Billone Pierluigi

Vorname
Pierluigi
Nachname
Billone
erfasst als
KomponistIn
AusbildnerIn
Genre
Neue Musik
Instrument(e)
Gitarre
Geburtsjahr
1960
Geburtsort
Sondalo - Italien
Geburtsland
Italien

Mit freundlicher Genehmigung von P. Billone (© Privatfoto)

 

Pierluigi Billone wurde 1960 in Sondalo/Italien geboren. Nach seiner Studienzeit in Mailand (Komposition und klassische Gitarre) und Siena (Kammermusik bei Alain Meunier) absolvierte er Kompositionsstudien bei Salvatore Sciarrino in Città di Castello und ein Studium bei Helmut Lachenmann in Stuttgart. Pierluigi Billone erhielt zahlreiche Stipendien und Kompositionspreise. Seine Musik wurde und wird von namhaften Ensembles wie dem Ensemble Contrechamps, Klangforum Wien, Ensemble Intercontemporain, Ensemble Modern, ensemble recherche u.v.a aufgeführt.


Ausbildung
Mailand Komposition und klassische Gitarre
Siena Kammermusik (Alain Meunier)
1983 - 1986 Cittá di Castello - Italien Ferienkurse Cittá di Castello: Kompositionsstudium Sciarrino Salvatore
1991 - 1995 Staatliche Hochschule für Musik und Darstellende Kunst Stuttgart (HDMK) Stuttgart Komposition Lachenmann Helmut

Tätigkeiten
1985 - 1991 Sezione Musica Contemporanea Mailand Mitarbeiter
2006 - 2008 Universität für Musik und darstellende Kunst Graz Graz Gastprofessur für Komposition
2009 Hochschule für Musik und Darstellende Kunst Frankfurt am Main Frankfurt am Main Gastprofessur für Komposition
2010 Internationale Ferienkurse für Neue Musik Darmstadt Darmstadt Gastvorlesungen
2010 - 2012 Universität für Musik und darstellende Kunst Graz Graz Professur
2011 impuls Ensemble- und Komponistenakademie Graz Kompositionsseminare
2011 Kompositionsseminare: Tzlil Meducan Israel
2011 MCME - Moscow Contemporary Music Ensemble Moskau - Russland Kompositionsseminare: International Young Composers Academy
2012 Internationale Ferienkurse für Neue Musik Darmstadt Darmstadt Kompositionsseminare und Gastvorlesungen
2012 Venedig Kompositionsseminare: PAS-E Venezia
2013 impuls Ensemble- und Komponistenakademie Graz Kompositionsseminare
2014 Kompositionsseminare: Tzlil Meducan Israel
2014 Internationale Ferienkurse für Neue Musik Darmstadt Darmstadt Kompositionsseminare und Gastvorlesungen
2015 impuls Ensemble- und Komponistenakademie Graz Kompositionsseminare und Gastvorlesungen
2015 Kompositionsseminare und Gastvorlesungen, Tzlil Meducan Israel
2015 Boston - USA Kompositionsseminare und Gastvorlesungen, Boston University
2015 New York Kompositionsseminare und Gastvorlesungen, New York University
2015 - 2017 Italien Kompositionsseminare und Gastvorlesungen, Composit Rieti
2015 - 2017 Madrid Kompositionsseminare: MCIC Madrid
2017 impuls Ensemble- und Komponistenakademie Graz Kompositionsseminare
2017 - 2018 Barcelona Escola Superior de Música de Catalunya (ESMUC): Gastprofessur
2018 Internationale Ferienkurse für Neue Musik Darmstadt Darmstadt Kompositionsseminare und Gastvorlesungen
zahlreiche Rundfunkübertragungen über Europa hinaus
enge Zusammenarbeit mit dem Dirigenten Emilio Pomárico, mit den Schlagzeugern Christian Dierstein und Adam Weisman, der Fagottistin Lorelei Dowling, der Bratschistin Barbara Maurer, dem Klarinettenduo Stump-Linshalm und den Sängern Frank Wörner und Alda Caiello, für die er Solostücke und Soloparts schrieb
regelmäßige Kompositionsseminare und Gastvorlesungen (IEMA-Ensemble Modern Akademie, Conservatoire Paris, Conservatorium Amsterdam, Musikuniversität Wien, Harvard University Boston, Columbia University NY)
zahlreiche Aufführungen seiner Musik auf Festivals wie bspw. Wien Modern, Festival d'Automne Paris, Donaueschinger Musiktagen, Wittener Tagen für Neue Kammermusik, Eclat-Stuttgart, Ultraschall-Berlin, Musica Viva München, TFNM Zürich, Ars Musica Bruxelles, Huddersfield NMF, World Music Days Wroclaw, Biennale Zagreb, Boston, New York, Monday Ev. Concerts Los Angeles, Bendigo Festival Sydney etc.

Aufträge (Auswahl)
1998 SWR - Südwestrundfunk Scrittura. Cammino - für 36 Stimmen und 5 Instrumente
1999 WDR - Westdeutscher Rundfunk Scrittura. Presenza - für E-Gitarre, Röhren und Orchester
2000 SWR - Südwestrundfunk Ensemble Recherche: mit Unterstützung des Kultusministeriums des Landes Baden-Württemberg Mani. Giacometti - für Violine, Viola und Violoncello
2001 Klangforum Wien Mani.Long - für Ensemble
2002 Ensemble InterContemporain Legno.Intile - Studie für Ensemble
2003 Ensemble Contrechamps KE. AN-Cerchio - für tiefe Stimme
2004 SWR - Südwestrundfunk Legno.Edre V.Metrio - für Fagott
2004 Klangforum Wien und Bank Austria Legno. Stele - für 2 Fagotte und Ensemble
2004 WDR - Westdeutscher Rundfunk TA (Un Lied di meno) - für Ensemble
2004 SWR - Südwestrundfunk für die Donaueschinger Musiktage Mani.De Leonardis - für 4 Autofedern und Glas
2005 SWR - Südwestrundfunk für die Donaueschinger Musiktage PA (Omaggio a Evan Parker) - für Oboe und 5 Instrumente
2006 Unicredit Bank Austria und Jeunesse Österreich für das Duo Stump-Linshalm 1 + 1 = 1 - für 2 Bassklarinetten
2006 Wien Modern Scrittura. Bocca - für Frauenstimme, Posaune und Orchester
2007 ORF Radio Symphonieorchester Wien Bocca.Kosmoi - für Stimme, Posaune und Orchestra
2009 Klangforum Wien Verticale muto - für Ensemble
2010 Internationale Ferienkurse für Neue Musik Darmstadt und Musikprotokoll Graz Muri III b - für Streichquartett
2011 SWR - Südwestrundfunk Phonogliphi - für Stimme, Fagott und Orchester
2011 ORF - Österreichischer Rundfunk Quattro alberi - für Stimme, Fagott, Akkordeon, Schlagzeug
2012 Talea Ensemble und Ernst-von-Siemens Stiftung Δίκη Wall - für Schlagzeug und 6 Instrumente
2014 SWR - Südwestrundfunk Equilibrio. Cerchio - für Violine
2014 Klangforum Wien Ensemble Ascolta Ebe und anders - für 7 Instrumente

Aufführungen (Auswahl)
2004 Donaueschinger Musiktage
2004 Tage für Neue Musik Zürich
2005 Topologie des Hörens - Tage aus Kunst Mani. Giacometti - für Violine, Viola und Violoncello
2006 Kulturzentrum bei den Minoriten Legno.Edre V.Metrio - für Fagott
2011 Donaueschinger Musiktage
2012 Internationale Ferienkurse für Neue Musik Darmstadt
2013 Ensemble Impulse Graz Impuls Akademie Graz
2014 Tel Aviv - Israel Tzlil Meducan Festival
2014 Madrid MCIC
2015 Bludenzer Tage zeitgemäßer Musik Bludenz OM. ON - für zwei E-Gitarren
2016 Wien Modern Wien Face - für weibliche Stimme und Ensemble

Auszeichnungen
1993 Kompositionspreis der Stadt Stuttgart
1993 Akademie Schloss Solitude Stipendum
1996 Akademie der Künste Berlin Busoni-Kompositionspreis
2004 Amt der Wiener Landesregierung Claudio Abbado - Wiener Internationaler Kompositionspreis
2006 Stadt Wien Ernst-Krenek-Preis Mani.Long - für Ensemble
2010 Ernst von Siemens Musikstiftung Kompositionspreis
Akademie der Künste Berlin Stipendium
Hamburgische Staatsoper composer in residence
Heinrich-Strobel-Stiftung Stipendium
Kunststiftung Baden/Württemberg - Stuttgart: Stipendium

Stilbeschreibung

Jedes Musikinstrument erreicht seine Vollkommenheit dadurch, dass zu seinen Eigenschaften ein ganzes Erbe an körperlichen Wahrnehmungen und Fähigkeiten hinzukommt, welches im Umgang mit der Materie, mit der Klangvorstellung und mit der Spiel- und Hörkultur, die es hervorgebracht hat, entstand. Mithilfe dieser Wachsamkeit (und einer fast archäologischen Feinfühligkeit) betrete ich Instrumentalräume, die mir noch unbekannt sind. Durch das konkrete Tun der InterpretInnen prägt sich die Klangpraktik und -intelligenz dem Körper und dem Raum ein, in der rituellen und impersonellen Dimension des gemeinschaftlichen Hörens.


Pressestimmen

14. Dezember 2006

Billone steigt in die Tiefen der Möglichkeiten der Instrumente, die er gemeinsam mit seinen Musikern neu entdeckt, erweckt und erschafft [...]
(Sven Hartberger, Leiter des Klangforums Wien, in seiner Laudatio zur Verleihung des Ernst Krenek-Preises) 

wien.at (Sven Hartberger)
http://www.wien.gv.at
 

 

23. Juni 2004

[...] der Zauberlehrling des alten Meisters Helmut Lachenmann [...] 

Die Presse 

 

24. Oktober 2000

Pierluigi Billones Kammermusik "Mani. Giacometti" für Violine, Viola und Violoncello schließlich wäre ein Beispiel für eine Kaleidoskopie, die dem herkömmlichen Werkbegriff am ähnlichsten scheint. Billone hat bei Lachenmann studiert, das merkt man stark. Während aber Lachenmann größten Wert auf kompositorischen Zusammenhang legt, tendiert Billone zum Psychedelischen; eine halbe Stunde lang passiert in seiner Musik fast nichts. Ihr ganzes Pathos liegt in der Unterstellung, die allerkleinsten Differenzen, die im Spiel der drei Streicher entfaltet werden, Differenzen zwischen zwei Intonationen der gleichen Sache, zwischen Knarzen und Knarren, Murmeln und Flüstern, entsprächen dem an Bedeutung, was wir etwa in einem Streichquartett von Beethoven hören. Es gibt auch Bögen, Korrespondenzen, Rückgriffe in dem halbstündigen Werk. Aber Form entsteht hier doch vor allem durch die Kontinuität des Zuhörens, und durch die Einheitlichkeit, die dem Ausschluss fast aller Klänge und Musiken, die in den Holzkörpern der Instrumente auch noch liegen würden, folgt. 

Berliner Zeitung (Klaus Georg Koch)


Diskografie:

  • 2017: MANI (SUB ROSA)
  • 2017: ITI KE MI, Equilibrio. Cerchio (Kairos)
  • 2016: Sgorgo Y.N. oO (Kairos)
  • 2016: I was like wow (Chromart Classics)
  • 2016: Darmstadt Aural Documents (NEOS)
  • 2014: "?Vorwärts|Rückwärts?" (Kairos)
  • 2010: "Mani. Percussion Solos" (Ein klang)
  • 2009: "Wien Modern - Composers Gallery" (Col Legno)
  • 2009: "Più" (Ensemble Modern EM Media)
  • 2008: "From Needle's Eye" (United Phoenix Record)
  • 2006: "1+1=1" (Kairos)
  • 2006: "Donaueschinger Musiktage 2004" (Col Legno)
  • 2005: "Me A An - Iti Ke Mi (Stradivarius)
  • 2005: "Wittener Tage für neue Kammermusik 2005, CD1" (Wittener Tage für neue Kammermusik)
  • 2003: "MANI.LONG" (Durian Records)
  • 2002: "Donaueschinger Musiktage 2000" (Col Legno)

Links mica-Archiv: Pierluigi Billone, mica-Artikel: Die CD "Mani" von Pierluigi Billone erhält den Preis der deutschen Schallplattenkritik (2011), Kairos Music: Pierluigi Billone

Empfohlene Zitierweise
mica (Aktualisierungsdatum: 23. 2. 2020): Biografie Pierluigi Billone. In: Musikdatenbank von mica – music austria. Online abrufbar unter: https://db.musicaustria.at/node/80634 (Abrufdatum: 22. 9. 2020).