Furrer Beat

Vorname
Beat
Nachname
Furrer
erfasst als
DirigentIn
InterpretIn
KomponistIn
AusbildnerIn
Künstlerische/r LeiterIn
Genre
Neue Musik
Instrument(e)
Klavier
Geburtsjahr
1954
Geburtsort
Schaffhausen
Geburtsland
Schweiz

Presse Beat Furrer © David Furrer 2014

"Beat Furrer wurde 1954 in Schaffhausen geboren und erhielt an der dortigen Musikschule seine erste Ausbildung (Klavier). Nach seiner Übersiedlung nach Wien im Jahr 1975 studierte er an der Hochschule für Musik und Darstellende Kunst Dirigieren bei Otmar Suitner sowie Komposition bei Roman Haubenstock Ramati. Im Jahr 1985 gründete er das Klangforum Wien, das er bis 1992 leitete und dem er seitdem als Dirigent verbunden ist. Im Auftrag der Wiener Staatsoper schrieb er seine erste Oper Die Blinden, seine zweite Oper Narcissus wurde 1994 beim steirischen herbst an der Oper Graz uraufgeführt. 1996 war er „Composer in residence“ bei den Musikfestwochen Luzern. 2001 wurde das Musiktheater Begehren in Graz uraufgeführt, 2003 die Oper invocation in Zürich und 2005 das vielfach ausgezeichnete und gespielte Hörtheater FAMA in Donaueschingen. Seit Herbst 1991 ist Furrer ordentlicher Professor für Komposition an der Hochschule für Musik und Darstellende Kunst in Graz. Ende der 90er hat er gemeinsam mit Ernst Kovacic „impuls“ als internationale Ensemble- und KomponistInnenakademie für zeitgenössische Musik in Graz gegründet. Eine Gastprofessur für Komposition nahm er 2006-2009 an der Hochschule für Musik und Darstellende Kunst in Frankfurt wahr. 2004 erhielt er den Musikpreis der Stadt Wien, seit 2005 ist er Mitglied der Akademie der Künste in Berlin. 2006 wurde er für FAMA mit dem Goldenen Löwen bei der Biennale Venedig ausgezeichnet. 2010 wurde sein Musiktheater Wüstenbuch am Theater Basel uraufgeführt. 2014 erhielt er den großen österreichischen Staatspreis. 2018 erhielt er den Ernst-von-Siemens Musikpreis für "ein Leben im Dienste der Musik". Seine Oper La Bianca Notte (Die helle Nacht) nach Texten von Dino Campana wurde im Mai 2015 in Hamburg uraufgeführt. Im Januar 2019 kam es an der Staatsoper Unter den Linden in Berlin zur Uraufführung seiner Oper Violetter Schnee mit einem Libretto von Händl Klaus, basierend auf einer Vorlage von Wladimir Sorokin. Beat Furrer hat seit den 1980er Jahren ein breites Repertoire geschaffen, das von Solo und Kammermusik bis zu Werken für Ensemble, Chor, Orchester und Oper reicht."
Beat Furrer: Biografie (2020), abgerufen 16.4.2020 [http://www.beatfurrer.com/biography.html]

Stilbeschreibung

"Was mich immer beschäftigt, ist es, zu begreifen, was den Menschen so planlos in Bewegung hält, daß er sich wie in einer blinden Wut von der Natur trennt; der Versuch, diesen großen Wandel zu verstehen, der im Begriff ist, vollzogen zu werden, ohne daß wir es bemerken"
Beat Furrer

"Dieser Wandel ergreift nicht nur das Verhältnis des von Menschenhand Gestalteten und des Unberührten, sondern auch die Wahrnehmung des Raumes oder das Verständnis der Kunst. Daraus erwächst die Bedeutung von Klangtransformationen und Diskontinuitäten in Beat Furrers Musik; Bewegungsabläufe, so einfache wie komplexe Zeitgestalten wie das Geräusch fallender Kieselsteine, das Geläute mehrerer Glocken oder zögerndes Entlangfahren auf gerillten Klaviersaiten dienen zur Bildung rhythmischer Ausgangsmuster, die allmählich verzerrt und verschoben werden. "Eine wirkliche Idée fixe: Die Vorstellung von einander durchdringenden Räumen, Strukturen, die in verschiedenen Parametern abgebildet werden können" (Furrer) führt zur beziehungsvollen Dichte der Partituren. So werden im "Ersten Streichquartett" (1984) Harmonik und Rhythmik in der Partitur tatsächlich wie Folien übereinandergelegt, in "Nuun" folgen Zeit-, Klang- und Tonhöhenorganisation ähnlichen Verlaufslinien in Richtung zunehmender Plastizität, oder in "Stimmen" für Chor und vier Schlagzeuger (1996) wird das "Quartett" für vier Schlagzeuger in einen neuen Klangraum projiziert, in dem etwa die Bewegung vom Geräusch zum Klang in vielfältigen Dimensionen Widerhall findet: vom Unhörbaren zum Fortissimo, vom Atem zur Stimme. [...]
In den neuen Stücken Beat Furrers hat diese Behutsamkeit an Impulsivität gewonnen. Es scheint zunehmend darum zu gehen, über das Bisherige hinauszugehen, frei zu werden im Einschlagen von Laufrichtungen, mit Strukturen und Klängen selbstverständlich zu spielen. Viel weniger spröde und streng als in "Ultimi cori" für Chor und Schlagzeug (1978/1988) klingt diese Besetzung jetzt in "Stimmen" [...]; wenngleich die Klänge oft vertraut fragil erscheinen, so holt sie das Verlangen nach Expression doch gelegentlich mit insistierender Energie aus der Schattenhaftigkeit der früheren Werke ins gleißende Licht. Die vielfach gefilterte, verzerrte Struktur, die durchbrochene Klanglichkeit Beat Furrers läßt in den neuen Werken eine Klarheit aufblitzen, die deutlicher die Frage stellt, ob bei der Vielfalt der Themen des Fin de millénaire nicht die Themen der Zeit in umtriebiger Unverbindlichkeit überhört werden. Es ist an der Zeit aufzuhorchen."
Bernhard Günther: Zeit im Sprung. In: Takte, 2/1996, S. 16 f.

"Es ist kein Zufall, dass das Musiktheater im Werk von Beat Furrer einen hohen Stellenwert einnimmt, steht doch die Frage der Transformierbarkeit von Sprache in Musik im Zentrum seines kompositorischen Schaffens. In seinen Musiktheaterwerken befreit der gebürtige Schweizer den Gesang von seiner konventionellen, formalisierten Gestalt und führt ihn zurück auf seine Wurzeln in der gesprochenen Sprache."
"Charakteristisch für sein gesamtes Oeuvre ist indessen das Primat des Klanges gegenüber konstruktiven Überlegungen. Auch wenn solche aus dem Schaffen des Schülers von Roman Haubenstock-Ramati nicht wegzudenken sind, stehen sie doch niemals im Vordergrund."
Lena Dražić: PORTRÄT: BEAT FURRER. In: mica-Musikmagazin (2013)

"Die Musik, die er in den 80er und 90er Jahren schrieb, war meistens fragil, die Dynamik eher im Pianobereich gehalten, der Klang immer wieder durch über die traditionellen hinausgehenden Spieltechniken bestimmt. Dramatische Momente fehlten aber nicht von seiner Ausdruckspalette: das 1. Streichquartett (1984) weist eine unerwartete, aggressive Eruption auf, im Ensemblestück In der Stille des Hauses wohnt ein Ton (1987) werden die Streichertremoli und die Flatterzungentöne unversehens durch einen infernalischen Sturm unterbrochen.
Furrers Musik deutet an, statt sich an klare Aussagen heranzuwagen. Er vertont Texte nicht unbedingt um Inhalte mitzuteilen – in seinem Narcissus-Fragment etwa geben die beiden Solisten Silben von sich statt vollständigen Wörtern, als ob in einem verzweifelten und am Ende zum Scheitern verurteilten Versuch zu kommunizieren.
Man könnte Furrers Kompositionen als „Konzeptmusik“ beschreiben: jedes neue Werk basiert auf ein neues Konzept. Für den Komponisten zählt die Suche nach neuen und flexiblen Systemen."
Universaledition: Über die Musik [von Beat Furrer] (2020), abgerufen am 16.4.2020 [https://www.universaledition.com/beat-furrer-241]

Auszeichnungen

1984 Festival d'Automne à Paris - Kompositionswettbewerb "Junge Generation in Europa" (Köln, Venedig, Paris): Preis
1989 WDR - Westdeutscher Rundfunk - "Forum junger Komponisten", Köln: Preis
1992 Ernst von Siemens Musikstiftung: Förderungspreis
1993 Stadt Duisburg: Musikpreis
1996 Lucerne Festival: composer in residence
2003 Stadt Wien: Musikpreis
2006 Biennale di Venezia: Goldener Löwe (FAMA - Hörtheater in acht Szenen für großes Ensemble, acht Stimmen und Schauspielerin)
2012 Erste Bank der österreichischen Sparkassen AG: Kompositionspreis (ira - arca - für Bassflöte und Kontrabass)
2013 Österreichisches Kulturforum New York - Austrian Cultural Forum NYC: composer in residence (Fama - Musiktheater in 8 Szenen)
2014 Republik Österreich: Großer Österreichischer Staatspreis
2018 Ernst von Siemens Musikstiftung: Musikpreis

Ausbildung

1960 Konservatorium Schaffhausen: Klavier
1975–1983 mdw – Universität für Musik und darstellende Kunst WienDirigieren Suitner Otmar
1975–1983 mdw – Universität für Musik und darstellende Kunst Wien Wien Komposition Haubenstock-Ramati Roman

Tätigkeiten

1985–1992 Société de L'Art Acoustique, Wien: Mitbegründer, künstlerischer Leiter
1991–heute Institut 1 Komposition, Musiktheorie, Musikgeschichte und Dirigieren - Universität für Musik und darstellende Kunst Graz Graz: Professur, Leitung einer Kompositionsklasse
1998–heute impuls Ensemble- und Komponistenakademie: Mitbegründer, Obmann, Teil des künstlerischen Leitungsteams
2005–heute Sektion Musik - Akademie der Künste BerlinMitglied
2006–2009 Hochschule für Musik und Darstellende Kunst Frankfurt am Main: Gastprofessur (Komposition)
2015 International Young Composers Academy in Tchaikovsky-City (Perm-Region, Russland): Lehrtätigkeit
Ernst von Siemens Musikstiftung, München: Kurator
Deutsche Kulturstiftung des Bundes berufenen Kuratoriums für das Netzwerk "Neue Musik": Mitglied

internationale Tätigkeit als Dirigent v.a. für zeitgenössischer Musik

Aufträge (Auswahl)

1989 Wiener Staatsoper : Die Blinden - Musiktheater nach dem Drama von Maurice Maeterlinck
1994 Philharmonie Köln Lied - für Violine und Klavier
1996 SWR - Südwestrundfunk : Stimmen - für gemischten Chor und 4 Schlagzeuger
1996 Salzburger Festspiele : Nuun - für zwei Klaviere und Orchester
2003 MaerzMusik - Festival für aktuelle Musik : PHAOS - für Orchester
2007 WDR - Westdeutscher Rundfunk : Konzert für Klavier und Orchester
2012 Erste Bank der österreichischen Sparkassen AG : ira - arca - für Bassflöte und Kontrabass
2012 Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks : Canti della tenebra - für Mezzosopran und Ensemble
2015 Internationale Stiftung Mozarteum Salzburg spazio immergente - für Sopran und Posaune
SWR - Südwestrundfunk
Donaueschinger Musiktage : mehrere Werke 

Aufführungen (Auswahl)

1984 Wien Modern, Wien: Die Blinden - Musiktheater nach dem Drama von Maurice Maeterlinck (UA)
1994 London-Wigmore Hall (England): Retour an dich - Trio für Violine, Violoncello und Klavier
1995 Davos FestivalTime out I (UA)
1996 Salzburger FestspieleNuun - für zwei Klaviere und Orchester (UA)
1996 Lucerne Festival (Schweiz): Narcissus - Oper in 6 Szenen
1997 Akiyoshidai-Festival (Japan)
1999 Biennale di Venezia (Italien): Gaspra - für Ensemble
1999 Eclat FestivalStuttgart (Deutschland)
2000 Japan Summer Festival, Suntory Hall
2000 Bockenheimer Depot, Frankfurt am Main (Deutschland): Die Blinden - Musiktheater nach dem Drama von Maurice Maeterlinck
2002 Österreichisches Kulturforum New York - Austrian Cultural Forum NYC (USA)
2003 Ultraschall Festival Berlin (Deutschland)
2004 Wittener Tage für Neue Kammermusik (Deutschland)
2004 Borealis Festival, Bergen (Norwegen)
2004 Huddersfield Contemporary Music Festival (USA)
2004 Biennale di Venezia (Italien)
2005 Centre Pompidou, Paris (Frankreich)
2005 Muffathalle, München (Deutschland): Spur - für Klavier und Streichquartett
2005 Donaueschinger Musiktage (Deutschland): Fama (UA)
2007 Moskauer P.-I.-Tschaikowski-Konservatorium (Russland)
2009 Donaueschinger Musiktage (Deutschland): Apon - für Orchester und Sprechstimme (UA)
2010 Ensemble Modern, Frankfurt am Main (Deutschland): BEGEHREN
2010 Theater Basel (Schweiz): Wüstenbuch - Musiktheater (UA)
2011 Zürich Ensemble Arc-en-Ciel - Tage für Neue Musik Zürich (Schweiz): Fama
2013 Österreichisches Kulturforum New York - Austrian Cultural Forum NYC (USA): Fama
2013 MaerzMusik - Festival für aktuelle Musik, München (Deutschland): Xenos III - für zwei Schlagzeuger und Streicher
2013 Junge Deutsche Philharmonie - Alte Oper, Frankfurt (Deutschland): strane costellazioni (UA)
2014 musica viva Wochenende - BR - Bayerischer RundfunkMünchen (Deutschland):  Canti della tenebra (UA)
2015 Slovenian Philharmonic Orchestra, Beat Furrer (Dir), Ljubljana (Slowenien): strane costellazioni
2015 Hamburgische Staatsoper (Deuschland): la bianca notte/die helle nacht (UA)
2016 Eclat Festival, Stuttgart (Deutschland): spazio immergente II (UA)
2019 Berliner Staatsoper (Deuschland): Violetter Schnee (UA)
2019 musica viva, München: Portrait-Konzerte (Schnee-Szenen (UA), Konzert für Klavier und Orchester, Enigma Nr. 1–7)
2019 Wien modern - Saiten-Tasten, Wiener Konzerthaus: ins offene (UA)

Wien ModernWien: regelmäßige Aufführungen
Musikprotokoll im Steirischen Herbst Graz regelmäßige Aufführungen
Klangspuren - Verein zur Förderung von Neuer Musik SchwazTirol: regelmäßige Aufführungen

Diskografie (Auswahl)

Narcissus-Fragment/Time out/ A un moment de terre perdu / 1. Streichquartett, Klangforum Wien, Dir. Beat Furrrer (Durian 096-2)
Die Blinden, Oper, Dir. Beat Furrer, (Pan Classics / 510 054)
Die Blinden, Klangforum Wien, Dir. Beat Furrer (MGB 6150)
Narcissus, Oper, Südfunk-Chor Stuttgart, Vokalensemble Nova, Dir. Beat Furrer (MGB CD 6143)
Face de la chaleur, Ensemble Anton Webern, Dir. Claudio Abbado  (DG 437840-2)
still / presto con fuoco / nuun/ poemas, Klangforum Wien, Dir. Peter Eötvös, Sylvian Camberling, Beat Furrer (Kairos/edel 1206)
Stimmen/Quartett, Südfunk-Chor Stuttgart, Schlagquartett Köln (Kairos/edel 1220)
Stimmen / Face de la chaleur / Quartett / Dort ist das Meer, Eva Furrer, Marino Formenti, Ernesto Molinari, Schlagquartett Köln, Wiener Konzertchor, RSO Wien (Kairos/edel 12272)
Aria/Solo/Gaspra, Petra Hoffmann (Sopran), Lucas Fels (Violoncello), ensemble recherche (Kairos/edel 12322)
FAMA, Neue Vocalsolisten Stuttgart, Klangforum Wien, Beat Furrer (Dir.) (collegno / COL20612)
Konzert für Klavier und Orchester / Spur / lotófagos I / invocation VI / FAMA VI / retour an dich; Nicolas Hodges (Klavier), WDR Sinfonieorchester Köln, Peter Runder (Leitung), Petra Hoffmann (Sopran), Eva Furrer (Bassflöte), kammerensemble neue musik berlin, Isabel Menke (Stimme), Tora Augestad (Sopran), Uli Fusseneger (Kontrabass) (Kairos 0012842KAI)
Begehren; Petra Hoffmann (Sopran), Johann Leutgeb (Erzähler), Vokalensemble NOVA, ensemble recherche, Beat Furrer (Leitung), Reinhild Hoffmann (Regie); (DVD,Kairos, 0012792KAI)

Literatur (Auswahl)

1988 Oswald, Peter: Chiffrierte Botschaften des Lebens. In: Melos Nr. 3.
1990 Becher, Christoph: Der freie Fall des Architekten. In: Neue Zeitschrift für Musik Nr. 7/8.
1991 Hagmann, Peter: Musik der offenen Beziehungen. In: Neue Zürcher Zeitung Nr. 9.
1992 Scheib, Christian: Beat Furrer. In: Komponisten der Gegenwart, Edition Text + Kritik, München.
1996 Günther, Bernhard: Zeit im Sprung: Beat Furrer. In: Takte, Informationen für Bühne und Orchester 2/96.
1996 Kager, Reinhard: Klangblitze in stiller Dunkelheit. Zur Musik der Schweizer Komponisten Beat Furrer und Michael Jarrell. In: Programmheft der Internationalen Musikfestwochen Luzern, September.
1996 Zenck, Claudia Maurer: Echo wird Musik. Zur Entstehung von Beat Furrers ›Narcissus‹. In: Werner Breig (Hg.): Opernkomposition als Prozess. Kassel.
1997 Günther, Bernhard (Hg):  Beat Furrer. In: Lexikon zeitgenössischer Musik aus Österreich. Komponisten und Komponistinnen des 20. Jahrhunderts, Wien.
1997 Motte, Diether de la: Zum ›Narcissus-Fragment‹. In: Wolfgang Gratzer (Hg.): Nähe und Distanz Bd. 2. Hofheim.
1997 Siegrist, Kerstin: Furrer - die Opern ›Die Blinden‹ und ›Narcissus‹. Johannes Gutenberg-Universität, Mainz.
2001 Scheib, Christian: Destillationsprozesse. In: du, Die Zeitschrift für Kultur 7/2001.
2002 Töpel, Michael: Moderato cantabile. Beat Furrer im Gespräch über seine neue Oper. In: Takte, Informationen für Bühne und Orchester 2/02.
2007 Maintz, Marie Luise: War das jetzt Erinnerung? Beat Furrers aktuelle Kompositionen. In: Takte, Informationen für Bühne und Orchester 1/07.
2007 mica: MICA-INTERVIEW MIT BEAT FURRER. In: mica-Musikmagazin.
2008 Cloot, Julia: vielschichtiges erzählen. Innenwelt und Außenwelt in Beat Furrers Musiktheater. In: Neue Zeitschrift für Musik Nr. 2.
2011 Fastner, Carsten: MICA-INTERVIEW MIT BEAT FURRER. In: mica-Musikmagazin.
2013 Dražić, Lena: PORTRÄT: BEAT FURRER. In: mica-Musikmagazin.
2015 GROSSER ÖSTERREICHISCHER STAATSPREIS 2014 ERGEHT AN BEAT FURRER. In: mica-Musikmagazin.
2018 mica: ERNST VON SIEMENS MUSIKPREIS AN BEAT FURRER. In: mica-Musikmagazin.

Pressestimmen (Auswahl)

10. März 2019
"Die Schnee-Szenen bestehen aus einem langen Orchester-Prolog, zwei (von 30), allerdings zentralen Szenen aus dem bereits fortgeschrittenen Stadium der Oper und einem Intermezzo – ob letzteres überhaupt gespielt wurde, fragten sich in der Pause viele Zuhörer. Wie es Furrer in der 17-minütigen Einleitung gelingt, kontinuierliche Veränderungen des Lichts von Dunkelheit bis zu gleißender Helligkeit akustisch zu vermitteln, ist schon sensationell. Eigentlich bauen die Klangprozesse auf einfachen Modellen auf: In den Streichern zunächst Skalen, sogar mit tonalen Schnittstellen, später Skordatura und Glissandi. Dagegen stehen unruhigere Bläsereinwürfe. Die Entwicklung des Prologs findet so konsequent statt, dass sich beim Hörer eine unglaubliche Spannung aufbaut – egal, ob die teilweise auch gegenläufigen Ereignisse schnell oder langsam ablaufen. In Unkenntnis der Partitur fragt man sich, welche faszinierenden „Tricks“ hier zur Anwendung kommen (Shepard Scale?)."
The new listener: Erfrorenes, Aufgewärmtes und Leonardo. (Martin Blaumeiser), abgerufen am 16.4.2020

2019
"Faszinierend ist wieder die Musik von Beat Furrer. Sie liegt lähmend in der Luft, fährt mit großer Geste auf, schillert in vielen Farben, bringt prachtvolle Akkorde und trostlose Pizzicati. Helmut Lachenmanns Orchesterstück Vor der Erstarrung verfolgte eine ähnliche Absicht mit verwandten Mitteln. Matthias Pintscher leitet die Staatskapelle mit großer Aufmerksamkeit, die Musiker sind offenbar mit Begeisterung bei der Sache. Doch ist der gewaltige Aufwand der szenischen Umsetzung, die noch von Jürgen Flimm in Auftrag gegeben wurde, wirklich hilfreich? Ist die Menschheit – oder diese Gesellschaft – in Bruegels Zeit gefallen? Oder Bruegels Zeit in unsere? Ist die Zeit gar aufgehoben? Wie intensiv wirkte doch Furrers Begehren 2003 in der abstrakten, aber körperlich aufgewühlten Inszenierung von Reinhild Hoffmann und der Bühnenarchitektur von Zaha Hadid: Dort hatte man das Gefühl, wirklich am Puls der Zeit zu sein."
Klassikinfo.de: Es schneit und es schneit und es schneit (Bernd Feuchtner), abgerufen am 16.4.2020

15. Juni 2018
"Auf Wunsch von Meister wurde beim Abschiedskonzert im Wiener Konzerthaus Gustav Mahlers Dritter Symphonie Neukomponiertes vorangestellt. Beat Furrer widmet sich in "nero su nero" der Nuancierung von Dunkelheit und Lichts. Mit allergrößter Sorgfalt instrumentiert, klanglich faszinierend, in seiner Wirkung vor allem im Mittelteil bedrückend bedrohlich."
Wiener Zeitung: Meisters Adieu. RSO-Chef verabschiedet sich mit Furrer und Mahler (Marion Eigl), abgerufen am 25.5.2020

8. Juli 2003
"Schliesslich das zentrale siebte Bild, in dem das bewegliche Haus zur Villa wird; dort findet jenes Diner statt, bei dem der Salm wie in einem Opferritual verschlungen wird und bei dem Anne in aller Öffentlichkeit zu erkennen gibt, dass sie sich aus ihrer Gesellschaft verabschiedet hat. Eine Invokation, eine grosse Anrufung des Gottes Dionysos hat Beat Furrer hier vorgesehen, und die orphische Hymne, die er seiner Musik zugrunde legt, fasst die Spannung zwischen dem Wunsch nach Entgrenzung und deren fatalen Folgen in einer Reihe einfacher Adjektive. Eine orgiastische Klangkaskade, wie sie bei diesem Komponisten noch nie da gewesen scheint, breitet sich in den Raum aus, aber auch hier bleibt die unglaublich bewegte, das Geschehen aus dem Innersten und dem Kleinsten heraus mit Energie erfüllende Handschrift Beat Furrers unverkennbar."
Neue Zürcher Zeitung: Zürcher Festspiele. Wenn Musik Theater wird. «Invocation» von Beat Furrer in der Schiffbauhalle (Peter Hagmann), abgerufen am 25.5.2020
Quellen/Links

Website: Beat Furrer
mica-Archiv: Beat Furrer
Bärenreiter-Verlag: Werke Beat Furrer
Universal Edition: Beat Furrer
YouTube: Beat Furrer – Thema
Music YouTube: Beat Furrer
Soundcloud: Beat Furrer
Wikipedia: Beat Furrer

Empfohlene Zitierweise
mica (Aktualisierungsdatum: 24. 7. 2020): Biografie Beat Furrer. In: Musikdatenbank von mica – music austria. Online abrufbar unter: https://db.musicaustria.at/node/54130 (Abrufdatum: 9. 8. 2020).