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Eröd Iván

First Name
Iván
Family Name
Eröd
erfasst als
Komponist:in
Interpret:in
Solist:in
Ausbildner:in
Musikpädagog:in
Genre
Neue Musik
Klassik
Subgenre
Experimentelle Musik
Avantgarde
Instrument(e)
Klavier
Cembalo
Geburtsjahr
1936
Geburtsort
Budapest
Geburtsland
Ungarn
Todesjahr
2019
Sterbeort
Wien

"Geboren in Budapest, begann er seine musikalische Ausbildung an der Musikhochschule Budapest. 1956 emigrierte Iván Eröd nach Wien, wo er an der Wiener Musikhochschule studierte. Er konzertierte als Pianist in Europa und im Nahen Osten und arbeitete als Korrepetitor an der Wiener Staatsoper. Er war Professor für Komposition und Musiktheorie an der Musikhochschule Graz und später an der Wiener Musikhochschule. Seit 1989 lebte er wieder in Wien. Er erhielt zahlreiche Förderungs- und Würdigungspreise und wurde mit dem Großen Silbernen Ehrenkreuz für Verdienste um die Republik Österreich geehrt. Iván Eröd zählt seit Jahren zu den meistaufgeführten zeitgenössischen Komponisten Österreichs. Sein musikalisches Werk und sein Einfluss als Lehrer prägen die österreichische Musiklandschaft bis heute."
Helbling: Iván Eröd, abgerufen am 28.01.2026 [https://www.helbling.com/at/de/person/ivan-erod]

Stilbeschreibung

"Als Komponist entwickelte Eröd eine markante Tonsprache, in die auch Einflüsse aus Jazz und ungarischer Volksmusik, mit der er sich als Student in Ungarn beschäftigt hatte, einflossen. Sein Werk war gleichzeitig von Ernsthaftigkeit und lebendigem Humor geprägt [...]."
Der Standard: Komponist Iván Eröd gestorben (Colette M. Schmidt, 2019), abgerufen am 28.01.2026 [https://www.derstandard.at/story/2000105370524/komponist-ivan-eroed-83-…]

"Eröds Musiksprache ist anspruchsvoll und trotzdem auch für eine breite Publikumsschicht leicht zugänglich. [...] Was ihm aber viel wichtiger ist [als Ehrungen wie das Große Silberne Ehrenkreuz der Republik Österreich], ist der Umstand, dass seine Werke im Laufe der letzten Jahre fester Bestandteil des Konzertrepertoires geworden sind und somit seine These untermauern, dass zeitgenössische Musik durchaus publikumswirksam 'populär' sein kann ohne an Qualität einbüßen zu müssen."
Österreichischer Rundfunk (ORF) – Ö1 (Susanna Dal Monte)

"Ausgelassene Heiterkeit und tiefster Ernst prägen das Schaffen von Iván Eröd und spiegeln somit musikalisch zwei markante Wesenszüge des Komponisten. Ziehen sich diese charakterlichen Eigenschaften parallel durch das Gesamtwerk, so lassen sich in der Verwendung der technischen Mittel klarere zeitliche Abgrenzungen ziehen. In den Jugendwerken der ungarischen Phase insbesondere von Bartók, Kodály und der ungarischen Volksmusik geprägt, beschäftigte sich Eröd bereits unmittelbar vor seiner Emigration und in der Folge insbesondere während des Unterrichts bei Karl Schiske an der Wiener Musikakademie wie viele seiner Generationskollegen mit der Dodekaphonie der "2. Wiener Schule" und deren Weiterentwicklungen in der Serialität. So liegen Werken wie dem Bläsertrio op. 4 (1957; rev. 1987) oder Ricercare ed Aria op. 11 für Bläserquartett (1965) dementsprechend Zwölftonkonstruktionen zugrunde. Die Erfahrungen der Musizierpraxis als Korrepetitor, Ensemblemitglied und Liedbegleiter Anfang der 60er-Jahre ließen Eröd auch in den kompositorischen Mitteln einen sich Musikern und Publikum unmittelbarer erschließenden Weg wählen. Bereits während der Arbeit an der Oper Die Seidenraupen (1964-68) entwickelte sich daher aus anfänglich strenger Reihenkomposition eine freiere Gestaltung. Mit der 1. Violinsonate op.14 (1969/70) kehrte Eröd schließlich völlig zu neuer Tonalität bzw. tonaler Zentrierung zurück und zielt seither auf eine durchaus anspruchsvolle, aber auch für eine breitere Zuhörerschaft verständliche Tonsprache. Der wesentliche Unterschied zu konservativ-tonalen Komponisten der Nachkkriegszeit besteht einerseits in der Vielfalt der Verwendung tonaler Mittel (z. B. modale Skalen, Zigeunertonleitern u. a.), andererseits in der Einbeziehung der seriellen Erfahrungen – so weist z. B. das zweite der Drei Stücke für Violine solo op. 27 (1978/79), Marsch, strenge serielle Konstruktion über eine Siebentonreihe auf. Auch andere Elemente zeitgenössischer Musik gehören zum festen Bestandteil von Eröds Musik, etwa im spieltechnischen oder metrischen Bereich (z. B. "senza misura"-Abschnitte in den Opern oder dem Orchesterwerk Soirées imaginaires op. 38, 1981). Fern der Idee der Programmmusik enthalten viele Werke Bezüge zu unmittelbarem biographischen Erleben oder zeithistorischen Ereignissen: weisen beispielsweise das Violinkonzert op. 15 (1973), die Krokodilslieder op. 28 (1979/80), das Violakonzert op. 30 (1979/80) oder das 2. Streichsextett op. 68 (1996) auf die innige Nähe zu seiner Frau und seinen Kindern hin, so greift der Liederzyklus Über der Asche zu singen op. 65 (1994) das Erlebnis der rassischen Verfolgung seiner Familie während der Kindheit auf. Als seltener Fall der gleichzeitigen Arbeit an zwei Werken spiegelt die parallel zu letzterem entstandene Bukolika für Kammerensemble op. 64 (1994) in gelöster Stimmung die Beschaulichkeit des kurz zuvor neugewonnenen Idylls des ungarischen Landlebens. Spezifische Prägung erfährt Eröds Musik zudem einerseits durch ungarische Elemente, wie sie im besonderen im Violinkonzert, im 1. Klaviertrio op. 21 (1976), dem Quintetto ungherese op. 58 (1990) oder der 1. Symphonie "Aus der Alten Welt" op. 67 (1995) hervortreten, aber auch durch den Jazz und Blues, etwa im Klavierkonzert op. 19 (1975) und in der Minnesota Sinfonietta op. 51 (1986). Die Lust an der Verarbeitung volkstümlicher Elemente bedingt auch den verspielt-heiteren Zug vieler Werke. Einen Kontrast zu dieser "leichteren", unterhaltenden Seite bilden u. a. das Violakonzert op. 30 (1980) und das 2. Klaviertrio op. 42 (1981/82). Am ernsthaftesten ist Eröd in einigen seiner Vokalwerke, z. B. den Vier Gesängen op. 44 (1983), dem Zyklus Schwarzerde für Bariton und Orchester op. 49 (1984/85) und der Kantate Vox Lucis op. 56 (1988/89)."
Christian Heindl: Stilbeschreibung Iván Eröd (2000), zitiert nach: Musikverlag Doblinger (Hg.): Iván Eröd: Werke bei / Music published by Doblinger. Wien: Musikverlag Doblinger. S. 4–5, abgerufen am 29.01.2026 [https://www.klassika.info/Komponisten/Eroed_Ivan/dokument_doblinger.pdf]

"In erster Linie fühle ich mich als Musiker. Die Quelle meiner schöpferischen Tätigkeit ist die Musik selbst und nicht irgendwelche politische, ideologische oder ästhetische Absichten. Meine Botschaft ist nicht die Übersetzung von etwas anderem in Musik, sie ist an sich musikalisch. Ein anderes Charakteristikum meiner Kompositionen ist der Mangel an Ehrgeiz, die musikalische Sprache zu erneuern. Ich benütze vorhandene Worte dafür, was ich sagen will. Daher erwarte ich eine unmittelbare Wirkung meiner Werke auf die Zuhörer, es widerstrebt mir, sie zu erklären. Die Qualität des Handwerks ist für mich wichtiger als ein origineller Stil. Geprägt wird meine Persönlichkeit freilich durch Abstammung, Erziehung und Vorlieben. Ungarische Tradition, der Einfluß der Wiener Klassik, bis zu einem gewissen Grad auch der zweiten Wiener Schule und vielleicht sogar mein Judentum könnten aus meinen Werken herausgehört werden. Meinem Gefühl nach gab ich mein Bestes in einigen meiner Vokal- und Kammermusikwerken."
Iván Eröd (1994), zitiert nach: Günther, Bernhard (1997) (Hg.): Lexikon zeitgenössischer Musik aus Österreich: Komponisten und Komponistinnen des 20. Jahrhunderts. Wien: music information center austria, S. 405.

Auszeichnungen & Stipendien

1957 Rockefeller Foundation (USA): Stipendiat (für Wien-Studium)
1961 Bundesministerium für Unterricht: Rom-Stipendiat
1961 1. Internationaler Beethoven Klavierwettbewerb Wien - Akademie für Musik und darstellende Kunst Wien: Semifinalist
1961 Bösendorfer-Klavierwettbewerb Wien - Klavierfabrik Bösendorfer, Wien: 1. Preis
1962 Ferruccio Busoni International Piano Competition, Bozen (Italien): 3. Preis (bei Nichtvergabe des 1. Preises)
1964 Zentralsparkasse der Gemeinde Wien: Förderungspreis für Komposition
1970 Republik Österreich: Staatspreis für Musik (Die Seidenraupen)
1971 Theodor Körner Fonds, Wien: Förderungspreis i.d. Sparte "Musik/Komposition"
1974 Stadt Wien: Förderungspreis für Musik i.d. Sparte "Komposition"
1978 Stadt Graz: Würdigungspreis
1980 Bundesministerium für Unterricht und Kunst: Würdigungspreis für Musik
1981 Amt der Steirischen Landesregierung: Joseph-Marx-Musikpreis
1986 Stadt Wien: Preis der Stadt Wien für Musik
1993 Liszt Ferenc Zeneművészeti Egyetem, Budapest (Ungarn): Béla Bartók/Ditta Pásztory-Preis
20002001 Wiener Concert-Verein: Composer in Residence
2001 Amt der Wiener Landesregierung: Goldenes Ehrenzeichen für Verdienste um das Land Wien
2001 Republik Österreich: Großes Silbernes Ehrenzeichen für Verdienste um die Republik Österreich
2006 ÖKB – Österreichischer Komponistenbund: Ehrenmitglied
2009 Széchenyi Irodalmi és Müvészeti Akadémia (Ungarn): Seniorenmitglied
2010 Republik Ungarn: Ferenc Erkel-Preis
2019 Kennedy Center International Committee on the Arts (KCICA), Washington D.C. (USA): Kennedy Center Gold Medal in the Arts - Preisträger (gemeinsam mit Franz Welser-Möst, György Kurtág, Ádám Fischer, Ivan Fischer, Éva Marton, Helga Rabl-Stadler, Christoph Waltz)

Ausbildung

1940–194? Budapest (Ungarn): Privatunterricht Klavier (Erzsébet Eröd)
1941–1944 Budapest (Ungarn): Privatunterricht Klavier (György Kálmán)
1944–1946 Budapest (Ungarn): Privatunterricht Klavier (Magda Káldi)
1946–1951 Budapest (Ungarn): Privatunterricht Klavier, Musiktheorie (Pál Kadosa)
1951–1956 Liszt Ferenc Zeneművészeti Egyetem, Budapest (Ungarn): Konzertfach Klavier (Pál Kadosa), Komposition (Ferenc Szabó), Ungarische Volksmusik (Zoltán Kodály)
1957 Sommerkurs für Neue Musik - Accademia Musicale Chigiana, Siena (Italien): Teilnehmer
19571960 Internationale Ferienkurse für Neue Musik Darmstadt (Deutschland): Klavier (Eduard Steuermann), Komposition (Luigi Nono)
1957–1961 Akademie für Musik und darstellende Kunst Wien: Konzertfach Klavier (Richard Hauser), Komposition (Karl Schiske), Zwölftonseminar (Hanns Jelinek) - Reifeprüfung mit Auszeichnung (Klavier, Komposition)
1962 Accademia Musicale Chigiana, Siena (Italien): Meisterkurs Klavier (Guido Agosti)

Tätigkeiten

1947 Budapest (Ungarn): erste kompositorische Versuche
1958 Jugendkulturwoche Innsbruck: Teilnehmer
19581962 Wiener Singverein: Solokorrepetitor
19621964 Wiener Staatsoper: Solokorrepetitor, Solist
19621968 Wiener Festwochen: Studienleiter, Solist
1963–1974 Wien: ständiger Klavierpartner von Rudolf Schock
1964 Wiener Philharmoniker: Solist in mehreren Konzerten ("Petite symphonie concertante")
19651972 Wien: regelmäßige Zusammenarbeit mit Josef Sivó
1967–1971 Institut Oberschützen - Expositur Akademie für Musik und darstellende Kunst Graz: Lehrbeauftragter (Tonsatz, Musiktheorie)
1969–1971 Hochschule für Musik und darstellende Kunst Graz: Lehrbeauftragter (Tonsatz, Musiktheorie)
1969–1975 Hochschule für Musik und darstellende Kunst Graz: ao. Professor (Schulmusik, Komposition)
1975–1989 Hochschule für Musik und darstellende Kunst Graz: o. Professor (Komposition, Musiktheorie)
1976–1982 Institut für Musikwissenschaft - Hochschule für Musik und darstellende Kunst Graz: Lehrbeauftragter (Tonsatz, Analyse)
1988 Musiksammlung der Österreichischen Nationalbibliothek, Wien: musikalische Dokumentation "Iván Eröd" (Konzert, Ausstellung)
1988–1989 Hochschule für Musik und darstellende Kunst Wien: Gastprofessor
19892004 Hochschule für Musik und darstellende Kunst Wien / mdw – Universität für Musik und darstellende Kunst Wien: o. Professor (Harmonielehre, Kontrapunkt/Tonsatz)
1995–2002 Abteilung "Komposition, Musiktheorie und Dirigentenausbildung" - Hochschule für Musik und darstellende Kunst Wien / mdw – Universität für Musik und darstellende Kunst Wien: Leiter
2003 Internationaler Kammermusikwettbewerb "Franz Schubert und die Musik der Moderne" - KUG – Universität für Musik und darstellende Kunst Graz: Juror
2004 mdw – Universität für Musik und darstellende Kunst Wien: Emeritierung
20042005 Liszt Ferenc Zeneművészeti Egyetem, Budapest (Ungarn): Gastprofessur
2012 International Jenö Takács Piano Competition for young Pianists - Institut Oberschützen - Expositur KUG: Juror

STB Steirischer Tonkünstlerbund: Mitglied
ÖKB – Österreichischer Komponistenbund: Mitglied

zahlreiche Konzerttourneen als Pianist in: Europa, Nahen Osten, Brasilien
Vorträge und Kurse u. a. in: Ungarn, Deutschland, Großbritannien, Italien, USA, Brasilien
Zusammenarbeit mit bekannten Musiker:innen, u. a. mit: Karl Böhm, Ernst Kovacic, Christos Polyzoides, Ulrike Danhofer, Carl Schuricht, Otto Klemperer, Herbert von Karajan, Anna Maria Pammer

Schüler:innen (Auswahl)
Georg Friedrich Haas, Rudolf Hinterdorfer, Patricia Kopatchinskaja, Gerald Resch, Veronika Simor, Gernot Schedlberger, Johannes Maria Staud, Michael Amann, Karl Stirner, Roman Pawollek, Bartolo Musil, Erwin Redl, Jörg-Martin Willnauer, Adolf Traar, Anton Ziegler, Ilker Ülsezer, Robert M. Wildling, Stefan Albert, Lukas Haselböck, Michael F.P. Huber, Piotr Skweres, Siegfried Friedrich, Franz Nono Schreiner, Margareta Ferek‐Petrić, Johannes Kern, Gerhard Präsent, Dieter Zenz, Akos Bánlaky, Bálint Bolcsó, Veronika Fáncsik, Annegret Huber, Marek Keprt, Bernhard Landauer, Henrik Nánási, Kirill Petrenko, Marcel Reuter, Antun Tomislav Šaban, Hande Saglam, Christian Utz, Sabri Tulug Tirpan, Judit Varga, Michele Trenti, Harry Schröder, Stefan Fuchs, Johanna Doderer, Norbert Sterk

Mitglied in Ensemble/Band/Orchester
1958–1971 die reihe: Gründungsmitglied (mit Friedrich Cerha, Kurt Schwertsik), Pianist/Cembalist

Aufträge (Auswahl)

1975 für Schnitzler-Quartett - im Auftrag von Michael Schnitzler: 1. Streichquartett (UA)
1977 anlässlich des 75. Geburtstags - im Auftrag von Manfred Mautner-Markhof: 2. Streichquartett
1981 für Musikprotokoll im Steirischen Herbst - Österreichischer Rundfunk – ORF: Veränderung über einen Walzer von Diabelli
1981 Salzburger Festspiele: Soirées imaginaires
1983 Österreichischer Rundfunk (ORF) – Landesstudio Niederösterreich: Symphonische Szene "Hommage à Franz Liszt"
1984 im Auftrag von Milan Turković: Sonate für Fagott und Klavier "Sonata Milanese"
1985 für die Weihe der Oberschützener Orgel - Kulturvereinigung Oberschützen: Das Sein ist ewig
1986 Minnesota Orchestral Association (USA): Minnesota Sinfonietta
1988 Gesellschaft der Musikfreunde in Wien: Klavierquartett
1989 anlässlich des 175. Gründungsjahrs - Musikverein für Steiermark: Vox lucis
1992 Carinthischer Sommer: Der Füssener Totentanz
1993 Verdehr-Trio (USA): Trio für Klarinette, Violine und Klavier
1995 für Wiener Festwochen - Österreichischer Rundfunk – ORF: 1. Symphonie "Aus der alten Welt"
1997 Wiener Kammerphilharmonie: Minderheitentänze
2004 Gesellschaft der Musikfreunde in Wien: 3. Streichquartett
2008 anlässlich des 50-jährigen Bestehens - die reihe: Ode für 12 Soloinstrumente
2009 Stuttgarter Staatsorchester (Deutschland): Alterslaunen, Variationen über ein eigenes Thema
2009 Wiener Staatsoper: Pünktchen und Anton
2010 Tonkünstler-Orchester Niederösterreich: Klarinettenkonzert
2010 Gradus ad parnassum: Introduktion und Toccata für Klavier
2014 Wiener Philharmoniker: Tripelkonzert für drei Klarinetten und Orchester
2019 anlässlich "150 Jahre Musikverein" - Gesellschaft der Musikfreunde in Wien: Canti di un Ottantenne

Uraufführungen (Auswahl)

1957 Bernhard Klebel (ob), Wolfgang Hartl (fg), Richard Pickar (cl), Oberschützen: Bläsertrio für Oboe, Klarinette und Fagott (UA)
1958 Feld-Quartett - Akademie für Musik und darstellende Kunst Wien: 4 Stücke für Streichquartett (UA)
1958 Städtisches Symphonieorchester Innsbruck, Kurt Rapf (dir) - Jugendkulturwoche Innsbruck, Großer Stadtsaal Innsbruck: 1. Sonata (UA)
1958 Iván Eröd (pf), Radiokulturhaus Wien: 4 kleine Klavierstücke (UA)
1958 Elli Lewinsky (vc), Wiener Symphoniker, Michael Andreas Gielen (dir) - Wiener Festwochen, Wiener Konzerthaus: 3 Sätze für Violoncello und Orchester (UA)
1960 Marie-Thérèse Escribano (voc), Hedwig Schubert (voc), Robert Behan (voc), Kurt Dieman (voc), Städtisches Symphonieorchester Innsbruck, Kurt Rapf (dir) - Kammerspiele Innsbruck: La doncella, el marinero y el estudiante (UA)
1966 Eichendorff-Quintett, Doblinger-Barocksaal Wien: Ricercare ed Aria S. C. H. E. (UA)
1968 Tomislav Neralic (voc), Jeanette Pilou (voc), Márta Szirmay (voc), Kurt Wehofschitz (voc), Frans Van Daalen (voc), Helmut Melchert (voc), Oskar Czerwenka (voc), Andrew Foldi (voc), Wiener Akademie Kammerchor, Wiener Symphoniker, Gerd Albrecht (dir) - Wiener Festwochen, Theater an der Wien: Die Seidenraupen (UA)
1969 Bläserensemble der Expositur Oberschützen, Hans Meister (dir) - Institut Oberschützen - Expositur: Fanfare und Intrada (UA)
1970 Josef Sivó (vl), Iván Eröd (pf), Radiokulturhaus Wien: 1. Sonate für Violine und Klavier (UA)
1973 Christos Polyzoides (vl), Pro Arte Orchester Graz, Wolfgang Bozic (dir), Stephaniensaal Graz: Violinkonzert (UA)
1974 Jane Gartner (voc), Collegium Musicum, Adolf Henning (dir), Minoritensaal Graz: Milchzahnlieder (UA)
1974 Orchester der Musikfreunde Kapfenberg, Günther Theil (dir), Kapfenberg: 2. Sonata (UA)
1975 Schnitzler-Quartett, Musikverein Wien: 1. Streichquartett (UA)
1976 Großes Bläserensemble der Grazer Musikhochschule, Hans Meister (dir), Stephaniensaal Graz: Divertimento für Blechbläser und Schlagzeug (UA)
1977 Iván Eröd (pf), Pro Arte Orchester Graz, Wolfgang Bozic (dir), Stephaniensaal Graz: Klavierkonzert (UA)
1977 Haydn-Trio Wien, Wiener Konzerthaus: 1. Trio für Violine, Violoncello und Klavier (UA)
1977 Niederösterreichisches Bläserquintett, Bläserquintett der Jeunesse Musicale Budapest, Gustav Kuhn (dir), Musikverein Wien: Capriccio für zehn Blasinstrumente (UA)
1978 Heinrich Schiff (vc), Brucknerhaus Linz: Hommage à Beethoven (UA)
1978 Nelly Ailakowa (voc), Ernst Dieter Suttheimer (voc), Richard Best (voc), Eva Bartfai (voc), Richard Ames (voc), Chor der Vereinigten Bühnen Graz, Philharmonisches Orchester Graz, Ernst Märzendorfer (dir) - Musikprotokoll im Steirischen Herbst, Opernhaus Graz: Orpheus ex machina (UA)
1979 Ernst Kovacic (vl), Wiener Konzerthaus: 3 Stücke für Violine solo (UA)
1980 Franz Schubert Quartett Wien, Wiener Konzerthaus: 2. Streichquartett (UA)
1980 Thomas Riebl (va), Niederösterreichisches Tonkünstler-Orchester, Milan Horwat (dir), Radiokulturhaus Wien: Violakonzert (UA)
1980 Mürztaler Kammerorchester, Peter Guth (dir), Mürzzuschlag: Studien für Streichorchester (UA)
1981 Thomas Riebl (va), Südwestdeutsches Kammerorchester Pforzheim, Paul Angerer (dir) - Bad Harzburger Musiktage (Deutschland): Konzertante Fantasie (UA)
1981 Mozarteumorchester Salzburg, Lothar Zagrosek (dir) - Salzburger Festspiele, Felsenreitschule Salzburg: Soirées imaginaires (UA)
1981 Hans Kann (pf) - Musikprotokoll im Steirischen Herbst, ORF/Landesstudio Steiermark Graz: Veränderung über einen Walzer von Diabelli (UA)
1982 Haydn-Trio Wien, Wiener Konzerthaus: 2. Trio für Violine, Violoncello und Klavier (UA)
1982 Chor der Steirischen Singwochen, Kurt Muthspiel (dir), Kulturzentrum bei den Minoriten Graz: Viva la musica! (UA)
1983 Heinz Karl Gruber (voc), Ensemble Kontraste Wien, Julius Kalmar (dir) - Forum Alpbach: Krokodilslieder (UA)
1984 Wiener Streichsextett, Musikverein Wien: Serenade für Streichsextett (UA)
1984 Pro Arte Chor, Karl Ernst Hoffmann (dir), Seelsorgezentrum Graz-Süd: 3 Gedichte aus Goethes "Der west-östliche Divan" (UA)
1985 Grazer Philharmoniker, Nikša Bareza (dir), Opernhaus Graz: Réjouissance (UA)
1985 Milan Turković (fg), Phillip Moll (pf), Klosterneuburg: Sonate für Fagott und Klavier "Sonata Milanese" (UA)
1985 Christine Gradwohl (tp), Andreas Rensch (pf), Oberschützen: Enjoying Life (UA)
1985 Grazer Philharmoniker, Nikša Bareza (dir), Herz Jesu Kirche Graz: Schwarzerde (UA)
1985 Niederösterreichisches Tonkünstler-Orchester, Stefan Soltész (dir), Radiokulturhaus Wien: Symphonische Szene "Hommage à Franz Liszt" (UA)
1986 John Shirley-Quirk (voc), Philipp Ledger (pf), Stephaniensaal Graz: 4 Gesänge für tiefe Stimme und Klavier (UA)
1986 Minnesota Orchestra, Leonard Slatkin (dir), Minneapolis (USA): Minnesota Sinfonietta (UA)
1987 Chor der Steirischen Singwochen, Kurt Muthspiel (dir), Stephaniensaal Graz: Beim jungen Wein (UA)
1987 Ola Rudner (vl), Jörg Assmann (vl), Lila Brown (va), Howard Penny (vc), Wiener Konzerthaus: Kanonische Variationen für Streichquartett (UA)
1988 Johannes Flieder (va), Haydn-Trio Wien - Wiener Festwochen, Musikverein Wien: Klavierquartett (UA)
1989 Pro Arte Chor, Karl Ernst Hoffmann (dir), Zagreb (Jugoslawien): 3 ungarische Madrigale für Frauenchor (UA)
1989 John Shirley-Quirk (voc), Sara Watkins (ob), Grazer Philharmoniker, Nikša Bareza (dir), Stephaniensaal Graz: Vox lucis (UA)
1990 András Schiff (pf), Musikverein Wien: Brahms-Variationen für Klavier (UA)
1991 Ensemble Wien-Berlin, Stephaniensaal Graz: Bläserquintett "Quintetto ungherese" (UA)
1992 Enikö Butkai (s), Stefan Kamilarov (pf), Dominikanerkloster Wien: Tutto ho perduto (UA)
1992 Gabriele Fontana (voc), Eberhard Kummer (voc), Wiener Kammerensemble, Peter Keuschnig (dir) - Carinthischer Sommer, Stiftskirche Ossiach: Der Füssener Totentanz (UA)
1993 Verdehr-Trio, Potsdam College (USA): Trio für Klarinette, Violine und Klavier (UA)
1993 Bernhard Kortschak (pf), Wolfgang Köstenbauer (pf), Deutschlandsberg: Kleine Suite für zwanzig Finger (UA)
1994 Veronika Hagen (va), Wiener Konzerthaus: Blumenstück (UA)
1994 Ensemble Intermoduláció, László Tihanyi (dir), Budapest (Ungarn): Happy Birthday (UA)
1994 Ensemble xx. jahrhundert, Peter Burwik (dir), Radiokulturhaus Wien: Bukolika (UA)
1995 Marjana Lipovsek (ms), Charles Spencer (pf), Wiener Konzerthaus: Über der Asche zu singen (UA)
1996 Wiener Streichsextett, Musikverein Wien: 2. Streichsextett (UA)
1996 Radio-Symphonieorchester Wien, Pinchas Steinberg (dir) - Wiener Festwochen, Musikverein Wien: 1. Symphonie "Aus der alten Welt" (UA)
1997 Iván Eröd (pf) - ÖNB – Österreichische Nationalbibliothek, Hoboken-Saal Wien: Blumenstück für Klavier solo (UA)
1998 Wiener Kammerphilharmonie, Claudius Traunfellner (dir), Wien: Minderheitentänze (UA)
1998 Scharoun-Ensemble - Berliner Festspiele, Philharmonie Berlin (Deutschland): Oktett (UA)
1999 Gerald Pachinger (cl), Richard Galler (fg), Wiener Kammerphilharmonie, Claudius Traunfellner (dir), Musikverein Wien: Doppelkonzert für Klarinette und Fagott (UA)
1999 Camerata Salzburg, Sir Roger Norrington (dir), Mozarteum Salzburg: Fermeture Ouverture (UA)
2000 Karin Adam (vl), Doris Adam (pf), Musikverein Wien: 2. Sonate für Violine und Klavier (UA)
2001 Wiener Concert-Verein, Leopold Hager (dir), Musikverein Wien: 2. Symphonie (UA)
2001 Alte Schmiede Wien: Ewig wird er Euch sein ... (UA)
2002 Monica Theiss-Eröd (s), Adrian Eröd (bar), die reihe, Daniel Hoyem-Cavazza (dir) - Wiener Kammeroper: Die Heringshochzeit, Duett (UA), Die Liebesprobe (UA)
2002 Eszter Haffner (vl), 1. Frauen-Kammerorchester von Österreich, Radiokulturhaus Wien: Hundert Töne für Violine und Streichorchester (UA)
2004 Artis-Quartett, Musikverein Wien: 3. Streichquartett (UA)
2005 Iván Eröd (org), Budapest (Ungarn): Fastenmusik, Orgelstücke nach altrömischen Gesängen (UA)
2006 Eduard Kutrowatz (pf), Johannes Kutrowatz (pf), Musikverein Wien: Symphonische Szene, Fassung für zwei Klaviere (UA)
2006 György Déry (vc), Péter Morva (pf), Budapest (Ungarn): Köszönet Bartóknak (UA)
2006 Rudolf Leopold (vc), recreation – großes Orchester Graz, Andrés Orozco-Estrada (dir) - Personale - Styriarte, Helmut List Halle Graz: Violoncellokonzert (UA)
2007 Sigrid Präsent (vl), Palais Meran Graz: GeburtstagsPRÄSENT (UA)
2008 mund.ART Quintett Wien, Gols: Die Wassertrompeter (UA)
2009 Ragazzi cantanti, Zuzana Ronck (dir), Graz: Einig im Wunsch (UA)
2009 die reihe, Alexander Drcar (dir), Linz: Ode für 12 Soloinstrumente (UA)
2010 Ensemble der Wiener Staatsoper, Friedrich Pfeifer (dir) - Wiener Staatsoper: Pünktchen und Anton (UA)
2010 Ensemble des Stuttgarter Staatsorchesters, Liederhalle Stuttgart (Deutschland): Alterslaunen, Variationen über ein eigenes Thema (UA)
2010 Gradus ad parnassum, Universität für Musik und darstellende Kunst Wien: Introduktion und Toccata für Klavier (UA)
2011 Sharon Kam (cl), Tonkünstler-Orchester Niederösterreich, Andrés Orozco-Estrada (dir), Musikverein Wien: Klarinettenkonzert (UA)
2012 Webern Kammerchor, Raphael Schluesselberg (dir), Universität für Musik und darstellende Kunst Wien: Stanzen (UA)
2013 Sarah Wegener (s), Christian Miedl (bar), Vocal Forum Graz, recreation – großes Orchester Graz, Michael Hofstetter (dir), Stephaniensaal Graz: 3. Symphonie (Symphonische Kantate "Øresund") (UA)
2014 Mojca Erdmann (voc), Tonkünstler-Orchester Niederösterreich, Andrés Orozco-Estrada (dir), Musikverein Wien: Cantus Felix für Sopran und Orchester (UA)
2016 Ernst Ottensamer (cl), Andreas Ottensamer (cl), Daniel Ottensamer (cl), Wiener Philharmoniker, Andris Nelsons (dir), Musikverein Wien: Tripelkonzert für drei Klarinetten und Orchester (UA)
2016 Matthias Bartolomey (vc), Rudolf Leopold (vc), Nikolaus Leopold (vc), Luis Zorita (vc) - Eröffnungskonzert - Styriarte, Forum Stadtpark Graz: Nikolaus für vier Violoncelli (UA)
2017 Vocal Forum Graz, Franz Herzog (dir), Helmut List Halle Graz: Nobilitas hominis (UA)
2020 Adrian Eröd (voc), Artis-Quartett, Musikverein Wien: Canti di un Ottantenne (UA)

als Interpret
1958 Friedrich Cerha (vl), Iván Eröd (pf) - Internationale Ferienkurse für Neue Musik Darmstadt (Deutschland): Formation et solution (UA, Friedrich Cerha)
1959 Iván Eröd (pf), Musikverein Wien: Klavierstück 58 (UA, Friedrich Cerha)
1960 Friedrich Cerha (vl), Iván Eröd (pf), Kurt Schwertsik (hn), Rathaus St. Veith: Trio (UA, Kurt Schwertsik)

Pressestimmen (Auswahl)

24. Juni 2019
"Romantik, gradlinige, an Dur und Moll orientierte Texturen – die Musik Iván Eröds stellt man gern in die neo-tonale Ecke der sogenannten Postmoderne. Doch tut man dem Meister der Konstruktivität damit unrecht. Was sanftmütig und geradezu altvertraut klingt, nur mit einigen zeitgemäßen Ingredienzien gewürzt, basiert auf klugen architektonischen Überlegungen: Ivan Eröd war einer der großen Könner unter den Komponisten des angehenden 21. Jahrhunderts. Was er als gefragter Lehrer an junge Kollegen – allen voran etwa Georg Friedrich Haas oder Johannes Maria Staud – weitergab, war ihm selbst notwendige handwerkliche Grundlage. Erst über soliden formalen Entwürfen ließ er seine Fantasie schweifen, die ihn oft ins Märchenhafte, hie und da in grüblerische Tiefen, erstaunlich häufig aber in lichte, duftige Klanggefilde führte. Das machte dem Publikum Eröds Musik schmackhaft. Seine Werke gehörten zu jener Spezies, die Abonnenten nach den ersten Takten aufatmen ließ: doch nicht so ungenießbar, diese zeitgenössische Musik! Und gar nicht unsingbar, wie vieles, was heutzutage hervorgebracht wird [...]. Aus Sprache unmittelbar Musik werden zu lassen, das hatte Ivan Eröd über die Jahre hin gelernt und zuletzt ganz frei und ungehindert entfaltet. Dass auch seine Instrumentalmusik ein Hang zur Melodik, zur fantastischen Melismatik bei klaren harmonischen Verläufen prägte, verlieh auch der Kammermusik und dem symphonischen Schaffen Eingängigkeit."
Die Presse: Nachruf: Iván Eröd, ein musikalischer Romantiker in unseren Tagen (Wilhelm Sinkovicz, 2019), abgerufen am 29.01.2026 [https://www.diepresse.com/5649167/nachruf-ivan-eroed-ein-musikalischer-…]

23. September 2014
über: Iván Eröd: Violinkonzert · Violinsonaten · Violinstücke (Gramola, 2014)
"Iván Eröd ist einer jener Meister der zeitgenössischen Musik, die sich schon früh gegen den ästhetischen Gesinnungsterror der Avantgarde nach 1945 zur Wehr gesetzt haben. Er hat sein Abweichlertum zu spüren bekommen, doch haben ihm die Zeitläufe recht gegeben: Als die Postmoderne ausgerufen wurde, war Eröd [...] schon längst in den scheinbar neu erschlossenen Gefilden heimisch. Eröds Karriere spiegelt sich in dieser CD des Geigers Thomas Albertus Irnberger wider: Mit dem Israel Chamber Orchestra unter Martin Sieghart und dem Pianisten Michael Korstik hat er die beiden Violinsonaten und das Violinkonzert Eröds aufgenommen. Sonate Nr. 1 und Konzert sind früheste Dokumente eines Befreiungsschlags [...]. Die Bartók-Verehrung endete nie [...]. Doch die Auseinandersetzung mit den Zwölftonprinzipien der Schönberg-Schule okkupierte Eröds Denken [...]. Erst mit der Uraufführung der Oper "Die Seidenraupen" [...] wurde Eröds Abkehr von der sanktionierten Linie der Neuen Musik offenkundig. Das wurde heftig kommentiert – doch sein Entschluss stand fest: Er wollte Musik schreiben, die vom Publikum auch beim ersten Hören "dechiffriert" werden konnte. Musik habe mit Kommunikation zu tun, erklärte er: "Wenn ich Musik schreibe, so mit der Absicht, dass sie auch angehört und begriffen wird. Ich muss mich also einer Sprache bedienen, die geeignet ist, wenigstens von einer größeren Anzahl von Menschen verstanden zu werden." [...] Er schrieb Musik, die er selber hören wollte – und mit der kein Publikum seither Probleme hatte. Die neue CD birgt Klänge, die in Film- und U-Musik Platz haben könnten, die aber von Meisterhand perfekt in klassische Formen gebracht wurde. Die Aufführungen haben Kraft und Charme."
Die Presse: Iván Eröd: Szenen einer Befreiung (Wilhelm Sinkovicz, 2014), abgerufen am 29.01.2026 [https://www.diepresse.com/3872621/ivan-eroed-szenen-einer-befreiung]

02. Juli 2010
über: Alterslaunen, Variationen über ein eigenes Thema
"Mit einer heiteren, ja fast knitzen Uraufführung begann im Mozartsaal der Liederhalle das letzte Kammerkonzert des Stuttgarter Staatsorchesters in dieser Spielzeit [...]. Verspielt und einfallsreich verdienen sich die 'Alterslaunen' des österreichisch-ungarischen Komponisten Iván Eröd ihren Titel zu Recht. Die bis auf ein paar Spurenelemente durchweg tonalen Variationen über ein Thema aus seiner eigenen Oper 'Die Seidenraupen', gesetzt als Oktett für Oboe, Klarinette, Horn, Fagott, Violine, Viola, Violoncello und Kontrabass, entstanden als Auftragswerk des Stuttgarter Staatsorchesters [...]. Fast jede der 17 kurzen Variationen überrascht als neue, launige Miniatur, ob Zigeunertango, Lamento oder munteres Bälle-Zuwerfen zwischen Bläser- und Streichquartett. Die Lust am kunstvollen Verflechten der Stimmen und das Ende in einer presto dahinwuselnden Jagd lassen vermuten, dass der 74-jährige Eröd seinen Lebensabend bestimmt nicht als Grübler verbringt, ähnlich wie Rossini mit seinen 'Péchés de vieillesse'."
Cannstatter Zeitung (Angela Reinhardt, 2010)

2004
über: 3. Streichquartett
"Mit Begeisterung wurde Iván Eröds Streichquartett Nr. 3 (op. 78) - ein Auftragswerk der Gesellschaft der Musikfreunde - vom Publikum aufgenommen. Eine Indien-Reise als Inspirationsquelle: Eingängige Melodik und prägnante Rhythmik prägen Eröds Musiksprache."
Kronen-Zeitung (Florian Krenstetter, 2004)

2001
über: 2. Symphonie
"Als Composer in residence hat Iván Eröd in dieser Saison einen Schwerpunkt der Arbeit des Wiener Concert-Vereins bestritten: Als eine Höhepunkt wurde nun seine 2. Symphonie von Leopold Hager aus der Taufe gehoben. Eine souveräne, effektvolle Aufführung! Entgegen dem oftmaligen Aufbau von ähnlichen Werken geht es in der Symphonie nicht um atmosphärische Aufhellung, sondern um Verdunkelung. Die 'Idylle' zu Beginn ist noch eine recht harmonische Ausgangsbasis. Doch idyllisch muss nicht spannungsarm bedeuten. Das Schwungrad dreht sich bald wilder. Aufgeregtes Zucken und Hasten, ein Getriebensein werden im zweiten Satz 'Unruhe' spürbar, die Ordnung scheint gestört. Scharfe, gleißende Schübe werden eingeflochten, Unruhe vor dem Sturm! Ganz am Ende - 'Klage und Aufschrei' wird der Energiesog dann mächtig und Eröd gelingt ein aufregender Schluss. Ein attraktives Werk, das seinen weg auf die Konzertpodien finden wird."
Kronen-Zeitung (OL, 2001)

2000
über: 2. Sonate für Violine und Klavier
"Eröd hatte sich schon in seiner ersten Sonate vor gut dreißig Jahren für eine Entthronisierung der Atonalität entschieden. Diesmal aber gelang ihm ein regelrechtes Crossover, denn auf archaische Klänge und klassische Sexten- und Terz-Doppelgriffe folgten Csárdás-Rhythmen wie auch angeschliffene Intervalle aus Eröds Herkunftsland. Gegen Ende kulminierte das musikalische Geschehen in mitreßendem jazzigen Sound."
Der Standard (Beate Hennenberg, 2000)

1983
über: Violakonzert
"Die reiche Orchesterbesetzung und die dadurch möglichen Instrumentierungseffekte verleihen dem Werk eine bemerkenswerte Farbigkeit. Wenn dem Soloinstrument auch meist führende Aufgaben in der Gesamtkonzeption übertragen sind, so spielt es gelegentlich doch nur die Rolle einer weiteren Orchesterfarbe in einer reich aufgefächerten Palette, die vom pastosen, vollen Orchesterklang bis zu kammermusikalischer Dezenz reicht [...]. Die Ausdrucksskala der Solopartie verlangt und ermöglicht die Präsentation überlegener Meisterschaft."
Das Orchester (1983)

März 1977
über: Violinkonzert
"Dieses Konzert ist für den Solisten geschrieben. Ihm sind dankbare und wirksame Aufgaben übertragen, denn die Virtuosität des Werkes orientiert sich erfreulich an den natürlichen technischen Möglichkeiten des Instruments. Darin ist es großen Konzerten der Violinliteratur durchaus vergleichbar [...]. Die Überschriften - emotions, aesthetics, games - treffen deren Inhalt verblüffend genau. So beginnt der erste Satz rhythmisch und klanglich kompakt, bis die Solovioline über ein weites, gelegentlich auch bizarres Präludieren zu einem Molto moderato führt, das sich in Tempo, Dynamik und Dichte fortlaufend bis zum Schluss steigert. Diesem formal freieren Satz folgt die strenge Dreiteiligkeit des langsamen Mittelsatz: zwischen der weitgespannten Kantilene zu Anfang und ihrer Wiederholung am Schluss ist ein schneller, virtuoser Teil eingegliedert, der sich so quirlig zeigt, dass der Kontrast kaum auffälliger sein könnte. Im letzten Satz, verdient wohl dessen Mittelteil Erwähnung wegen des sehr reizvollen Pizzicato-Kontrapunkts der Solovioline zur Thematik des Orchesters."
Das Orchester (1977)

Diskografie (Auswahl)

2023 Iván Eröd: Lieder - Louise Alder, Wiebke Lehmkuhl, Adrian Eröd, Michael Nagy (Quinton Records)
2021 In memoriam Iván Eröd - Alea Ensemble u.a. (STB)
2018 Iván Eröd: Die Streichquartette - Accord Quartet (Gramola)
2014 Iván Eröd: Violinkonzert · Violinsonaten · Violinstücke (Gramola)
2012 Haydn: Klaviersonaten - Iván Eröd (Gramola)
1995 Österreichische Musik der Gegenwart Nr. 50 (Gesellschaft zur Förderung österreichischer Musik)
1985 Ivan Eröd (LP; Amadeo/Österreichischer Musikrat)

Tonträger mit seinen Werken
2023 Eros: Bridge, Grime, Eröd & Ginastera - Mithras Trio (Linn Records) // Tracks 9-11: Piano Trio Nr. 1, Op. 21
2022 Tête-à-Tête - ALEA Trio (STB) // Tracks 8-10: 1. Trio Op. 21
2021 NEW CARMINA: 12 zeitgenössische Vertonungen für Chor aus den "Carmina Burana" - Vocal Forum Graz, Thomas Hoft (Helbling Verlag) // Track 23: Nobilitas hominis, Op. 94
2021 Deluxe Edition Vol. 1 - Wiener Philharmoniker (Deutsche Grammophon/Decca) // CD 11, Track 3: Triple Concerto
2018 Brahms / Eröd: Klavierwerke - Senka Brankovic (Gramola) // Tracks 8-25: Brahms Variations, Op. 57
2016 Zum 80er - ALEA Ensemble (STB) // TRacks 6-8: 1. Sonate Op. 15; Track 10: Dank an Bartok; Track 11: 2. Sonate Op. 74
2016 Eggert, Eröd, Previn, Röntgen & Vivier: Ablenkungsmanöver - Annette Winkler, Klaus Simon (Spektral) // Tracks 8-10: Sonata Milanese, Op. 47
2016 Viva La Musica - Singgemeinschaft Oisternig (MSc Media) // Track 1: Viva la Musica
2016 Mind The Gap - Melissa Coleman, Monika Lang (Alessa Records) // Track 5: Köszönet Bartóknak (Dank An Bartók) Op. 81
2015 Weihnachten und mehr ... - St. Petersburger Knabenchor (Not on Label) // Track 4: Viva La Musika
2014 Extravaganza - ALEA-Ensemble & Eduard Lanner (STB) // Track 8: Blues & Fanfare
2013 Orgelkosmos - Renate Sprenger (Gramola) // Track 19: Meditatio aus der Kantate "Das Sein ist ewig" Op. 50a
2013 From The Heart: 20th Century Music For Bassoon And Piano - Frank Morelli, Gilbert Kalish (MSR Classics) // Tracks 4-6: Sonata "Milanese" For Bassoon And Piano
2012 Zeit Punkte: Muthspiel, Resch, Eröd - Tonkünstler-Orchester Niederösterreich, Andrés Orozco-Estrada (Preiser Records) // Tracks 5-7: Konzert Für Klarinette Und Orchester Op. 88
2012 Europäische Impressionen: Chor- Und Instrumentalmusik von Skandinavien Bis Zur Iberischen Halbinsel (Metrix Classics) // Track 1: Viva La Musica
2011 Revue De Cuisine - Staatsorchester Stuttgart (Staatsoper Stuttgart) // Track 8: Alterslaunen Op. 86
2011 Live String Action 2011 - ALEA Ensemble (ALEA Self-Release) // Track 25: Ennstaler Aufstrich op. 61a
2011 String Action - ALEA Ensemble (STB) // Tracks 17-19: Trio Nr. 1 für Klavier, Violine und Violonchello Op. 21
2010 Fingerfood: Neue Vierhändige Klaviermusik Aus [Ober]Österreich - Klavierduo Dino Sequi & Gerhard Hofer (Weinberg Records) // Tracks 13-17: Tanzsuite Für Klavier Zu Vier Händen
2009 Tales From Vienna - Waltraud Wulz, Antoinette Van Zabner (Gramola) // Tracks 5-8: Little Suite For 20 Fingers Op. 61b
2009 ALEA Live 2009 - ALEA Ensemble (STB) // Track 1: GeburtstagsPRÄSENT; Track 15: Dank an Bartok
2009 Back from New York - ALEA-Quartett & Rita Melem (STB) // Track 15: Quartett Op. 54
2008 Schostakowisch / Eröd: Die Klaviertrios - Eggner Trio (Gramola) // Tracks 6-8: Trio Nr. 1 für Klavier, Violine und Violonchello Op. 21
2008 Klassik meets Jazz - ALEA-Quartett & Berndt Luef (STB) // Track 5: GeburtstagsPRÄSENT; Tracks 6-10: 3. Streichquartett Op. 78
2007 ALEA Ensemble - ALEA-Ensemble & Christine Kügerl (STB) // Track 8: 2. Sonate
2006 Unerhört: Musikfest Salzburg 2002 Und 2005 (ORF) // Track 1: Konzertante Fantasie (Für Viola Und Streichorchester), Op. 35
2005 ... Der Welt abhanden gekommen - ALEA-Ensemble & Alexander Puhrer (STB) // Tracks 9-10: 2. Klaviertrio; Track 11: Nächtlicher Umtrieb (Arr. G. PRÄSENT)
2002 Austrian Images: Vienna after Berg - Verdehr Trio (Crystal Records) // Tracks 1-2: Trio Op. 59
2000 Neue Musik Aus Österreich (III) - Radio Symphonieorchester Wien (ORF Edition Zeitton) // Tracks 13-15: Symphonie Nr. 1 Op. 67 "Aus Der Alten Welt"
1997 Neue Musik Aus Österreich - Radio Symphonieorchester Wien (ORF Edition Zeitton) // Track 9: Réjouissance
1997 La Tâche - ALEA Quartett (ALEA Self-Release) // Track 12: 2. Streichquartett Op. 26
1995 Festiva - Georg Dieckhues, Edgar Strack (Festiva Records) // Track 15: Enjoying Life
1993 Rapf / Kont / Dézsy / Eröd / Bednarik / Soyka: Streichquintett  - Kammermusikensemble der Wiener Volksoper (KKM-Records)
1991 Geistliche Lieder, Madrigale, Chormusik des 20. Jahrhunderts, Volkslieder - Sing- und Spielgruppe Köflach, Alois Reinisch Sen. (Not on Label) // B1: Viva La Musica
1991 Kreuz-Eröd-Hertel (Casablanca Edition Moderne) // Track 2: Vier Stücke für Klavier, op. 8; Tracks 3-7: "Studien" für Streichorchester, Op. 33

o. J. Volume 3 - Fanfare St. Joseph Pey-Echt, Fanfare De Maasgalm Elsloo, Fanfare Eendracht Nieuwenhagerheide (LP; Da Capo) // B1: Divertimento

als Studio-/Gastmusiker
2001 Christmas Classics (BMG) // CD 1, Track 13: Süßer Die Glocken Nie Klingen; CD 2, Track 4: Es Ist Ein Ros'entsprungen
1999 Das Weihnachtskonzert Der Weltstars (Ariola Express) // Track 6: Vom Himmel Hoch, Da Komm Ich Her
1993 Wunderschöne Weihnachtszeit (Reader's Digest) // CD 4, Track 4: Christbaum (Wie Schön Geschmückt ...)
1990 Onvergetelijke Melodieën (Reader's Digest Music) // CD 14, Track 13: Sah Ein Knab' Ein Röslein Stehn
1989 Meine Welt Ist Die Musik - Rudolf Schock (LP; Eurodisc)
1987 Goldene Evergreens: Musik Die Nie Verklingt (LP/Cass; Reader's Digest) // G5: Sah Ein Knab' Ein Röslein Stehn
1984 Es Ist Ein Ros' Entsprungen (LP; Eurodisc) // B8: O Jesulein Süß, Oh Jesulein Mild
1982 Loewe: Berühmte Lieder Und Balladen - Rudolf Schock (LP; Eurodisc)
1980 Weihnachten Der Stars 1 (LP/Cass; Marcato) // A5: O Jesulein Süß, O Jesulein Mild
1969 Schönberg: Pierrot Lunaire, Opus 21 - Marie-Therèse Escribano, Iván Eröd, die reihe, Friedrich Cerha (LP; Vox Turnabout)
1965 Die schöne Stimme (LP; Parnass) // B7: Frühlingsfahrt, Op. 45 Nr. 2 (Es Zogen Zwei Rüst'ge Gesellen); B8: Guten Abend, Gut' Nacht, Op. 49 Nr. 4 (Wiegenlied)
1964 Weihnachten Mit Rudolf Schock - Rudolf Schock (LP; Discoton)
1964 O Du Fröhliche O Du Selige Weihnachtszeit (LP; Discoton) // A9: O Jesulein Süss, O Jesulein Mild

o. J. Alfred Uhl / Erich Urbanner / Friedrich Cerha - Kammermusik (LP; Amadeo) // B2: Formation Et Solution (Für Violine Und Klavier)
o. J. Kurt Anton Hueber / Iván Eröd / Erik Werba: Dokumentationsreihe des Österreichischen Komponistenbundes, Vol. 18 (LP; ORF)
o. J. Franz Schubert: Winterreise, Liederzyklus Op, 89 - Rudolf Schock (LP; Eurodisc)
o. J. Singt Lieder Von Franz Schubert Und Robert Schumann - Rudolf Schock (LP; Eurodisc)
o. J. Robert Schumann: Dichterliebe - Rudolf Schock (LP; Eurodisc)
o. J. Ein Schubert-Abend Mit Rudolf Schock - Rudolf Schock (LP; Parnass)
o. J. Ich Denke Dein: Die Schönsten Liebeslieder (LP; Eurodisc) // A7: Meine Liebe Ist Grün
o. J. Stimme mit Herz - Rudolf Schock (LP; Eurodisc)
o. J. Festliche Stunden mit Rudolf Schock - Rudolf Schock (LP; Eurodisc)
o. J. Wiegenlieder mit Rudolf Schock - Rudolf Schock (LP; Eurodisc)
o. J. Heimliche Aufforderung - Rudolf Schock (LP; Eurodisc)
o. J. Die Großen Erfolge - Rudolf Schock (LP; Eurodisc)
o. J. O Du Fröhliche (LP; Eurodisc) // A9: O Jesulein Süss, O Jesulein Mild

weiter Diskografie 

Literatur

1997 Günther, Bernhard (Hg.): ERÖD Iván. In: Lexikon zeitgenössischer Musik aus Österreich: Komponisten und Komponistinnen des 20. Jahrhunderts. Wien: Music Information Center Austria, S. 405–409.
2007 Rögl, Heinz: Wiener Festwochen 2008: Vier zeitgenössische Opern. In: mica-Musikmagazin.
2009 rö: Symposion raum.klang. stift.ossiach. In: mica-Musikmagazin.
2010 GRADUS AD PARNASSUM – 15. Elitemusikwettbewerb 2010 für Flöte, Klavier, Violine. In: mica-Musikmagazin.
2010 Rögl, Heinz: Musikprogramm bei den Wiener Festwochen, aber auch etliches Anderes im Mai (Echoraum, Augarten, Konzerthaus) – eine Zwischenbilanz. In: mica-Musikmagazin.
2013 Heindl, Christian: Literarisch inspiriertes Solistenkonzert – Instrumentalmusik / Orchesterwerke der mittleren und älteren Komponistengenerationen 2000–2012. In: mica-Musikmagazin.
2015 Heindl, Christian: Musik als Kommunikation – IVÁN ERÖD im mica-Porträt. In: mica-Musikmagazin.
2015 Dobner, Walter: Iván Eröd: Kunst, ein Versuch, die Realität zu beseelen. In: Die Presse (30.12.2015), abgerufen am 29.01.2026 [https://www.diepresse.com/4896468/ivan-eroed-kunst-ein-versuch-die-realitaet-zu-beseelen].
2019 Heindl, Christian: IN BARTÓKS NACHFOLGE: ZUM TOD VON IVÁN ERÖD. In: mica-Musikmagazin.
2020 Benz, Nicola: Happy Baptism Day, Ludwig! – TEIL 1. In: mica-Musikmagazin.
2024 Das MuTh präsentiert "CLOSE UP Musik nah und neu". In: mica-Musikmagazin.

Quellen/Links

Webseite: Iván Eröd
Wikipedia: Iván Eröd (englisch)
Musikverlag Doblinger: Iván Eröd
mdw – Universität für Musik und darstellende Kunst Wien: Nachruf auf Iván Eröd (2019)
KUG – Universität für Musik und darstellende Kunst Graz: Die Kunstuniversität Graz trauert um Iván Eröd (2019)

Familie: Adrian Eröd (Sohn), Leonard Eröd (Sohn), Raphael Schluesselberg (Sohn), Natalie Dluhos (Tochter), Monica Theiss-Eröd (Schwiegertochter)

Empfohlene Zitierweise
mica (Aktualisierungsdatum: 29. 1. 2026): Biografie Iván Eröd. In: Musikdatenbank von mica – music austria. Online abrufbar unter: https://db.musicaustria.at/node/53310 (Abrufdatum: 7. 2. 2026).

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