Klement Katharina

Vorname
Katharina
Nachname
Klement
erfasst als
InterpretIn
KomponistIn
MusikerIn
AusbildnerIn
MedienkünstlerIn
Genre
Neue Musik
Subgenre
Experimental/Intermedia
Elektronische Musik
Improvisation
Instrument(e)
Klavier
Geburtsjahr
1963
Geburtsort
Graz
Geburtsland
Österreich

© K. Klement

 

"Composer-performer" im Bereich von notierter und improvisierter, elektronischer und instrumentaler Musik.
Schwerpunkt auf räumlichen Konzepten, querverbindende Projekte in den Bereichen Musik-Text-Video-Performance, zahlreiche Mehrkanal-Kompositionen in Kombination mit Instrument(en) und/oder Stimme(n), besonderes Interesse gilt dem Instrument Klavier und dafür erweiterte Spieltechniken, Klanginstallationen, solo-performances, Gründerin und Mitglied von mehreren Ensembles für improvisierte und kollektiv komponierte Musik.


Ausbildung
1984 - 1986 Graz private Studien in Tanz-Improvisation (Monika Steffen)
1986 - 1990 mdw - Universität für Musik und darstellende Kunst Wien Wien Studium Klavier Artzt-Wagner Manfred
1987 - 1989 mdw - Universität für Musik und darstellende Kunst Wien Wien Lehrgang für harmonikale Grundlagenforschung Haase Rudolf
1989 - 1991 Akademie der bildenden Künste Wien Wien Gaststudentin für Plastik/Skulptur (Franz Xaver Ölzant)
1989 - 1993 privates Studium Plastik/Skulptur (Karl Sukopp)
1990 mdw - Universität für Musik und darstellende Kunst Wien Wien Diplom
1990 - 1992 mdw - Universität für Musik und darstellende Kunst Wien Wien Studium Klavier Kneihs Ursula
1990 - 1993 mdw - Universität für Musik und darstellende Kunst Wien Wien Lehrgang für elektroakustische und experimentelle Musik Ungvary Tamas
1993 - 1998 mdw - Universität für Musik und darstellende Kunst Wien Wien Komposition Kaufmann Dieter
1995 Universität York York - Großbritannien Gastkurs "music technology"
mdw - Universität für Musik und darstellende Kunst Wien Wien Lehrgang für elektroakustische und experimentelle Musik Rabl Günther
mdw - Universität für Musik und darstellende Kunst Wien Wien Lehrgang für elektroakustische und experimentelle Musik Kaufmann Dieter

Tätigkeiten
1986 - 1988 querverbindende Projekte in den Bereichen Musik, Tanz, Performance
1989 Plattenproduktion "dot" gemeinsam mit Elisabeth Schimana
1989 - 1993 intensive Beschäftigung mit Plastik, Skulptur und Raum
1990 - 2005 Unterrichtstätigkeit (Klavier) an Musikschulen in Niederösterreich
1993 theoretische Arbeit zu "Raum und Musik"
1995 Universität York York - Großbritannien Tätigkeit im Music Department
1995 - 2001 Klangnetze Mitarbeit am Schulprojekt
2006 mdw - Universität für Musik und darstellende Kunst Wien Wien seither Lehrauftrag am Lehrgang "Computermusik und Elektronische Medien" (Elektroakustische Musik, Komposition, Improvisation)
2010 - 2014 Fonds zur Förderung der wissenschaftlichen Forschung Mitarbeit am Projekt "Knowledge through Art"
2012 - 2014 Fonds zur Förderung der wissenschaftlichen Forschung Mitarbeit am Projekt "Patterns of Institution"
freischaffende Komponistin und Pianistin
KalK mehrere CD-Einspielungen auf dem eigenen Label
Ensemblemitglied bei monocle (mit Reni Weichselbaum, Josef Novotny, Manon Liu Winter), USE (mit Hannes Schweiger, Hermann Stangassinger), soundog (mit Elisabeth Harnik, Uli Winter, Fredi Pröll, Josef Novotny), subshrubs (mit Angélica Castelló, Maja Osojnik, Billy Roisz), los autodisparadores (mit Angélica Castelló, Thomas Grill) und deepseafish-K (mit JUUN, Manon Liu Winter)

Aufträge (Auswahl)
ORF - Österreichischer Rundfunk
Jeunesse Wien
Stadt Wien
Amt der Steirischen Landesregierung
ÖBV - Grabenfest
Festival der Regionen
Das Bösze Salonorchester
Ambitus - Gruppe für Neue Musik
Echoraum
Stift Lilienfeld
Sammlung Essl
Galerie St. Barbara
Musik Kultur St. Johann (MUKU)
Linz 2009 - Kulturhauptstadt Europas
e_may Festival für neue und elektronische Musik
Musikprotokoll im Steirischen Herbst

Aufführungen (Auswahl)
1986 Forum Stadtpark Graz Graz Dis-moll - Ein Tanz- und Musikstück
1987 Kulturzentrum bei den Minoriten Graz Flugfluchten - Ein Tanz-, Sprach- und Musikstück
1988 Museum des 20. Jahrhunderts (20er Haus) Wien Festival Akustika Zustände - Performance
1992 Bogotá - Kolumbien Festival Internacional de Musica Contemporanea Brandung I - Tonbandkomposition stereo
1992 Sofia Festival Musica Nova Brandung I - Tonbandkomposition stereo
1992 Aschaffenburg - Deutschland Jesuitenkirche Bardo I-VI - Sechs 4-Kanal Tonbandkompositionen
1993 Graz Dreizehn Miniaturen - für Tonband 8-Kanal und Klavier
1995 Festival der Regionen Ottensheim Heimat - für Vokal- und Instrumentalensemble und Lautsprecher
1996 Festival Absolute Musik Brandung II - Tonbandkomposition 2-Kanal
1996 Festival Inventionen Berlin Dreizehn Miniaturen - für Tonband 8-Kanal und Klavier
1996 Festival on-off/St. Johann in Tirol timing - Tonbandkompositon 4-Kanal
1996 Salzburg Dreizehn Miniaturen - für Tonband 8-Kanal und Klavier
1997 Ulrichsberger Kaleidophon Ulrichsberg Textur
1998 Kunsthaus Mürzzuschlag Gesmbh Mürzzuschlag Prinzip i
1998 Wiener Konzerthausgesellschaft Wien Monde
1999 Graz Prinzip i
1999 Ulrichsberger Kaleidophon Ulrichsberg scope
1999 Moskau - Russland Festival Alternativa Dreizehn Miniaturen - für Tonband 8-Kanal und Klavier
2000 Echoraum Wien concert trouvé
2001 Offenes Kulturhaus Linz Linz Beton
2001 Tage für Neue Musik Zürich Zürich Textur
2002 Stift Lilienfeld Lilienfeld "6 Kompositionen für Lautsprecher"
2003 Polycollege Stöbergasse Wien Zeiteinknistern und
2004 Krems AREALE - für 2 Klaviere und 4 Kanal-Zuspielung
2006 Musikverein Wien - Gesellschaft der Musikfreunde in Wien Wien none-pareil
2007 Linz Hanisch Maschinenhalle Linz granular
2008 subshrubs Wels Konzert mit A. Castelló, M. Osojnik, B. Roisz mute - für Blockflöte, Klavier, Elektronik und Video
2009 Linz Linz09 cows caused chaos - für 15 Instrumente
2010 Theater Marie Aarau Musik zur szenischen Lesung Herzzeit - Musik für Lesung
2011 Technische Universität Wien Wien Brandung III - für Tonband (Stereo)
2012 Wien Zacherlfabrik Wien: "einen Moment bitte"
2014 Klangspuren - Verein zur Förderung von Neuer Musik Schwaz Schwaz in Tirol wie Tag und Nacht

Auszeichnungen
1994 Max-Brand-Preis
1995 Bundeskanzleramt Österreich Kunst und Kultur Auslandsstipendium
1996 Stadt Wien Arbeitsstipendium
1996 Werkstadt Graz Gastkünstlerin
1998 Czibulka-Stiftung Stipendium
2001 Soziale & Kulturelle Einrichtungen der austro mechana - SKE Fonds Publicity Preis
2002 Republik Österreich Staatsstipendium
2002 Stadt Wien Förderungspreis
2004 Musikforum Viktring-Klagenfurt Elektronikpreis
2004 KomponistInnenforum Mittersill composer in residence
2006 Ars Electronica "honorary mention" beim Prix
2011 Fonds zur Förderung der wissenschaftlichen Forschung Förderung für das Projekt "Knowledge through Art"
2011 Druskininkaj, Litauen: "composer in residence"
2011 Republik Österreich Staatsstipendium
2013 Bundeskanzleramt Österreich Kunst und Kultur Österreichischer Kunstpreis
2014 Auslandsstipendium des Landes Steiermark nach Belgrad
2014 composer in residence in Ohain, Belgien

Stilbeschreibung

 

Elisabeth Vera Rathenböck: Wie definieren Sie Musik für Ihre Arbeit?

 

Katharina Klement: Alles, was klingt. Die Definition ist kurz.

E. V. R.: Bei den 'Miniaturen' nehmen Sie u. a. Themen und komprimieren diese zu einer kleineren Gestalt. Komprimierung kann man auch als Form der Reduktion sehen. Bei einem Rad ist ab einer gewissen Geschwindigkeit das Rad als solches nicht mehr zu erkennen. Es wirkt wie eine Scheibe und hat augenscheinlich Stillstand. Wenn man Klänge total verdichten könnte, würde man auch Stille erhalten?

K. K.: Ja, genau. Das ist ein guter Grenzpunkt. Gerade das Komprimieren oder Einlassen auf Transformationen im musikalischen Sinn, das suche ich. Eine meiner Ideen war, einen komplexen Klang im Frequenzspektrum immer höher zu transformieren, bis über die menschliche Hörgrenze (über 20 kHz) hinaus. Ich habe diese Transformation am Computer gerechnet, das System hat natürlich Unreinheiten, vor allem die Analog-Umwandlung in Klang. Ich bin schließlich "im Rauschen" gelandet. Bei einem Grundelement der Musik also, speziell der Elektroakustik. Das "weiße Rauschen", das den gesamten menschlichen Hörbereich abdeckt, könnte man ja als ungeformtes Rohmaterial für Musik verstehen. Genauso, wie ungeformter "Ton" Rohmaterial für eine Plastik sein kann. Und andererseits bildet die Stille den Raum fürs Rauschen und damit für die Musik. Oder sie schafft sich Raum darin.

 

(Katharina Klement, im Gespräch mit Elisabeth Vera Rathenböck, 1996)


Pressestimmen

 

2011

 

... In Ihren Skizzen zu cows oder Jalousie erkennt man deutlich die Entwicklung von der Ideenfindung hin zum Strukturieren des Kreativen Prozesses, der ein Werk entstehen lässt, bis zum Erlangen des Status jenes Notenmaterials, das die Reproduzierbarkeit gewährleistet ... 

Terz.cc (Barbara Preis)
http://terz.cc/magazin.php?z=133&id=176 

 

2001

Ulrichsberg: Ein gefundenes Fressen
[...] Nun hält sich Katharina Klement, Pianistin, Komponistin, Sound-Forscherin aus Graz mit Wohnsitz in Wien, weder an die Maßgaben einer künstlerischen Stagnation noch an jene hirnverbrannte Esoterik, noch zieht sie Bequemlichkeit dauernder Neuerfindung vor. Ständig ist sie auf der Suche nach der verlorenen Möglichkeit, dass alles wieder Musik wird. Was Klement alles (er)findet, um das Gefundene einzubinden in ihr "concert trouvé", das am Samstag im Jazzatelier Ulrichsberg zu hören war, eine Komposition, die ohne Improvisation nicht wäre, was sie ist: Papier, Holz, Metall, Stein, dazu Sensoren, Elektronik, Computer, dazu ein Uraltgrammophon, Kugeln auf einer schiefen Ebene, Spielzeug - und allerlei elektronische Wesen oder wie Klement sie nennt, "elwes". Im Fantasie-begabten E-Gitarristen Armin Pokorn findet sie einen idealen Partner, Geari Schreilechner und Florian Prix kümmern sich ums behutsame Sound-Engineering. Zum wiederholten Mal in Ulrichsberg, zeigte uns Katharina Klement eine akustisch und optisch gleichermaßen aufregende Momentaufnahme ihrer Experimentier-Werkstatt. Ein gefundenes Fressen, nachzuhören auf der nagelneuen CD "concert trouvé" (KalK CD 04). 

Volksblatt Oberösterreich (Alois Sonnleitner) 

 

2001

Unablässig droht der Rückfall
[...] Lange mußte man zwischendurch warten, bis bei den Tagen für Neue Musik ein "normaler" Ton erklang. Viele davon verschwanden im Geräusch, im Farblich-Differenzierten und -Disparaten, im Glissando oder in einem städigen Transformationsprozess. Aber einfach so ein Ton gerade heraus, der fast nackt wirkt und sagt: Voilà, da bin ich - das war eher die Ausnahme. Spät am Freitagabend vernahm man etliche davon, im Klavierpart der Österreicherin Katharina Klement, die zusammen mit Florian Prix (Elektronik) auf erfreulich unaufdringliche Weise ihre "Textur" erspielte, aber auch sie schien manchmal dem Tastenspiel nicht zu trauen und legte Materialien auf die Saiten. So, als reiche die Substanz nicht aus und man müsse die Klänge verfremden, um sie interessanter zu machen. [...] 

Tagesanzeiger Zürich (Thomas Meyer) 

 

1999

Der Beton macht den Ton
Sie zählt zu den aufregendsten Künstlerinnen der Gegenwart, experimentiert auf dem Gebiet der Elektroakustik und erteilt traditionellen, ausgetretenen Hörgewohnheiten eine klare Absage. Im RadioKulturHaus würdigte das Ensemble "die reihe" für die Jeunesse die heimische Komponistin Katharina Klement. Das Ohr wird bewußt in die Irre geführt: Klang, Geräusch und Rauschen prägen die Tonbandkomposition "Brandung II"; zwei Betonmischmaschinen verleihen dem Werk "Monde" neben Tonband und Instrumenten ein überaus fragil-spezifisches Gepräge. In betörende Grenzbereiche dringt auch die "Miniatur 1, 2, 3" vor, exzellent die Leistung aller Musiker bei der Uraufführung von "scope". Ein Werk, das trotz einer sehr linearen Struktur viele Freiräume schafft. 

Kurier (Peter Jarolin)


Links mica-Archiv: Katharina Klement, mica-Artikel: Katharina Klement gestaltet den Chillout beim DMET-Workshop im mica (2007), mica-Artikel: Katharina Klement im Porgy (2008), mica-Artikel: Bericht Echoraum: "Kukuruz" von dramagraz mit Musik von Katharina Klement (2010), mica-Artikel: Klement/Winter/Unterpertinger - deepseafish (k) (2011), mica-Interview: mit Katharina Klement und Burkhard Stangl (2012)

Empfohlene Zitierweise
mica (Aktualisierungsdatum: 28. 4. 2020): Biografie Katharina Klement. In: Musikdatenbank von mica – music austria. Online abrufbar unter: https://db.musicaustria.at/node/57596 (Abrufdatum: 2. 7. 2020).

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