Palme Pia

Vorname
Pia
Nachname
Palme
erfasst als
KomponistIn
PerformancekünstlerIn
MedienkünstlerIn
Genre
Neue Musik
Subgenre
Experimental/Intermedia
Improvisation
Elektronische Musik
Multimedia
Klangexperimente
Instrument(e)
Elektronik
Blockflöte
Geburtsjahr
1957
Geburtsort
Wien
Geburtsland
Österreich

Pia Palme © Maria Frodl

 

Pia Palme ist Komponistin, Musikerin, Festivalgründerin und Projekteschmiedin im interdiziplinären Kontext. Sie castet auch mal einen 100köpfigen Chor eigens für eine Uraufführung einer experimentellen Komposition. Seit 2007 arbeitet sie mit einem vollkommen neu entwickelten Subbass, mit dem sie internationale Pionierarbeit leistet. 2009 hat sie speziell für dieses Instrument vier Kompositionsaufträge vergeben, die vom SKE und dem Blockflötenbauer Küng finanziert wurden.

 

Für Pia Palme steht Improvisation gleichwertig neben Komposition und sie bezeichnet sich gerne auch als Klangfetischistin. Das Festival e_may hat sie 2007 gemeinsam mit der Stimmperformerin Gina Mattiello gegründet, um Raum und Kompositionsaufträge für heutige experimentelle musik (schwerpunkt Komponistinnen) zu schaffen.

 


Ausbildung
1976 - 1980 MUK - Musik und Kunst Privatuniversität der Stadt Wien (früher: Konservatorium Privatuniversität Wien) Wien Studium Blockflöte Staeps Hans-Ulrich
1976 - 1980 MUK - Musik und Kunst Privatuniversität der Stadt Wien (früher: Konservatorium Privatuniversität Wien) Wien Studium Blockflöte Kölz Ernst
1976 - 1980 MUK - Musik und Kunst Privatuniversität der Stadt Wien (früher: Konservatorium Privatuniversität Wien) Wien Studium Klavier
1980 MUK - Musik und Kunst Privatuniversität der Stadt Wien (früher: Konservatorium Privatuniversität Wien) Wien Diplom
1976 - 1985 Technische Universität Wien Wien Studium Mathematik und Geometrie
1985 Technische Universität Wien Wien Mag. rer. nat
1987 - 1997 Wien Studium Oboe Hertel Alfred
1989 Boulder (Colorado) - USA Gaststudium Improvisation bei Jerry Granelli
2011 - 2017 University of Huddersfield Huddersfield Doktoratsstudium Komposition bei Liza Lim, Monty Adkins
2017 University of Huddersfield Huddersfield Dr. phil. in Komposition/Künstlerische Forschung

Tätigkeiten
1979 - 1997 klassische Oboistin und Blockflötistin
1997 seitdem künstlerische Neuorientierung in Richtung experimentelle, neue Musik und Elektronik
2001 seither Auseinandersetzung mit unterschiedlichen Formen elektronischer Musik im Raum
2001 seither Kompositionen und Performances für Solo- und Ensemblearbeiten
2001 seither Kompositionen in enger Kooperation mit MusikerInnen sowie interdisziplinäre Arbeiten - installative Projekte, Textautorin, Performerin experimenteller Musik
2007 - 2014 e_may Festival für neue und elektronische Musik Gründung und Produktion (gemeinsam mit der Stimmperformerin Gina Mattiello)
Konzepte für ortsbezogene Performances und Festivals, um den "Genius Loci" hervorzuheben
Musikerin, Performerin, Komponistin, Musikpädagogin
Entwicklung eines ausgefeilten Instrumentariums aus direkter Kombination von Küng-Subbassblockflöten und Elektronik, spezielle Mikrofonierungen; Musik mit "Aerofonen", Subbass-Röhren, die mittels ausbalancierter Feedbacktechnik raumunabhängig spielbar werden
Projekte neuer und elektronischer Musik mit SchülerInnen und Jugendlichen
Lehrtätigkeit, u.a. an der Musikschule Donaustadt der Stadt Wien
langjährige Zusammenarbeit mit der amerikanischen Autorin Anne Waldman
ausgedehnte Residencies als Komponistin/Performerin in Neuseeland (2009), Island (2012), Teheran (2012, 2013, 2014) und Brüssel (Q-O2 workspace, 2017)
Produktion und Komposition der kollaborativen Oper ABSTRIAL 2013 mit Electric Indigo, Paola Bianchi, Anne Waldman und Ivan Fantini

Aufträge (Auswahl)
2009 MAK NITE Lab VARIETIES - Konzeptarbeit für Solostimmen und großen gemischten Chor
2011 Klangspuren - Verein zur Förderung von Neuer Musik Schwaz DER KÜHNERE ENTSCHLUSS - für Stimme, Oboe da Caccia, Elektronik und die Sprechmaschine von Kempelen
2012 Wien Modern
2012 Raflost (Island)
2014 Musikprotokoll im Steirischen Herbst Relatively scary - für Kontrabassblockflöte und Elektronik
2015 Wien Modern
2015 Salzburg Biennale Patterns to Punctuate Song, with Darkness
2015 soundandmusic UK: Projekt mit dem Vokalensemble EXAUDI Mordacious Lips, To Dust
e_may Festival für neue und elektronische Musik
soundframe
Elevate Graz
Altonale Hamburg
Alte Schmiede Kunstverein Wien

Aufführungen (Auswahl)
2004 Wien Bespielung eines historischen Gewächshauses im Augarten Wien IM GLASHAUS
2006 Echoraum Wien TRANSIENT OPULENCE
2006 Zug um Zug FAHRPLAN an einer stark frequentierten bahnstrecke zu spielen: innen/aussen/alla Pollacca
2007 Wiener Konzerthaus Wien FANTASIA EN ECHO / they also serve who only stand and wait
2007 Porgy & Bess Wien COLORS in the Mechanism of Concealment
2008 Maria Gugging - Österreich Uraufführung im Art Brut Center Gugging ORTUNG des Paradieses
2008 KosmosTheater [LINK.* Verein für weiblichen Spielraum] Wien "ALAYA" - Musik zum Stummfilm
2009 Kulturfabrik Hainburg Hainburg Ausstellung "Zauberhafte Klangmaschinen" EXHIBIT NUMBER 01
2011 Klangspuren - Verein zur Förderung von Neuer Musik Schwaz Schwaz in Tirol DER KÜHNERE ENTSCHLUSS - für Stimme, Oboe da Caccia, Elektronik und die Sprechmaschine von Kempelen
2015 Salzburg Biennale Patterns to Punctuate Song, with Darkness

Auszeichnungen
2008 Bundeskanzleramt Österreich Kunst und Kultur Arbeitsstipendium
2014 Republik Österreich Staatsstipendium für Komposition SETZUNG 1.1 - Solo für Schauspielerin/Vokalist
2015 Republik Österreich Outstanding Artist Award in Musik
2015 Aufnahme in die Liste der "New Voices 2015" in der Kollektion der British Library
2015 Aufnahme in das Portfolio-Programm von "Sound and Music UK" Mordacious Lips, To Dust
2016 Stadt Wien Ernst-Krenek-Preis
2016 George-Butterworth-Prize für zeitgenössische Komposition
2017 Republik Österreich Staatsstipendium für Komposition HER VERY NOISE, HER GUISE
Stadt Wien diverse Kompositionsförderungen

Stilbeschreibung

Neue und elektronische Musik, Komposition, Improvisation sowie Zwischenbereiche.

 

Pia Palme, 2009


Pressestimmen

2008

[...] Ob es nun Avantgarde ist, neue Musik oder improvisierte Musik, es ist eine packende Klangarbeit [...] 

Concerto (Alfred Krondraf) 

 

2007

Das ursprüngliche Blasinstrument ist momentweise zu erahnen, doch im nächsten Augenblick glaubt der irritierte Hörer, ein völlig anderes, unbekanntes, synthetisches Instrument zu hören, zu dem der Blockflötenklang wie von außen hinzu getreten war. Ihr Spiel ist geräuschbetont, manchmal linear strukturiert ohne in irgendeiner Weise melodisch zu sein; manchmal schichtet sie mittels Effektgeräte und versteckter Loops Klangflächen, die sich nur langsam in ihrer mikroskopischen Binnenstruktur modulierend verändern. 

Dissonanz (Dr. Nina Polaschegg) 

 

29. September 2007

[...] berückt durch in vielschichtiger Unschärfe zwischen konkret und abstrakt changierende Soundtableaus. 

Der Standard (Andreas Felber) 

 

2006

Als Ambientbeschallung echt gut. 

skug (Hans Kulisch) 

 

2006

Eine geheimnisvolle Musik aus zusammengesetzten Linien, die immer wieder in facettenreichen Flächen aufgehen. 

an.schläge (Regina Himmelbauer) 

 

18. September 2006

Blockflöte plus Elektronik - eine Kombination, die keine Gefahr läuft, mal eben gähnend als Variation des immer Gleichen durchgewunken zu werden. Doch so ungewöhnlich die Kopplung der beiden Soundquellen ist, so wenig oberflächlich konsumierbar ist auch das klangliche Ergebnis. Die klassisch ausgebildete Musikerin aus Wien nimmt ihre Flöten und mitunter auch ihre Stimmen live auf, um sie elektronisch weiterzuverarbeiten, und schafft damit experimentelle Ambient-Stücke, die eher Soundinstallationen als Elektronik-Tracks sind [...]. Das Ergebnis klingt für uns ungeduldige Popkids tatsächlich genauso unerwartbar, wie schon die Beschreibung der "Instrumente" wirkt. 

intro.de (Sonja Eismann) 


Diskografie:

  • 2017: Orhcidee (Exptraplatte)
  • 2011: terrain (mit JSX und Electric Indigo; idyllic noise/Extraplatte)
  • 2007: Who Only Stand And Wait (Hommage an Jacob van Eyck; Kooperation mit Yoshie Maruoka)
  • 2007: Subitized (mit JSX und Kazuhisa Uchihashi; Einklang Records)
  • 2006: Orchidee (Extraplatte)
  • 2004: ARIADNE'S VOICE (Amann Studios)

Links mica-Archiv: Pia Palme, mica-Artikel: Nähkästchen - Pia Palme (2010), mica-Artikel: Female Frequencies startet mit Electric Indigo und Pia Palme (2010), mica-Artikel: LIP OF THE REAL - Porträt Pia Palme (2012)

Empfohlene Zitierweise
mica (Aktualisierungsdatum: 23. 2. 2020): Biografie Pia Palme. In: Musikdatenbank von mica – music austria. Online abrufbar unter: https://db.musicaustria.at/node/78768 (Abrufdatum: 6. 7. 2020).

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