Doderer Johanna

Vorname
Johanna
Nachname
Doderer
erfasst als
KomponistIn
AusbildnerIn
Genre
Neue Musik
Klassik
Subgenre
Tradition/Moderne
Instrument(e)
Klavier
Geburtsjahr
1969
Geburtsort
Bregenz
Geburtsland
Österreich

Fotografin: Nora Schoeller ©

Die 1969 in Österreich geborene Johanna Doderer entdeckt ihr Talent kreativ mit Musik umzugehen bereits in ihrer Kindheit. Frühe Improvisationen lassen Gerold Amann auf sie aufmerksam werden. Er ist ihr wichtigster Mentor und Förderer. Sie studierte bei Beat Furrer, Klaus Peter Sattler und Erich Urbanner. Johanna Doderer arbeitet seit Jahren an der Auseinandersetzung von Dynamik und Gleichzeitigkeit in der Musik.

Schwerpunkt ihres Schaffens liegt in der Oper, in Solo- und Orchesterwerken und in der Vokalmusik. Ein Markenzeichen der Komponistin ist die konstante Zusammenarbeit mit einigen bedeutenden Künstlern: Ulf Schirmer, Patricia Kopatchinskaja und Sylvia Khittl-Muhr sind einige jener Menschen, die sie in ihrer musikalischen Sprach­findung stark beeinflusst haben.


Ausbildung
1991 - 1993 Vorarlberger Landeskonservatorium Feldkirch Unterricht bei Melody Wu Klavier
1991 - 1993 Vorarlberger Landeskonservatorium Feldkirch Klavier Kent Fuat
1991 - 1993 Privatstudium Komposition Amann Gerold
1993 - 1995 Universität für Musik und darstellende Kunst Graz Graz Komposition Furrer Beat
1996 - 2000 mdw - Universität für Musik und darstellende Kunst Wien Wien Film- und Medienkomposition Sattler Klaus-Peter
1996 - 2000 mdw - Universität für Musik und darstellende Kunst Wien Wien Komposition Urbanner Erich
2000 mdw - Universität für Musik und darstellende Kunst Wien Wien Diplom Komposition

Tätigkeiten
1995 Die Sirenen Gründung des Ensembles
1998 KomponistInnenforum Mittersill Mittersill Teilnahme
verschiedenen Musikschulen: Unterrichtstätigkeit (Hauptfach Klavier), Organisation von Auftrittsmöglichkeiten für die Klavierschüler
Gründung eines Chores mit Aufführungen eigener Werke, Einstudierung der Chorwerke größtenteils unter Leitung Doderers
die andere saite Gründung eines Streichorchesters zur Aufführungen von Kompositionen des Vereins "die andere saite" gemeinsam mit dem Dirigenten Nassir Heidarian Rasty
regelmäßige Arbeit mit KünstlerInnen wie zum Beispiel Patricia Kopatschinskaja, Sylvia Khittl-Muhr, Ulf Schirmer und Edua Zadory

Aufträge (Auswahl)
Münchner Rundfunkorchester
Wiener Symphoniker
RLPO - Royal Liverpool Philharmonic Orchestra
Haydn Piano Trio
Linz 2009 - Kulturhauptstadt Europas Ensemble Linz 09
open music Graz Graz
Bregenzer Festspiele
Klangspuren - Verein zur Förderung von Neuer Musik Schwaz

Aufführungen (Auswahl)
2006 Wien Strom - Oper in einem Akt
2007 Internationales Brucknerfest Linz Linz Eröffnung DER GROSSE REGEN - für Orchester
2008 Augsburg Mozartfest Mon cher cousin
Bregenzer Festspiele Bregenz
Camerata Salzburg Salzburg
Wiener Concert-Verein Wien
oenm . oesterreichisches ensemble für neue musik
open music Graz
Klangspuren - Verein zur Förderung von Neuer Musik Schwaz Schwaz in Tirol
Turin Festival Internazionale di Musica Antica e Contemporeanea
Nuovi Spazi Musicali Rom

Auszeichnungen
2001 Wiener Symphoniker Kompositionsstipendium
2002 Stadt Wien Kulturförderpreis
2002 Stadt Feldkirch Kulturpreis
2002 Republik Österreich Staatsstipendium für Komponistinnen
2004 Wiener Concert-Verein composer in residence
2004 Soziale & Kulturelle Einrichtungen der austro mechana - SKE Fonds Publicity-Preis

Stilbeschreibung

Ihr Stil ist umstritten. Diskussionen, was zeitgenössische Musik darf oder nicht, führt die Künstlerin oft. Unverblümt tonale Bezüge prägen ihre Werke. Bewusst gestaltet sie ihre Stücke strahlender als viele andere Kompositionen, die seit 1945 entstanden sind. „Es ist die Bereitschaft, innere Räume zu kultivieren, die Neues entstehen lässt“, sagt Johanna Doderer. Diese inneren Freiräume sind es, die es ihr ermöglichen, mit Offenheit in alle Richtungen an neue Kompositionen heran zu gehen. National und international erfreuen sich ihre Kompositionen großer Beliebtheit. Patricia Kopatchinskaja, Édua Zádory, Marlis Petersen oder Ildiko Raimondi gehören zu dem stetig wachsenden Kreis an Künstlern, die Johanna Doderers Sprache verstehen und lieben.

 

Quelle: Website der Komponistin

 

 „Die Zeit ist es, die Dinge wieder neu werden lässt. Was darf man, was darf man nicht – diese Diskussionen hatte ich alle schon. Natürlich kann man nicht einfach alte Stile kopieren, aber ich komme immer weiter weg vom Schweren, Negativen. Ich möchte Menschen mit Musik auch ein Stück glücklich machen. Das klingt jetzt sehr esoterisch, ist es aber nicht. Ich glaube, dass ein Element der Freude absolut möglich sein muss. Die Düsterkeit vieler Neuer Musik seit 1945 will ich ganz bewusst verlassen. Ich suche mir meine Herausforderungen anderswo: Einen Saal mit Klängen zum Strahlen zu bringen – das muss man erst einmal schaffen!“

 

Quelle: Die Komponistin im Gespräch mit Walter Weidringer in "Haydn und der nackte Wahnsinn", Klangpunkte 28, Frühjahr 2009, S. 5

 


Pressestimmen

16. Juni 2009

Zukunftsmusik, die keine mehr sein konnte
Opulent im Klang, manchmal fast neoromantisch schwelgerisch, mit beinahe "klassischen" Effekten und tonalem Fundament, zeichnete Doderer Hadids nicht minder expressives Gemälde nach. Reine Lust am Klang, aber auch beim Spielen und Hören. [...] 

ÖO Nachrichten 

 

2008

Zu "Mon Cher cousin" für Sopran und Orchester (Augsburger Mozartfest 2008):
Her music was so strong and colorful that it rather disturbed the delicate balance of the Classical-era works that made up the rest of Wednesday's opening night concert. 

The Washington Post 

 

5. September 2006

Doderer gelang eine Partitur von höchst eigenständigem Charakter, inwendig voller Figur, nach aussen hin voll ungebrochener Energie. 

Süddeutsche Zeitung 

 

4. September 2006

Rauschhafte Ekstasen bestimmen derart über weite Strecken das Bild dieses pausenlos präsentierten, eineinhalbstündigen Musiktheaters, das sich gleichwohl traditionell gibt. Denn Doderer geht es um die Sache, nicht um den billigen Effekt. Weil sie ihr Handwerk perfekt versteht, kann sie mit ihrer dicht gearbeiteten Partitur immer wieder den überzeugenden Beweis antreten, dass sich auch heute Spannung mit an die Spätromantik anknüpfenden Klangmodellen erzeugen lässt, diese sich zudem ideal mit Formen der "minimal music" verknüpfen lassen. 

Die Presse (Walter Dobner) 

 

27. Jänner 2005

Auf dem Konzertsektor gab es klare Höhepunkte mit dem Gastspiel des Symphonieorchesters des Bayerischen Rundfunks /Mariss Jansons und dem Portraitkonzert der aus Dornbirn stammenden Komponistin Johanna Doderer, die mit der Uraufführung ihres klangopulent-suggestiven Violinkonzerts durch den Wiener ConcerVerein tief beeindruckte. 

ÖMZ (Anna Mika) 

 

15. August 2003

Johanna Doderer ist keine Theoretikerin, sondern eine Vollblutmusikerin. Sie hat sich ein Menschen- ein Frauenschicksal hergenommen, das sie offenbar innerlich bewegt hat, und diese Emotion in Klang umgesetzt. Ihre Musik, die erst am Ende, wenn der unfassbare Mord Gestalt gewinnt, in die Atonalität gleitet, ist von starker rhythmischer Gedrängtheit, von dramatischer Spannung, von hoher Ausdruckskraft. 

Vorarlberger Nachrichten (Renate Wagner) 


Links mica-Artikel: HERZZEIT – Johanna Doderer auf den Spuren von Ingeborg Bachmann und Paul Celan, Porträt auf ORF.at, Musikdokumentationsstelle Vorarlberg

Empfohlene Zitierweise
mica (Aktualisierungsdatum: 23. 3. 2020): Biografie Johanna Doderer. In: Musikdatenbank von mica – music austria. Online abrufbar unter: https://db.musicaustria.at/node/68708 (Abrufdatum: 11. 7. 2020).

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