Janus Ensemble

Name der Organisation
Janus Ensemble
erfasst als
Ensemble
Genre
Neue Musik
Jazz/Improvisierte Musik
Gattung(en)
Ensemblemusik
Bundesland
Wien

Gründungsjahr: 1996 (Stilllegung 2013–2020 ?)

"Das JANUS Ensemble wurde 1996 mit der Intention gegründet, ausschließlich für das Ensemble komponierte Werke vor allem der jüngeren und jüngsten österreichischen Komponistengeneration zu interpretieren. Seit damals haben Christoph Cech und seine Mitstreiter eine Vielzahl an Werken aus der Taufe gehoben und einem internationalen Publikum erfolgreich präsentiert. Musikalische Grundgedanken sind die intensive Auseinandersetzung mit den Werken, mehr Probenarbeit und dadurch ein der Schnelllebigkeit der „Neuen Musik“ -Praxis entgegenwirkendes, mehr Tiefe und gleichzeitig Transparenz zulassendes Musizieren. Weitere Spezialitäten des Ensembles sind die Vielseitigkeit seiner Musiker, die neben ihren Karrieren als Interpretierende auch den Spiel- und Kommunikationsformen der Improvisation offen gegenüberstehen und die Kombination der Liveaufführungen mit elektroakustischen Räumen – vom Ensemble „Rooming“ genannt – die eine das Konzert bereichernde spezielle Klanglichkeit ermöglichen. Das JANUS Ensemble traut sich zu, keine stilistischen Ausschließungen zu prejudizieren, erstens weil wir so viele unterschiedliche Musiken mögen, zweitens weil wir sie auch interpretieren können."
Janus Ensemble, abgerufen am 9.6.2026 [https://janus-ensemble.com/]

Stilbeschreibung

Ein Alleinstellungsmerkmal des Janus Ensembles ist sein Fokus auf die Interpretationen von Werken aus der Schnittmenge von Neue Musik und Jazz.

"Improvisation spielt übrigens beim Janus Ensemble, neben der Inklusion der Elektronik, auch eine wichtige Rolle, ist Alleinstellungsmerkmal des Janus-Ensemble-Klangs. Musik ist Kunst, die sich in Zeiträumen aufspannt. Die hehrste Musikkunst ist für mich die freie Improvisation, die aus dem Jetzt schöpft und versucht, möglichst wenig aus der Vergangenheit mitzubringen. Am besten gar nicht dokumentiert, damit auch dieser Moment nie zur Vergangenheit werden kann. Das Janus Ensemble hat sich auf die Realisierung von Partituren mit solchen Inhalten spezialisiert. Weiters ist Improvisation politische Haltung, nimmt sich die Freiheit der Entscheidung im Augenblick, ist somit ein Überlebensprinzip und entzieht sich der Kontrolle."
Christoph Cech (2024). In: Woels, Michael Franz: ANGST IST JA NIE EIN GUTER BRENNSTOFF FÜR DAS FEUER DER MUSIK.“ – CHRISTOPH CECH (JANUS ENSEMBLE) IM MICA-INTERVIEW. In: mica-Musikmagazin.

"Wir wollen uns nach allen Richtungen offene Ohren bewahren, wollen aufnehmen, was die verschiedenen MusikerInnen als ihr Eigenes einbringen. Allein das ergibt ein Konglomerat aus sehr vielen unterschiedlichen stilistischen Blickwinkeln. Die Gesamtheit der Unterschiede formen wir zu unserer Eigenheit um. Das verlangt Hingabe und Sensitivität. Wir sind kein Einwegunternehmen, wir beschreiben oft kompliziert-verschlungene, mäanderartige Vielwege."
Christoph Cech (2013). In: Christian Heindl: Porträt: Christoph Cech und das Janus Ensemble. In: mica-Musikmagazin.

Musikalische Leitung | Dirigent

Cech Christoph

Ensemblemitglieder

Tatjana Wurzer (Gesang)
1996(?)–heute Annegret Bauerle (Flöte, Altflöte)
Peter Tavernaro (Oboe, Englischhorn)
Benjamin Jagec (Klarinette)
1996(?)–heute Georg Riedl  (Klarinette)
Fabian Rucker (Bassklarinette)
Charlotte Strauch (Bassklarinette)
Matthias Kronsteiner (Fagott)
2021–heute Victoria Pfeil (Sopransaxophon Baritonsaxophonistin)
1996(?)–heute Balduin Wetter (Horn)
1996(?)–heute Raab Lorenz (Trompete)
Dominik Fuss (Trompete, Flügelhorn)
Antonia Kapelari (Trompete, Flügelhorn)
Gerald Pöttinger (Bassposaune)
Simon Teurezbacher (Tuba)
Robert Pockfuss (E-Gitarre)
Simon Raab (Synthesizer)
1996(?)–heute Christian Heitler (Klavier)
Irina Chistiakova (Klavier)
Max Kanzler (Perkussion)
Bernhard Schimpelsberger (Schlagzeug)
Raimund Vogtenhuber (Elektronik)
Joanna Lewis (Violine)
1996(?)–heute Fritz Kircher (Violine)
1996(?)–heute Helga Pöcherstorfer (Violine)
1996(?)–heute Axel Kircher  (Viola)
Gerhard Marschner (Viola)
1996–heute Arne Kircher  (Violoncello)
1996(?)–heute Tibor Kövesdi (Kontrabass, E-Bass)

ehemalige Ensemblemitglieder
1996(?)–2024 Berndt Thurner (Perkussion)
2024–2026 Lorenz Widauer (Trompeter, Flügelhornist)

Gastmusiker:innen/Substitut:innen
Maiken Beer (Violoncello)

Konzertreihen | Festivalensemble

1997, Musikforum Viktring-Klagenfurt
2021, 2024, 2025 Schallwende - Festival für Neue Musik

20?? Sarkfabrik: Neue Musik im XIV.

Aufträge (Auswahl)*

Tanja Brüggemann, Christian Mühlbacher, Daniel Riegler, Judith Unterpertinger: ALLOS


2001

Konrad Rennert: Fraktur XV


2003

Judit Varga: In memoriam J.V.


2011
Irene Kepl: Grau


2023
Katharina Roth: zupfend tupfend


2024
Elfi Aichinger: Dich muss ich sehen

Uraufführungen (Auswahl)*

1996


1997


2000


2001


2002


2003


2006


2007


2009


2010


2011


2012


2002


2004


2006


2010


2011


2020


2021


2023


2024


2025

Pressestimmen (Auswahl)

21. Juni 2024
"In Summe ein undogmatischer Abend mit exzellenter Musik an der Schnittstelle von Neuer Musik und Jazz. Kommende Saison geht es weiter mit dieser sympathisch undogmatischen Moderne."
Der Standard: Uraufführungen in der Sargfabrik: Edelsalon der zeitgenössischen Emotionen (Ljubiša Tošić), abgerufen am 3.9.2026 [https://www.derstandard.at/story/3000000225303/urauffuehrungen-in-der-s…]
 

"Zeichen des Januskopfes von Luna Alcalay [...] faszinierend klare, spröde Musik in verblüffend klangschöner, bildhafter Wiedergabe."
Salzburger Nachrichten

"Swingendes Konzert des Janus Ensemble...Christoph Cech war nicht nur als Komponist mit seinem, auf vielschichtige Klangeffekte setzenden Beitrag Ton.Film.Reportage präsent, auch das von ihm geleitete junge Janus Ensemble konnte Qualität beweisen."
Kurier

"Das Janus Ensemble überzeugte...'bafomed-chronique scandaleuse concertante' für Kammerensemble von Johann K. Steiner. Ein anspruchsvolles umfangreiches Werk, das von den zwölf Mitgliedern des Ensembles mit Bravour und ungeheurem Einsatz überzeugend dargeboten werden konnte."
Kärnter Tageszeitung

Allein die Auswahl der Komponisten (Luna Alcalay, Boris Sinclair Hauf und Monika Trotz) ist als Manifest für geistige Offenheit und a-normative Bandbreite zu verstehen.
Österreichische Musikzeitschrift (Christian Baier)

Literatur

mica-Archiv: Janus Ensemble

2013 Heindl, Christian: Porträt: Christoph Cech und das Janus Ensemble. In: mica-Musikmagazin.
2014 Heindl, Christian: Ensembles für Neue Musik in Österreich. In: mica-Musikmagazin.
2024 Woels, Michael Franz: ANGST IST JA NIE EIN GUTER BRENNSTOFF FÜR DAS FEUER DER MUSIK.“ – CHRISTOPH CECH (JANUS ENSEMBLE) IM MICA-INTERVIEW. In: mica-Musikmagazin.
2025 Humor als Waffe gegen den Wahnsinn: Neuigkeiten von der Schallwende in Feldkirch. In: mica-Musikmagazin.