Ablinger Peter

Vorname
Peter
Nachname
Ablinger
erfasst als
KomponistIn
AutorIn
AusbildnerIn
VeranstalterIn
DirigentIn
Künstlerische/r LeiterIn
Genre
Neue Musik
Subgenre
Experimental/Intermedia
Modern/Avantgarde
Elektronische Musik
Geburtsjahr
1959
Geburtsort
Schwanenstadt

Foto: © Siegrid Ablinger (2011)

"Die Klänge sind nicht die Klänge! Sie sind da, um den Intellekt abzulenken und die Sinne zu besänftigen. Nicht einmal das Hören ist das Hören: Das Hören ist das, was mich selbst erschafft." Der 1959 in Schwanenstadt, Österreich geborene Peter Ablinger ist, so hat es Christian Scheib einmal formuliert, ein "Mystiker der Aufklärung", dessen "Anrufungen und Litaneien auf das Erkennen abzielen". Gleichzeitig ist der Komponist, der - nach einem Graphikstudium - bei Gösta Neuwirth und Roman Haubenstock-Ramati studierte und seit 1982 in Berlin lebt, ein Skeptiker, der um die durch Tradition aufgezwungenen kulturelleen Spielregeln und (schlechten) Angewohnheiten weiß: "Spielen wir also weiter und sagen: Die Klänge sind da, um zu hören (- nicht um gehört zu werden. Das ist etwas anderes.). Und das Hören ist da, um aufzuhören. Mehr weiß ich auch nicht."
Christian Baier

"Im Jahre 1959 in Schwanenstadt in Oberösterreich geboren, besucht Peter Ablinger zunächst die Graphik-HTL in Linz, bevor er, vom Free Jazz begeistert, den Beschluss fasst, Jazzklavier in Graz zu studieren. Anschließend nimmt er noch privaten Kompositionsunterricht bei Gösta Neuwirth in Graz, und bei Roman Haubenstock-Ramati an der Musikhochschule Wien. 1982 übersiedelt Peter Ablinger nach Berlin, wo er an der Musikschule Kreuzberg bis 1990 unterrichtet und als freischaffender Komponist tätig ist. Schon damals legt der Oberösterreicher in seiner Arbeit großen Wert darauf, die herkömmlichen und verfestigten Muster und Gewohnheiten der Musikproduktion und –aufführung hinter sich zu lassen. Das 1988 von ihm gegründete Ensemble Zwischentöne – einer aus Profis und Laien bestehenden Formation – versteht der Künstler als „Infragestellung falscher Professionalität und Routine“. Ähnliches verfolgt der gebürtige Oberösterreicher auch mit dem gemeinsam mit den Komponisten Bernhard Lang, Klaus Lang und Nader Mashayekhi gründeten Verlag „Zeitvertrieb Wien Berlin“.

Überhaupt stößt sich der bereits mehrfach ausgezeichnete Peter Ablinger (ua. erhielt er 1998 den Förderpreis der Akademie der Künste Berlin, 2001 ein Stipendium der Villa Aurora Los Angeles, 2008 den Andrzej-Dobrowolski-Kompositionspreis für das Lebenswerk, und 2010 den Deutschen Klangkunstpreis), der sich als Künstler selbst keinerlei Einschränkungen unterwirft, weder in den Ansätzen noch in der Methodik, an den zu sehr festgefahrenen Strukturen und Vorstellungen in der Musik von heute, auch an denen in der zeitgenössischen. „Das ist eher etwas, was ich manchmal an der Neuen Musik als inhärente Art von Konservativismus kritisiere, dass sie eigentlich nichts erfunden hat, außer Dinge, die mit Tonsatzkategorien, mit Notenpapier und Schreibweisen, vielleicht noch mit Instrumentenkategorien zu tun haben, während sie die Grundbedingungen des Komponierens, Aufführens und so weiter völlig unangetastet gelassen hat und gleichartig weiterbetreibt wie schon in früheren Jahrhunderten“, so der Komponist. (mica-Interview, 2008).

Einen zentralen Bestandteil der Arbeit des Künstlers, der seit 1992 an verschiedenen Universitäten und Instituten als Gastprofessor und Dozent tätig ist, bilden „Untersuchungen der Grundbedingungen des Hörens“. Und diese müssen nicht zwangsläufig in den Konzertsälen oder festgesetzten Aufführungsformaten erfolgen. Peter Ablinger, der sich selbst am ehesten als traditioneller Komponist sieht, weil die Musik gewissermaßen die Ausgangsposition seiner Arbeiten darstellt, und von der er seine Wege in die anderen Disziplinen bestreitet, will mit seinen musikalischen Installationen vor allem eines, die Wahrnehmungsfähigkeit des Hörers einer Probe unterziehen, „ihn dazu anregen, die Aufmerksamkeit und Wahrnehmung von Wirklichkeit zu schärfen“.

Bis 1994 sind es vor allem solistische und kammermusikalische Besetzungen bis zu 25 Instrumenten, die den Schwerpunkt seiner Arbeiten bilden (unter anderem „Der Regen, das Glas, das Lachen“). In den darauffolgenden Jahren entfaltet sich Ablingers Schaffen in mehreren parallelen Werkzyklen, die in ihrer Form und in ihren Ansätzen höchst unterschiedlich ausfallen. So etwa nimmt in verschiedenen Projekten die Beschäftigung mit Instrumenten und Elektroakustik viel Raum ein. Beim Werk-Komplex “Weiss/Weisslich” sind es Instrumentalstücke, Installationen, Objekte, Aufnahmen, Hinweise und Prosa, welche die zentralen Bestandteile bilden.

Seit 2001 entstehen zudem vielteilige Serien-Stücke, wie etwa „Voices and Piano“ oder die “Landschaftsoper Ulrichsberg”, in denen verschiedene musikalische Gattungen und Besetzungen miteinander kombiniert sind. Wiewohl Peter Ablinger aber auch meint: „Letzten Endes habe ich eine Vorstellung von meiner Arbeit, dass im Grund genommen eigentlich alle Serien, die ich jemals begonnen habe und vielleicht noch beginnen werde, zusammengenommen gewissermaßen nur ein einziges “Stück” sind, das sich immer wieder unter einer jeweils anderen Perspektive zeigt.“ (mica-Interview 2008)"
mica-Musikmagazin: PORTRÄT: PETER ABLINGER (Doris Weberberger, 2011)

Stilbeschreibung

"Der Komponist Peter Ablinger ist ein Mystiker der Aufklärung. Seine Anrufungen und Litaneien zielen auf das Erkennen. Die im Erkennen, in der Aufklärung angelegte Transzendenz ist das Geheimnis seiner monoton klaren Musik. Das Hinwegschreiten in eine andere Wirklichkeit fußt auf der Nichtwahrnehmbarkeit einer einzigen, das Ganze umfassenden Wirklichkeit. Deswegen gerät jede (künstlerische) Beschreibung eines Teiles dieser Wirklichkeit erstens selbst zu einer eigenen Wirklichkeit und zweitens zur Transzendierung derselben in jenen Versuch des Alles im Jetzt, der erfolglos bleiben muß. Peter Ablingers Musik formuliert dieses Dazwischen, diesen Aufenthalt an der unmöglichen Bruchstelle zwischen Allem und Allem. Es geht nicht um das illusorische Alles von Stille, Raum und Zeit, sondern um das realistische Alles von Schweigen, Ort und Augenblick. Peter Ablingers Musik sind Beschreibungsformeln genau dieses Realen."
Christian Scheib im Programmbuch des Musikprotokolls im Steirischen Herbst 1995

"Peter Ablinger zählt zu jenen Komponisten, die sich in ihren Arbeiten stets auf die Suche nach dem Neuen und Ungewöhnlichen machen und die Musik im Gesamten nicht als abgeschottetes System verstehen. Der gebürtige Oberösterreicher versucht, Tore aufzustoßen, mit traditionellen Methoden zu brechen, um Wege für neue Ansätze freizumachen. Dabei agiert er mit Vorliebe zwischen den unterschiedlichen Kunstdisziplinen, führt Dinge zusammen, die auf den ersten Blick nicht wirklich kompatibel zu sein scheinen. „Genreüberschreitendes ist für mich niemals Selbstzweck oder bewusster Ausweitungsversuch des Komponierens, es ist eher, dass man eben den Schritt hinaus wagen muss aus dem eigenen Haus, um die Umrisse des Hauses in dem man wohnt zu erkennen“, so Ablinger im mica-Interview aus dem Jahre 2008. Es sind die Auseinandersetzung mit dem Phänomen des Klanges und die Frage nach dessen Wirkung in verschiedenen Umgebungen und Kontexten, welche sein künstlerisches Schaffen bestimmen, die ihn immer wieder dazu zwingen, sein eigenes Musikverständnis einer Überprüfung zu unterziehen, und damit letztlich auch jenes des/der Hörers/In."
mica-Musikmagazin: PORTRÄT: PETER ABLINGER (Doris Weberberger, 2011)

"Das zentrale Thema in Peter Ablingers künstlerischer Arbeit ist das Rauschen und bereits seit Mitte der 1990er Jahre beschäftigt sich der Komponist unter anderem auch intensiv mit dem Baumrauschen. Die Idee, sozusagen als eine permanente Klanginstallation eine Reihe von Bäumen nach akustischen Gesichtspunkten zu pflanzen, trug Ablinger bereits seit mehreren Jahren mit sich herum. Dank der Einladung und des unermüdlichen Engagements von Alois Fischer, dem Leiter des Ulrichsberger Jazzateliers konnte diese Idee nun realisiert werden, auf einem Hügel in Seitelschlag, auf einem ganz besonders windigen Plätzchen. Ausschlaggebend für die Verteilung der Bäume waren zum einen deren Lautstärke, und zum anderen deren Klangfarbe, denn jede Baumart rauscht ein bisschen anders."
Ö1.ORF.at: Landschaftsoper Ulrichsberg, abgerufen am 9.5.2020

Auszeichnungen

1991 Amt der Oberösterreichischen Landesregierung: Talentförderungsprämie
1992 Berliner Senat: Stipendium
1994 Berliner Senat: Stipendium
1996 SWR - Südwestrundfunk Heinrich-Strobel-Stiftung: Stipendium
1998 Akademie der Künste Berlin : Förderpreis
2001 Villa Aurora, Los Angeles: Stipendium
2005 Gesellschaft für Elektroakustische Musik Österreich: Preis
2008 Amt der Steirischen Landesregierung: Andrzej-Dobrowolski-Kompositionspreis für das Lebenswerk
2010 Deutscher Klangkunst Preis: Klangkunstpreis
2011 Winfried Böhler Kultur Stiftung: Ad Libitum Kompositionspreis

Ausbildung

Unterricht ab dem 6. Lebensjahr Klavier
1974–1976 Linz: Grafikstudium
1977–1979 Universität für Musik und darstellende Kunst Graz: Jazz Klavier, Klavier
1979–1980 mdw – Universität für Musik und darstellende Kunst Wien: Tonsatz (Erich Urbanner)
1979–1982 Graz: privater Kompositionsunterricht (Gösta Neuwirth)
1980–1983 mdw – Universität für Musik und darstellende Kunst Wien: Komposition (Roman Haubenstock-Ramati)

Tätigkeiten

1982–1990 Musikschule Kreuzberg, Berlin: Lehrtätigkeit
1988–2007 Ensemble Zwischentöne, Berlin (Deutschland): Gründer, Leiter
1990–1992 Klangwerkstatt Berlin, Berlin (Deutschland): Mitbegründer, Leiter
1993 Universität für Musik und darstellende Kunst Graz: Gastprofessor
1996 Festival Zeit Geben 1–3: Organisator
1996 Institut für Elektronische Musik und Akustik (IEM) Graz: Gastkomponist
1997 Festival Inselmusik Berlin: Leiter
1998 Konzertreihe "10 Jahre Zwischentöne" - Ensemble Zwischentöne, Berlin: Organisator
1999 "Wiener Tagen für Zeitgenössische Klaviermusik" - mdw - Universität für Musik und darstellende Kunst Wien: Gastdozent 
1999 Konzertreihe "Musik für Orte 1–3"Ensemble Zwischentöne, Berlin: Organisator
1999 Zeitvertrieb Wien Berlin: Gründungsmitglied
2000 Konzertreihen "Für Christian, Nader und Pauline"Ensemble Zwischentöne: Organisator
2002 Institut für Elektronische Musik und Akustik (IEM) Graz: Gastkomponist
2003 Festival "Conceptualismus" - Akademie der Künste Berlin (Deutschland): Ko-Kurator 
2005 turning sounds, Warschau: Kurator
2005 Konzertreihen "Hörsturz", Berlin: Organisator
2007 Institute for living voice Buenos Aires Vorträge
2007 Columbia University, New York (USA): Vortragender
2007 BARD College, New York (USA): Vortragender
2008 BARD College, New York (USA): Dozent
2008 Hochschule für Musik und Darstellende Kunst Frankfurt am Main (Deutschland): Vortragender
2008 Zürcher Hochschule der Künste, Zürich (Schweiz): Vortragender
2008 mdw – Universität für Musik und darstellende Kunst Wien: Vortragender
2009 Frühjahrstagung - INMM – Institut für Neue Musik und Musikerziehung Darmstadt (Deutschland): Vortragender
2009 Manhattan School of Music, New York (USA): Vortragender
2009–2010 Universität für Musik und darstellende Kunst Graz: Gastprofessor
2010 Akademie der Künste Berlin (Deutschland): Vortragender
2010 Institute for Sonic Arts Research (IRZU), Ljubljana (Slowenien): Vortragender
2010 mdw – Universität für Musik und darstellende Kunst Wien: Vortragender
2010 Akademie der bildenden Künste Wien: Vortragender
2011 Universität Mozarteum Salzburg: Dozent
2011 impuls Ensemble- und Komponistenakademie: Dozent
2011 BARD College New York (USA): Dozent
2012–jeute Akademie der Künste Berlin (Deutschland): Mitglied
2012 Harvard/Cambridge (Großbritannien): Dozent
2012 Zürcher Hochschule der Künste (Schweiz): Workshopleiter
2012–2017 Universität Huddersfield (Großbritannien): Professor
2013–2014 Basel, Teheran, Sueca, Ostrava, Sarajevo und Brüssel: Workshopleiter und Residencies 
2013–2014 Workshop "Composition Beyond Music" in Graz, Viitasaari, Darmstadt und Gaudeamus Utrecht: Workshopleiter
2013–2014 Internationale Ferienkurse für Neue Musik Darmstadt (Deutschland): Dozent
2015 Ostrava, Chaykovsky, Toledo, Basel und Huddersfield: Workshopleiter
2016 Reykjavik, Barcelona, Stuttgart, Den Haag, Köln, Cork und Luzern: Workshopleiter, Vortragender und Meisterkursleiter
2017 Huddersfield, Luzern, Bristol, Oslo, Berlin, Den Haag und Venedig: Vortragender, Meisterkursleiter oder Supervisor

Aufträge (Auswahl)

Auftraggeber sind u.a.: Steirischer HerbstKlangforum WienFestival RümlingenSWR - SüdwestrundfunkWien ModernDonaueschinger Musiktage
Wittener Tage für Neue KammermusikSenat Berlin, Denkmalschmiede Höfgen-Kaditzsch

Aufführungen (Auswahl)

1991 Österreichischer Rundfunk (ORF) - FernsehenÖsterreich Heute, Wien: Verkündigung (UA)
1994 Festival Rümlingen, Basel: Weiss/Weisslich 6, 7 und 8 (UA)
1994 Steirischer Herbst, Graz: Der Regen, das Glas, das Lachen - für 25 Instrumentalisten (UA)
1997 Donaueschinger MusiktageInstrumente und Elektroakustisch Ortsbezogene Verdichtung (UA)
2000 Donaueschinger MusiktageQuadraturen V: Musik - für Orchester (UA)
2001 Santa Monica Museum of ArtChicago: California Score - aus: Klänge auf Papier (UA)
2002 Teatro ColónBuenos Aires: Ohne Titel 1-3 (I) - Mappe 13a der Überlegungen (UA)
2003 Huddersfield Contemporary Music Festival
2004 Wiener Konzerthaus: 3 Minuten für Orchester (UA)
2004 Ostseebiennale der Klangkust, Wismar
2005 Happy Nordic Music DaysOslo: 3 Orte - Oslo (UA)
2005 Graz mehrere Veranstaltungsorte als Teil des Konzepts: Stadtoper Graz (UA)
2008 Wien Modern: Personale
2009 Philharmonie Luxembourg: Personale
2009 New York: Wet Ink Portrait Series
2010 Donaueschinger Musiktage: The Woman Who Married a Dog (UA)
2010 Huddersfield Contemporary Music Festival, Huddersfield: Instrumente und Rauschen - (24 short pieces) (UA)
2010 Festival SPORKopenhagen: 1-127 - E-Gitarre und CD (UA)
2011 Wittener Tage für Neue Kammermusik, Witten: WEISSE WÄSCHE - Weiss/Weisslich ohne Nummer - Wäschestangen, Wäscheleine, Leintücher (UA)
2011 Ars Electronica, Linz: DEUS CANTANDO (God, Singing) (UA)
2011 Contempuls Festival Prag
2019 Duo Stump-Linshalm - KomponistInnenforum Mittersill, Webernstube: "A.W.-Memorial" (UA)
2019 ORF Radio Symphonieorchester Wien, Marin Alsop (Dirigentin) - Wien Modern: Eröffnungskonzert, Wien, Konzerthaus: 4 WEISS (UA)
2020 Hedda, Wien Modern: Titel (UA)

Diskografie (Auswahl)

Link zu Peter Ablingers Diskografie

Pressestimmen (Auswahl)

1. November 2019
"Wenn die Dirigentin vor einem Stück ihre Ohrenstöpsel auspackt, ist das kein gutes Zeichen. Und wenige Sekunden später beneidete das Publikum Alsop um die kleinen Gummihelfer. Das große Streichorchester neben ohrenbetäubendem Rauschen hätte der 60-jährige Ablinger getrost auch durch ein Percussionensemble, eine Trachtenkapelle oder eine Schar in Panik geratener Gänse ersetzen können - man hörte schlicht nichts vom analog produzierten Teil der Partitur. In vier ausgewaltzten "Sätzen" erklingt das immer gleiche, alles übertönende, unveränderliche "Weiße Rauschen", bekannt aus den Urtagen des Fernsehen nach Sendeschluss, während der Oberösterreicher das RSO zur Pantomime verdammt."
Salzburger Nachrichten: 32. Festival Wien Modern "rauschend" eröffnet, abgerufen am 5.5.2020 [https://www.sn.at/kultur/allgemein/32-festival-wien-modern-rauschend-er…]

26. August 2008
"Ulrichsberg und seine Umgebung werden zum ganzjährigen Aufführungsort der "Landschaftsoper". Das Projekt wurde von dem in Berlin lebenden Österreichers Peter Ablinger komponiert und sei der "Versuch eines kreativen Neubeginns" innerhalb der Musikform Oper, hieß es. Dabei werden vor allem lokale Eigenheiten rund um die Gemeinde einbezogen. Jeder der sieben Akte des Werkes steht im Zeichen einer eigenen Gestaltungsform: Baumpflanzung, Wanderkarte, Klangarchiv, Videoinstallation, Schaufensterstück, ein Vorhaben mit Schülern und als konzertanter Höhepunkt ein Fest."
Der Standard: Regionalisierung als Teil der Kulturhauptstadt (APA), abgerufen am 8.5.2020 [https://www.derstandard.at/story/1219725040263/regionalisierung-als-tei…]

21. Oktober 2003
"An Ressentiments und Ablehnung hat es nicht gefehlt, als der Österreicher [...] seine "Komplementäre Studie" für Cello und Rauschklänge vorstellte. Es ist vielleicht noch nie so deutlich geworden wie an diesem Wochenende, dass wir nicht mehr wissen, was wir meinen, wenn wir von Musik sprechen."
Tageszeitung Berlin (Björn Gottstein)

9. Februar 2001
"Dem Rezipienten erschließt sich aber ein in der Wahrnehmung kaum zu erfassendes Riesenuniversum, dass seine Ohren nicht genug weit offen sein können, um alle Schichten auf einmal mitzubekommen."
Wiener Zeitung (Alfred Pranzl)

22. Oktober 1997
"Die Komplexität des Hörens: Darum ging es auch in einer Art philosophischem Klangexerzitium [...] und seinem aufregenden Stück "IEAOV", einer Studie, einer Klangversuchsanordnung [...] - das interessanteste Stück überhaupt dieser Donaueschinger Musiktage? Manche hielten es dafür."
Süddeutsche Zeitung (Wolfgang Schreiber)

1997
"[...] - und man weiß nicht recht: Ist es real so oder wird dieser Eindruck im Ohr, im Kopf erzeugt. Ein nachhaltiges Erlebnis."
NMZ (Reinhard Schulz)

Literatur (Auswahl)
2006 Hiller, Egbert: Porträt des österreichischen Komponisten Peter Ablinger. In: MusikTexte 111.
2006 Reinholdtsen, Trond Olav: „Die Klänge interessieren mich nicht“. Ein Email-Interview mit Peter Ablinger. In: MusikTexte 111.
2008 Rögl, Heinz: MICA-INTERVIEW MIT PETER ABLINGER. In: mica-Musikmagazin.
2009 mica: PETER ABLINGER & AUCH DIE ULRICHSBERGER BEWOHNER MACHTEN DIE "LANDSCHAFTSOPER ULRICHSBERG". In: mica-Musikmagazin.
2010 Saxer, Marion: Komposition im Medienwandel. Operationsketten als kompositorische Strategien bei Peter Ablinger, Bernd Thewes und Isabel Mundry. In: Christian Utz (Hg.): Musiktheorie als interdisziplinäres Fach. Saarbrücken.
2010 Neuner, Florian: Das Rauschen des Böhmerwalds. Peter Ablingers „Landschaftsoper“. In: MusikTexte 124.
2011 Weberberger, Doris: PORTRÄT: PETER ABLINGER. In: mica-Musikmagazin.
2011 Caduff, Corina: Literatur und Komposition. Yoko Tawada trifft Isabel Mundry, Aki Takase und Peter Ablinger. In: Heinz Ludwig Arnold (Hg.): Yoko Tawada (= Text + Kritik 191/192). München.
2014 Den Rahmen selbst verstehen lernen Ein Gespräch mit Peter Ablinger. In: Christoph Herndler, Florian Neuner (Hg.): Der unfassbare Klang. Wien.
2017 Saxer, Marion: Hörmodelle medienreflexiven Komponierens von John Cage, Peter Ablinger und anderen. In: Klaus Aringer, Franz Karl Praßl, u.a. (Hg.): Geschichte und Gegenwart des musikalischen Hörens. Wien.
2019 Grünzweig, Werner: Wie entsteht dabei Musik? Gespräche mit sechs Komponisten und einer Komponistin über ihre Studienzeit. Peter Ablinger, Orm Finnendahl, Georg Friedrich Haas, Hanspeter Kyburz, Bernhard Lang, Isabel Mundry, Enno Poppe. Neumünster.
2019 Tanšek, Martin: Schoenberg to the letter. Peter Ablingers „A Letter from Schoenberg“. In: MusikTexte 163.
2019 Gratzer, Wolfgang: Ablinger, Peter, BIOGRAPHIE. In: MGG Online.
Quellen/Links

Verlag Zeitvertreib: Peter Ablinger
Website: Peter Ablinger
Wikipedia: Peter Ablinger

Empfohlene Zitierweise
mica (Aktualisierungsdatum: 3. 11. 2020): Biografie Peter Ablinger. In: Musikdatenbank von mica – music austria. Online abrufbar unter: https://db.musicaustria.at/node/50012 (Abrufdatum: 29. 11. 2020).

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