Jakober Peter

Vorname
Peter
Nachname
Jakober
erfasst als
KomponistIn
VeranstalterIn
Genre
Neue Musik
Instrument(e)
Akkordeon
Klavier
Geburtsjahr
1977
Geburtsort
Kaindorf a.d. Sulm
Geburtsland
Österreich

Fotografin: Eva M. Silberschneider ©

 

1977 geboren und aufgewachsen in der Südsteiermark. Ab 1984 Musikunterricht an der Musikschule in Leibnitz, wo er auch das Realgymnasium besucht und 1995 maturiert. 1998 Wechsel von der Karl-Franzensuniversität an die Universität für Musik und darstellende Kunst Graz. Dort studiert er bis 2006 Komposition bei Georg Friedrich Haas und Gerd Kühr und schließt mit Auszeichnung ab. Interpretiert wurden seine Werke bis dato durch das ensemble recherche, das Aleph Gitarrenquartett, das Klangforum Wien, das Ensemble für Neue Musik, das Grazer Orgelpfeifenorchester, sowie MusikerInnen anderer Grazer und Wiener Ensembles. Aufführungen bei den Klangspuren in Schwaz, beim Avantgarde Festival in Schiphorst, dem Festival Sakra!, dem Musikprotokoll im steirischen herbst, den Paul Hofhaimer Musiktagen, wien modern u.a.
Gemeinsam mit Erich Ranegger 2003 Gründung der seither jährlich stattfindenden Veranstaltung "Hörfest", die insbesonders jungen KomponistInnen eine Plattform für Aufführungen bietet. Nach Auflandsaufenthalten in Rotterdam (NL) und Köln (D) lebt Peter Jakober in Wien.


Ausbildung
1984 - 1992 Musikschule Leibnitz: Unterricht bei Walter Bigler Akkordeon
1992 - 1998 Musikschule Leibnitz: Unterricht bei Georg Stampfer Klavier
1995 Bundesrealgymnasium Leibnitz: Matura
1995 - 1998 Karl-Franzens-Universität Graz Graz Studium der technischen Mathematik, der Musikwissenschaft und der Philosophie
1998 - 2006 Universität für Musik und darstellende Kunst Graz Graz Komposition Kühr Gerd
1998 - 2006 Universität für Musik und darstellende Kunst Graz Graz Komposition Haas Georg Friedrich
2005 Universität für Musik und darstellende Kunst Graz Graz Bakkalaureatsprüfung mit Auszeichnung
2006 Universität für Musik und darstellende Kunst Graz Graz Magisterprüfung Komposition - Musiktheater mit Auszeichnung

Tätigkeiten
2003 - 2006 Hörfest Graz Graz Mitbegründung, Programmgestaltung und Organisation der jährlichen Veranstaltungsreihe im Forum Stadtpark

Aufträge (Auswahl)
2005 Klangspuren - Verein zur Förderung von Neuer Musik Schwaz Auftragskompostion für das Ensemble Recherche für acht MusikerInnen
2007 Musik der Jugend Auftragswerk für den Interpretenwettberb "Gradus ad Parnassum" Klaviertrio
2007 Musikprotokoll im Steirischen Herbst triften
2009 Auftrag des Thürmchen Ensembles verrohen
2010 Klangspuren - Verein zur Förderung von Neuer Musik Schwaz
2010 Wien Modern
2010 Musikprotokoll im Steirischen Herbst
2011 Jeunesse - Musikalische Jugend Österreich in Stille
2011 ORF - Österreichischer Rundfunk in Stille

Aufführungen (Auswahl)
2003 Forum Stadtpark Graz Graz KON-MÄRZ-ERTE 2003
2003 Graz 03 GmbH Klangwege 2003: in Kooperation mit der Universität für Musik und darstellende Kunst, Klangforum Wien Gegen - Teil - für kleines Ensemble
2005 Klangspuren - Verein zur Förderung von Neuer Musik Schwaz Schwaz in Tirol für acht MusikerInnen
2006 Steirischer Herbst "open_gates": Festivalzentrum Künstlerhaus Hintergrundstück
2006 Paul-Hofhaimer-Tage Radstadt Radstadt für 5 MusikerInnen und Zuspiel - für Vierteltonakkordeon, Klavier, Perkussion, Violine, Cello und Zuspiel
2007 Musikprotokoll im Steirischen Herbst triften
2007 Wien Modern Atelierhaus der Akademie der Bildenden Künste Wien (ehem. Semperdepot) Puls 3 - für Automatenklavier
2009 Köln Portraitkonzert
2009 Klangspuren - Verein zur Förderung von Neuer Musik Schwaz Schwaz in Tirol
2010 Klangspuren - Verein zur Förderung von Neuer Musik Schwaz Schwaz in Tirol
2010 Wien Modern
2010 Musikprotokoll im Steirischen Herbst Graz Puls 4
2011 RadioKulturhaus Wien Portraitkonzert in Stille
2012 mica - music austria Porgy & Bess gemeinsam mit IGNM und Platypus vom Kreis brechen

Auszeichnungen
2006 Stadt Graz Musikförderpreis der Stadt
2007 Republik Österreich Staatsstipendium für Komposition
2007 Amt der Steirischen Landesregierung Stipendium für einen viermonatigen Auslandsaufenthalt in Rotterdam
2008 Erster Preis im Rahmen des Automatenklavierwettbewerbs "Ghost Note Competition" Puls 3 - für Automatenklavier
2010 Amt der Steirischen Landesregierung Andrzej-Dobrowolski-Kompositionsstipendium
2011 Akademie Schloss Solitude Stipendium
2011 IZZM - Internationales Zentrum Zeitgenössischer Musik Composer in Residence
2012 Soziale & Kulturelle Einrichtungen der austro mechana - SKE Fonds Publicity Preis

Stilbeschreibung

Peter Jakobers Werke überzeugen durch facettenreche Schattierungen sowohl in der rhythmischen wie auch in der mikrotonalen Gestaltung. Der Komponist beschäftigt sich intensiv mit rhythmischen Überlagerungen und den daraus sich langsam ergebenden Verschiebungen. Das Pendant dazu bilden mikrotonale Verläufe, wenn sich repetierte Töne allmählich in ihrer Tonhöhe verändern oder wenn in Glissandi  eine kontinuierliche Tonhöhenveränderung stattfindet. Dem setzt der Komponist immer wieder plötzlich auftauchende einzelne Töne oder Akkorde kontrastierend entgegen. Aus diesen Elementen resultieren nach und nach dichte Gebilde, deren Komplexität durch die stetige Entwicklung gleichzeitig nachvollziehbar und spannend bleibt.


Pressestimmen

2010

zu "Puls 4":
Jakobers faszinierende Musik erschien ihrerseits in sich geschlossen wie eine Skulptur und das, obwohl sie sich aus den Einzeltönen der Bläser der Kunstuniversität Graz zu einer Komplexität und Intensität aufschwang, die die Akustik des Innenhofs stellenweise überforderte ... 

Kleine Zeitung 

zu "weit beisammen":
Es bilden sich schwebende mikrotonale Klangräume von großem Zauber und voller Uneindeutigkeiten. Die Arbeit mit mehreren Tempi beschäftigt Peter Jakober schon seit langem, mit lebendigen, spannenden und unvorhergesehenen Klängen, die seiner analytischen kompositorischen "Regie" unterliegen. 

mica - music austria (Heinz Rögl) 

 

7. Oktober 2007

[...] Auftragskomposition des 30-jährigen Steirers Peter Jakober: "triften". Er verteilt die vier Gitarristen an den vier Wänden des Saales und lässt sie, über Kopfhörer gesteuert, in unterschiedlichen Zeitmaßen spielen. Diese Tempoüberlagerungen führen zu einem Pulsgewebe, das enorme Dichte erreichen kann. 

Kleine Zeitung (Ernst Naredi-Rainer)

Peter Jakobers "triften" wusste sich [...] zu behaupten. Darin überlagerten sich die Rhythmen so raffiniert, dass es zu erstaunlichen Klang- und Hörwirkungen kommt. 

Kronen Zeitung 

zu "Puls 4":

Keine kleine Aufgabe , die Peter Jakober da zu bewältigen hatte. Für die von Constantin Luser für die neue Chemie der TU Graz erdachte "Molekularorgel" aus 14 Trompeten, 14 Posaunen und 7 Tuben sollte Jakober etwas komponieren. Hat er auch: "Puls 4", ein tolles Stück, das beim Musikprotokoll zu hören war. Kann's Bitte jedes Jahr ein Molekularorgelkonzert geben?" 

Falter

 

2005

[...] erreicht Peter Jakober in "für 8 MusikerInnen" interessante Effekte durch das Arbeiten mit unterschiedlichen, gleichzeitig erklingenden Metren. Klanginseln fließen in dem Stück aneinander vorbei wie Eisschollen auf einem gewundenen Fluss, mal beschleunigend, mal langsamer, dicht gedrängt und dann wieder vereinzelt.

NMZ (Heike Lies)


Links mica-Archiv: Peter Jakober, mica-Porträt: Peter Jakober am 19. März im Radiokulturhaus (2011)

Empfohlene Zitierweise
mica (Aktualisierungsdatum: 23. 2. 2020): Biografie Peter Jakober. In: Musikdatenbank von mica – music austria. Online abrufbar unter: https://db.musicaustria.at/node/81688 (Abrufdatum: 9. 7. 2020).