Winkler Gerhard E.

Vorname
Gerhard E.
Nachname
Winkler
erfasst als
KomponistIn
Genre
Neue Musik
Subgenre
Experimental/Intermedia
Geburtsjahr
1959
Geburtsort
Salzburg
Geburtsland
Österreich

© Foto privat, Rechte frei

Ausbildung
1974 - 1980 Universität Mozarteum Salzburg Salzburg Komposition Eder Helmut
1978 - 1986 Universität Salzburg Salzburg Musikwissenschaft, Philosophie, Psychologie
1978 - 1986 Universität Wien Wien Musikwissenschaft, Philosophie, Psychologie
1979 - 1980 mdw - Universität für Musik und darstellende Kunst Wien Wien Komposition Urbanner Erich
1980 Universität Mozarteum Salzburg Salzburg Diplom
1986 Universität Salzburg Salzburg Promotion zum Dr. phil., Dissertation über Penderecki und die Klangkomposition im 20. Jahrhundert

Tätigkeiten
1980 Salzburger Musikschulwerk Salzburg Lehrer (Klavier, Aufbau der Kurse für Musiktheorie)
1980 - 1987 ORF - Österreichischer Rundfunk freier Mitarbeiter (Aufnahmeleitung und Programmgestaltung)
1987 Beginn intensiver Beschäftigung mit Live-Elektronik und Computermusik
1988 - 1989 Lehrbeauftragter an diversen Hochschulen und Universitäten (Universität Salzburg und Innsbruck)
1989 SWR - Südwestrundfunk seitdem regelmäßige Zusammenarbeit mit dem Experimentalstudio des SWR, Freiburg/Brsg
1992 - 1994 Internationale Ferienkurse für Neue Musik Darmstadt Darmstadt Dozent
1993 Institut de recherche et coordination acoustique - IRCAM Paris Studienaufenthalt
1994 - 1995 Zentrum für Kunst und Medientechnologie Karlsruhe (ZKM) Karlsruhe Gastkünstler
1995 - 1996 Institut de recherche et coordination acoustique - IRCAM Paris Arbeitsaufenthalt (KOMA-Projekt)
1997 - 1999 Salzburg Lehrer an der MultiMediaArt-Fachhochschule des TechnoZ-Salzburg
1999 seitdem freischaffender Komponist
1999 University of California, San Diego Music-Department: Gastkünstler
2000 - 2002 Zentrum für Kunst und Medientechnologie Karlsruhe (ZKM) Karlsruhe Arbeitsaufenthalt
2002 International Gaudeamus Music Week Amsterdam Jurymitglied
2002 Amsterdam Workshop und Aufführung von "Hybrid II" mit Garth Knox, Viola, im Stedelijk-Museum
2005 Europäisches Forum Alpbach Alpbach Leitung des Seminars "Musik und Politik; Macht und Ohnmacht der Kunst"
2007 Lexikalischer Eintrag in das MGG ("Musik in Geschichte und Gegenwart")
2009 CRIMSS - Center for Research in Interactive Music and System-Theory in Salzburg Salzburg Gründung
2010 Zentrum für Kunst und Medientechnologie Karlsruhe (ZKM) Karlsruhe Arbeitsaufenthalt
2011 ORF - Österreichischer Rundfunk Jurymitglied beim Kompositionswettbewerb "Ö1-Talentebörse"

Aufträge (Auswahl)
1987 Salzburger Festspiele Al-kimiya, Streichquartett Nr. 1 - für Streichquartett
1989 Internationales Brucknerfest Linz
1990 Wien Modern
1992 Steirischer Herbst
1992 WDR - Westdeutscher Rundfunk Rheinisches Musikfest
1993 Salzburger Festspiele
1994 Institut de recherche et coordination acoustique - IRCAM
1995 "MultiMediale IV", Karlsruhe
1998 Donaueschinger Musiktage
2002 Opernbiennale München
2004 Donaueschinger Musiktage
2004 Musica Viva München
2005 Musikprotokoll im Steirischen Herbst
2007 ORF Radio Symphonieorchester Wien

Aufführungen (Auswahl)
1981 Musikprotokoll im Steirischen Herbst
1987 Salzburger Festspiele Salzburg Al-kimiya, Streichquartett Nr. 1 - für Streichquartett
1989 Jeunesse Wien Wien
1990 Wien Modern Wien
1991 ISCM/IGNM/SICM - Internationale Gesellschaft für Neue Musik Zürich Weltmusiktage Zürich
1992 Musikprotokoll im Steirischen Herbst
1993 Zeitfluss-Festival
1993 WDR - Westdeutscher Rundfunk Mönchengladbach - Deutschland Rheinisches Musikfest Mönchengladbach
1994 Wiener Festwochen Wien
1995 Zentrum für Kunst und Medientechnologie Karlsruhe (ZKM) Karlsruhe
Arditti Quartett
Artis-Quartett
Ensemble xx. jahrhundert
ensemble recherche
Klangforum Wien Wien
Trio Accanto
SWR - Südwestrundfunk Experimentalstudio der Heinrich-Strobel-Stiftung des SWF
Institut de recherche et coordination acoustique - IRCAM Paris
Mallet-Trio Wien
ORF - Österreichischer Rundfunk ORF Sinfonieorchester
Zürich Tonhalle-Orchester

Auszeichnungen
1984 Republik Österreich Staatsstipendium für Komposition
1985 Bundeskanzleramt Österreich Kunst und Kultur Förderungspreis für Musik
1987 Wiener Konzerthausgesellschaft Preisträger des Streichquartett-Wettbewerbes (Arditti-Quartett) Al-kimiya, Streichquartett Nr. 1 - für Streichquartett
1988 Stadt Mannheim: Künstlerstipendium
1990 Internationale Ferienkurse für Neue Musik Darmstadt Stipendiat
1990 Erste Bank der österreichischen Sparkassen AG Kompositionspreis Grauzone (Les arbes III) - für 2 Soprane, 7 Chorgruppen (24 SängerInnen), 4 Schlagzeuger, Ensemble und live-elektronische Klangumformung
1993 Wien Modern Förderstipendium zur Ausarbeitung des Performance-Projektes Heimwärts - multimedial - Ein szenischer Exkurs
2003 Soziale & Kulturelle Einrichtungen der austro mechana - SKE Fonds Publicity-Preis
2009 Amt der Salzburger Landesregierung Stipendienpreis der Kulturabteilung
2016 Amt der Salzburger Landesregierung Großer Kunstpreis Musik für das Gesamtwerk
SWR - Südwestrundfunk Heinrich-Strobel-Stiftung des SWR: mehrfacher Stipendiat (Arbeit im Experimentalstudio für Live-Elektronik)

Stilbeschreibung

Im Zentrum meiner kompositionstechnischen Reflexionen stehen Theorien komplexer, dynamischer ("emergenter") Systeme sowie Fragen der (kompositionstechnischen wie räumlichen) Klangprojektion. Arbeit an sogenannten "Wachstumsprojekten", das sind werkübergreifende, prinzipiell unabschließbare Kompositionskonzepte unter teilweiser Einbeziehung multimedialer Techniken (Video-Transformationen, Performance-Choreographie in 'Heimwärts - multimedial', Inszenierungsmöglichkeiten in 'Schutzräume', Farb-Licht-Steuerung in 'KOMA', Außenmikrophone und -videokameras, Klang- und Bildprojektionen im architektonischen Raum in 'Um-|Mit|-Welten'). Seit 1994 entstehen, mit Einbindung des Computers in den Aufführungsprozeß, Werke, die sich, von den Spielern interaktiv gesteuert, von Aufführung zu Aufführung je anders entwickeln.

 

Mein Musikdenken bewegt sich stets suchend zwischen Extrempolen wie: "Alltagsklang" <--> "Konzertsaal"-Klang; freie, "spontane" Setzungen im Selbstversuch versus Konzeption von selbstorganisierenden, "autopoietischen" Systemen; Ordnung <--> Störung der Ordnung; Emotionalität <--> Konstruktion; Elektronische und Computer-Klangsynthese <--> Live-Musik; offene, interaktive Prozesse versus genau festgelegte Abläufe.
Dieses Aufspüren von Widersprüchen auf allen Ebenen der musikalischen Realität - vom Prozeß der kompositorischen "Setzung" bis zu den Fragen der musikalischen "Aufführungspraxis" - ist für mich Ausdruck einer Freiheit der Kunst, die sich vor den Problemen unserer Zeit weder verschließt noch in ihnen restlos aufgeht, die vielmehr den Menschen in seiner/ihrer Vielschichtigkeit ernstnimmt, nicht zerredet, aber auch nicht ästhetisch glattbügelt.

 

Die Hoffnung besteht, daß aus diesen Widersprüchen heraus neue Prozesse, Formen, Werke und Lebenswirklichkeiten entstehen ...
Der Zug ins Nichtvorhersehbare ist immer wesentlicher Schaffensimpuls: Jedes Werk erschafft sich seine Bedingungen selbst, nichts mehr ist selbstverständlich.

 

Gerhard E. Winkler, 1996


Links mica-Porträt: Gerhard E. Winkler (2013), IG Komponisten Salzburg

Empfohlene Zitierweise
mica (Aktualisierungsdatum: 23. 2. 2020): Biografie Gerhard E. Winkler. In: Musikdatenbank von mica – music austria. Online abrufbar unter: https://db.musicaustria.at/node/67594 (Abrufdatum: 8. 7. 2020).

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