Nykrin Philipp

Vorname
Philipp
Nachname
Nykrin
erfasst als
KomponistIn
InterpretIn
MusikerIn
ProduzentIn
Genre
Jazz/Improvisierte Musik
Subgenre
Contemporary
Instrument(e)
Fender Rhodes
Klavier
Violine
Keyboard
Synthesizer
Geburtsjahr
1984
Geburtsort
Salzburg
Geburtsland
Österreich

Philipp Nykrin © Severin Dostal

"Der gebürtige Salzburger Philipp Nykrin ist sowohl in der österreichischen als auch in der internationalen Musik-Szene längst kein Geheimtipp mehr.

1984 in eine Musiker- und Musikpädagogenfamilie geboren, griff er bereits früh zur Geige. Bald war jedoch das Klavier interessanter und spätestens mit dem Wechsel zum Jazz-Hauptfach im Gymnasium war der Sinneswandel vollzogen, die Offenheit für unterschiedlichste Musikstile und Genres ist geblieben. Nach der Matura am Musischen Gymnasium Salzburg studierte Nykrin Jazz-Klavier an der Anton Bruckner Privatuniversität Linz bei Martin Stepanik und Christoph Cech, darüber hinaus Jazz-Geige als Schwerpunktfach bei Andreas Schreiber.

Besonders geschätzt und bekannt wurde Philipp Nykrin durch seine stilistische Vielseitigkeit und organisch gewachsene Komplexität, immer aus dem Moment des musikalischen Einfalls heraus. Durch seine Wendigkeit zählt er zu den meistbeschäftigten Musikern des Landes. Neben federführenden Tätigkeiten als Produzent, Komponist und Leader/Co-Leader bei seinen eigenen Projekten (Namby Pamby Boy, Wire Resistance, Philipp Nykrin's Common Sense, Philipp Nykrin Trio) oder der Kollaboration mit Rapperin Nina Fiva Sonnenberg, konnte Nykrin als Sideman am Klavier wie auch an Synthesizern und anderen Tasteninstrumenten mit zahlreichen KünstlerInnen und Ensembles unterschiedlichster Genres zusammenarbeiten. Ein Auszug: Conchita Wurst, Christian Muthspiel und Orjazztra Vienna, Karl Ritter's KOMBOjaner, Gina Schwarz' Pannonica, Lorenz Raab, Herbert Pirker, Julian Le Play, SK Invitational, Yasmo, Lylit, Thomas Gansch, Viola Falb, Beate Wiesinger, Tobias Hoffmann Nonet/Big Band, Theater Ecce Salzburg.

Nykrin bereiste mit seinen Konzerttätigkeiten mehr als 20 Länder auf 4 Kontinenten und bespielte viele renommierte, im Jazz- und alternative-Bereich angesiedelte Locations und Festivals, wie auch die großen Pop-Bühnen und -Festivals im deutschsprachigen Raum. Als musikalischer Botschafter des zeitgenössischen österreichischen Jazz war Philipp Nykrin Teil des Förderungs-Programmes des österreichischen Bundesministeriums für Europa, Integration und Äußeres.

Im Februar 2017 präsentierte Philipp Nykrin sein neuestes Album Songbook, bestehend aus Solostücken und ausgewählten Duos, im Wiener Konzerthaus. Wie schon die Alben des Trios Namby Pamby Boy und Wire Resistance stellt Songbook einen weiteren Baustein in der engen musikalischen Zusammenarbeit und Freundschaft zwischen Nykrin und dem oberösterreichischen Musiker Fabian Rucker dar. Rucker hinterlässt auf dem Album nicht nur seine auditive Handschrift als Saxophonist und Duo-Partner, sondern auch durch Aufnahme, Mix und Produktion. Nykrin ist wiederum als Sideman bei Ruckers akustischer Jazzband Fabian Rucker 5 zu hören und wird auch bei dessen neuestem Projekt RUCKER involviert sein. Zudem ist die Veröffentlichung eines Duo-Albums in Planung.

Philipp Nykrin wurde unter anderem mit dem Jahresstipendium für Musik des Landes Salzburg und dem Hans Koller-Preis – New York Scholarship ausgezeichnet. Er lebt und arbeitet als freischaffender Musiker in Wien und ist außerdem seit Oktober 2021 als senior lecturer für unter anderem elektronische Tasteninstrumente an der Universität für Musik und darstellende Kunst Graz (Institut 8 Jazz) tätig."
Philipp Nykrin: Biographie (2022), abgerufen am 10.02.2022 [https://www.philippnykrin.com/bio/]

Stilbeschreibung

"[...] Philipp Nykrin bewegt sich in den Spannungsfeldern und an den Schnittstellen verschiedener Stile. [...] So trifft Akustik auf Elektronik, Jazz auf Hip Hop und Rhythmik auf eingängigen Groove. Jazz bildet den Ausgangspunkt für eine Reise, die Philipp Nykrin an vermeintliche musikalische Grenzen führt, über die er sich in weiterer Folge hinwegsetzt. Fast wie ein eigenständiges Ensemblemitglied bildet sein Klang die Leinwand, auf der Nykrin seine musikalischen Ideen verwirklicht und für die Außenwelt erlebbar macht. Contemporary instrumental songwriting, so benennt Nykrin das Genre, zu dem seine Musik gehört: Jedem Stück liegt ein kompositorischer Einfall, eine Idee zugrunde, die vorgestellt, verarbeitet und entwickelt wird. Melodie und Thema stehen im Vordergrund [...]. Philipp Nykrin bietet Musik, die jedes Genredenken hinter sich lässt."
Wiener Konzerthaus: Carte blanche Philipp Nykrin (2017), abgerufen am 11.02.2022 [https://konzerthaus.at/konzert/eventid/53790]

"Der Mann kann sanft-bluesig klingen, am Klavier entwickelt er aber auch elegant lineare Pointen im Sinne der Moderne. Zudem sind da auch elektronische Einfärbungen, die Philipp Nykrin [...] als Zeitgenossen ausweisen, der sich als Keyboarder offen an diversen Stilfragen abarbeitet und auch Grooves nicht verschmäht. "Es ist eigentlich Segen und Problem zugleich, dass ich in vielen Bereichen tätig bin. Letztlich geht es ja darum, was ich selbst aussagen will; der Prozess, den ich durchlaufe, hat schon mit Selbstfindung zu tun." Nykrin [...] geht langsam, aber stetig den Weg der Verdichtung des eigenen Stils: "[...] Mein Stil? Es gibt einen gewissen Hang zum wiederkehrenden rhythmischen Element, auch bei getragenen Stücken. Gewisse Harmoniefolgen sind typisch wie auch das Spiel mit Loops. Ich habe auch eine recht klare Vorstellung davon, wie ich Akustisches mit Elektronischem kombinieren will. Das kann dann zu provokanten Reibungen führen." Beim Komponieren geht Nykrin den Weg des Materials, des Augenblicks vielleicht: "Ich lasse das zu, was sich gerade aufdrängt, wozu einen das momentane Bedürfnis hinführt." Stil passiert dann einfach, Stildefinitionen sind ihm letztlich nicht wichtig [...]."
Der Standard: Philipp Nykrin: Originell durchs Stillabyrinth (Ljubiša Tošić, 2017), abgerufen am 11.02.2022 [https://www.derstandard.at/story/2000052965913/philipp-nykrin-originell…]

"Der gebürtige Salzburger gehört jener Gattung von Musikern an, die man nur sehr schwer an einer einzelnen musikalischen Kategorie festmachen kann. Dafür agiert dieser einfach viel zu sehr zwischen den unterschiedlichen musikalischen Kontexten. Philipp Nykrin begnügt sich nicht einfach mit der hundertsten Wiederholung altbekannter Jazzstandards. Vielmehr sind es die Freude am Experiment sowie der Wille zur stetigen Weiterentwicklung des eigenen Sounds, über die der junge Pianist sein musikalisches Handeln definiert. Als jemand, der keinerlei Berührungsängste kennt und stets mit Nachdruck daran arbeitet, seinen eigenen Horizont zu erweitern, ist es für den talentierten Mann am Klavier ein Leichtes, sich von traditionell festgesetzten Stilbegrifflichkeiten zu lösen. So lässt der Salzburger, genauso wie sein großes musikalisches Vorbild, der amerikanische Pianist Jason Moran, in seine Kompositionen schon auch einmal Elemente des Hip Hop sowie der elektronischen Musik einfließen."
mica-Musikmagazin: Philipp Nykrin / Martin Eberle Duo im Rauchsalon (Michael Ternai, 2011)

Auszeichnungen

2005 Bundesministerium für Europa, Integration und Äußeres der Republik Österreich: Nominierung für NASOM – The New Austrian Sound of Music 2006/2007 (gemeinsam mit Philipp Nykrin Trio)
2006 Amt der Salzburger Landesregierung: Jahresstipendium für Musik
2007 Hans Koller Preis - Austrian Music Office: Gewinner i.d. Kategorie "New York Stipendium"
2010 Amadeus Austrian Music Awards - IFPI Austria - Verband der Österreichischen Musikwirtschaft: Nominierung i.d. Kategorie "Best Hip Hop" (gemeinsam mit SK Invitational (Album: "Raw Glazed"))
2015 Bundesministerium für Europa, Integration und Äußeres der Republik Österreich: Nominierung für NASOM – The New Austrian Sound of Music 2016/2017 (gemeinsam mit Namby Pamby Boy)

Ausbildung

1990–1994 Musikum Salzburg / Salzburger Musikschulwerk: Violine (Gisela Seidel, Helge Rosenkranz)
1994–1999 Musikum Salzburg / Salzburger Musikschulwerk: Klavier
1999–2003 Musikum Salzburg / Salzburger Musikschulwerk: Jazz-Klavier (Bruno Juen)
2003–2008 Anton Bruckner Privatuniversität Linz: Jazz-Klavier (Christoph Cech, Martin Stepanik), Jazz-Violine (Andi Schreiber) - BA
2007 New York (USA): Privatunterricht Klavier (Uri Caine)

zusätzlicher Unterricht/Workshops u.a. bei Richie Beirach, Sam Yahel, Gary Dia

Tätigkeiten

2007–heute Wien: freischaffender Musiker/Komponist
2014–heute Wien: Produzent, bspw. für FIVA (Album: "Alles leuchtet")
2021 Institut 8 Jazz - Universität für Musik und darstellende Kunst Graz: Senior Lecturer

Kooperationen mit Künstlern, Produzenten und Ensembles verschiedener Genres (Jazz and Contemporary, HipHop, Rock, Electronica), u.a. Conchita Wurst, Christian Muthspiel, Hannes Löschel, Louie Austen, Nina "FIVA" Sonnenberg, Thomas Gansch, Ilse RiedlerYasmo, Lylit, Julian Le Play, FALB FICTION, Texta, The Heavy Duties, Theater Ecce Salzburg, SWAP! Legacy Band, Bigband Volksoper Wien

Mitglied in Ensemble/Band/Orchester
2001–heute Soulcircus: Keyboard (gemeinsam mit Eva Klampfer (voc), Harald Mörth (voc), Julian Weidenthaler (git), Stephan Kondert (db), Andreas Lettner (dr))
2003–2009 [midshi]: Pianist (gemeinsam mit Fabian Rucker (sax), Andreas Lettner (perc))
2003–heute Philipp Nykrin Trio: Pianist (gemeinsam mit Peter Kronreif (dr) bzw. Michael Prowaznik (dr)/Lukas König (dr), Matthias Pichler (db) bzw. Lukas Kranzelbinder (db)/Jojo Lackner (db) - wechselnde Besetzungen)
2006–heute SK Invitational: Keyboard
2006–heute Die Herren Wallenstein: Gründung (gemeinsam mit Herbert Pirker (dr), Stephan Kondert (db))
2006–heute Hausmusik for Coulin: Violine, Elektronik (gemeinsam mit Gernot Haslauer (trp, flhr), Christian Kronreif (cl, sax, fl), Phillip Harant (bcl, bsax), Robert Kainar (elec), Sebastian Hartwig (tsax), Walter Singer (db))
2009–heute Namby Pamby Boy: Fender Rhodes, Keyboard (gemeinsam mit Fabian Rucker (sax), Andreas Lettner (perc))
2013–2020 Blues 'N' Lovers: Pianist, Fender Rhodes (gemeinsam mit Roman Watschinger (voc), Hannes Gappmaier (dr), Andreas Lettne (drums), Kris Jefferson (db), Herbert Könighofer (sax))
2013–heute Crème Proleau: Pianist (gemeinsam mit Lorenz Raab (trp), Herbert Pirker (dr)
2013–2016 Phanda: Pianist; gemeinsam mit Andreas Lettner (perc), Darius Edlinger (git), Philipp Eder (Nord Stage))
2014–heute Wire Resistance: Pianist, Seaboard, Synthesizer (gemeinsam mit Mario Rom (trp), Fabian Rucker (sax, synth), Stephan Kondert (db), Andreas Lettner (perc))
2017–heute Pannonica: Pianist (gemeinsam mit Gina Schwarz (db, Komposition), Lorenz Raab (trp, flhr), Lisa Hofmaninger (ssax, bcl), Alois Eberl (pos), Florian Sighartner (vl), Clemens Sainitzer (vc), Primus Sitter (git) bzw. Christopher Pawluk (git), Judith Schwarz (dr))
2018–heute Orjazztra Vienna: Pianist
2018–heute Tobias Hoffmann Nonet: Pianist (gemeinsam mit Simon Plötzeneder (trp, flhr), Stefan Gottfried (asax), Tobias Hoffmann (tsax, ssax), Daniel Holzleitner (tb), Fabian Rucker (bcl, bar), Christopher Pawluk (git), Andreas Waelti (db), Michael Prowaznik (dr))

Fabian Rucker 5: Pianist (gemeinsam mit Fabian Rucker (sax, bcl), Andreas Waelti (db), Christian Neuschmid (git), Andreas Lettner (perc))
Lorenz Raab Liwanzen: Keyboard (gemeinsam mit Lorenz Raab (trp), Alois Eberl (pos), Florian Klinger (perc), Oliver Steger (db), Rainer Deixler (perc, dr), Simon Raab (pf))
Present Tension: Pianist, Synthesizer (gemeinsam mit Christian Kronreif (sax), Christian Neuschmid (git), Gernot Haslauer (db, trp), Peter Kronreif (dr), Valentin Czihak (db))

Aufträge (Auswahl)

2014 Internationales Jazzfestival Saalfelden: Programm für die Eröffnung

Aufführungen (Auswahl)

2017 Yasmo (voc), Wire Resistance - Konzertreihe "Carte Blanche", Zyklus "Jazz'n'A", Wiener Konzerthaus: Lullaby (UA), Final boss (UA), Post final boss credits (UA), Scintillation (UA), Impro für Klavier und Stimme (UA), Home (UA), Vienna 2015 Election Rant

zahlreiche weitere nationale/internationale Auftritte u.a. beim Beijing Nine Gates Festival (VR China), Odessa Jazz Karnival (Ukraine), international Jazz Piano Festival Kalisz (Polen), A-Trane Berlin (Deutschland), Chiemsee Reggae Summer (Deutschland), Loft Cologne (Frankreich), Summerjam Cologne (Frankreich), Porgy & Bess Wien, Frequency Festival, Brucknerhaus Linz, Wiener Konzerthaus, Österreichisches Kulturforum New York (USA), Almaty Jazz Festival (Kasachstan)

Pressestimmen

17. Februar 2020
über: Retrospective - Tobias Hoffmann Nonet  (Alessa Records, 2020)
"Mittelgroße Jazz-Formationen erleben derzeit einen Aufschwung. Es sprießt seit einigen Jahren alles zwischen Sextetten und Nonetten regelrecht aus dem Boden. Eines davon ist das Nonet des in Deutschland geborenen Saxofonisten und Komponisten Tobias Hoffmann. Im August 2018 versammelte der in Wien werkende Musiker einige der besten hiesigen jungen Jazzer um sich, um seine kompositorischen Visionen umzusetzen. Seine Arrangements lassen die Formation nicht selten klanglich über ihre eigentliche Größe hinauswachsen. [...] Fabian Rucker an Bassklarinette und Baritonsaxofon bildet einen zentralen Punkt dieser Klangkulisse, sind es doch seine Tieftöner, die, präzise arrangiert und eingesetzt, den gesamten Bläsersound tragen. Als Rhythmusgruppe hat sich Hoffmann Philipp Nykrin am Klavier, Christopher Pawluk an der Gitarre, Andreas Waelti am Kontrabass und Michael Prowaznik am Schlagzeug hinzugeholt, die durchwegs voranpushend aber nie aufdringlich grooven und swingen. Obwohl weite Strecken des Albums durchkomponiert sind, gibt es dennoch einige improvisatorische Höhepunkte: Philipp Nykrin und Simon Plötzeneder (Trompete, Flügelhorn) brillieren auf »Frühlingserwachen«, Fabian Rucker an der Bassklarinette auf »Procrastinator« oder Christopher Pawluk auf »Propulsion«. »Retrospective« versucht nicht, das Rad neu zu erfinden, bereitet aber als Neuauflage ebendessen große Freude. Die Grundstimmung der Stücke ist positiv, auch die Balladen haben stets optimistische Anklänge. Die Abwechslung zwischen straight-ahead swingenden Bop-Tunes (»Whoʼs to Blame« mit einem weiteren tollen Solo von Fabian Rucker!) und Funkigerem gelingt [...] auf ganzer Albumlänge und sorgt für 66 hochkarätige Jazz-Minuten ohne Genrediskussion."
skug: Tobias Hoffmann Nonet - »Retrospective« (Xavier Plus, 2020), abgerufen am 11.02.2022 [https://skug.at/tobias-hoffmann-nonet-retrospective/?fbclid=IwAR35MKcd0…]

21. Februar 2017
über: Songbook - Philipp Nykrin (Listen Closely, 2017)
"Man kennt Philipp Nykrin als einen der wohl vielseitigsten und – gemessen an der Vielzahl seiner Band- und Projektaktivitäten (u.a. Namby Pamby Boy, Wire Resistance, SK Invitational) – zugleich meistbeschäftigten Pianisten dieses Landes. Auf seinem neuen Album schlüpft der aus Salzburg stammende und in Wien lebende Musiker nach einer etwas längeren Zeit nun wieder einmal in die Rolle eines Solokünstlers. Er und sein Klavier, einige Synthie- und Klangspielereien und sonst eigentlich eher weniger denn mehr: Dies sind die Komponenten, aus denen sich Philipp Nykrins "Songbook" im Wesentlichen zusammensetzt. [...] "Songbook" offenbart sich als ein Album vieler verschiedener musikalischer Sprachen und Akzente, was vor allem natürlich darauf zurückzuführen ist, dass Philipp Nykrin – wie man es eigentlich von ihm gewohnt ist – wirklich mit aller Offenheit an die ganze Sache herangeht. Der Salzburger spannt seinen musikalischen Bogen weit und durchwandert in seinen Stücken unterschiedlichste stilistische Umgebungen und Intensitäten. Er lässt den Jazz erklingen und tüftelt auch elektronisch, da und dort nähert er sich auch popularmusikalischen Klängen wie etwa dem Hip-Hop an. Auch vor wilden und ungestümen Improvisationen verschließt er sich nicht, ebenso wenig vor den richtig lässig klingenden smoothen und melodiebetonten Formen. Er mag es ruhig und zurückhaltend wie auch sehr dicht und weit im Sound. Der musikalischen Vielfalt sind also alle Tore geöffnet. Das Schöne an diesem Album ist, dass wirklich keine Nummer einer anderen ähnelt, dass jedes Stück – eben auch durch das besondere Zutun der drei geladenen Gäste – seine ganz eigene packende, verführerische oder [...] aufrüttelnde Geschichte erzählt [...]."
mica-Musikmagazin: PHILIPP NYKRIN – "Songbook" (Michael Ternai, 2017)

01. April 2016
über: Namby Pamby Boy - Namby Pamby Boy (Babel Label, 2016)
"Namby Pamby Boy war schon immer eine Truppe, die vom vielschichtigen Sound ihrer Musik her weit aus dem Rahmen des Gewöhnlichen gefallen ist. Sich stilistisch mit jeder musikalischen Tradition genüsslich überwerfend, haben sich die drei experimentierfreudigen und innovativ denken Freigeister Fabian Rucker (Reeds), Philip Nykrin (Fender Rhodes) und Andreas Lettner (Schlagzeug) von Beginn an einen sehr, sehr weiten Wirkungsbereich definiert. Ursprünglich entstammen sie – wie soll es eigentlich anders sein – aus dem Jazz, zumindest hat ihn jeder für sich in der klassischen Form erlernt. Eine Rolle spielt er in ihrem gemeinsamen Bandprojekt Namby Pamby Boy jedoch nicht. Zumindest keine tragende. Ihre Musik zeigt sich – grob beschrieben – als ein buntes Sammelsurium an vielem Verschiedenem, wodurch die exakte Benennung des Stiles dieses Dreiergespanns eigentlich nicht wirklich möglich ist. Es ist die hohe Kunst des Crossovers, die Rucker, Nykrin und Lettner auf mitreißende Art betreiben, die Zusammenführung von Elementen des Jazz mit solchen der elektronischen Musik, des Hip-Hop, Trip-Hop, Funk, Rock, der Klassik zu einem lebendigen, vielschichtigen und unverkennbar eigenständigen Ganzen [...]."
mica-Musikmagazin: NAMBY PAMBY BOY mit neuem Album am Start (Michael Ternai, 2016)

20. Februar 2015
über: Wire Resistance - Philipp Nykrin (Listen Closely, 2015)
"PHILIPP NYKRIN unterstreicht auf seinem nun erscheinenden neuen Album "wire resistance" (Listen Closely) einmal mehr, warum er von vielen berechtigterweise zu den interessantesten und innovativsten Vertretern der heimischen Jazzszene gezählt wird. Dass der Pianist Philipp Nykrin nicht unbedingt der Sorte von MusikerInnen angehört, die ihre Hauptaufgabe im strikten Erfüllen des strengen Jazz-Regelwerks sehen, hat er bei seinen diversen Projekten [...] ja schon mehrfach unter Beweis gestellt. Er ist jemand, der auf das genaue Gegenteil aus ist. Ja, der Jazz ist immer noch eine Basis seines Schaffens [...], der einzig bestimmende Faktor ist er aber schon lange nicht mehr. Philipp Nykrin hat sich längst über alle vermeintlichen musikalischen Grenzen hinweggesetzt und – wie man es auf seiner neuen CD "wire resistance" sehr schön hören kann – seine ganz eigene und unverkennbare Klangsprache gefunden [...]."
mica-Musikmagazin: Philipp Nykrin – "wire resistance" (Michael Ternai, 2015)

21. August 2014
"Das Jazzfestival Saalfelden lockt alljährlich junge heimische Musiker mit seinem Kompositionsauftrag. Wer den gewinnt, darf nicht nur das renommierte Festival vor internationaler Presse eröffnen, sondern hat zudem die Möglichkeit, mit Kollegen aus aller Welt zu arbeiten. [...] Heuer wird diese Ehre dem Salzburger Pianisten Philipp Nykrin zuteil. Der in Wien lebende 30-jährige Jazzer fiel vor allem dadurch auf, dass er leidenschaftlicher Genrehopper ist, der sich mit viel Liebe auch dem Hip-Hop, der Elektronik und sogar schmeichelweichem Radiopop widmet. [...] Durch seine stilistische Breite kann Nykrin auch in für Musiker nicht leichten Zeiten ganz gut überleben. [...] Dazu trägt wesentlich bei, dass er seine Ausflüge in andere Stile nur zu eigenen Bedingungen unternimmt. Wesentlich für den Jazzer Nykrin ist, dass auch bei seinen musikalischen Sidesteps nicht alles komplett durchgeplant ist. "Ohne improvisatorisches Element ergibt Musik keinen Sinn für mich", sagt er, der die klassische Fusion eines Miles Davis und eines Joe Zawinul schätzt."
Die Presse: Jazzfestival Saalfelden: Fiepsen, Dröhnen, klassische Töne (Samir H. Köck, 2014), abgerufen am 11.02.2022 [https://www.diepresse.com/3858074/jazzfestival-saalfelden-fiepsen-droeh…]

Diskografie (Auswahl)

2020 Pannonica - Gina Schwarz (cracked anegg records)
2020 Retrospective - Tobias Hoffmann Nonet  (Alessa Records)
2019 Hypocritical Mass - Fabian Rucker 5 (Budapest Music Center Records)
2017 Songbook - Philipp Nykrin (Listen Closely)
2017 Golden Crown - SK Invitational (Kopfhörer Recordings/Groove Attack)
2017 Namby Pamby Boy - Namby Pamby Boy (Babel Label)
2015 60 Minutes - Lorenz Raab Liwanzen (Freifeld Tontraeger)
2015 Wire Resistance - Philipp Nykrin (Listen Closely)
2014 Alles leuchtet - FIVA (Kopfhör Recordings)
2014 Greatest Hits Vol. 2 -  Namby Pamby Boy (Namby Pamby Boy)
2011 Lunchbreak - Namby Pamby Boy (Rebeat)
2010 Raw Glazed - SK Invitational (Tonträger Records)
2009 Sweet 16: Texta Live! - Texta feat. SK Invitational (Tonträger Records)
2009 Common Sense - Philipp Nykrin (cracked anegg records)
2007 Open Ended - Philipp Nykrin Trio (cracked anegg records)
2007 Hausmusik for Coulin - Hausmusik for Coulin (PAO Records)
2007 SK Invitational - Sk Invitational (Jazzit Edition)
2006 In Detention - Present Tension (Jazzit Edition)
2001 Entering the Livingroom - Present Tension (Not on Label)

Tonträger mit seinen Werken
2008 European Jazz Prize 2007 (jazzzeit) // Track 8: HipHop In E (excerpt)

Literatur

mica-Archiv: Philipp Nykrin
mica-Archiv: SK Invitational
mica-Archiv: Namby Pamby Boy

2007 mica: jazz.kunst.live. In: mica-Musikmagazin.
2007 Ternai, Michael: Philipp Nykrin Trio – Open Ended. In: mica-Musikmagazin.
2007 Gansinger, Martin: mica-Interview mit Philipp Nykrin. In: mica-Musikmagazin.
2009 Ternai, Michael: DOUBLE TROUBLE in der Roten Bar. In: mica-Musikmagazin.
2011 Ternai, Michael: Philipp Nykrin / Martin Eberle Duo im Rauchsalon. In: mica-Musikmagazin.
2012 Ternai, Michael: Namby-Pamby Boy unterwegs in Österreich. In: mica-Musikmagazin.
2012 Ternai, Michael: Die Freistunde präsentiert Brian Brain. In: mica-Musikmagazin.
2012 Ternai, Michael: "New Voices" im Jazzit: Lylit. In: mica-Musikmagazin.
2013 Ternai, Michael: Phanda stellen sich vor. In: mica-Musikmagazin.
2013 Ternai, Michael: Blues 'N' Lovers – New Time Coming. In: mica-Musikmagazin.
2014 Ternai, Michael: 35. Internationales Jazzfestival Saalfelden. In: mica-Musikmagazin.
2015 mica: HOERTHOERT – das Festival für Zuhörkultur. In: mica-Musikmagazin.
2015 Ternai, Michael: Philipp Nykrin – "wire resistance". In: mica-Musikmagazin.
2015 Ternai, Michael: Jazz in Österreich – Ausdruck einer großen musikalischen Vielfalt. In: mica-Musikmagazin.
2016 mica: KICK JAZZ – zwei Abende im Zeichen der jungen österreichischen Jazzgeneration. In: mica-Musikmagazin.
2016 Ternai, Michael: NAMBY PAMBY BOY mit neuem Album am Start. In: mica-Musikmagazin.
2017 mica: SK INVITATIONAL – "Golden Crown". In: mica-Musikmagazin.
2017 Ternai, Michael: PHILIPP NYKRIN – "Songbook". In: mica-Musikmagazin.
2017 Ternai, Michael: "Bei diesem Album war es wirklich so, dass ich einfach drauf losgeschrieben habe […]" – PHILIPP NYKRIN im mica-Interview. In: mica-Musikmagazin.
2019 Ternai, Michael: TOBIAS HOFFMANN NONET – "Retrospective". In: mica-Musikmagazin.
2020 Kochman, Alexander: GINA SCHWARZ – "Pannonica". In: mica-Musikmagazin.
2021 Fleur, Arianna: THE PARTS OF ITS SUM – JAZZ FESTIVAL SAALFELDEN 2021 Nachbericht. In: mica-Musikmagazin.
2021 Kochman, Alexander: GINA SCHWARZ PANNONICA – "ALL ALONE 2020". In: mica-Musikmagazin.

Quellen/Links

Webseite: Philipp Nykrin
austrian music export: Philipp Nykrin
austrian music export: Namby Pamby Boy
Wikipedia: Philipp Nykrin
Facebook: Philipp Nykrin
YouTube: Philipp Nykrin
Vimeo: Philipp Nykrin
Facebook: Namby Pamby Boy
Soundcloud: Namby Pamby Boy
YouTube: Namby Pamby Boy
Webseite: SK Invitational

Empfohlene Zitierweise
mica (Aktualisierungsdatum: 14. 6. 2022): Biografie Philipp Nykrin. In: Musikdatenbank von mica – music austria. Online abrufbar unter: https://db.musicaustria.at/node/172692 (Abrufdatum: 29. 6. 2022).