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Carinthischer Sommer

Name of Organisation
Carinthischer Sommer
erfasst als
Festival/Veranstaltungsreihe
Genre
Klassik
Neue Musik
Gattung(en)
Ensemblemusik
Oper/Musiktheater
Vokalmusik
Geistliche Musik
Musik für Kinder und/oder Schüler:innen
Bundesland
Kärnten

Gründungsjahr: 1969
Veranstaltungszeit: jährlich | Juli, August
Veranstaltungsort: Ossiach [auf GeoNames anzeigen], Villach [auf GeoNames anzeigen], Bergkirche Tiffen [auf GeoNames anzeigen], Schloss Damtschach [auf GeoNames anzeigen], Steinhaus Domenig [auf GeoNames anzeigen]
Träger: CARINTHISCHER SOMMER Festival GmbH

"Der Carinthische Sommer wurde 1969 als Musikfestival im Stift Ossiach am Ossiacher See gegründet. Die Sommerfrische mit klassischer Musik auf höchstem Niveau zu verbinden, begeisterte Künstler:innen und Publikum von Anfang an. In wenigen Jahren etablierte sich der Carinthische Sommer in Ossiach und Villach als international renommiertes Festival für klassische Musik, das mit Namen wie Mstislaw Rostropowitsch, Leonard Bernstein, Christa Ludwig, Rudolf Buchbinder und Gottfried von Einem verbunden ist. Ein Höhepunkt dieser frühen Jahre war das erste europäische Leonard-Bernstein-Festival beim Carinthischen Sommer 1977, mit der Uraufführung der revidierten Fassung seiner 3. Sinfonie Kaddish im Kongresshaus Villach (heute Congress Center Villach) unter der Leitung des Komponisten.

Uraufführungen und zeitgenössische Musik hatten von Anfang an einen hohen Stellenwert beim Carinthischen Sommer und haben ihn noch immer. Zahlreiche Kompositionen von Gottfried von Einem, Ivan Eröd, Kurt Schwertsik, Bruno Strobl, Manuela Kerer, Tamara Friebel, Herbert Lauermann, Johannes Kalitzke und vielen anderen entstanden für den Carinthischen Sommer und wurden hier uraufgeführt. Mit Thomas Daniel Schlee war von 2004 – 2015 ein Komponist Intendant des Festivals, der Komponist und Radiomanager Nikolaus Fheodoroff war langjähriger Präsident des Vereins. Schlee setzte, wie sein Nachfolger Holger Bleck (2016 – 2023), eine Tradition fort, die seine Vorgänger:innen Helmuth Wobisch (1969 – 1979) und Gerda Fröhlich (1980-2003) für Ossiach geprägt hatten: die Kirchenoper. Seit der österreichischen Erstaufführung von Benjamin Brittens Der verlorene Sohn (1975) folgten etliche Uraufführungen von sakralen Musiktheaterwerken zeitgenössischer Komponist:innen mit Kompositionsaufträgen durch den Carinthischen Sommer, zuletzt die Filmoper Jeanne d‘Arc von Johannes Kalitzke (2020/2021) im Congress Center Villach mit dem Klagenfurter Sinfonieorchester unter der Leitung des Komponisten.

Ausgehend von den Festivalzentren Ossiach und Villach sind seit 2003 weitere Spielorte hinzugekommen, wie die idyllische Bergkirche Tiffen, das verträumte Schloss Damtschach oder das Steinhaus Domenig, das mit seiner architektonischen Qualität als steinerne Großskulptur einen faszinierenden Raum bietet, insbesondere für neue Musik. In der Saison 2024 ist zum ersten Mal die Insel im Faakersee Spielstätte des Carinthischen Sommers."
Carinthischer Sommer: Chronik, abgerufen am 21.5.2026 [https://carinthischersommer.at/unser-sommer/chronik/]

Gründer

Günther Mittergradnegger
Nikolaus Fheodoroff

Künstlerische Leitung/Intendant:innen

2023–heute Nadja Kayali

ehemalige künstlerische Leitung/Intendantinnen
1969–1980 Helmuth Wobisch
1980–2003 Gerda Fröhlich
2004–2015 Thomas Daniel Schlee
2016–2023 Holger Bleck

Mitarbeiter:innen (Auswahl)

2019–2021 Michael Schwarzenbacher
19691980 Nikolaus Fheodoroff (Planungsmitarbeiter von Helmut Wobisch und Jakob Stingl)

Festivalthemen

persönlich (2024), fern & nah (2026)

Composer’s Lab

seit: 2025 
Kooperation: Gustav Mahler Privatuniversität für Musik

2025 Heinz Karl Gruber
2026 Johannes Maria Staud

Festivalensemble

ORF Radio-Symphonieorchester Wien
Ensemble Prisma

Festivalartisten

2024 Eckart Runge
2026 Golnar Shahyar, Anna Anderluh

Uraufführungen (Auswahl)*

1969
Brecht-Liederbuch (Karl Heinz Füssl)


1970
3 Motetten (Michael Radulescu)


1971
Partita für Trompete und Orgel (Gottfried von Einem) | Missa Septuaginta (Nikolaus Fheodoroff)


1972
 


1973
Dialoge für Trompete und Orgel & Proprium zum 5. Sonntag nach Pfingsten (Nikolaus Fheodoroff)


1974
Geistliche Sonate (Gottfried von Einem) | Deutsche Messe "O Schöpfer Gott & Fürbitten (Nikolaus Fheodoroff)


1975
Drei Sätze für Streichorchester (und Pauke ad lib.) (Nikolaus Fheodoroff)


1976
Bläserquintett (Gottfried von Einem


1978
Liebes- und Abendlieder (Gottfried von Einem) | Schein und Sein (Kurt Anton Hueber)


1979
Konzert für Orgel und Streichorchester (Ernst Krenek)


1980
In der Tiefe deines Gartens (Meinhard Rüdenauer) | Nachtstück (Erich Urbanner) | Mimiatures (Willem van Zutphen)


1981
Missa Mundi (René Clemencic) | Lieder vom Anfang und Ende (Gottfried von Einem) | Kleine Suite (Thomas Daniel Schlee)


1982
Das Spiel vom Menschen (Cesar Bresgen) | Hunyady Laszlo (Gottfried von Einem) | Der Füssener Totentanz (Iván Eröd) | Hölderlin-Liederbuch (Karl Heinz Füssl)


1983
Liederliche Lieder zur Gitarre (Gottfried von Einem) | Lieder einer bewegten Seele (Ulrich Küchl) | Zauberbär und Wünschelstimme (Meinhard Rüdenauer) | Für den Frieden (Hans-Jörg Scherr) | Streichquartett, Nr. 1 ("das liturgische") (Thomas Daniel Schlee)


1984
Vermutungen über Lotti (Gottfried von Einem) | Es wird gesät verweslich, Streichquartett & Wenn ich mit Menschen- und mit Engelszungen redete (Ulrich Küchl) | Simon (Herbert Lauermann)
 


1985
Für Clara (Dieter Kaufmann) | Psalmmotette (Wolfgang Sauseng) | Ständchen (René Staar)


1986
Kain (Karl Heinz Füssl) | Der Zauberer Asriak (Franz Pillinger)


1987
Sonate für Violoncello und Klavier (Gottfried von Einem) | Vom Schweigen (Dieter Kaufmann) | Als hätte der Schmerz keine Vergangenheit (Bruno Strobl)


1988
Widerständchen (Dieter Kaufmann) | Kontraste, Nr. 1 für Violine und Klavier (Ulrich Küchl)


1989
Inmitten aller Vergänglichkeit (Gottfried von Einem) | Bruder Boleslaw (Dieter Kaufmann) | Naunz (Thomas Larcher) | Unser ist es, lebendig zu sein (Günter Mattistsch) | Il Combattimento di Cecco e la sua Compagnia (Herbert Willi)


1990
Tamar (Ulrich Küchl)


1991
Überlaßt den Elementen euch und ihren Geistern (Gottfried von Einem) | Totentanz - 2. Fassung (Ernst Ludwig Leitner) | Kleine Suite für Gitarre (Thomas Daniel Schlee)


1992
Der Füssener Totentanz (Iván Eröd) | Ulrichslegende (Kurt Schwertsik) | Zwölf plus (Bruno Strobl) | Der Landsknecht von Kärnten (Franz Thürauer) | 3 Studien für Saxophonensemble (Wolfram Wagner)


1994
Jeux d'amour (Gottfried von Einem) | Drei Postillion-Lieder im Volkston für Bariton und Klavier & Konzert für Violine, Streichorchester und Pauken (Nikolaus Fheodoroff) | Moritaten (Dieter Kaufmann) | Die Wirklichkeit (Bartolo Musil)


1995
Intime Töne (Gottfried von Einem)


1996
Wär ich einer Deiner Augenäpfel (Nikolaus Fheodoroff) | Ich sitze am ausgebrannten Minarett & Warum beklagst du? (Dieter Kaufmann) | Schatten (Bruno Strobl) | Wenn der Teufel tanzt (Wolfram Wagner)


1997
Poem & Fantastische Szenen (Wolfram Wagner)


1998
Hochzeit zu Kana (Peter Planyavsky) | Riesen, Zwerge, Menschenfresser (Gerhard Schedl)


2000
Psalm 146 nach der Übersetzung Martin Luthers (Wolfgang Nening)


2001
Grete Müller heiße ich (Dieter Kaufmann) | Der Esel Hesékiël & Kärntner Tabulaturbüchlein (Thomas Daniel Schlee)


2002
Die singenden Steine (Nikolaus Fheodoroff) | Trialog (Gerd Kühr)


2003 
Der Berg (René Clemencic)


2006
Die Schuldigkeit des Ersten Gebots (Bearbeitung) (Rudolf Jungwirth)


2007
an den gläsernen horizont (Wolfgang Liebhart) | Ich, Hiob (Thomas Daniel Schlee) | Himmelwärts & Zwischen Himmel und Erde (Bruno Strobl) | Upor (Der Aufruhr) (Tomaž Svete)


2009
Kje je moj mili dom? (Hui Ye)


2011
4 Bagatellen für Streichquartett und Klavier (Roland Batik) | schämäsch wö jareach (Rudolf Jungwirth) | Süßer Duft Polenta (Franz Koglmann) | Psalm 148 (Johannes Kretz) | Durch die Banken (Thomas Daniel Schlee) | Die Nasenwurst (Helmut Schmidinger) | Irrwische (Maxim Seloujanov)


2012
Trialog (Gerd Kühr) | Surge illuminare (Pier Damiano Peretti) | Sara und Ihre Männer (Bruno Strobl)


2013
LITANEI - lobe - schweige - klage - liebe (Dieter Kaufmann)


2014
Missa Verbum Perenne (Till Alexander Körber) | lass uns über den Dorfplatz gehn (Susanna Ridler)


2015
Vom Leben und all dem (Hannes Dufek) | So wünsch ich nun ein gute Nacht (Till Alexander Körber) | Klavierkonzert "Deep Blue" (Robert Pobitschka)


2016
Carinthische Wassermusik (Renald Deppe) | Of secrets, I am silence (Tamara Friebel) | 3 Choräle & 10 Haikus (Dieter Kaufmann) | wurzeln (Manuela Kerer


2017
Violinkonzert, Nr. 1 in g-Moll (Alma Deutscher) | Suns & Daughters (Tamara Friebel) | Asterión (Daniel Serrano) | Hemma - Eine Weibspassion (Bruno Strobl)


2018
3 "neue" Kärntner Lieder für Männer-Vokaloktett (Susanna Ridler) | Beethovenfries (Daniel Serrano)


2019
4 Kindertotenlieder (Julia Purgina)


2021
Suite furlana (Ákos Bánlaky) | JUS  (Manuela Kerer) | Primavera (Pier Damiano Peretti) | […] unter der Sonne. Das Buch Kohelet, 1,9 (Maxim Seloujanov) | Metallic spaces (Otto Wanke


2023
Illuminations Ossiach (Tamara Friebel)


2024 
Interzone: GAME 11-4-9 (Bernhard Lang) | Azinheira (Hannah Eisendle)


2026
Lotus, Offertorium (Tamara Friebel) | Cahier des équilibres mouvants & Tulpa/Doppelgänger (Johannes Maria Staud)

Literatur

mica-Archiv: Carinthischer Sommer

1991 Gerda Fröhlich: 20 Jahre Carintischer Sommer. In: Musicologica Austriaca 10, S. 131ff. Online Abrufbar unter: https://www.musau.org/assets/Uploads/OEGMW/MusAu-Printausgabe/MusAu-10-1991/MusAu-10-1991-10-Froehlich.pdf 
2021 CARINTHISCHER SOMMER 2021. In: mica-Musikmagazin.
2023 Offener Brief der Institutionen der österreichischen Musikszene zu den RSO-Einsparungsplänen. In: mica-Musikmagazin.
2024 Carinthischer Sommer 2024 „persönlich“. Musik – Literatur – Diskurs. In: mica-Musikmagazin.
2026 Wendrock, Sylvia: „Wir müssen neue Wege denken.“ – Nadja Kayali (CARINTHISCHER SOMMER) im mica-Interview. In: mica-Musikmagazin.

* Unter "Uraufführungen (Auswahl)" werden vorwiegend Werke von österreichischen oder in Österreich lebenden Komponist:innen gelistet.

Normdaten / Identifikatoren
Oesterreichisches Musiklexikon online: https://dx.doi.org/10.1553/0x0001caa3
GND: https://d-nb.info/gnd/4409464-4
GND Explorer: https://explore.gnd.network/gnd/4409464-4
Wikipedia: https://de.wikipedia.org/wiki/Carinthischer Sommer

Empfohlene Zitierweise
mica (Aktualisierungsdatum: 22. 7. 2026): Carinthischer Sommer. In: Musikdatenbank von mica – music austria. Online abrufbar unter: https://db.musicaustria.at/node/34146 (Abrufdatum: 27. 7. 2026).