berg so minutiös entworfenen Bogenform der Oper - und insgesamt auch mit Wedekinds prononciertem Antirealismus, der alle "Natürlichkeitsschrullen" (Kraus) durch Groteske, Überzeichnung und Absurdität ersetzt hatte. Bezeichnend, dass Neuwirth und Helga Utz, die Co-Autorin des englischen Librettos, die Story nicht etwa ins frühe 21. Jahrhundert holen, sondern in die USA exportieren und in den 1950ern starten lassen. Eine konsequent "aktualisierte" Deutung der Oper wäre wohl nicht ohne viel tiefer greifende Veränderungen ausgekommen, als die Komponistin den noch von Berg vollendeten ersten beiden Akten angedeihen lassen wollte, die hier als Rückblende fungieren. Abgesehen von radikalen Kürzungen, welche den Abend auf 105 Minuten komprimieren, die Geschichte aber kursorisch und oberflächlich wirken lassen, folgen sie treu der Vorlage. Nur hat Neuwirth das Klanggewand geändert, sich beim verkleinerten Orchester an Bergs Jazzband orientiert und diesem eine Elektronikschlagseite verpasst; Zuspielungen einer Dampfschiff- und einer Kinoorgel verbreiten Südstaatenflair und Stummfilmcharme. Das Orchester der Komischen Oper Berlin unter Johannes Kalitzke beweist dabei viel Sinn für Bergs melodische Ranken und Blüten. Bloße Behauptung allerdings bleibt die beabsichtigte Verankerung im gesellschaftlichen Kontext von Rassendiskriminierung und Bürgerrechtsbewegung, trotz oder gerade wegen der zwischen die Szenen eingefügten Zitate Martin Luther Kings: Dass Lulu, Eleanor (im Original Geschwitz) und Clarence (Schigolch) hier dunklere Hautfarbe haben, wirkt wie ein im Besetzungsbüro entstandener, unwesentlicher Zufall, der inhaltlich keine nennenswerten Konsequenzen hat."
Die Presse: "American Lulu": Wer wird schon mit Lulu fertig? (Walter Weidringer, 2014), abgerufen am 30.12.2020 [https://www.diepresse.com/4614602/bdquoamerican-lululdquo-wer-wird-scho…]

09. April 2010
"Olga Neuwirth stellt den Typus einer KomponistIn, deren Arbeit nur schwer an einer einzelnen Kategorie festzumachen ist. Zu vielschichtig und unterschiedlich interpretierbar zeigt sich die Grazerin in ihrer zum Teil ungemein avantgardistischen Arbeit. In ihren Werken orientiert sich die gebürtige Grazerin nicht an herkömmlichen musikalischen Kategorien. Nicht umsonst nennen manche sie das "enfant terrible der klassischen Musikszene Österreichs". Neuwirths Musik ist der Versuch, mit alltäglichen und tradierten Hörgewohnheiten zu brechen und sie in einen neuen Kontext zu stellen. Ihre musikalische Sprache hält sich an keine bestimmten formalen Gesetzmäßigkeiten oder Konventionen. Es ist die Herausforderung, die Grenzen des technisch Machbaren stets auszuloten, welche die Künstlerin in ihrer Arbeit antreibt und mit der sie ihr Publikum zu konfrontieren versucht. Dafür ist ihr nahezu jedes Mittel recht. So erweitert sie unter anderem mit elektronischen Elementen ihr ohnehin schon sehr weites Klangspektrum. Es ist vor allem der ständige Wechsel zwischen  den Klängen der Instrumente und den künstlich generierten Klängen live-elektronischer Verfremdung, aus denen ihre Werke die unzähligen Spannungsmomente beziehen."
mica-Musikmagazin: Olga Neuwirth erhält Österreichischen Staatspreis (Michael Ternai, 2010)

20. Oktober 2004
"Das Einfache, leicht Erklärbare oder simpel Strukturierte ist nicht ihre Sache - ganz im Gegenteil: In den Werken der Komponistin Olga Neuwirth brodelt es unaufhörlich, es herrscht eine Verunsicherung, die dem Hörer förmlich den Boden unter den Füßen wegzieht. Die Klänge taumeln von einer Episode zur nächsten, sammeln sich gleichsam in verschiedenen Aggregatzuständen, um gleich wieder daraus hervorzubrechen; viele winzige Gesten summieren sich zu geräuschhaften Klangkaskaden oder nervös flimmernden Stimmengeweben, deren Beschaffenheit und Dichte sich ständig verändern. Dabei sperren sich die formalen Strukturen der Musik den Konventionen narrativen Fortschreitens: An die Stelle einer zielgerichteten Kontinuität tritt die unüberschaubar anmutende Folge wuchernder Klangsituationen, ständiger Abbrüche, abrupter Einschnitte, kontrastreicher Verwerfungen [...]."
Falter: Brodeln, taumeln (Stefan Drees, 2004), abgerufen am 30.12.2020 [https://www.falter.at/zeitung/20041020/brodeln-taumeln/1846450010?ver=a]

Dezember 2003
"[...] Olga Neuwirth ist eine Komponistin, die sich wohl am intensivsten und inspiriertesten um die Vereinigung von Szene, Klang und Video-Elementen bemüht. Die Ausdrucksmittel des Films führen Neuwirths Musik-Theater gleichsam in eine weitere Dimension, die dritte oder auch die vierte: Das filmische Bild wird als weitere Schicht in die Werkstruktur eingefügt, ist unlösbar mit der Einheit der Komposition verschmolzen. [...]"
nmz – neue musikzeitung: Stimme aus der Gegensprechanlage: Dick Laurent is dead (Gerhard Rohde, 2003), abgerufen am 30.12.2020 [https://www.nmz.de/artikel/stimme-aus-der-gegensprechanlage-dick-lauren…]

03. November 2003
"[...] Von Anfang an begeisterte und verstörte die Komponistin durch einen kompromisslos herben Klang, der sich in aufmüpfigen Verästelungen um keine Romantik, keine Sentimentalitäten, keine Psychologie und keine Anbiederung schert, sonder furchtlos direkt dem Hörer Klangwahrheiten an die Ohren schleudert [...]."
Süddeutsche Zeitung (Reinhard J. Brembeck, 2003)

02 Juni 2000
"In ihrer labyrinthischen Verschlungenheit bildet die reale Welt den Ansatzpunkt für Olga Neuwirths Komponieren. Auf diese Verschlungenheit bezieht sich die Komponistin häufig durch mehr oder minder metaphorische Werktitel: So benennt sie etwa ihre Komposition »Cthulhu-Ludium. Vor der Dunkelheit« für Orchester (1991) nach den düster-verworrenen Angstwelten aus den Erzählungen H.P. Lovecrafts, versieht das Werk »Lonicera caprifolium« für Ensemble mit Tonband (1993) mit der botanischen Bezeichnung einer alles verdrängenden und zerstörenden Kletter- und Schlingpflanze, erinnert mit dem Titel von »Sans Soleil. Zerrspiegel« für zwei Ondes Martenot, Orchester, Elektronik und Live-Elektronik (1994) an die trügerische Realität verzerrter Spiegelbilder und beschwört mit dem Namen »Vampyrotheone« Louis Becs krakenähnliches Tiefseemonster Vampyrotheutis Infernalis. Konkret zeigen all diese Werke, dass Olga Neuwirth keinerlei Gattungskonventionen befolgt, sich keines Genres und keiner etablierten narrativen Gewohnheiten bedient; insofern ist ihre Musik mit der ihr eigenen Konsequenz unangepasst, sperrig und undomestiziert. Sie fordert den Hörer und das Hören heraus."
skug: Die Komponistin Olga Neuwirth (Stefan Drees, 2000), abgerufen am 30.12.2020 [https://skug.at/die-komponistin-olga-neuwirth/]

21. Juni 1999
[...] Die dreissigjährige österreichische Komponistin, eine der herausragenden Erscheinungen ihrer Generation, schreibt - nicht nur hier, hier aber ganz besonders - quirlig bewegte, lustige, anspielungsreiche Musik [...] mit seiner musikalischen Dramaturgie, etwa mit der Verbindung unterschiedlicher Klangräume, weist das Stück von Olga Neuwirth Ansatzpunkte auf, die mit Gewinn weiterverfolgt werden können. Vor allem aber ist es mit blitzender Phantasie erdacht, bietet es einen spannenden, nicht zuletzt auch unterhaltsamen Abend. [...]
Neue Zürcher Zeitung (Peter Hagmann) 

1995
über: Lonicera Caprifolium (1993)
"Mit harten (Film-)Schnitten und überraschenden Wendungen entwickelt Olga Neuwirth die Klangereignisse. Der Bewegungsgestus schlägt mehrmals um, entfaltet sich, bricht in sich zusammen und kippt in ein vielleicht nur vermeintliches Gegenteil um. Aus dieser Bewegung der Nachklänge entsteht ein instrumentales Rattern, dessen Verräumlichung die Funktion einer Instrumentierung zu übernehmen scheint. Ein Tonband-Solo bringt mit einem Sinustonakkord die Bewegung zum Stillstand. Doch spätestens von nun an scheinen in dieser Musik die Gegensätze einander zu kippen: Es ist ein rasender Stillstand, aus dem sich ein verhaltener Bewegungsgestus entwickelt, der seine Energie in einem Feld von Implosionen aufbraucht. Die Klangverschlingungen verlieren an Konturen, aus dem amorphen Feld tauchen kurz Tonbandklänge auf; die dem Geräuschfeld zugrundeliegende starre Harmonik gibt nur Raum frei für wie erstickte Bewegung, bevor sich aus dem erreichten Einzelton f ein elektronisch generierter Fächer öffnet. Im erneut aufgespannten Klangraum suchen sich schnelle, ornamentale Floskeln ihren Platz, und ebenfalls als Reminiszenz an Klangcharaktere aus der Anfangsphase des Werks tauchen Klangblöcke auf, sich voreinander schiebend. Doch waren die Ornamente einst treibende Kraft und die Akkorde Impulsgeber der Bewegung, scheinen sie nun erschöpft vom Wuchern und Treiben, aufgezehrt von der erdrückenden Umarmung der wild wuchernden Lonicera Caprifolium. Und wieder ist es ein paradoxer Bewegungszustand, eine bewegte Starre, mit der das Werk verklingt. In den Trillern und zerbrechlichen Mehrklängen von Tenorsaxophon, Baßklarinette und zweier präparierter Violoncelli treffen einander die Vergänglichkeit des Klingenden und die Künstlichkeit errichteter Klangräume. Olga Neuwirth läßt in "Lonicera Caprifolium" die Klänge vom nervösen Energiepotential erzählen, das entsteht, wenn wildes Wuchern und zartes Umarmen, Derbheit und Zartheit einander nicht gegenüberstehen, sondern das eine im andern sich findet."
Zeitfluß - Programmheft Salzburger Festspiele (Christian Scheib)

Diskografie (Auswahl)

Als Komponistin
2019 Olga Neuwirth: ... Miramondo Multiplo ... / Remnants Of Songs ... An Amphigory / Masaot/Clocks Without Hands - Håkan Hardenberger (tp), Gustav Mahler Jugendorchester, Ingo Metzmacher (dir), Antoine Tamestit (va), ORF Radio-Symphonieorchester Wien, Susanna Mälkki (dir), Wiener Philharmoniker, Daniel Harding ‎(dir) (Kairos)
2016 Olga Neuwirth: Original Soundtrack to "Goodnight Mommy"/Ich Seh Ich Seh - Vienna Glas Armonica Duo, Heinz Ditsch Musical Saw, Olga Neuwirth (Kairos)
2009 Olga Neuwirth: Music For Films - Klangforum Wien, Peter Rundel (DVD, Kairos)
2009 Who Am I? • No More - Olga Neuwirth & ICI Ensemble (NEOS Jazz)
2007 Olga Neuwirth: Der Tod Und Das Mädchen II (Hörstück nach einem Text von Elfriede Jelinek) (col legno)
2006 Olga Neuwirth: Lost Highway - Klangforum Wien, Johannes Kalitzke (dir) (Kairos)
2005 Olga Neuwirth: Chamber Music - Nicolas Hodges (pf), Irvine Arditti (vl), Garth Knox (va), Arditti String Quartet (Kairos)
2003 Olga Neuwirth: Bählamms Fest - Klangforum Wien, Johannes Kalitzke (dir) (Kairos)
2002 Olga Neuwirth: Clinamen/Nodus / Construction In Space - London Symphony Orchestra, Pierre Boulez (dir), Klangforum Wien, Emilio Pomárico ‎(dir) (Kairos)
2001 Olga Neuwirth: Vampyrotheone / Instrumental-Inseln Aus "Bählamms Fest" / Hooloomooloo - Klangforum Wien, Sylvain Cambreling ‎(dir) (Kairos)
1999 Olga Neuwirth / Elfriede Jelinek: Todesraten (Hörstück Nach Zwei Monologen Von Elfriede Jelinek) (col legno)
1995 Olga Neuwirth: Lonicera Caprifolium / !? Dialogues Suffisants !? / Spleen / Five Daily Miniatures / Vexierbilder - Klangforum Wien, Konstantia Gourzi (dir), Peter Eötvös (dir) (Accord)

Als Interpretin
2016 Olga Neuwirth: Original Soundtrack to "Goodnight Mommy"/Ich Seh Ich Seh - Vienna Glas Armonica Duo, Heinz Ditsch Musical Saw, Olga Neuwirth (Kairos)
2009 Who Am I? • No More - Olga Neuwirth & ICI Ensemble (NEOS Jazz)
2002
Der Meister und die Zweiflerin. Pierre Boulez & Olga Neuwirth im Gespräch mit Corinne Holtz (Schweizer Radio DRS)

Tonträger mit ihren Werken
2015 Solo - Pascal Gallois (Stradivarius) // Track 1: Torsion
2014
Vienne Et Après ... - Andrew Zhou (Tessitures) // Track 3:
Marsyas
2014 Edition Musikfabrik 8: GRAFFITI / Sun Ra ✕ Olga Neuwirth, Unsuk Chin - Ensemble MusikFabrik (WERGO) // Tracks 4-8: ... Miramondo Multiplo ...
2010
Works For Saxophone Quartet - sonic.art Saxophonquartett (GENUIN) // Track 6: Ondante
2009 Der Künstler Als Junger Hund: Peter Weibel Tribute Album (Intermedium Records) // CD 3, Track 9: 
Unsichtbarer Peter
2008 #3 - Pascal Gallois (Stradivarius) // Track 1: In Nach und Eis; Track 4:
Zefiro Aleggia ... Nell' Infinito ...; Track 5: Torsion
2008
Spellbound! Original Works For Theremin - Lydia Kavina ‎(Mode) // Tracks 12-19: Suite Aus "Bählamms Fest"
2007
Der Unwiderstehliche Klang Der Neuen Musik/The Irresistible Sound Of Contemporary Music 2007/08 (Kairos) // Track 1: Lost Highway
2003 Neue Vocalsolisten Stuttgart, Manfred Schreier (dir) (col legno) // CD 2, Track 2: Nova/Minraud
2003 Porträt - Neue Musik Kommentiert (Einführung In Die Neue Musik) (Kairos) // Track 11: Construction In Space
2002
Musica Viva 02 (col legno) // Track 4: Photophorus
2001
Zeitenwechsel 2: 35 Jahre Berliner Künstlerprogramm (Edition RZ) // Track 6: Pallas/Construction
2001
Donaueschinger Musiktage 2000 (col legno) // CD 2, Track 1: The Long Rain
2000
Angels As Pilots: Engelspfad (Angel Lab) // Track 4: Astonished Angels
1999
Vom Eise Befreit: Neue Musik zu Goethes Sicht der Natur (EMI) // Track 1: ... morphologische Fragmente ...
1997 Moderne in Österreich 1968–1997 (ORF Edition Zeitton) // CD 6, Track 1: Sans Soleil
1996 Donaueschinger Musiktage 1995 (col legno) // CD 3, Track 1: Vampyrotheone
1995
Musikprotokoll '95 Im Steirischen Herbst (ORF Steiermark) // Track 2: Akroate Hadal
1995
Wittener Tage Für Neue Kammermusik 1995 // CD 1, Track 5: Five Daily Miniatures

Literatur

mica-Archiv: Olga Neuwirth

1991 Baier, Christian: Der Mensch bleibt eine Ratte: Olga Neuwirths "satirische Handtelleroper" Körperliche Veränderungen/Der Wald. In: Österreichische Musikzeitschrift, 46 (5), S. 236-238.
1991 Baier, Christian: Österreichische Komponistinnen des 20. Jahrhunderts. In: Österreichische Musikzeitschrift, 46 (7-8), S. 377-391.
1995 Baier, Christian: Wirklichkeit ohne Sonne: Olga Neuwirth im Gespräch mit Christian Baier. In: Österreichische Musikzeitschrift, 50 (10), S. 664-667.
1998 Drees, Stefan: Gegen die Absurditäten des Alltags: Die Komponistin Olga Neuwirth. In: MusikTexte - Zeitschrift für Neue Musik, 1998 (76-77), S. 63-68.
1998 Kager, Reinhard: Feuerzungen zwischen spitzen Zähnen: Zur Musik der österreichischen Komponistin Olga Neuwirth. In: Neue Zeitschrift für Musik, 159 (1), S. 31-33.
1998 Scheib, Christian: Unersättliches Dauern: Olga Neuwirths Akroate hadal. In: Positionen: Beiträge zur Neuen Musik, 1998 (34), S. 11-12.
1999 Kager, Reinhard: Olga Neuwirth. In: Komponisten der Gegenwart: Loseblatt-Lexikon - Nachlieferung XVIII.
2000 Baier, Christian: Zwiesprache mit dem Kosmos: Praeludium und drei Fallstudien zum Thema. In: Neue Zeitschrift für Musik, Nov.-Dez. 2000, 161 (6), S. 12-19.
2000 Becker, Peter: Zwischen den Stühlen. A twilight-song auf der Suche nach dem fernen Klang (Rezension). In: Neue Zeitschrift für Musik, 169 (6), S. 74.
2000 Beer, Klaus-Peter: "Die Gegenwart lebendig halten …": Wiener Festwochen 2000. In: Österreichische Musikzeitschrift, 55 (5), S. 4-5.
2000 Drees, Stefan: "Keine Möglichkeit ... zu entkommen": The Long Rain von Olga Neuwirth und Michael Kreihsl. In: Wien Modern: 27. Oktober bis 26. November 2000 - Elektronik, Raum, "musique spectrale" - Ein Festival mit Musik unserer Zeit, S. 95-96.
2000 Gruber, Gerold Wolfgang: Don Giovanni und Casanova. In: Österreichische Musikzeitschrift, 61 (5), S. 25-29.
2001 Gruber, Gerold Wolfgang: Wort und Ton bei Olga Neuwirth. In: Stimme und Wort in der Musik des 20. Jahrhunderts, Böhlau, S. 249-258.
2001 Haas, Gerlinde: Olga Neuwirth. In: 210 Österreichische Komponistinnen vom 16. Jahrhundert bis zu Gegenwart. Salzburg: Residenz Verlag, S. 289-295.
2002 Drees, Stefan: Tonräume und Klangfarben bei Olga Neuwirth. In: Singer, Erich / Rogger, Basil (Hrsg.): Composers-in-residence: Lucerne Festival, Sommer 2002 - Pierre Boulez, Olga Neuwirth. Frankfurt/Main, Basel: Stroemfeld, S. 161-173.
2002 Drees, Stefan / Neuwirth Olga: Surrealismus und "aufgebrochenes Musiktheater": Über Bählamms Fest (1996/99). In: Singer, Erich / Rogger, Basil (Hrsg.): Composers-in-residence: Lucerne Festival, Sommer 2002 - Pierre Boulez, Olga Neuwirth. Frankfurt/Main, Basel: Stroemfeld, S. 175-195.
2002 Jelinek, Elfriede: Auf den Raum mit der Zeit einschlagen: Notizen zu Olga Neuwirth. In: Singer, Erich / Rogger, Basil (Hrsg.): Composers-in-residence: Lucerne Festival, Sommer 2002 - Pierre Boulez, Olga Neuwirth. Frankfurt/Main, Basel: Stroemfeld, S. 143-146.
2002 Nyffeler, Max: Szenarien möglicher Wirklichkeit: Portrait der Komponistin Olga Neuwirth. In: Singer, Erich / Rogger, Basil (Hrsg.): Composers-in-residence: Lucerne Festival, Sommer 2002 - Pierre Boulez, Olga Neuwirth. Frankfurt/Main, Basel: Stroemfeld, S. 149-159.
2002 Singer, Erich / Rogger, Basil (Hrsg.): Composers-in-residence: Lucerne Festival, Sommer 2002 - Pierre Boulez, Olga Neuwirth. Frankfurt/Main, Basel: Stroemfeld.
2005 Drees, Stefan: Intermediale Konzeption und Dekonstruktion des Wahrnehmungsdiskurses: Zu Olga Neuwirths … ce qui arrive …. In: Neue Zeitschrift für Musik, 166 (4), S. 30-33.
2005 Drees, Stefan: Olga Neuwirth. In: Komponisten der Gegenwart: Loseblatt-Lexikon - Nachlieferung XXX: 18.
2007 Ender, Daniel:  Der Wert des Schöpferischen. Der Erste Bank Kompositionsauftrag 1989–2007. Achtzehn Portraitskizzen und ein Essay [Portraits über Herbert Willi, Gerhard E. Winkler, Christian Ofenbauer, Gerd Kühr, Georg Friedrich Haas, Jorge E. López, Herbert Grassl, Olga Neuwirth, Christian Mühlbacher, Thomas Heinisch, Alexander Stankovski, Germán Toro-Pérez, Johannes Maria Staud, Clemens Gadenstätter, Wolfram Schurig, Wolfgang Mitterer, Bernhard Gander und Klaus Lang]. Wien: Sonderzahl.
2007 Rögl, Heinz: Olga Neuwirth eroberte New York. In: mica-Musikmagazin.
2007 Rögl, Heinz: musikprotokoll 2007 in Graz. In: mica-Musikmagazin.
2008 Drees, Stefan / Olga Neuwirth (Hrsg.): Zwischen den Stühlen - A twilight-song auf der Suche nach dem fernen Klang. Salzburg: Anton Pustet.
2008 Ender, Daniel: Zwischen den Stühlen - A twilight-song auf der Suche nach dem fernen Klang (Rezension). In: Österreichische Musikzeitschrift, 63 (11-12), S. 94.
2008 Hochradl, Karin: Olga Neuwirth/Elfriede Jelinek. Von bewussten, unbewussten sowie dazwischen positionierten Komponenten der Musiktheaterkonzeptionen Bählamms Fest und Lost Highway. In: Kühnel, Jürgen / Müller, Ulrich / Panagl, Oswald (Hrsg.): Musiktheater der Gegenwart. Text und Komposition, Rezeption und Kanonbildung. Salzburg: Mueller-Speiser.
2008 Rögl, Heinz: Olga Neuwirth erhält Heidelberger Künstlerinnenpreis / UA "in nacht und eis II" in Wien. In: mica-Musikmagazin.
2009 Rögl, Heinz: Musikprotokoll in Graz - "Alte" und "Neue" Musik für Orchester, Ensemble und Solisten. In: mica-Musikmagazin.
2009 Utz, Helga / Rögl, Heinz: Oper unterwegs: Olga Neuwirth fährt Zug, aber: Undine geht. In: mica-Musikmagazin.
2009 Rögl, Heinz: Salzburger Festspiele: Kontinent Varèse und Olga Neuwirth (Nachbericht). In: mica-Musikmagazin.
2009 Rögl, Heinz: Wien Modern 5 – Abschlusskonzert mit dem RSO Wien (Gander, Olga Neuwirth & Xenakis). In: mica-Musikmagazin.
2009 Hochradl, Karin: Olga Neuwirths und Elfriede Jelineks Musiktheaterschaffen - Studien zu ausgesuchten Aspekten (Analyse, Ästhetik, Libretto, Rezeption). Salzburg: Peter Lang Verlag.
2010 Rögl, Heinz: Olga Neuwirth: Hommage à Klaus Nomi bei ImPulsTanz im Odeon. In: mica-Musikmagazin.
2010 Ternai, Michael: Olga Neuwirth erhält Österreichischen Staatspreis. In: mica-Musikmagazin.
2010 Rögl, Heinz: "Oper unterwegs": Der Jäger Gracchus - die Reise nach Riva - Kafka und Neuwirth in der Expedit Halle der Ankerbrotfabrik. In: mica-Musikmagazin.
2010 mica. RE:NEW MUSIC - RESÜMEE. In: mica-Musikmagazin.
2011 Ternai, Michael: Der Internationale Frauentag und das österreichische Musikleben. In: mica-Musikmagazin.
2011 mica: Letzte Gelegenheit mit Olga Neuwirth in Wien den weißen Wal zu jagen! In: mica-Musikmagazin.
2011 Deisenberger, Markus: Der weibliche Blick. In: mica-Musikmagazin.
2012 Weberberger, Doris: Ikonen - das Klangforum im Konzerthaus. In: mica-Musikmagazin.
2012 mica: WIEN MODERN 2012: Olga Neuwirth eröffnet 25. Saison. In: mica-Musikmagazin.
2012 Dražić, Lena: Endbericht: Wien Modern 2012. In: mica-Musikmagazin.
2012 mica: Interdisziplinäres Symposium: (ach, Stimme!). VALIE EXPORT. ELFRIEDE JELINEK. OLGA NEUWIRTH. In: mica-Musikmagazin.
2013 Thurner, Silvia: "Kunst aus der Zeit" zeigt zwei vielschichtige Musiktheaterproduktionen. In: mica-Musikmagazin.
2013 Heindl, Christian: Literarisch inspiriertes Solistenkonzert - Instrumentalmusik / Orchesterwerke der mittleren und älteren Komponistengenerationen 2000–2012. In: mica-Musikmagazin.
2014 mica: WIEN MODERN #27 geht in die Zielgerade. In: mica-Musikmagazin.
2015 mica: Olga Neuwirth komponiert "Orlando" im Auftrag der Wiener Staatsoper. In: mica-Musikmagazin.
2015 Rögl, Heinz: WIEN MODERN 2015 - die 28. Ausgabe steht unter dem Motto "Pop. Song. Voice". In: mica-Musikmagazin.
2016 Rögl, Heinz: Wien Modern 2016: Die letzte Woche des Festivals und die letzten Fragen. In: mica-Musikmagazin.
2017 Ternai, Michael / Röggla, Philip: Die weibliche Handschrift in der österreichischen Musik. In: mica-Musikmagazin.
2017 Rögl, Heinz: Bilanz und Abschlussbericht WIEN MODERN 2017. In: mica-Musikmagazin.
2018 Neumayr, Eva: Olga Neuwirth. In: Borchard, Beatrix / Noeske, Nina: MUGI. Musikvermittlung und Genderforschung: Lexikon und multimediale Präsentationen. Hamburg: Hochschule für Musik und Theater Hamburg, S. 2003ff (Stand: 15.05.2018); http://mugi.hfmt-hamburg.de/artikel/Olga_Neuwirth (abgerufen am 30.12.2020).
2018 Niederwieser, Stefan: "Der Funke springt über, wenn man merkt, dass etwas gewagt wird." - BERNHARD GÜNTHER (WIEN MODERN) im mica-Interview. In: mica-Musikmagazin.
2018 mica: Sicherheit - Wien Modern 31. In: mica-Musikmagazin.
2018 mica: Festival-Halbzeit bei Wien Modern 2018. In: mica-Musikmagazin.
2018 Rögl, Heinz: Wien Modern 2018 - Eine Bilanz zur Halbzeit. In: mica-Musikmagazin.
2018 mica: Aspekte Festival 2018 - Moving Pictures. In: mica-Musikmagazin.
2019 Woels,Michael Franz: »Ich möchte androgyne Klänge schaffen«. In: skug; https://skug.at/ich-moechte-androgyne-klaenge-schaffen/ (abgerufen am 30.12.2020).
2020 Rögl, Heinz: Wien Modern 2020 - Nach den Live-Eröffnungskonzerten im Lockdown, aber nicht zu Ende. In: mica-Musikmagazin.
2020 Ender, Daniel: "[E]ine der Lichtgestalten der Avantgarde" im "alptraumartige[n] Spiegelkabinett der Klänge". Olga Neuwirth im Spiegelkabinett der Rezensenten. In: Drees, Stefan / Kogler, Susanne (Hrsg.): Kunst als Spiegel realer, virtueller und imaginärer Welten. Zum künstlerischen Schaffen Olga Neuwirths. FOKUS MUSIK: Musikwissenschaftliche Beiträge der Kunstuniversität Graz 1. Graz: Leykam Verlag, S. 185–195.

Publikationen der Künstlerin
1991 Neuwirth, Olga: Über den Einsatz von Filmmusik in "L’amour à mort" von Alain Resnais. Diplomarbeit, Wien: Hochschule für Musik und Darstellende Kunst.
1995 Neuwirth, Olga: Vive la crise. Organische Bauten, erstarrte Bewegung. Die Kunst der Komödie. In: ton-gemisch. darmstadt-lectures 1994/95, S. 2f.
1997 Neuwirth, Olga: Gedankensplitter zu Lonicera caprifolium. In: Gratzer, Wolfgang (Hrsg.): Nähe und Distanz: Nachgedachte Musik der Gegenwart II, Hofheim: Wolke, S. 250-255.
1997 Neuwirth, Olga: Kryptoamnesie in der Musik? Arbeitsbericht einer Versuchsanordnung“. In: Nicolai, Olaf (Hrsg.): Die Gabe. Leipzig.
2003 Neuwirth, Olga: Bählamms Fest, Ein venezianisches Arbeitsjournal 1997–1999. Graz: Literaturverlag Droschl.
2006 Neuwirth, Olga: Hinter den Spiegeln. Der Komponist ist ein Alien geworden oder: Salzburgs Umgang mit den Künstlern: In: Frankfurter Allgemeine Zeitung, Samstag, 29.7.2006, Nr. 174, S. 38.
2007 Neuwirth, Olga: Festspiele im Spiegel des Künstlers. In: Die Festspiele: Visionen, Wünsche, Wirklichkeit. St. Pölten, Salzburg: Residenzverlag, S. 36-42.
2008 Neuwirth, Olga: Notizen zu Hooloomoolo (1996/97). In: Drees, Stefan / Neuwirth, Olga (Hrsg): Zwischen den Stühlen - A twilight-song auf der Suche nach dem fernen Klang. Salzburg: Anton Pustet, S. 65-66.
2008 Neuwirth, Olga: Musik and Peace (1998). In: Drees, Stefan / Neuwirth, Olga (Hrsg): Zwischen den Stühlen - A twilight-song auf der Suche nach dem fernen Klang. Salzburg: Anton Pustet, S. 107-112.
2008 Neuwirth, Olga: "Ich lasse mich nicht wegjodeln." Rede bei der Großdemonstration in Wien am 19. Februar 2000 gegen die Regierungsbeteiligun der FPÖ. In: Drees, Stefan / Neuwirth, Olga (Hrsg): Zwischen den Stühlen - A twilight-song auf der Suche nach dem fernen Klang. Salzburg: Anton Pustet, S. 128-129.
2008 Neuwirth, Olga: Statement zu "Les chemins de la création européenne", organisiert von der Fondation Jean Jaurès, Cité de la musique, Paris (2000). In: Drees, Stefan / Neuwirth, Olga (Hrsg): Zwischen den Stühlen - A twilight-song auf der Suche nach dem fernen Klang. Salzburg: Anton Pustet, S. 144-147.
2008 Neuwirth, Olga: Was ich lese (2001). In: Drees, Stefan / Neuwirth, Olga (Hrsg): Zwischen den Stühlen - A twilight-song auf der Suche nach dem fernen Klang. Salzburg: Anton Pustet, S. 159.
2008 Neuwirth, Olga: Alles ist möglich und tout est mort. Rede zur Eröffnung des "steirischen herbstes" 2003. In: Drees, Stefan / Neuwirth, Olga (Hrsg): Zwischen den Stühlen - A twilight-song auf der Suche nach dem fernen Klang. Salzburg: Anton Pustet, S. 195-202.
2008 Neuwirth, Olga: Nachgedanken zu Lost Highway (2002/03). "Warten auf Godot" der Leidenschaft und Nähe - eine Versuchsanordnung der Vergeblichkeit (2003). In: Drees, Stefan / Neuwirth, Olga (Hrsg): Zwischen den Stühlen - A twilight-song auf der Suche nach dem fernen Klang. Salzburg: Anton Pustet, S. 203-208.
2008 Neuwirth, Olga: Ideen für ein Raum-Musik-Projekt (2004). In: Drees, Stefan / Neuwirth, Olga (Hrsg): Zwischen den Stühlen - A twilight-song auf der Suche nach dem fernen Klang. Salzburg: Anton Pustet, S. 262-263.
2008 Neuwirth, Olga: Viva Varèse! (2006).In: Drees, Stefan / Neuwirth, Olga (Hrsg): Zwischen den Stühlen - A twilight-song auf der Suche nach dem fernen Klang. Salzburg: Anton Pustet, S. 328.
2008 Neuwirth, Olga: Gedankenskizzen zum Projekt "Hommage à Klaus Nomi - a songplay in nine fits" (2007). In: Drees, Stefan / Neuwirth, Olga (Hrsg): Zwischen den Stühlen - A twilight-song auf der Suche nach dem fernen Klang. Salzburg: Anton Pustet, S. 349-353.
2008 Neuwirth, Olga: Ein Minidrama (2006). In: Drees, Stefan / Neuwirth, Olga (Hrsg): Zwischen den Stühlen - A twilight-song auf der Suche nach dem fernen Klang. Salzburg: Anton Pustet, S. 372-375.
2016 Neuwirth, Olga: O Melville! Verlag. Salzburg: Müry Salzmann.

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Quellen/Links

Website: Olga Neuwirth
austrian music export: Olga Neuwirth
Wikipedia: Olga Neuwirth
Boosey & Hawkes: Olga Neuwirth
Ricordi: Olga Neuwirth
BR Podcast: Woman of the Week - Olga Neuwirth (2019)