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Friebel Tamara

First Name
Tamara
Family Name
Friebel
Andere Namen
Tamaré
erfasst als
Komponist:in
Interpret:in
Performancekünstler:in
Klangkünstler:in
Genre
Neue Musik
Instrument(e)
Elektronik
Klavier
Stimme
Frauenstimme
Geburtsjahr
1975
Geburtsland
Australien
Tamara Friebel

Tamara Friebel © Maria Frodl

"Tamara Friebel ist eine Komponistin und Performerin aus Cohuna, Australien, die derzeit in Österreich lebt. Sie ist Stipendiatin des Österreichischen Bundesstipendiums für Komposition 2024. Zu Friebels bemerkenswerten Erfolgen gehört die Ernennung zur Komponistin des Imago Dei Festivals, wo ihr Chorwerk "Illuminations" uraufgeführt wurde. Das Stück wurde auch beim Carinthischen Sommer (2023) in der Stiftskirche von Ossiach aufgeführt, und die Aufnahme wird im Frühjahr dieses Jahres veröffentlicht, gefördert vom Österreichischen ÖstMusikfonds. Friebel studierte Architektur, Soziologie und Theologie an verschiedenen Universitäten in Melbourne, bevor sie Komposition an der Universität für Musik und darstellende Kunst Wien und Architektur in der Meisterklasse von Zaha Hadid bei dieAngewandte studierte. Sie promovierte in Komposition an der University of Huddersfield in Großbritannien. Nach ihrem Doktorat war Friebel auch an Forschungsprojekten und Lehrveranstaltungen an der Universität beteiligt."
kofomi.com: Tamara Friebel (2024), abgerufen am 06.08.2026 [https://kofomi.com/teilnehmerin/tamara-friebel/]

Stilbeschreibung

"Tamara Friebels Faszination und Symbiose von Architektur und Komposition hat zur Schaffung von Werken geführt, die einen starken spezifischen Bezug zu einem Ort haben. Kompositionen, die direkt aus einer Architektur heraus entstehen, oder Welten, die durch ihre Architektur geschaffen werden, werden zu einem neuen Hafen für ein völlig neues Konzept von Musik. Dieser besondere Ansatz transzendiert das Alltägliche und lässt die Vergangenheit in einem neuen Licht erscheinen. Es ist ihre Art, metaphorische Brücken über Zeitdistanzen zu bauen, um einen neuen Zeitgeist in diesem Moment einzufangen."
kofomi.com: Tamara Friebel (2024), abgerufen am 06.08.2026 [https://kofomi.com/teilnehmerin/tamara-friebel/]

"Widerspruch ist ein ständiger Begleiter in meinem Leben. Ich versuchte folgendes zu sagen, weil es mir unmöglich erscheint Schönheit und Anmut zu verstehen, besonders im jetzigem kulturellen Umfeld. - 'Ich kann keine Künstlerin sein' - ist für mich genauso möglich zu sagen, wie auch - 'dann sei keine Künstlerin und schau ob du anmutig sein kannst ohne es zu merken. Warte ob andere mit dir diese Anmut teilen.'"
Tamara Friebel: Biography (2020 - Übersetzung Peter Losert 2020), abgerufen am 21.04.2020 [http://tamarafriebel.com/bio]

"Alltagsgegenstände wie eine Singer-Nähmaschine oder kleine Spielfiguren auf Seerosenblättern fügt Tamara Friebel in ihre Performances und Installationen, die als Schnittstelle zwischen ihren Kompositionen und architektonischen Arbeiten gesehen werden können. An der Universität für Musik und darstellende Kunst sowohl in Komposition wie auch in elektroakustischer Komposition ausgebildet, sind ihre Werke einerseits von ganz Handgreiflichem geprägt, verhandeln aber oftmals auch psychologische oder abstrakte Themen, worauf etwa der Titel the dissociative said verweist. Zwischen den Einflüssen strenger Notation, Improvisation und Live-Elektronik tun sich wie etwa in Instand Memory Trace 1 or learning to breathe für Barockflöte, Harpsichord, Ping-Pong-Bälle und Spannungsfelder zwischen genauem Einhalten und offener Gestaltung auf, die auch das in gewissem Rahmen Unbeeinflussbare in die Musik integrieren."
mica-Musikmagazin: TAMARA FRIEBEL IM PORTRÄT (Doris Weberberger, 2014)

Auszeichnungen, Förderungen & Stipendien

1990–1993 Presbyterian Ladies' College, Melbourne (Australien): Musik-Stipendium
1996 Nescafé Big Break-Awards (Australien): Halbfinalistin
1997 LaTrobe University Melbourne (Australien): Sociology of Culture Prize
2001 Royal Melbourne Institute of Technology (Australien): Percy Oakden Prize (für den besten Essay (Geschichte/Theorie), "lower pool")
2001 Royal Melbourne Institute of Technology (Australien): The Metropolis Prize (für den besten Essay (Geschichte/Theorie), "lower/upper pool")
2002 Europäisches Forum Alpbach: Konferenz-Stipendium "Architektur und Networking"
2003–2004 Royal Melbourne Institute of Technology (Australien): Travelling Grant (für Technische Universität Wien)
2004 Presbyterian Ladies' College, Melbourne (Australien): Stipendium "Annie, Jean and Doris Lamont" (für Universität für angewandte Kunst Wien)
2008 Architekten-Ideenwettbewerb "Di Stasio Ideas Competition" (Australien): Shortlist für Australien-Pavillon (Biennale di Venezia)
2009–2013 University of Huddersfield (Großritannien): Vollstipendium
2010 Projekt "NOVA – New Opera Ventures Australia" - Victorian Opera, Chamber Made Opera, Melbourne (Australien): ausgewählte Teilnehmerin
2011 Kranich Museum, Saal (Deutschland): Artist in Residence
2012 Bundeskanzleramt Österreich Kunst und Kultur: Kompositionsförderung, Portrait Concert Series
2013 Bundesministerium für Europa, Integration und Äußeres der Republik Österreich: Förderprogramm "The New Austrian Sound of Music 2014–2015"
2013–2014 Rondo Atelier GrazAmt der Steirischen Landesregierung: Artist in Residence
2014 Bundeskanzleramt Österreich Kunst und Kultur: Staatsstipendium für Komposition
2015 Jeunesse – Musikalische Jugend Österreich: Förderung für ein Portraitkonzert
2016 Kleine Zeitung Graz: Steirerin des Tages 
2018 Bundeskanzleramt, Sektion für Kunst und Kultur: Kompositionsförderung
2019–2023 Atelierhaus Tagger - Kulturamt Graz: gefördertes Atelier
2020 Projekt "Listen to Intuition" - Kulturjahr Graz: Förderung
2021 Festival Imago Dei: Festivalförderung (Illuminations)
2021 Amt der Niederösterreichischen Landesregierung: Kompositionsförderung (Illuminations)
2022 Carinthische Dialoge: Kulturförderung
2022 Amt der Steirischen Landesregierung: Kompositionsförderung (Know thy swan)
2022 Soziale & Kulturelle Einrichtungen der austro mechana – SKE Fonds: Kompositionsförderung (Know thy swan)
2022 Festival Imago Dei: Composer in Residence, Privatförderung Christoph Grabenwarter (Illuminations)
2022 Österreichischer Musikfonds: Aufnahme-/Dokumentationsförderung (Illuminations)
2022 MUK – Musik und Kunst Privatuniversität der Stadt Wien: Einladung zum Hearing "Professur für Musiktheorie"
2023 Carinthischer Sommer: Kompositionsförderung (Illuminations Ossiach)
2023 Soziale & Kulturelle Einrichtungen der austro mechana – SKE Fonds: Kompositionsförderung (Sappho Fragments Teil 3, Sappho Fragments Teil 4)
2023 Amt der Steirischen Landesregierung: Jahresförderung "Komposition"
2024 Bundesministerium für Kunst, Kultur, öffentlichen Dienst und Sport: Staatsstipendium für Komposition

Ausbildung

1993 Australian Music Examination Board - University of Melbourne (Australien): Klavier - Performance Diploma
1996–1998 University of Melbourne / LaTrobe University Melbourne (Australien): Soziologie, Psychoanalytische Theorie - BA
1998–2000 Ridley Theological College / University of Melbourne (Australien): Theologie - 2/3 abgeschlossen
2000–2006 Royal Melbourne Institute of Technology (Australien): Architekturtheorie (Brent Allpress), Catia Software (Jane Burry) - B. Arch(hons) (BA-Arbeit "The Trilateral Dynamic: Metastaseis, the Modulor and the Philips Pavilion")
2003–2004 Auslandsstudium - Technische Universität Wien: Architektur
2004–2008 Universität für angewandte Kunst Wien: Architektur (Zaha Hadid) - Mag. Arch. (Diplomarbeit "Sacca San Mattia, Hybrid demarcations of a strange attractor set")
2004–2009 mdw – Universität für Musik und darstellende Kunst Wien: Komposition (Chaya Czernowin), Tonsatz (Dietmar Schermann), Elektroakustik (Karlheinz Essl) - 1. Diplomprüfung
2008 ERASMUS-Aufenthalt - Royal College of Music, London (Großbritannien): Elektroakustik (Jonathan Cole)
2009–2013 University of Huddersfield (Großbritannien): Komposition (Liza Lim), Elektronik (Monty Adkins) - PhD (Dissertation "Generative Transcriptions, an Opera of the Self")

Tätigkeiten

1994 St. Lawrence College Junior School, Ramsgate (Großbritannien): Assistenzlehrerin (Musik, Orgel)
1996–2001 Melbourne (Australien): Privatlehrerin (Violine, Klavier, Violoncello) an ausgewählten Schulen
1996–2001 Chatham Primary School, Melbourne (Australien): Workshop-Leiterin (Kreative Arbeit, Komposition)
2004–2006 Wien: Privatlehrerin (Klavier, Komposition)
2005–2007 Architekturprojekt "Temple Hills Medical Centre", Melbourne (Australien): Entwurfsarchitektin (Innenarchitekturentwurf, Arbeitszeichnungen, Möbeldesign)
2005–heute freischaffende Musikerin, Komponistin und Performerin
2010 Projekt "Moden und Kommunikation" - Akademie der bildenden Künste Wien: Gastdozentin (Seminar "Tzotzil Metamorph")
2010–2012 mica-Musikmagazin, Wien: Autorin (Portrait, Interviews), u. a. mit: Peter Androsch, Pierluigi Billone, Peter Jakober, Bernhard Lang, Klaus Lang, Katharina Klement, Olga Neuwirth, Eva Reiter, Johannes Maria Staud
2012 Klasse "Alex Schweder" - Akademie der bildenden Künste Wien: Gastbegutachterin (Performance Architecture)
2012–2014 Forschungsprojekt "POINTS" - Institut für Elektronische Musik und Akustik (IEM) Graz: Komponistin, Übersetzerin, Lektorin (mit Gerhard Nierhaus)
2014–2023 Projekt "The Collaborative Mind of Arts & Maths" - Institut für Mathematik und Wissenschaftliches Rechnen - Karl-Franzens-Universität Graz: PostDoc-Projektmitarbeiterin (mit Klemens Fellner, Karin Baur, Gerhard Eckel)
2015 Workshop "Nonlocal Nonlinear Partial Differential Equations and Applications" - University of Naples, Anacapri (Italien): Gastvortragende ("The Collaborative Mind"), Teilnehmerin
2015 Music Tech Festival Ljubljana (Slowenien): Gastvortragende ("The Collaborative Mind"), Teilnehmerin
2015 Salt New Music Festival Symposium - University of Victoria (Kanada): Gastvortragende ("Attractive Privacies of Breathing Borders"), Teilnehmerin
2016 Workshop "Interpolationen" - Kunstverein ESC Graz: Gastvortragende ("The intricacy of self-similarity")
2016–2017 Zentrum für Genderforschung - KUG – Universität für Musik und darstellende Kunst Graz: Seminarleiterin ("The role of intuition in forming creative flow")
2017 16th APLIMAT Conference on applied Mathematics - Slovak University of Technology, Bratislava (Slowakei): Keynote-Sprecherin ("Frieze patterns in the triangle between algebra, dynamics and music"), Teilnehmerin
2017–2023 Forschungsprojekt "Maths & Arts" - University of Leeds (Großbritannien): wissenschaftliche Mitarbeiterin (mit Karin Baur, Robert Marsh)
2018 Minisymposium "Mathematics and Music" - Karl-Franzens-Universität Graz: Gastvortragende ("Frieze patterns in the triangle between algebra, dynamics and music")
2018 Zentrum für Genderforschung - KUG – Universität für Musik und darstellende Kunst Graz: Seminarleiterin ("The role of intuition in forming creative flow")
2018 Forschungsprojekt "Maths & Arts" - University of Melbourne (Australien): Gastwissenschaftlerin
2019 Vienna.composers@muk - MUK – Musik und Kunst Privatuniversität der Stadt Wien: Gastdozentin (Workshop, Vortrag, Gesprächskonzert)
2019 Abteilung für Architekturtheorie und Technikphilosophie - Technische Universität Wien: Gastdozentin ("Hopeful Autonomy, Transgression - Repulsion")
2020 9th International Master Class of New Music, Lviv (Ukraine): Leiterin einer Meisterklasse
2021 Impact Café - Karl-Franzens-Universität Graz: Gastvortragende ("Balancing artistic intuition and mathematical complexity")
2021 Abteilung für Architekturtheorie und Technikphilosophie - Technische Universität Wien: Gastdozentin ("A room of one's own")
2022 Abteilung für Architekturtheorie und Technikphilosophie - Technische Universität Wien: Gastdozentin ("Illuminations, artistic research & composition")
2022 Erasmus + BIP-Projekt "Trittico 2022" - Gustav Mahler Privatuniversität für Musik, Klagenfurt: Gastdozentin ("Bird's Eye View, Illuminations")
2022 Joseph Haydn Institut für Kammermusik und Neue Musik - mdw – Universität für Musik und darstellende Kunst Wien: Gastdozentin ("Compositions of Tamara Friebel 'Aus der Vogelperspektive'")
2022 SAR-Konferenz "Long Conversation" - Bauhaus-Universität Weimar (Deutschland): Gastvortragende ("Listen2Intuition: Mathematics|Arts|Society"), Teilnehmerin
2022 Event "Resonanzräume" - Carinthischer Dialog: Gastvortragende ("Aus der Vogelperspektive"), Teilnehmerin
2022–2023 Zentrum für Genderforschung - KUG – Universität für Musik und darstellende Kunst Graz: Seminarleiterin ("Intuitive feedback and interdisciplinary strategies in artistic creation")
2023 Workshop "Perceiving Art: Physics Principles & Research Challenges" - Institute Henri Poincaré Paris (Frankreich): Gastvortragende ("Listen2Intuition: Mathematics|Arts|Society"), Teilnehmerin
2023 Workshop "Maths and art: creating together, presentation" - CIRM – Centre international de recontres mathématiques, Marseille (Frankreich): Gastvortragende ("Frieze Patterns & Music"), Teilnehmerin
2023 Forschungsprojekt "Maths & Arts" - University of Melbourne (Australien): Gastwissenschaftlerin
2023–heute Institut für Mathematik und Wissenschaftliches Rechnen - Karl-Franzens-Universität Graz: weiterlaufende Zuordnung
2024 kofomi - Komponist:innenforum Mittersill: eingeladene Teilnehmerin
2024 Facebook Live Broadcast "Dialogues between mathematics and culture" - UNAM Instituto de Matemáticas/Universidad de México, Mexico City (Mexiko): Onlinevortragende ("Listen2Intuition: Frieze Patterns & Music")
2024–2026 Bundesministerium für Wohnen, Kunst, Kultur, Medien und Sport – BMWKMS: Jurymitglied (Bundes-/Staatsstipendien, Projektförderungen, Arbeitsstipendien)
2025 Joseph Haydn Institut für Kammermusik und Neue Musik - mdw – Universität für Musik und darstellende Kunst Wien: Gastdozentin ("Geometrie und Mathe in 'Kaleidoscope of a Butterfly'")

Zusammenarbeit mit zahlreichen bekannten Musiker:innen, u. a. mit: Gobi Drab, Judith Reiter, Maria Gstättner, Peter Herbert, Stefan Heckel

Mitglied in Ensemble/Band/Orchester
2017–heute Florabeat: Elektronik (gemeinsam mit Kaoko Amano (voc))

Aufträge (Auswahl)

zahlreiche Aufträge von Festivals (bspw. Festival Elektronischer Frühling, e_may Festival für neue und elektronische Musik, Wien Modern, Huddersfield Contemporary Music Festival, velak, Festival Imago Dei, Carinthischer Sommer), im Kulturbereich tätigen Organisationen (u. a. Österreichisches Kulturforum MoskauJeunesse – Musikalische Jugend Österreich, Porgy & BessJazzwerkstatt Graz, snim − Spontanes Netzwerk für improvisierte Musik, JazzWerkstatt Wien, Brut Wien, Österreichischer Rundfunk – ORF, Arnold Schönberg Center Wien, impuls . Verein zur Vermittlung zeitgenössischer Musik, Qubit Noise Festival New York, Sonic Arts Research Centre (SARC) Sound Lab Belfast) sowie von Ensemblen/Orchestern (u. a. Ensemble Reconsil WienPlatypus Ensemble, PHACE, between feathers ensemble, Hedda)

Uraufführungen (Auswahl)

2009


2010


2011


2012 


2013


2014


2015


2016


2017


2018


2019


2020


2021


2022


2023


2024

  • Anna Koch (cl), Tamara Friebel (elec, vid) - Festival Cut, Paste, Play, Church St. Studios Sydney (Australien): Awaken thy Dragon (UA)
  • oenm . oesterreichisches ensemble für neue musik: Jakob Sigl (elec), Michael Krenn (sax) - Konzert "L'homme machine", Alte Schmiede Wien: Little Miss Alien (UA)
  • Duo Edelbauer-Kuzo: Andrea Edelbauer (sax), Oksana Kuzo (pf) - Konzert "The Lovers", Alte Schmiede Wien: Swan, fly away (UA)
  • Momentum Vocal Music: Ana-Marija Brkić (s), Elisabeth Kirchner (ms), Sebastian Taschner (t), Daniel Menczigar (b), Simon Erasimus (dir) - Programm "Fatrasien – Fantastische Wirklichkeitsräume", Galerie MANA Wien: Ave (UA)

2025


2026

Pressestimmen (Auswahl)

20. Juli 2023
"In Musik verwandelte Architektur: Tamara Friebel hat ihr Chorwerk "Illuminations" der Minoritenkirche Krems und der Stiftskirche Ossiach auf den Leib – oder vielmehr ins Gemäuer geschrieben. Im Schaffen der australischen Klangkünstlerin Tamara Friebel spielt der Raum eine zentrale Rolle. Friebel studierte Komposition bei Chaya Czernowin sowie Architektur bei Zaha Hadid und ist derzeit als Post-Doc-Forscherin am Institut für Mathematik der Universität Graz beschäftigt. Illuminations entstand als Auftragswerk im Rahmen einer Kooperation des Festivals Imago Dei mit dem Carinthischen Sommer. Ausgangspunkt der Komposition war die Architektur der Minoritenkirche Krems: Friebel leitete die musikalischen Strukturen der Partitur aus den spezifischen Proportionen des Raumes ab und übersetzte sie in einen zwölfstimmigen Chor. Aus Manifesten der jahrhundertealten Kirchenmauern destillierte sie latente Strukturen, die sie wiederum in manifestes Notenmaterial verwandelte. Textliches Leitmotiv ist dabei die Suche nach Licht und Erleuchtung, die in der Vertonung der Worte von Mystikerinnen wie Hildegard von Bingen oder Rābi'a al-'Adawiyya al-Qaysiyya, von Mantras und Göttinnennamen zum Ausdruck kommt."
Kleine Zeitung: "Illuminations" von Tamara Friebel in der Stiftskirche Ossiach (Advertorial, 2023), abgerufen am 06.08.2026 [https://www.kleinezeitung.at/artikel/6308138/Carinthischer-Sommer_Illum…]

03. Februar 2015
über: Dew Drops - Gstättner, Heckel, Herbert, Reiter, Friebel (ein_klang records, 2015)
"Musik zwischen Komposition und Improvisation, stilistisch nicht einordenbar und mit deutlich avantgardistischem Anstrich. Genau eine solche bringen MARIA GSTÄTTNER und ihr hochkarätig besetztes Ensemble auf der nun erscheinenden CD "Dew Drops" (ein_klang records) zu Gehör [...]. Und wie es eigentlich, kennt man die diversen Betätigungsfelder von Maria Gstättner, zu erwarten war, lässt sich die gebürtige Steirerin auch dieses Mal nicht von der gewöhnlichen Linie leiten. So wirklich eindeutig kategorisieren lässt sich das musikalische Tun ihres Quintetts nämlich nicht. Mehr als die Fagottistin und ihre Kolleginnen und Kollegen Stefan Heckel (Piano), Peter Herbert (Kontrabass), Judith Reiter (Bratsche, Stimme) und Tamara Friebel (Elektronik, Stimme) in irgendeinem Moment wirklich eindeutig werden, erschaffen sie vielschichtige, aber doch auch in ihrer Art sehr reduziert gehaltene Klanggemälde, deren stilbildenden Elemente aus den verschiedensten Richtungen stammen. Ein wenig Jazz hier, ein wenig Kammermusik da, dann wieder leichte Einwürfe aus der Elektronik und Klangkunst, und, und, und. Genau aus dieser Unschärfe aber speist sich auch der besondere Spannungsgehalt der einzelnen Stücke. Klare, ordnungsgebende Strukturen lassen sich kaum festmachen. Vielmehr bewegt sich das Ensemble im freien Raum zwischen Komposition und Improvisation, was bedeutet, dass sich die Stücke quasi in alle Richtungen hin entwickeln [...]. Lauscht man dieser CD, ist es fast so, als würde man in eine Wolke eintauchen und mit dieser über faszinierende und farbenprächtige Klanglandschaften hinwegziehen. Ein Musikerlebnis, das sich auf diese wunderbare Art nicht allzu oft herausbildet."
mica-Musikmagazin: GSTÄTTNER/HECKEL/HERBERT/REITER/FRIEBEL – "Dew Drops" (Michael Ternai, 2015)

20. November 2013
"GATES – Zwischen?Raum war der zweite Teil des Wien Modern Abends in Zusammenarbeit mit dem sirene Operntheater – progetto semiserio und der IGNM [...]. Mit "Wärme" schloss sich eine abermals ganz persönliche seelische Bestandsaufnahme an, für die Tamara Friebel das Konzept und die Komposition und Nathalie Latham den visuellen Gang durch eine Kirschblütenbaum schuf. Kaoko Amano pendelte darin als entwurzelte Japanerin zwischen Traumgebilden und bedrohlicher Realität. Die musikalische Begleitung durch Cello und Schlagwerk erweiterte Friebel durch zusätzliche elektronische Einspielungen. Spätestens mit diesem Stück war klar, dass der Abend nach der Pause eine eklatante Wendung genommen hatte. Stand das Spielerisch-Humorige im ersten Teil im Vordergrund, war es die Tragik des Individuums, die nun in verschiedenen Ausformungen abgehandelt wurde [...]. Eine Klangdichte, die sich im Laufe der "installativen Raum-Klang Oper" zur Schmerzgrenze hin ausweitete, unterstrich diese unaufhaltbare Entwicklung. Die auf der Bühne mitagierenden Musiker von Phace machten deutlich, wie sehr der Mensch in den Produktionswahnwitz eingebunden ist und diesen trotz aller sichtbaren Bedrohungen weiter verfolgt. Da wurden absurde Klangkästen mit Schläuchen traktiert, Percussioninstrumente, Cello und Saxophon in all ihren Klangmöglichkeiten ausgereizt und keine Rücksicht auf Kaoko Amano und Paul Schweinester genommen, die in die Rollen der Dokumentierenden geschlüpft waren, ohne in den Wahnwitz weiter eingreifen zu können. Das dichte, auditive Gespann, teilweise mit harten Beats akzentuiert, erlaubte keinerlei Gedankenabschweifung und machte klar, dass es aus dieser Situation keinen Ausweg geben würde [...]."
European Cultural News: Vom Leben in der falschen Zeit (Michaela Preiner, 2013), abgerufen am 12.08.2022 [https://www.european-cultural-news.com/vom-leben-in-der-falschen-zeit/8…]

Diskografie (Auswahl)

2024 Illuminations - Tamara Friebel, Momentum Vocal Music, Simon Erasimus (Self-Release Tamara Friebel)
2024 Illuminations III.: Back to the earth, a slow breath - Tamara Friebel, Momentum Vocal Music, Sylvie Lacroix (Single; Self-Release Tamara Friebel)
2024 Illuminations IV.: Ossiach (Ocean of Compassion) - Tamara Friebel (Single; Livo)
2024 Illuminations I. Cycle 2: Vam (Water) - Tamara Friebel, Momentum Vocal Music (Single; Self-Release Tamara Friebel)
2024 Illuminations II.1: Illumini (Enlighten) - Tamara Friebel, Momentum Vocal Music, Michael Moser (Single; Self-Release Tamara Friebel)
2024 Sleep, beautiful sleep - Tamara Friebel (Livo)
2022 Sun's a Sister - Tamara Friebel (Single; Livo)
2022 Garden - Tamara Friebel (Single; Livo)
2022 A fragmented Hyacinth Stain - Tamara Friebel (Single; Livo)
2021 This horizon joins me to you, forever - Tamara Friebel (Single; Livo)
2020 Before the Soft Wind - Tamara Friebel (Livo)
2020 Om Kreem Maha Kali Sarva Rhogam Nasi Nasi - Tamaré, Sri Sakthi Amma (Single; Livo)
2019 Awakened Flutters - Tamara Friebel (Livo)
2019 Fluttering Leaves - Tamara Friebel (Single; Livo)
2015 Dew Drops - Gstättner, Heckel, Herbert, Reiter, Friebel (ein_klang records)

Tonträger mit ihren Werken
2019 to catch a running poet: new works for the harpsichord - Maja Mijatović (NEOS) // Track 7: Dance Me To My Rebirth
2016 Exploring the World - Ensemble Reconsil (Orlando Records) // CD 11, Track 3: In fremder Schrift (Silk, wood)
2014 Platypus: Selected Works Vol. II "Das Bittersüße" - Ensemble Platypus (col legno Digital) // Track 2: Yelobalkaraoke

Literatur

mica-Archiv: Tamara Friebel

2009 Platypus -Austauschprojekt #1. In: mica-Musikmagazin.
2010 Rögl, Heinz: Echoraum: Ein Schnitzelfilm (dieb 13 & Billy Roisz) und 3 x Festival "Grenzwerte". In: mica-Musikmagazin.
2011 Ternai, Michael: Kollektiv Akt 2. In: mica-Musikmagazin.
2012 Ternai, Michael: Die Jazzwerkstatt Wien stellt das Programm für das Festival "Vienna Room Service" vor. In: mica-Musikmagazin.
2013 KLANGMANIFESTE 2013. In: mica-Musikmagazin.
2013 NASOM – The New Austrian Sound of Music 2014/2015. In: mica-Musikmagazin.
2014 Rögl, Heinz: Das Ensemble Platypus online bei col legno. In: mica-Musikmagazin.
2014 Rögl, Heinz: Das Ensemble Reconsil Wien startet "Exploring the World". In: mica-Musikmagazin.
2014 Weberberger, Doris: Tamara Friebel im Porträt. In: mica-Musikmagazin.
2014 EXPAN 2014. In: mica-Musikmagazin.
2014 TEXT IM KLANG. In: mica-Musikmagazin.
2015 Heindl, Christian: "Es gibt immer viel Platz zum Atmen!" – mica-Interview mit TAMARA FRIEBEL. In: mica-Musikmagazin.
2015 Ternai, Michael: GSTÄTTNER/HECKEL/HERBERT/REITER/FRIEBEL – "Dew Drops". In: mica-Musikmagazin.
2015 Rögl, Heinz: "Exploring the World": Konzert des ensemble reconsil und CD-Box-Präsentation. In: mica-Musikmagazin.
2015 Österreichische MusikerInnen erheben ihre Stimmen. In: mica-Musikmagazin.
2016 impuls MinutenKonzerte am 28.05.2016 in Graz erleben. In: mica-Musikmagazin.
2016 Rögl, Heinz: Bilanz der ersten drei Wochen von WIEN MODERN 2016: Versuch einer Rekapitulation und Würdigung. In: mica-Musikmagazin.
2017 Ternai, Michael / Röggla, Philip: Die weibliche Handschrift in der österreichischen Musik. In: mica-Musikmagazin.
2017 Rögl, Heinz: "Bilder im Kopf" – Vorbericht WIEN MODERN 2017. In: mica-Musikmagazin.
2017 netzzeit 2017 out of control: AN DIE GRENZE 1–4. In: mica-Musikmagazin.
2018 Aspekte Festival 2018 – Moving Pictures. In: mica-Musikmagazin.
2019 Heindl, Christian: Die Cembalistin Maja Mijatović und ihre CD "to catch a running poet". In: mica-Musikmagazin.
2020 Stimmung – Wien Modern 33 (29.10.–29.11.2020). In: mica-Musikmagazin.
2020 Wien Modern diese Woche live aus Wiener Konzerthaus, Stephansdom, Porgy & Bess, Reaktor und deSingel Antwerpen: 16 Uraufführungen im kostenlosen Live-Videostream. In: mica-Musikmagazin.
2021 Kühnelt, Wolfgang: Listen to Intuition. In: Stadt-Graz Kulturamt (Hg.): Wie wir leben wollen: Protokoll eines Zukunftsprojekts. Graz: Styria, S. 208–209.
2022 FESTIVAL IMAGO DEI 2022 – ZWISCHENWELTEN. In: mica-Musikmagazin.
2022 Benkeser, Christoph; Woels, Michael Franz: "Erleuchtung ist kein einmaliges Ereignis." – TAMARA FRIEBEL IM MICA-INTERVIEW. In: mica-Musikmagazin.
2024 kofomi#28 – Sorge. In: mica-Musikmagazin.
2025 shut up and listen! – "PAST_20 → NEXT_∞". In: mica-Musikmagazin.
2025 Wien Modern 38 – THE GREAT LEARNING (30.10.–30.11.2025). In: mica-Musikmagazin.
2026 fern & nah – ein Brückenschlag zwischen Ost und West. Programm des Carinthischen Sommers 2026. In: mica-Musikmagazin.

Eigene Publikationen (Auswahl)
2004 Friebel, Tamara: Schallstück für 2 Spieler, Drei Arten von Ostinaten Rhythmen für das Fagott. In: Neue Musik für junge Fagottisten 1 & 2. Wien: Doblinger.
2008 Friebel, Tamara: The Trilateral Dynamic: Metastaseis, the Modulor and the Philips Pavilion. Unpublished Masters Thesis. Melbourne: Royal Melbourne Institute of Technology.
2008 Friebel, Tamara: Introduction to 'The Trilateral Dynamic'. In: Zilka, Leanne (Hg.): Para: RMIT Architecture Thesis Projects, 2006–2007. Melbourne: RMIT School of Architecture and Design, S. 11–14.
2013 Friebel, Tamara: Generative Transcriptions, an opera of the self. Doctorate Thesis. Huddersfield: Huddersfield University.
2015 Friebel, Tamara / Baur, Karin / Fellner, Klemens: The agility of perspective nearness. Online unter: Research Catalogue, abgerufen am 02.09.2026 [https://www.researchcatalogue.net/view/297263/297264].
2015 Friebel, Tamara / Baur, Karin / Fellner, Klemens: Attractive Privacies of Breathing Borders. Online unter: Research Catalogue, abgerufen am 02.09.2026 [https://www.researchcatalogue.net/view/245841/245842].
2016 Friebel, Tamara / Fellner, Klemens: The Intricacy of self-similarity. In: ESC medien kunst labor (Hg.): Imperfect reconstruction, extrapolations from the origin. Graz: Stadt Graz, S. 46–47.
2016 Friebel, Tamara / Baur, Karin / Fellner, Klemens: Mathematics and Arts: Towards a balance between artistic intuition and mathematical complexity. In: Internationale Mathematik Nachrichten Nr. 234 (2016), S. 1–14.
2019 Friebel, Tamara: Rosa Pulse Triptych: Photographic stills & Text in Atelierhaus TAGGER Exhibition Catalogue. Graz: Graz Kultur.
2023 Friebel, Tamara / Baur, Karin / Fellner, Klemens: Listen2Intuition: A Mathematics & Arts exhibition project. In: European Mathematical Society Magazine Nr. 129 (09/2023), S. 13–18.
2024 Fellner, Klemens / Friebel, Tamara: Listen2Intuition: Mathematics|Arts|Society. In: Torland, Alex / Schwarz, Stefanie / Willmann, Jan (Hg.): Mend, Blend, Attend Advancing Artistic Research. Weimar: Bauhaus-Universität Weimar, S. 148–155.

Quellen/Links

Webseite: Tamara Friebel
Wikipedia: Tamara Friebel (englisch)
Soundcloud: Tamara Friebel
YouTube: Tamara Friebel
Instagram: Tamara Friebel
Bandcamp: Tamara Friebel
Wien Modern: Tamara Friebel (2020)
Australian Music Centre: Tamara Friebel (2026)
Webseite: Listen to intuition

* Unter "Uraufführungen (Auswahl)" werden vorwiegend Werke von österreichischen oder in Österreich lebenden Komponist:innen gelistet.

Normdaten / Identifikatoren
SR-Archiv: https://sra.at/person/55066
GND: https://d-nb.info/gnd/173706797
GND Explorer: https://explore.gnd.network/gnd/173706797
WIKIDATA: https://www.wikidata.org/wiki/Q110951823
Wikipedia: https://de.wikipedia.org/wiki/Tamara_Friebel
Wikipedia-Personensuche: https://persondata.toolforge.org/p/Tamara_Friebel

Empfohlene Zitierweise
mica (Aktualisierungsdatum: ): Biografie Tamara Friebel. In: Musikdatenbank von mica – music austria. Online abrufbar unter: https://db.musicaustria.at/node/171613 (Abrufdatum: 14. 9. 2026).

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