Kranebitter Matthias

Vorname
Matthias
Nachname
Kranebitter
erfasst als
KomponistIn
InterpretIn
Genre
Jazz/Improvisierte Musik
Neue Musik
Subgenre
Contemporary
Experimental/Intermedia
Modern/Avantgarde
Instrument(e)
Klavier
Geburtsjahr
1980
Geburtsort
Wien
Geburtsland
Österreich

Mit freundlicher Genehmigung von M. Kranebitter (Privatfoto ©)

Matthias Kranebitter wurde am 28. Jänner 1980 in Wien geboren. Er studierte anfangs Mathematik an der Universität Wien, ehe er im Jahr 2000 an der Universität für Musik und darstellende Kunst sein Kompositionsstudium aufnahm. Nach Abschluss in elektroakustischer Komposition bei Dieter Kaufmann und German Toro Perez, Medienkomposition bei Klaus Peter Sattler und Klavier bei Christiane Karajeva, studierte er postgradual am Konservatorium van Amsterdam Contemporary Music Through Non-Western Techniques bei Rafale Reina und Komposition bei Fabio Nieder, sowie an der Universität für Musik und darstellende Kunst in Graz Komposition bei Alexander Stankovski.


Ausbildung
1988 - 2001 Wien Musikschule Margareten (Lo Stoiber) Klavier
1998 - 2002 Universität Wien Wien Mathematikstudium
2000 - 2002 mdw - Universität für Musik und darstellende Kunst Wien Wien Komposition Schermann Dietmar
2001 - 2006 mdw - Universität für Musik und darstellende Kunst Wien Wien Klavier Karajev Christiane
2002 - 2007 mdw - Universität für Musik und darstellende Kunst Wien Wien Medienkomposition Sattler Klaus-Peter
2004 - 2008 mdw - Universität für Musik und darstellende Kunst Wien Wien Elektroakustische Komposition Kaufmann Dieter
2004 - 2008 mdw - Universität für Musik und darstellende Kunst Wien Wien Elektroakustische Komposition Toro-Pérez Germán
2008 - 2009 Conservatorium van Amsterdam Amsterdam postgraduales Kompositionsstudium (Rafale Reina, Fabio Nieder)
Universität für Musik und darstellende Kunst Graz Graz Komposition Stankovski Alexander

Tätigkeiten
2001 - 2004 Universal Edition Wien Lektor von Notenmaterial
2008 mdw - Universität für Musik und darstellende Kunst Wien Wien seither organisatorischer Leiter des Kompositionskurses der Internationalen Sommerakademie (ISA)

Aufträge (Auswahl)
2007 ÖBV - Grabenfest 7enden
2009 Festival Druskomanija Kraut und Rüben - für Streichorchester
2010 sirene Operntheater Der Apfel aus Basra - Kammeroper
2011 ORF - Österreichischer Rundfunk fröhliche Relativitäten
2011 impuls . Verein zur Vermittlung zeitgenössischer Musik

Aufführungen (Auswahl)
2006 Musikverein Wien - Gesellschaft der Musikfreunde in Wien Wien Breathing - für 32-stimmigen Chor und Live-Elektronik
2006 Musikforum Viktring-Klagenfurt Kreise - für Viola und tiefes Ensemble
2007 Budapest Regenmacher
2007 Prinzregententheater München Safiatan - für Orchester
2008 Apeldoorn - Niederlande puzzle
2008 Wien Modern Wien spreu und scherben
2009 International Gaudeamus Music Week Amsterdam sustained surprise - haydnsymphony94.remixed
2009 Split - Kroatien Konzert für Altsaxophon und Midiorchester in D Dur
2010 Radiokulturhaus - Großer Sendesaal Symphonie 3000 in C Dur
2010 Musikprotokoll im Steirischen Herbst Helmut List Halle Graz Konzert für Cembalo und Ensemble in Es Dur
2010 Ljubljana - Slowenien Stop and change
2011 Echoraum Wien Ringelreigen 116,9g CO2
2012 mica - music austria Porgy & Bess zusammen mit IGNM and Platypus dunkel ist das Leben ist der Tod
2012 Radiokulturhaus - Großer Sendesaal Portrait-Konzert
2020 sirene Operntheater, Wien: Amerika oder die Infektion (UA)

Auszeichnungen
2003 ORF - Österreichischer Rundfunk - FM4 Gewinner des Antonin-Dvorak-Remix-Contests
2005 Theodor Körner Fonds Förderpreis Derelicted Athmospheres - Klang- und Videoinstallation
2006 Stadt Klagenfurt Erster Preis des Gustav-Mahler-Kompositionswettbewerbs Kreise - für Viola und tiefes Ensemble
2006 ÖKB - Österreichischer Komponistenbund Gewinner des Wettbewerbs für moderne Chorliteratur Breathing - für 32-stimmigen Chor und Live-Elektronik
2007 Vierter Preis beim Kompositionswettbewerb der Münchner Symphoniker Safiatan - für Orchester
2007 Stiftung Dr. Robert und Lina Thyll-Dürr Stipendium
2008 Bundesministerium für Wissenschaft und Forschung Arbeitsstipendium
2009 International Gaudeamus Music Week Erster Preis des Project Young Composers (PJC)
2009 Zweiter Preis beim Kompositionswettbewerb des Zurich Jazz Orchestras
2009 Bundeskanzleramt Österreich Kunst und Kultur Startstipendium
2011 impuls . Verein zur Vermittlung zeitgenössischer Musik nominierter Komponist mit Auftrag für ein neues Werk für das Klangforum Wien für 2013
2013 Soziale & Kulturelle Einrichtungen der austro mechana - SKE Fonds Publicity Preis

Stilbeschreibung
Ich glaube, dass in der Anhäufung von Schwachsinn mehr Wahrheit liegt als in der Anhäufung von Wahrheit. (Christoph Schlingensief)

 

Der Klangfetisch der neuen Musik hat ausgedient, daher gilt mein Interesse nicht mehr der Suche und Erweiterung des klanglichen Materials. Vielmehr bin ich in meiner Musik einerseits an neuen Formen des Ausdrucks interessiert, nicht in einer expressionistischen oder auch pseudoromantischen Vorstellung, sondern im Sinne einer hyperaktiven, schizophren flirrenden Mediengesellschaft und Trashkultur mit ihrer Aufmerksamkeitsstörungen verursachenden Informationsflut, andererseits üben sowohl musikalische Klischees und Tonalität, im Sinne von Alltagslärm, wie auch das quasi "Antimusikalische", das Dilettantische oder das Scheitern selbst, das ich als eine entscheidenden ästhetische Kategorie der jüngsten Zeit wahrnehme, sei es durch Realitydokuboom oder Selbstdarstellungsversuche via Youtubeclips, eine große Faszination auf mich und meine Musik aus. Also nicht im Sinne des sich erhaben fühlenden Voyeurs, sondern im Sinne der Schönheit von Authentizität. Bei dem bewussten Versuch der Integration solcher Elemente in meine Werke ist die zu Grunde liegende Idee nicht mehr die Zerstörung von Tradition, welche ja bereits in der Moderne stattfand, auch nicht die ebensolche Verfahrensweise mit der bereits zur neuen Tradition gewordenen Moderne, sondern eine Störung bzw. Zerstörung, die sich ausschließlich selbst zum Inhalt hat, somit auch für den Außenstehenden wahrnehmbar und nachvollziehbar wird.
Denn gerade dies sehe ich als Aufgabe des Komponisten, da ein elitärer Diskurs (z.B. der über die "innere Beschaffenheit" des Klanges) den Komponisten als Künstler in nur sehr begrenztem Maße mit der Gesellschaft interagieren lässt, jene Interaktion, die für Kunst unumgänglich ist.
Matthias Kranebitter (2011)

Pressestimmen
12. Oktober 2010
"[...] Matthias Kranebitter ein eigenes Cembalokonzert, das unter Edo Micic vom Ensemble für Neue Musik der Grazer Kunstuniversität ohne Cembalisten aufgeführt wurde; der unspielbar "virtuose" Solopart hätte ohne elektronische Ausführung jedes Cembalo binnen Minuten zum Kollaps geführt. Der dürre zweite Satz karikierte treffend einen ausgeuferten Punktualismus."
Kleine Zeitung

19. Dezember 2009
""Rag 'ZigZag", die witzig-verschrobene Ragtime-Hommage des Wieners Matthias Kranebitter, in der es auch Platz gibt für lärmige, anarchische Passagen, schaffte es erwartungsgemäss weit."
Neue Zürcher Zeitung 

13. September 2009
"Het was uiteindelijk de Oostenrijker, Matthias Kranebitter (29), die met zijn "Sustained Surprise", een ietwat ongebreidelde remix van Haydns 94ste symfonie, de 4.000 euro grote Jonge Componistenprijs in de wacht sleepte."
de Volkskrant
 

28. Juni 2007
"Matthias Kranebitter, der 27-jährige Soundelektroniker und Komponist, zählte zu den dergestalt Musikbeauftragten: "7enden" hat er sein neues Werk genannt [...] Christoph Cech (p), Herbert Mayr (b) und Michael Williams (Cello) musizierten sorgfältig ausgearbeitete Miniaturen, die wie ein Katalog klingender Aggregatzustände anmuteten: Filigrane Glissando-Strukturen, pseudojazzige Swing-Abstraktionen, kontrapunktische Verflechtungen, strenge Geräuschtexturen - ihre stärksten Momente erreichte die Musik, wenn der Komponist selbst vom Mischpult aus intervenierte und den Klängen über elektronische Live-Prozessierung Unkalkulierbarkeit zurückgab."
Der Standard (Andreas Felber)

Links mica-Archiv: Matthias Kranebitter, Ö1 Talentebörse: Matthias Kranebitter

Empfohlene Zitierweise
mica (Aktualisierungsdatum: 7. 8. 2020): Biografie Matthias Kranebitter. In: Musikdatenbank von mica – music austria. Online abrufbar unter: https://db.musicaustria.at/node/80332 (Abrufdatum: 21. 9. 2020).

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